Profilbild von Kaito

Kaito

Lesejury Star
offline

Kaito ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kaito über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2018

Noch mehr Fabelwesen, noch mehr Seitenrascheln - grandiose Fortsetzung!

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherkönig
2

„Die Bibliothek der flüsternden Schatten“ öffnet erneut ihre Pforten. Akram El-Bahay entführt uns erneut in eine Welt voll Fabelwesen und Geheimnisse.

Inhalt:
In Paramythia, dem riesigen Bibliothekslabyrinth ...

„Die Bibliothek der flüsternden Schatten“ öffnet erneut ihre Pforten. Akram El-Bahay entführt uns erneut in eine Welt voll Fabelwesen und Geheimnisse.

Inhalt:
In Paramythia, dem riesigen Bibliothekslabyrinth unterhalb der Straßen von Mythia, werden nicht nur Millionen von Büchern gehütet...
Sam will seinem Leben als Dieb entfliehen. Doch stattdessen entdeckte er die junge Kani und die flüsternden Schatten in den Gängen von Paramythia.

Meinung:
Mit „Bücherkönig“ liegt endlich der zweite Band der „Bibliothek der flüsternden Schatten“-Trilogie von dem wunderbaren Wortzauberer Akram El-Bahay bei Bastei Lübbe vor.
Der Band setzt nahtlos dort an, wo Band 1 aufgehört hat. Mit dem Unterschied, dass diesmal die Perspektive von Kani stärker ausgeprägt ist und wir so viele Geheimnisse auch aus ihrer Sicht erleben.

Der Einstieg in die Fortsetzung gelingt sehr gut, denn der Autor verpackt in den ersten Kapiteln geschickt mehrere Rückblenden, die einem die Ereignisse wieder ins Gedächtnis rufen.
Das Setting in der Bücherstadt ist wieder absolut genial. Neben den verwinkelten Gängen und Hallen von Paramythia lernt man diesmal auch Teile von Mythia und der Wüste außerhalb kennen.
Ich bin immer wieder total gefesselt von Akram El-Bahays Schreibstil. Seine Welten werden regelrecht vor meinem inneren Auge lebendig. Und auch seine Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Der Protagonist Samir ist weiterhin auf der Suche nach seinem Platz in der Welt.
Ist er immer noch ein Dieb, oder ist er ein Wächter, oder doch etwas ganz anderes?
Diese Unsicherheit lässt ihn oft viel jünger wirken als Mitte 20, wie ihn der Autor vorgesehen hat. Aber wenn es hart auf hart kommt, weiß er sich zu helfen und beschützt seine Freunde.
Sein weibliches Gegenstück, Kani, hat noch mit den Folgen der Ereignisse aus Band 1 zu kämpfen. Aber sie entwickelt sich zu einer starken und interessanten Figur. Ihr Entwicklung hat mir sehr gut gefallen. Zum Ende von Band 1 hin war sie noch eher blass. Aber nun wird sie zu einer echten Anführerin. Die Abschnitte aus ihrer Sicht eröffnen dem Leser nochmal ganz neue, interessante Perspektiven auf Paramythia.
Auch die Fabelwesen entwickeln sich in diesem Band mehr zu echten Figuren und sind nicht mehr nur schmückendes Beiwerk um die Handlung anzutreiben. Das hat mir sehr gut gefallen, denn unter ihnen verbergen sich grandios spannende Charaktere.
Als weitere Perspektive erhalten wir Einblick in die Gedanken und Pläne der Wüstenhexe Layl. Die dunkle Gegenspielerin unserer Protagonisten gewinnt dadurch sehr an Tiefe und man wird sich nach und nach den vielen Geheimnissen bewusst, die die Freunde noch erwarten.

Inhaltlich ist das Ziel schon recht früh ersichtlich. Die Frage ist allerdings, ob es auch erreicht werden wird. Denn der Weg dorthin gespickt mit Hindernissen, Geheimnissen, überraschenden Erkenntnissen und einem perfekt ausgearbeiteten Spannungsbogen.
Ergänzt durch liebenswerte bzw. bedrohliche Nebenfiguren, entspinnt sich eine bildgewaltige Handlung, die bis zum bombastischen Ende durchweg spannend bleibt.
Man meint am Ende sogar einen Ausblick auf den dritten Band erhaschen zu können. Aber vielleicht überrascht und der Autor auch nochmal mit einer ungeahnten Wendung. Wer kann das schon sagen...

Fazit:
"Bücherkönig" ist eine absolut gelungene Fortsetzung und setzt auf seinen Vorgänger sogar nochmal gewaltig einen drauf. Der Autor scheint sich die Anmerkungen seiner Leser aus den Leserunden zu Herzen genommen und umgesetzt zu haben. Dieses Buch war wirklich atemberaubend und ich kann ohne zu zögern eine Leseempfehlung aussprechen.
Allerdings sollte man für das bessere Verständnis zunächst "Bücherstadt" lesen!

