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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2021

Was da fliegt ist kein Vogel

Entdecke die Fledermäuse
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So spannend sind fliegende Säugetiere!

Was weißt du eigentlich über Fledertiere? Also Fledermäuse und Flughunde?
Vielleicht noch garnicht so viel. Dann ist dieses Buch aus der Entdecke-Reihe sicher sehr ...

So spannend sind fliegende Säugetiere!

Was weißt du eigentlich über Fledertiere? Also Fledermäuse und Flughunde?
Vielleicht noch garnicht so viel. Dann ist dieses Buch aus der Entdecke-Reihe sicher sehr interessant!

Diese spannenden Tiere hatten früher einen ziemlich schlechten Ruf. Sie wurden mit bösen Mächten und dem Teufel in Verbindung gebracht. Doch heute weiß man es besser und die friedlichen Nachtgeister stehen unter Schutz. Dr. Eckhard Grimmberger erklärt jungen Lesern verschiedene Arten, Lebensräume und Eigenschaften. Alles wie immer wunderbar durch viele große und farbige Bilder und Grafiken illustriert und erklärt.

Die Entdecke-Reihe richtet sich an neugierige Jungforscher zwischen 5 und 8 Jahren. Die Bücher enthalten relativ wenig Text, der auch für Leseanfänger und Ungeübte leicht verständlich ist. Komplizierte Begriffe werden immer gut erklärt, sodass auch vorlesende Eltern nicht in Erklärungsnot geraten. Das niedliche Maskottchen der Reihe, die kleine Eule Xabi, steht immer mit spannenden und lustigen Zusatzinfos parat.

Auch dieser Band ist wieder sehr liebevoll und kindgerecht gestaltet. Man bekommt viele faszinierende und detailreiche Bilder der verschiedensten Fledermäuse zu sehen. Da kann man gut verstehen, dass einige Menschen sich bis heute ein bisschen gruseln.
Besonders viel Spaß macht auch wieder das Quiz am Ende des Buches. Dann kann man testen, wieviel man vom Buch verstanden und behalten hat und setzt sich nochmal mit dem Inhalt auseinander.

Fazit:
Ich mag die Entdecke-Reihe sehr. Und da ich Fledermäuse absolut faszinierend finde, war dieses Buch genau das Richtige für mich. Hier lernen kleine Forscher die wichtigsten Grundlagen und auch die Erwachsenen entdecken noch viel spannendes!

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Veröffentlicht am 08.10.2021

Spannendes Abenteuer für mutige Kinder

Die Abenteuer von Clara und Anton
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Liebevolles und fantastisches Familienprojekt mit toller Botschaft.

Auf die Geschichte von Clara und Anton bin ich durch reinen Zufall gestoßen. Stefan Waidelich hat diese Fantasy-Geschichte speziell ...

Liebevolles und fantastisches Familienprojekt mit toller Botschaft.

Auf die Geschichte von Clara und Anton bin ich durch reinen Zufall gestoßen. Stefan Waidelich hat diese Fantasy-Geschichte speziell für seine Kinder geschrieben, doch auch andere junge Leser werden an der Geschichte großen Spaß haben und eine wichtige Lehre daraus ziehen.

Der Klappentext verspricht: “Dunkle Tage sind über das Königreich Eden hereingebrochen. Inmitten dieser düsteren Zeit wächst Clara unter wilden Räubern auf. Doch dann trifft sie auf Anton. Dies ist der Beginn eines fabelhaften Abenteuers!”
Und genauso kommt es auch. Clara und Anton entwickeln sich schnell zum Mittelpunkt einer spannenden Reise. Da hier auf knapp 140 eine ganze Geschichte erzählt wird, inklusive Charakterentwicklung und Worldbuilding, schreitet die Handlung ziemlich schnell voran.
Aber der Autor hat viele spannende Figuren und Hintergründe in seine Welt einfließen lassen.

Das Buch lässt sich flüssig lesen und die Kapitel sind nicht zu lang. Aber man merkt schon, dass der Autor sehr bemüht war, seinen Text für junge Leser verständlich zu machen. Das erschien mir hin und wieder etwas steif. Auch sind einige Entwicklungen schon ziemlich stark konstruiert. Aber wenn man nicht viele Seiten zur Verfügung hat, bleibt das wohl einfach nicht aus.

Sehr gut gefallen hat mir die Botschaft, die der Autor mit seiner Geschichte vermitteln will: Mut, Selbstvertrauen und Glaube. Diese Dinge sind nicht nur für Kinder immer wieder im Leben sehr wichtig. Und es wurde sogar die Möglichkeit für einen zweiten Teil offen gelassen. Vielleicht gibt es ein Wiedersehen mit Clara und Anton.

