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Veröffentlicht am 10.09.2019

Und wenn sie nicht gestorben sind...

Land of Stories: Das magische Land 1 – Die Suche nach dem Wunschzauber
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Interessante aber leicht hakelige Neuinterpretation der Klassiker.

Inhalt:
Als Alex und ihr Zwillingsbruder Conner ein altes Buch zum Geburtstag geschenkt bekommen, ahnen sie nicht, dass der dicke Schmöker ...

Interessante aber leicht hakelige Neuinterpretation der Klassiker.

Inhalt:
Als Alex und ihr Zwillingsbruder Conner ein altes Buch zum Geburtstag geschenkt bekommen, ahnen sie nicht, dass der dicke Schmöker ein Portal in ein magisches Reich ist. Sie geraten in eine Welt, in der es nicht nur gute Feen und verwunschene Prinzen gibt, sondern auch ein böses Wolfsrudel und eine noch viel bösere Königin. Doch ganz so einfach ist die Sache mit Gut und Böse leider nicht…

Meinung:
Ich bin an dieses Buch heran gegangen, wie es wahrscheinlich die meisten Leser tun werden: cooles Cover, interessanter Klappentext und natürlich liebe ich Märchen und meist auch deren Neuinterpretation.
Vielleicht hatte ich daher einfach etwas zu hohe Erwartungen. Oder aber das Buch ist wirklich so schwach, wie es mir vorkam.

Es geht eigentlich sehr gut los. Der Prolog ist spannend und die beiden Protagonisten Alex und Conner waren mir zu Anfang recht sympathisch.
Alex scheint ein cleveres und taffes Mädchen zu sein. Connor ist, wie viele Jungs in seinem Alter, eher schweigsam und ein bisschen ungeschickt und neunmalklug. Doch sowie die Welt der Märchen ins Spiel kommt, wendet sich das Blatt dramatisch.
Plötzlich ist Connor der besonnene und Alex wird komplett zum quietschenden und kreischenden Girly. Find ich ziemlich doof...

Der Schreibstil lässt sich insgesamt recht flüssig lesen. Schauplätze und Figuren werden anschaulich beschrieben. Man kann sich wirklich gut in die Märchenwelt hinein versetzten.
Etwas befremdlich war allerdings, dass sich Alex und Connor teilweise besser auszudrücken wissen, als mancher gebildeter Erwachsener und sich andererseits so absolut kindisch verhalten.

Die Märchenfiguren werden leider eher oberflächlich behandelt. Bei dem meisten erhalten wir einen kurzen Einblick in das Leben nach “und wenn sie nicht gestorben sind…”. Wirkliche Neuerungen gab es nur wenige.
Das, in Kombination mit dem ziemlich holprigen Spannungsbogen, haben dazu geführt, dass mich das Buch lange nicht wirklich fesseln konnte. Den Kindern fallen Lösungen oft einfach in den Schoß. Die Kapitel sind episodenhaft und Spannung kam für mich wirklich erst ganz am Ende auf.

Fazit:
Bei diesem Buch wurde ich leider ziemlich vom Glanz des Covers und meinen eigenen Vorlieben geblendet. Da konnte dann der Inhalt nicht wirklich mithalten. Die episodenhaften Kapitel eigenen sich gut zum Vorlesen, oder auch für jüngere Leser, die noch nicht so viel auf einmal lesen können/wollen. Ich hoffe sehr, dass sich die Serie in den nächsten Bänden noch steigert. Ich konnte auf jeden Fall Potenzial erkennen.

Veröffentlicht am 04.09.2019

Buttercreme, Zuckerguss und Magie

Cassandra Carpers fabelhaftes Café
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Eine kalorienhaltige und etwas verwirrende Geschichte.

Inhalt:
Emma hat es echt nicht leicht. Ihre Eltern, eine Schauspielerin und ein Regisseur am Theater, sind immer beschäftigt und haben weder Zeit ...

Eine kalorienhaltige und etwas verwirrende Geschichte.

