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Veröffentlicht am 28.07.2020

Keine leichte "Kost"

Henkers Mahlzeit
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Wir Leser begleiten eine Gruppe von unterschiedlichen Personen:

- Hanna, die junge Erzieherin, die "allergisch" reagiert, wenn sie jemanden mit einem Handy sieht,

- Ramona, die Chirurgin in Teilzeit, ...

Wir Leser begleiten eine Gruppe von unterschiedlichen Personen:

- Hanna, die junge Erzieherin, die "allergisch" reagiert, wenn sie jemanden mit einem Handy sieht,

- Ramona, die Chirurgin in Teilzeit, die sich um ihren Sohn Simon mit Down-Syndrom kümmern muss,

- oder Pierre, der seinen Nervenkitzel bei Autorennen erlebt

Diese und viele weitere Charaktere treffen im Verlaufe des Buches aufeinander. Zunächst fragt man sich als Leser, was all diese Personen gemeinsam haben - eine Reise in unbekannte Gefilde.

Nadine Teuber hat mit ihrem Werk "Henkers Mahlzeit" einen Thriller geschrieben, der mit den Themen der heutigen Gesellschaft spielt - gefangen in der digitalen Welt - nicht mal das eigene Kind kann im Kindergarten abgegeben werden, ohne das man das Smartphone in der Hand hat. Ganz zu schweigen von Verabredungen, die nur noch via Handy getätigt werden. Und sitzt man sich dann schon einmal von Angesicht zu Angesicht gegenüber und könnte miteinander reden, schaut man doch nur auf den kleinen Bildschirm, um up-to-date beim neusten Klatsch und Tratsch auf Instagram, Facebook und Co. zu sein.

Aber auch Themen wie häusliche Gewalt an Kindern, Selbstfindung bzw. Leben im falschen Körper, Geld regiert die Welt und Organtransplantationen lässt die Autorin nicht unausgesprochen. Das Buch liest sich in einem Rutsch weg - grad durch die kurzen Kapitel, die aus den verschiedenen Perspektiven erzählt wird und den flüssigen und einfachen Schreibstil der Autorin. Aber wie schon erwähnt, kann Nadine auch anders - blutgetränkte Szenen und makabere Schilderungen muss man als Leser auch abkönnen :) Leider muss ich gestehen, dass mir ab der Hälfte des Buches die Szenen immer obskurer wurden und ich nur noch mit dem Kopf schütteln musste, weil vieles überspitzt erzählt wurde. Jedoch hat es dieser Thriller zwischenzeitlich immer mal geschafft, dass ich ihn weglegen musste, um über das Geschriebene nachzudenken. In der heutigen Zeit wird vieles vernachlässigt - jeder denkt nur noch an sich - und wie oft wird das eigene Kind vor dem Tablet geparkt, um mal 5 Minuten Ruhe zu haben. Das Buch war schlussendlich nicht so meins, aufgrund der Übertreibung vieler Dinge - aber die Message hinter der Geschichte hat mir sehr gefallen und zum Nachdenken angeregt. Danke Nadine :)

  • Cover
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  • Handlung
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Veröffentlicht am 27.07.2020

"Die Liebe ist ein seltsames Spiel."

3 Arten Schuld
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"Liebe ist nicht das, was man erwartet zu bekommen, sondern das, was man bereit ist zu geben!" (Katherine Hepburn)

Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat über die Liebe - und über diese schreibt Juliane ...

"Liebe ist nicht das, was man erwartet zu bekommen, sondern das, was man bereit ist zu geben!" (Katherine Hepburn)

Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat über die Liebe - und über diese schreibt Juliane Schmelzer in " 3 Arten Schuld" so einfach, so liebevoll, so detailreich - als Leser leidet man mit den Protagonisten ab der 1.Seite. Will man doch für alle nur ein Happy End, wird schnell klar, dass die Reise durch diesen Schmöker mit vielen Hindernissen und Problemen gespickt ist. Aber auch mit ganz viel Herz.

Doch worum geht es eigentlich? Die 29-jährige Isabell ist glücklich mit dem 1 Jahr älteren Ben verheiratet. Dieser arbeitet Tag und Nacht in der Anwaltskanzlei seines Vaters und das nur, um ihn zu beweisen, wie sehr er der richtige Anwärter für die Nachfolge ist. Daher rückt auch der Kinderwunsch von Isabell immer mehr in den Hintergrund. Und dann steht eines Tages Dean vor ihr - diese grünen Augen - diese dunklen schulterlangen Haare - der komplette Kontrast zu Ben. Ein kurzer Augenblick, der das Leben dieser 3 Menschen auf den Kopf stellen wird. Denn Dean ist nach 10 Jahren nach Berlin zurückgekehrt, um mit seiner Familie einen Vorfall aus der Vergangenheit zu klären - nur leider wünscht sich jeder, dass er wieder verschwindet, denn sie alle wollen einfach nur vergessen. Nur kann er das nicht - denn ihm schwirrt die ganze Zeit diese brünette Frau im Kopf herum - die Frau seines Bruders Ben!