Fazit:
Dieses Buch ist ein wunderbares Projekt und eine herzerwärmende Geschichte. Hier und dort bräuchte es vielleicht noch etwas Hilfe von einem Lektorat oder einem Testleser. Aber trotz allem ist die Geschichte spannend, mitreißend und so wichtig.

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Veröffentlicht am 08.10.2021

Was Titel und Klappentext versprechen….

Oma lässt grüßen, sie hat deine nervige Tochter entführt
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Eine turbulente Familiengeschichte.

Ein arbeitsloser vierfach Vater mitten in der Midlifecrisis, eine missverstandene und rebellische Tochter und eine Großmutter zwischen Altersstarrsinn, beginnender ...

Eine turbulente Familiengeschichte.

Ein arbeitsloser vierfach Vater mitten in der Midlifecrisis, eine missverstandene und rebellische Tochter und eine Großmutter zwischen Altersstarrsinn, beginnender Demenz und Kleptomanie bilden die drei Hauptfiguren dieses Roman. Aber was für ein Roman eigentlich? Cover, Titel und Klappentext hörten sich für mich nach einem lustigen und herzerwärmenden Roadtrip an. Aber bekommen habe ich eher ein Familiendrama, das zwischen bedrückend und verwirrend schwankt.
Da fühlt man sich vom deutschen Verlag schon ein bisschen ausgetrickst!

Ich würde nicht sagen, dass dieses Buch schlecht ist. Aber ich habe einfach etwas ganz anderes erwartet. Daher hatte ich über weite Strecken das Gefühl nicht voran zu kommen, obwohl mir die Seiten und den Fingern durch geschlüpft sind.
Ich kann aber sagen, dass die Figuren und ihre diversen Problemchen gut funktionieren und eine interessante Dynamik entwickeln. Vor allem über Großmutter Millie konnte ich immer wieder herzlich lachen. Die letzten 100 bis 150 Seiten waren dann für mich das Highlight, denn dort habe ich endlich bekommen, was ich mir erhofft hatte.

Die erzählerische Perspektive wechselt immer wieder zwischen den drei bereits angesprochen Figuren. Da die drei sehr unterschiedlich sind, ist mir der Wechsel nicht weiter schwer gefallen. Die Handlung verläuft eher ruhig, bis auf immer wiederkehrende dramatische Spitzen. Diese sind es auch, die vor allem für das Vorankommen der Charaktere sorgen. Von sich aus scheinen sie eher nicht an der Auflösung ihrer Situation interessiert zu sein.

Fazit:
Hier war das deutsche Verlagsteam vielleicht etwas zu kreativ bei der Umsetzung für die hiesigen Leser. Daher konnte mich das Buch leider nicht begeistern. Ich habe einfach etwas völlig anderes erwartet. Für Leser, die gerne eine verzwickte Familiengeschichte mögen, die aber eher vor sich hin plätschert, werden hier vielleicht eher Freude haben.

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Veröffentlicht am 06.10.2021

Zwischen Dialekt, Verwesung und Antisemitismus

Das Buch des Totengräbers
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Die moderne Kriminalistik kommt nach Wien.

Bisher hatte ich noch nicht das Vergnügen ein Buch von Autor Oliver Pötzsch zu lesen. Da ich aber ein eine Schwäche für Krimis mit historischem Setting habe, ...

Die moderne Kriminalistik kommt nach Wien.

Bisher hatte ich noch nicht das Vergnügen ein Buch von Autor Oliver Pötzsch zu lesen. Da ich aber ein eine Schwäche für Krimis mit historischem Setting habe, war ich bei diesem hier ziemlich schnell neugierig. Ich durfte das Hörbuch – gesprochen von Hans Jürgen Stockerl – genießen. Er gibt die wiener Figuren mit einem Österreicher- bzw. Wiener-Akzent wieder. Aber auch, wenn man Dialekte vielleicht nicht so gut versteht, kann man dem Hörbuch gut folgen.

Der junge jüdischstämmige Inspektor Leopold von Herzfeldt, der schrullige, jedoch hoch gebildete Totengräber Augustin Rothmayer und die selbstbewusste Tänzerin und Telefonistin Julia Wolf bilden das ungleiche Protagonisten-Trio dieses düsteren Krimis in Wien 1893. Das Buch präsentiert uns nicht nur den im Klappentext erwähnten Fall und eine (genretypische) Nebenhandlung. Es wird geradezu ein Querschnitt der wiener Gesellschaft des 19. Jahrhunderts präsentiert. Nachforschungen und Verfolgungen führen Leo in so ziemlich jedes Viertel der riesigen Stadt. Dort bekommt er es mit den verschiedenen Schichten der Gesellschaft zu tun. Außerdem haben die drei Protagonisten mit ihren jeweiligen ganz eigenen Problemchen zu kämpfen.