Veröffentlicht am 06.05.2019

Jean Ricolets zweiter Fall

Die Blüten von Pigalle
1

Seichte Krimi-Unterhaltung mit viel Drama.

Inhalt:
Paris, 1945. Im Hotel Lutetia wird die Leiche eines Mannes gefunden, daneben die Druckplatte einer englischen Banknote. Inspektor Jean Ricolet begibt ...

Seichte Krimi-Unterhaltung mit viel Drama.

Inhalt:
Paris, 1945. Im Hotel Lutetia wird die Leiche eines Mannes gefunden, daneben die Druckplatte einer englischen Banknote. Inspektor Jean Ricolet begibt sich auf die Spur dieses rätselhaften Mordfalls. Seine Ermittlungen führen ihn in die höchsten Kreise der Pariser Gesellschaft. Doch dort gibt es jemanden, der ihre Ermittlungen mit allen Mitteln zu sabotieren versucht. Auch ohne Rücksicht auf seine Geliebte Pauline...

Meinung:
Ich kannte Jean Ricolet und Pauline schon aus "Die Toten von Paris". Die beiden Figuren gefielen mir gut und so war ich auch auf den zweiten Fall neugierig.
"Die Blüten von Pigalle" setzt einige Zeit nach dem ersten Buch an und greift die Figuren und die Situation in Paris 1945 auf. Der Fall rückt die höhere Gesellschaft von Paris und das Schicksal der KZ-Heimkehrer in den Fokus.

Schon der erste Fall war eher eine leichte Lektüre. Und so ist auch dieser Fall eher seicht. Über weite Strecken hat man das Gefühl, dass die Ermittlungen immer wieder ins leere laufen. Die Differenzen zwischen Jean und Pauline sind lange die einzigen dramatischen Entwicklung.
Erst gegen Ende des Buches kommt tatsächlich echte Spannung auf.

Sprachlich konnte mich das Buch dagegen wieder überzeugen. Die Dialoge passen für mich sehr gut in die Zeit. Die Schauplätze und Personen sind anschaulich und detailreich Beschrieben. Die Atmosphäre des Paris der Nachkriegszeit wird gut eingefangen.

Fazit:
Das Buch überzeugt weniger als Krimi und mehr als Beziehungsdrama. Als Urlaubslektüre wahrscheinlich gut geeignet. Die Erwartungen eines Krimi-Fans können eher nicht erfüllt werden.

Veröffentlicht am 28.01.2019

Jürgen von der Lippe kann auch Romane - ungewöhnlich und sehr spaßig.

Nudel im Wind
1

Spannung, Aktion, Liebe und der ganz normale Wahnsinn. Eben ein echter Jürgen von der Lippe!

Inhalt:
«Ich möchte Ihnen eine ziemlich unglaubliche Geschichte erzählen. Ich weiß, das ist kein glücklicher ...

Spannung, Aktion, Liebe und der ganz normale Wahnsinn. Eben ein echter Jürgen von der Lippe!

Inhalt:
«Ich möchte Ihnen eine ziemlich unglaubliche Geschichte erzählen. Ich weiß, das ist kein glücklicher Anfang für ein Buch, das seine Leser vom ersten Satz an in den Schwitzkasten nehmen und bis zum letzten Wort nicht mehr rauslassen soll. ‹Sie hatten ihm die Kehle durchgeschnitten und ihn dann im Urinal ausbluten lassen› ist da schon ein anderes Kaliber, aber in der Welt der sinnlos waltenden rohen Kräfte bin ich nicht so zu Hause wie in der Psyche der Sanftmütigen, Unscheinbaren mit ihren kleinen liebenswerten Macken. Menschen wie Gregor und sein Hund Waldmeister…»

Meinung:
Eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben fällt mir wirklich nicht leicht. Zumindest wenn es nicht komplett nach fanatischem Fan-Gekreische klingen soll...
Ich denke, wenn man die Bühnenprogramme und TV-Auftritte von Jürgen von der Lippe mag, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man auch diesen Roman von ihm gut findet. So war es auf jeden Fall bei mir.

Aber nun zum Buch:
Wie entsteht eigentlich eine Abnehm-Show für's Fernsehen? Und was sind das für Menschen, die dahinter stecken?
Das sind nur einige Fragen, die Jürgen von der Lippe in seinem ersten Roman beleuchtet und ebenso wortgewandt wie amüsant beantwortet. Naja, eigentlich zieht er den Entstehungsprozess und die Verantwortlichen einer TV-Show ziemlich durch den Kakao.
Wenn das Leben und Arbeiten beim TV nur annähernd so ist, wie hier erzählt wird, dann erstaunen einen Shows wie das Dschungel-Camp oder DSDS nur noch wenig.