Inhalt:
Emma hat es echt nicht leicht. Ihre Eltern, eine Schauspielerin und ein Regisseur am Theater, sind immer beschäftigt und haben weder Zeit noch Verständnis für sie. Sie hat keine Freunde und einige Jungs an ihrer Schule haben riesig Spaß daran, sie auf’s übelste zu hänseln. Doch als sie in das Cafe von Cassandra Carper flüchtet, ändert sich ihr Leben komplett!

Meinung:
Der Schreibstil von Autorin Mona Herbst hat mir sehr gut gefallen. Sie schreibt flüssig und gut verständlich. Personen und Schauplätze werden anschaulich beschrieben und wurden vor meinem geistigen Auge schnell lebendig. Die Cupcakes von Cassandra haben mich alleine vom Lesen mindestens 2 Kilo zunehmen lassen!

Emma ist eine etwas wechselhafte Protagonistin.
Zunächst ist sie unsicher, zurückhaltend und tut alles um aus den magischen Geschehnissen um sie herum wieder raus zu kommen. Dann im nächsten Moment wirkt sie sehr erwachsen und selbstsicher. Das hat mich manchmal ein bisschen verwirrt. Ein wenig, als hätten wir zwei verschiedene Charaktere in einer Person.

Ähnlich verwirrt hat mich die Handlung. Zu Beginn hat sie einige Längen, in denen ich ziemlich von den Figuren genervt war und wenig Spannung aufkam. Dann wurde es plötzlich turbulent und hektisch. Da stürzen so viele Dinge auf Emma und den Leser ein, dass man leicht den Überblick verliert.
Zwischendurch gibt es Abschnitte, in denen Cassandras Leben oder die Besonderheiten der Hexenwelt erklärt werden. Diese Abschnitte fand ich besonders interessant und hätte mir mehr davon gewünscht.

Mit den Nebenfiguren kam ich besser zurecht. Zumindest mit den nicht-magischen.
Emmas Mitschüler verhalten sich, wie man es von Kindern in diesem Alter kennt. Da ist die leicht verrückte Außenseiterin; ihr großer Bruder, der etwas eitle Mädchenschwarm und eine Gruppe dümmlicher Schläger. Die magischen Nebenfiguren dagegen waren weniger vorhersehbar und durchsichtig. Sie waren zwar alle sehr individuell, aber trotzdem hab eich ein wenig den Überblick verloren.

Fazit:
Ich denke “Cassandra Carpers fabelhaftes Café” ist eine tolle Geschichte für junge Leserinnen.
Mir persönlich war die Handlung erst zu langatmig und dann zu vollgestopft. Die Welt der Hexen kam mir viel zu kurz. Und ich hatte ein Problem damit, mit Emma als Protagonisten warm zu werden.

Veröffentlicht am 02.09.2019

Generationswechsel

Mortal Engines - Der Grüne Sturm
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Weiterhin faszinierende Welt, die Handlung aber ist um einiges schwächer als Band 2.

Inhalt:
Die Motoren von Anchorage stehen schon seit langem still, und Wren wünscht sich nichts sehnlicher, als ihre ...

Weiterhin faszinierende Welt, die Handlung aber ist um einiges schwächer als Band 2.

Inhalt:
Die Motoren von Anchorage stehen schon seit langem still, und Wren wünscht sich nichts sehnlicher, als ihre Heimat zu verlassen und endlich einmal ein Abenteuer zu erleben. Die Geschichten ihrer Eltern Tom und Hester kennt sie auswendig – und wartet dort draußen nicht eine Welt voller Wunder und Gefahren auf sie? Als ein mysteriöser U-Boot-Pirat auftaucht und verspricht, sie mitzunehmen, zögert sie deshalb nicht lange …

Meinung:
Mit “Der grüne Sturm” geht die Mortal Engines Reihe von Philip Reeve in die dritte Runde. Hester Shaw und Tom Natsworthy sind wieder mit von der Partie. Doch diesmal steht deren Tochter Wren im Mittelpunkt des Geschehens.
Die Handlung spielt 15 Jahre nach “Jagd durchs Eis”. Anchorage lebt friedlich auf dem verlorenen Kontinent, während in den Jagdgründen der Traktionsstädte ein grausamer Krieg herrscht. Doch nicht alle Bewohner kommen mit der Idylle zurecht.
Nachdem sie ein Artefakt aus der Bibliothek von Anchorage gestohlen hat und von den verlorenen Jungs in deren U-Boot entführt wird, erlebt Wren mehr Abenteuer und Gefahren, als ihr lieb ist. Derweil setzten ihre Eltern alles daran sie zu finden und wieder nach Hause zu holen.