Das klingt nach ziemlich viel Stoff für nur ein Buch. Doch der Sprecher schaffte es, die sehr dichte Handlung gefühlvoll und atmosphärisch zu präsentieren.
Durch anschauliche Beschreibungen der Schauplätze und ihrer Bewohner erschafft Autor Oliver Pötzsch Wien vor dem inneren Auge des Lesers/Hörers und rundet seine Handlung mit einem detailreichen Setting ab.

Ich war schnell vom Sprecher, aber besonders von der Handlung gefesselt. Man sollte sich Zeit nehmen, das Hörbuch wirklich aufmerksam zu verfolgen, denn es passiert sehr viel. Und auch die Figuren bieten viele Details zum Entdecken.

Fazit:
Eine dicht gestrickte Handlung mit interessanten Figuren und ein detailreiches aber auch düsteres historische Setting sind die gelungenen Zutaten zu diesem Krimi. Sowohl Inhalt, wie auch Umsetzung haben mich restlos überzeugt. Ein spannender aber auch anspruchsvoller Roman.

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Veröffentlicht am 06.10.2021

Die vielen Leben zwischen Leben und Tod

Die Mitternachtsbibliothek
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Die anstrengende Reise der Nora Seed.

Ich kannte bisher nur “Ein Junge namens Weihnacht” von Matt Haig. Aber bei einem Buch, dass eine Bibliothek im Titel hat, kann man eigentlich nicht viel falsch machen, ...

Die anstrengende Reise der Nora Seed.

Ich kannte bisher nur “Ein Junge namens Weihnacht” von Matt Haig. Aber bei einem Buch, dass eine Bibliothek im Titel hat, kann man eigentlich nicht viel falsch machen, dachte ich.
Am Ende lässt mich das Buch eher mit gemischten Gefühlen zurück.

Die Protagonistin Nora Seed hat schon länger kein Glück im Leben. Sie leidet immer wieder an Depressionen, hat sich von Freunden und ihrem Bruder entfremdet und nun stirbt ihre Katze und sie verliert ihren Job. Da kann man schon mal auf “blöde” Ideen kommen. So kommt es das Nora versucht ihr Leben zu beenden und plötzlich, um Mitternacht in der (Achtung Wortspiel des Autors!) Mitternachtsbibliothek aufwacht. Hier gibt es unzählige Bücher, die alle ein Leben enthalten, das Nora hätte führen können. Und sie darf sie nacheinander ausprobieren.

Die gekürzte Hörbuchfassung schlägt mit 6 Stunden 44 Minuten zu Buche und wird von Annette Frier gelesen. Sie liest mit viel Emotionen und schafft es auch die verschiedenen Figuren herauszustellen, ohne ihre Stimme zu stark zu verfremden. Ich mag es absolut nicht, wenn der Sprecher versucht die Figuren durch MickyMaus-Stimmen zu unterscheiden. Hier habe ich gerne zugehört, auch wenn die Handlung mich nicht so sehr mitreißen konnte.
Fraglich ob die komplette Fassung meinen Eindruck geändert hätte.


Ich bin bis zuletzt nicht wirklich mit Nora warm geworden. Diese Art von unsicheren Protagonisten liegen mir einfach nicht.
Die Bibliothek als Schauplatz wird toll beschrieben. Die verschiedenen Leben, die Nora durchlebt, blieben für mich aber eher farblos. Und irgendwann fand ich den Wechsel eher ermüdend als spannend. Das Ende des Buches und die daraus folgende “Moral” waren dann auch keine große Überraschung.

Die Stimmung des Buches ist eher gedrückt. Ich bin nicht sicher, ob es nicht sogar eine Trigger-Warnung gebraucht hätte. Die Themen Depressionen und Einsamkeit sind ständige Begleiter der Handlung. Nora braucht sehr lange Zeit um von ihren düsteren Gedanken Abstand zu nehmen.

Fazit:
Die Umsetzung durch Annette Frier war sehr angenehm zu hören. Leider konnte mich das Buch/Hörbuch inhaltlich nicht überzeugen. Die trübsinnige Stimmung und die für mich schwierige Protagonistin waren einfach nicht meins. Depressionen und Einsamkeit sind natürlich schwierige Themen. Aber da sie so weit weg von allem sind, was mich ausmacht, war dies einfach nicht mein Buch.

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