Was soll ich sagen: Dieses Buch ist für mich ein Lesehighlight 2020 und ich bin so froh und dankbar, dass ich es von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen habe. Diese Geschichte hat mich einfach aus dem Alltag entfliehen lassen - und das, obwohl ich eigentlich kaum Liebesromane lese. Aber Juliane Schmelzer hat einen so tollen Schreibstil, dass es nur wenige Worte braucht, um solch starke Gefühle in einem hervorzurufen - Liebe, Verzweiflung, Wut und Trauer. Ich habe mit jedem der 3 Hauptprotagonisten mitgefühlt und konnte Izzy so gut verstehen - ich habe mich nach jedem Kapitel gefragt "Für wen würde ich mich entscheiden?" Die Geschichte wird aus Sicht von Ben, Izzy und Dean erzählt und das macht sie so fesselnd - auch die kurzen Kapitel und wie schon am Anfang erwähnt, die Zitate am Anfang. Auch Greta, Izzy's Freundin und Chefin, ist mir sofort ans Herz erwachsen und gibt der ganzen Story ihre humorvolle und gleichzeitig ratsame Note. Wie die weise Großmutter :)

Ich komme aus dem Schwärmen für diesen Roman einfach nicht raus und freue mich jetzt schon drauf, im nächsten Jahr wieder von Izzy, Ben und Dean lesen zu dürfen.

  • Cover
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Veröffentlicht am 27.07.2020

Was ist damals nur geschehen?

Der Preis der Rache
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Die 28-jährige Lupe Svensson ist die neue Praktikantin im LKA Düsseldorf und wird dank ihres Psychologiestudiums auch gleich in die Abteilung für operative Fallanalysen gesteckt. Dort trifft sie auf ihren ...

Die 28-jährige Lupe Svensson ist die neue Praktikantin im LKA Düsseldorf und wird dank ihres Psychologiestudiums auch gleich in die Abteilung für operative Fallanalysen gesteckt. Dort trifft sie auf ihren neuen Kollegen Otto Hagedorn - einen 60jährigen, grauhaarigen, kräftigen Mann, der seinen alten Partner Karl durch den Krebs verloren hat. Die Beiden können unterschiedlicher nicht sein - und doch stellt ihr erster gemeinsamer Fall die beiden vor Herausforderungen. Eine Frauenleiche wird bei Abrissarbeiten einer alten Tankstelle gefunden - das Komische - ein Fuß fehlt. Sofort wird Otto an einen alten Fall erinnert, den er damals nicht lösen konnte. Im Jahr 1975 werden drei Männer ermordet, denen auch ein Fuß abgetrennt wurde - handelt es sich hier um ein weiteres Opfer des sogenannten "Fußmörders"? Otto und sein Team beginnen, den Fall neu aufzurollen und fördern Erschreckendes zu Tage. Schaffen sie es nach knapp 40 Jahren, den Fall endlich zu lösen und zu den Akten legen zu können?.

Mathias Berg hat mit diesem Kriminalroman einen sensationellen Auftakt einer neuen Ermittlerduo-Reihe geschaffen. Lupe Svensson ist mir mit ihrer Art sofort ans Herz gewachsen - wirkt sie am Anfang noch etwas kalt und eigenbrötlerisch ihren Mitmenschen und vor allem ihrem Freund Rafft gegenüber, zeigt sie im Laufe der Geschichte immer mehr ihr Herz. Auch ihr Kollege Otto, der zunächst genervt davon ist, dass sein alter ungelöster Fall wieder neu aufgerollt wird, nutzt seine 2.Chance und ungewöhnliche Ermittlungsmethoden, um den Cold Case zu lösen.

Aufgrund der Zeitsprünge zwischen den einzelnen Kapiteln zwischen der Gegenwart und dem Jahr 1975 bleibt die Geschichte durchweg spannend - auch die Schilderung aus verschiedenen Perspektiven bzw. Tagebucheinträgen lässt die Story immer wieder neu aufleben. Auch die geschichtliche Reise und das Einfließen der RAF - man merkt, wie sehr der Autor für dieses Buch recherchiert hat und diese Fakten behandelt hat, ohne das es langweilig wird. Der flüssige und zugleich fesselnde Schreibstil und die kurzen Kapitel machen diesen Reihenauftakt zu seinem spannenden Leseerlebnis.

Ich freue mich schon auf den nächsten Fall für dieses ungleiche Ermittlerduo.

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Veröffentlicht am 29.06.2020

Welche Wahrheit ist die Richtige?

Verity
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Die junge Autorin Lowen Ashleigh war grad auf dem Weg zu einem Meeting beim Verlagshaus Pantem Press als neben ihr ein tragischer Unfall geschieht. Noch unter Schock stehend, kümmert sich kurz danach ein ...