Am Schreibstil von Philip Reeve ist wie immer nichts auszusetzen. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Schauplätze, Personen und Gerätschaften sind anschaulich beschrieben. Leider konnte mich die Handlung diesmal nur wenig mitreißen.
Wahrscheinlich lag es daran, dass die Geschichte eher ein Familiendrama war. Die naive Tochter wird aus der sicheren Heimat entführt und versucht unbeholfen sich selbst zu befreien. Ein besorgter, leicht einfältiger Vater und eine verbitterte Mutter voll selbstzweifel begeben sich auf eine Rettungsmission.
Einige bekannte Figuren und Schauplätze tauchen wieder auf und erhalten teilweise ein völlig neues Gesicht. Und auch viele neue Figuren tauchen wieder auf. Doch beide Aspekte kamen mir persönlich viel zu kurz. Die Dramatik des Kriegs gegen den grünen Sturm kommt dem Leser kaum zu Bewusstsein. Und ich bin auch mit Wren nicht wirklich warm geworden.

Fazit:
Ich bin immer noch ein Fan des Mortal Engine Universums. Doch “Der grüne Sturm” war eine ziemlich zähe Lektüre. Die Entwicklungen zwischen Tom und Hester fand ich sehr schade. Die Entwicklung weg von der dystopischen Abenteuergeschichte hin zum Drama ist nicht so mein Fall. Aber ich gebe Band 4 auf jeden Fall eine Chance.

Veröffentlicht am 26.08.2019

Turbulente Polar-Expedition – manchmal ein bisschen viel auf einmal.

Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company
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Weihnachtstraditionen jenseits von Santa Claus.

Inhalt:
Freda weiß nicht, wie ihr geschieht, als sie sich nach einem mysteriösen Anruf mit ihrem Kater Mr Livingstone am Nordpol wiederfindet. Dort liegt ...

Weihnachtstraditionen jenseits von Santa Claus.

Inhalt:
Freda weiß nicht, wie ihr geschieht, als sie sich nach einem mysteriösen Anruf mit ihrem Kater Mr Livingstone am Nordpol wiederfindet. Dort liegt die Christmas Company, das moderne Großunternehmen des Weihnachtsmanns. Und genau der braucht Fredas Hilfe.
Anonyme Computerhacker und unheimliche Wintergeister bedrohen die Company.

Meinung:
Meine Umgebung hat mich etwas verunsichert beäugt, während ich dieses Buch gelesen habe, denn ich habe mein Vorabexemplar mitten im Sommer gelesen. Aber das war mir ziemlich egal, denn das Buch hat wirklich Spaß gemacht.

Die Protagonistin Freda ist zu Beginn noch eher verunsichert und auch ein bisschen zickig. Ich brauchte etwas, bis ich wirklich mit ihr warm geworden bin. Das könnte aber auch am arktischen Setting liegen. Denn das Buch spielt mitten im Winter am Nordpol. Frostig…

Besonders interessant fand ich an dem Buch, dass hier nicht nur der klassische, westliche Weihnachtsmann mit einer modernen Firma als Werkstatt auftritt. Es werden auch verschiedenste Wesen und Traditionen verwendet, die heute kaum noch bekannt sind.
Leider waren die Figuren aber so sehr in die Handlung eingespannt, dass kaum Zeit für nähere Erklärungen war. Die fand man dann erst ganz am Ende des Buches.

Für die Leserschaft ab 10 Jahren ist das Buch gut verständlich und flüssig geschrieben. Die Kapitel haben eine angenehme länge. Wobei ich eigentlich mit der magischen Zahl 24 gerechnet hatte. Aber das war wohl nix.
Die Figuren haben in mir häufiger gemischte Gefühle hervorgerufen. Sie verhalten sich zum Teil sehr widersprüchlich und haben allerlei Geheimnisse, die mir zu wenig beleuchtet wurden, und die auch ein Zusammenwachsen der Gruppe behindert haben.