Die junge Autorin Lowen Ashleigh war grad auf dem Weg zu einem Meeting beim Verlagshaus Pantem Press als neben ihr ein tragischer Unfall geschieht. Noch unter Schock stehend, kümmert sich kurz danach ein sehr attraktiver Mann um sie - nichts ahnend, dass sie ihm nur wenige Minuten später wieder gegenüber sitzen wird. Es ist Jeremy Crawford, der immernoch mit dem Verlust seiner Zwillinge zu kämpfen hat und dem tragischen Unfall seiner Frau. Bei ihr handelt es sich um die literarische Sensation Verity Crawford - die Bestsellerautorin einer Thriller-Reihe. Durch ihren Unfall kann sie die letzten Bände leider nicht mehr fertig schreiben und so bekommt Lowen das Angebot, dies als Co-Autorin zu übernehmen. Aufgrund ihrer finanziellen Situation willigt sie mutwillig ein, da sich nicht glaubt, dass sie an den Erfolg anknüpfen kann. Schon bald mach sie sich auf nach Vermont - ins Haus der Crawfords. Und entdeckt dort nicht nur die Bestseller - worauf hat sie sich nur eingelassen?

Aufgrund des ganzen Hype, der um dieses Buch gemacht wurde, musste ich es einfach lesen! Es war mein erster Roman von Colleen Hoover - und was soll ich sagen - ich hatte Gänsehaut an manchen Stellen - ich war wütend auf die Protagonisten - mir gingen zwischenzeitlich die vielen Erotikszenen auf den Senkel. Ohne viel zu spoliern - es ist definitiv eines meiner Lesehighlights 2020 - so eine fesselnde Geschichte hab ich einfach noch nie gelesen und war sprachlos, als ich die letzten Seiten beendet hatte. Die Autorin schafft es, uns Lesern eine heile Welt vorzuspielen, um kurze Zeit später ins Gegenteil zu springen. Angenehmer Schreibstil - kurze Kapitel - dieses Buch hat mich einfach positiv überrascht.

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Veröffentlicht am 29.06.2020

Grandioser Auftakt in das Leben der Hoteliersfamilie von Plesow

Das Grand Hotel - Die nach den Sternen greifen
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Wir haben das Jahr 1924. Der Krieg ist seit 6 Jahren vorbei. Bernadette von Plesow führt zusammen mit ihrem ältesten Sohn Alexander das "Grand Hotel" in Binz - das wohl prächtigste Gebäude der ganzen Strandpromenade. ...

Wir haben das Jahr 1924. Der Krieg ist seit 6 Jahren vorbei. Bernadette von Plesow führt zusammen mit ihrem ältesten Sohn Alexander das "Grand Hotel" in Binz - das wohl prächtigste Gebäude der ganzen Strandpromenade. Es strahlt nicht nur Eleganz aus - der Gast erlebt puren Luxus, kann sich erholen und entspannen - und weiß dies auch zu schätzen. Bernadette ist eine starke Frau, vor der nicht nur ihre Angestellten Respekt haben. Nach dem Tod ihres Mannes Karl vor 13 Jahren hat sie sich alleine um das Hotel und ihre 4 gemeinsamen Kinder gekümmert. Und blickt jetzt auf ihren Erfolg - aber sie ist noch nicht am Ende angelangt.

Auch ihr Sohn Constantin führt das angesagte Hotel Astor mit angeschlossenem Varieté in Berlin. Anders als bei seiner Mutter in Binz erlebt der Gast hier das Nachtleben der 20er Jahre. Alkohol, wilde Partys, Drogen und Prostituierte. Und Constantin steckt mittendrin in den Geschäften.

Josephine, die jüngste Tochter im Bunde ist hin- und hergerissen. Nach ihrem erfolgreichen Kunststudium in Paris lebt sie jetzt von dem Geld ihrer Familie ohne festes Einkommen. Sie träumt von der großen weiten Welt - fühlt sich aber in Binz eingeengt. Wird sie zu ihrem Bruder nach Berlin ziehen? Und was strebt Bernadette alles noch an?

Dies war der Auftakt einer wundervollen Familiensaga um das "Grand Hotel" und die Familie von Plesow. Und ich muss gestehen, ich kann es kaum abwarten, bis ich wieder in nach Binz reisen darf. Das Buch ist wie eine Reise in eine andere Zeit, bei der in den Clubs noch geraucht, getanzt und im Nebenraum die Nutten vernascht wurden. Überall riecht es nach Alkohol, Schweiß und Autoabgasen von den Straßen Berlins. Und dann findet man sich im nächsten Kapitel schon wieder an der Seebrücke von Binz und lauscht den sanften Klängen des Akkordeonspielers. All das findet der Leser in diesem Buch. Viele Charaktere, die mir allesamt auf ihre Art ans Herz gewachsen sind - sei es das Zimmermädchen Marie oder Nolte, die rechte Hand von Constantin. Alle haben ihre eigene Geschichte und trotz der vielen Erzählstränge wird es keinesfalls chaotisch oder verworren - im Gegenteil, alles fügt sich doch wieder an der ein oder anderen Stelle zusammen. Ein Roman fürs Herz, der auch den ein oder anderen blutigen Schauplatz bereithält. Man muss dieses Buch einfach lesen!

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