Die Handlung war spannend und voll Fantasie. Da aber so viele Wesen auftreten, wirkt sie manchmal sehr voll und unübersichtlich. Darauf muss man sich einlassen. Man wird mit Freda einfach ins Abenteuer geschleudert und Erklärungen sind eher die Ausnahme.

Fazit:
“Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company” ist ein interessantes und spannendes Buch, das man am Besten in der Vorweihnachtszeit liest. Ich hätte mir ein paar mehr Erklärungen zu den Wesen während der Handlung gewünscht. Und auch den Figuren hätte mehr Zeit zur Entwicklung und zum Zusammenhalt geholfen. Aber insgesamt haben wir hier ein tolles Abenteuer für junge Leser.

Veröffentlicht am 06.08.2019

Verzwickter Fall, aufbrausender Detektiv – netter Krimi, aber leider nicht mehr.

Arrowood - In den Gassen von London
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Erforschung der menschlichen Emotionen, statt Kunst der Deduktion.

Inhalt:
Privatdetektiv William Arrowood ist die Anlaufstelle für Tagelöhner und Straßenmädchen im armen South London. Voller Verachtung ...

Erforschung der menschlichen Emotionen, statt Kunst der Deduktion.

Inhalt:
Privatdetektiv William Arrowood ist die Anlaufstelle für Tagelöhner und Straßenmädchen im armen South London. Voller Verachtung blickt er über die Themse auf seinen berühmten Kollegen Sherlock Holmes. Doch auch Arrowoods neuester Fall scheint nicht geeignet zu sein, ihn berühmt zu machen: Eine junge Französin bittet darum, ihren verschwundenen Bruder aufzuspüren. Doch hinter dem simplen Auftrag verbergen sich weit mehr Geheimnisse und Leichen, als Arrowood für möglich hielt…

Meinung:
William Arrowood und Sherlock Holmes sind zwei Detektive im viktorianischen London, die sehr unterschiedliche Methoden für ihre Ermittlungen nutzen.
Für Arrowood ist Holmes Kunst der Deduktion nur das Aufbauschen völlig unwichtiger und nichts-sagender Kleinigkeiten. Menschenkenntnis und die Kunst Emotionen zu Lesen sind für ihn der bessere Weg zum Ziel.

Ich als Leser hatte allerdings eher das Gefühl, Arrowood überfällt seine Umwelt mit seinen eigenen Emotionen und provoziert so lange, bis seinem Gegenüber endlich etwas brauchbares heraus rutscht…
Lange Befragungen von Verdächtigen oder Informanten; wiederholte, langwierige Nachforschungen durch seinen Assistenten Burnett (der als Erzähler eigentlich den größten Anteil an den Ermittlungen hat) und nervtötende Wutausbrüche des übermäßig selbstbewussten Detektivs ziehen den Fall gehörig in die Länge.
Hinzu kommt, dass der Fall ziemlich verwickelt ist und durch immer wieder neue Wendungen an Spannung gewinnen soll. Das hat für mich leider nicht so gut funktioniert.
Ich wollte ab einem gewissen Punkt einfach nur, dass alles aufgelöst wird und der Fall endlich zu Ende ist.

Was mir dagegen war der Schreibstil. Er passt sehr gut zum Setting. Die Figuren drücken sich so aus, wie man es aus dieser Zeit erwartet und auch aus anderen Romanen kennt.
Die Beschreibung der verschiedenen Schauplätze ist anschaulich und detailreich. Teilweise hat man das Gefühl, man riecht und fühlt die feuchte Luft, den Pferdemist oder andere – manchmal eher unschöne – Dinge.

Fazit:
Ein atmosphärischer, sehr verzwickter Krimi, mit vielen Wendungen.
Wirkliche Spannung ist bei mir aber trotz allem nicht aufgekommen. Und der Protagonist hat schon ziemlich an meinen Nerven gezerrt.