Der Autor lässt recht schnell eine große Anzahl von Figuren auftreten. Doch er schafft es, allen einen ganz individuellen Charakter auf den Leib zu schreiben und sie zum Leben zu erwecken. Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass man zwar einige bekannte Klischees wieder finden, diese aber gerne dazu genutzt werden, den Leser an der Nase herum zu führen.
Jürgen von der Lippe weiß seine Leser zu überraschen.

Die einzelnen Kapitel beschäftigen sich entweder näher mit einer bestimmten Figur oder einer Szene, die die Handlung voran treibt. Der Schreibstil wirkt dabei immer so locker aus der Hüfte geschossen, wie man es auch von diversen Bühnenprogrammen des Autors kennt. Die Dialoge sind knackig und sehr lustig zu lesen; Settings werden anschaulich beschrieben, ohne abzuschweifen.
Besonders lustig wird es aber dann, wenn die Gattin des Autors zu Wort kommt und den Schaffensprozess kommentiert. Dann bekommt man nicht nur einen Einblick in den Autoren-Alltag, sondern erlebt auch wie der Schreibprozess von "außen" beeinflusst werden kann. Herrliche Wortgefechte inklusive.

Was mich etwas aus dem Rhythmus gebracht hat, waren die zum Teil sehr ausführlichen Schilderungen von sportlichen Wettkämpfen und
diversen kulinarischen Ausschweifungen der Figuren. Erst kommt man sich total unsportlich vor und dann bekommt man eine Heißhunger-Attacke. Schon ziemlich fies von Onkel Jürgen, uns das anzutun. Aber man merkt, dass er sich sowohl für Sport, als auch für gutes Essen begeistern kann. Das bremst allerdings immer mal wieder die Handlung aus.

Fazit:
Wir bekommen hier eine lustige und abwechslungsreiche Geschichte, die sich in verschiedenen Genres bedient. Der Erzählstil ist ungewöhnlich, macht aber auch großen Spaß. Ich hoffe es folgen noch weitere Romane von Jürgen von der Lippe. Diesen hier kann ich schonmal sehr empfehlen!

Veröffentlicht am 12.03.2018

Der Ruf des Blutes — Ziel- und Sinnlos

Killer City
1

Ein Killer mischt sich im Chicago des Jahres 1893 unter die Besucher der Weltausstellung.
Ein Junge ist in die Wirren des amerikanischen Bürgerkriegs verwickelt und verliert alles, sogar sich selbst. Eine ...

Ein Killer mischt sich im Chicago des Jahres 1893 unter die Besucher der Weltausstellung.
Ein Junge ist in die Wirren des amerikanischen Bürgerkriegs verwickelt und verliert alles, sogar sich selbst. Eine alte indianische Legende und der Wunsch nach Rache treiben ihn an. Dies ist die Geschichte von Thornhill…

So weit so spannend.
Als ich den Klappentext gelesen habe, wollte ich Killer City unbedingt lesen. Ein Thriller aus der Sicht eines Killers, sowas hatte ich noch nicht…
Das Buch ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt. Einmal die Gegenwart des Jahres 1893 und die Vergangenheit ab dem amerikanischen Bürgerkrieg, die sich zeitlich immer weiter auf die Gegenwart zu bewegt und uns an der „Entstehung“ von Thornhill teilhaben lässt.

Natürlich gib es solche und solche Killer. Aber nach dem ersten Kapitel gewinnt man zunächst den Eindruck, dass Thornhill zwar brutal und blutrünstig aber auch besonnen und kalkuliert vorgeht. Gleichzeitig beginnt der junge Thornhill der Vergangenheit einem nach und nach ans Herz zu wachsen. Man hat Mitleid und kann seine Handlungen im Anbetracht der Umstände verstehen.

Doch den Eindruck eine überlegenen und doch nachvollziehbaren Killers zerstört der Autor relativ schnell wieder.
Thornhill ergeht sich in Grübeleien und Selbstzweifeln, die ihn ein ums andere Mal in gehörige Schwierigkeiten bringen. Seine Opfer sind willkürlich und zumeist extrem zufällig ausgewählt und statt der bedachte Jäger ist er all zu schnell der kopflose Gejagte.
Und auch sein Wandel zum Ende der Geschichte wirkt eher verzweifelt und aufgesetzt, da der Grund nach seinem ersten Auftreten sehr schnell wieder in der Versenkung verschwindet.

Es lässt sich aber durchaus auch etwas positives über das Buch sagen.
Die Schauplätze und die Gesellschaft des verschiedenen Abschnitte sind sehr gut und anschaulich beschrieben. Auch ohne Kenntnis der amerikanischen Geschichte konnte ich mich sehr gut in das Setting versetzten.
Der Sprachstil des Autors ist angenehm zu lesen und die Nebenfiguren handeln ihrem Charakter entsprechend nachvollziehbar und passend.

Zusammenfassend ist Killer City für mich ein Buch mit tollen Setting und einer genialen Idee, welche leider an dem schwammigen Protagonisten scheitert.
Sehr schade, aber mich hat es nicht überzeugt.

Veröffentlicht am 22.06.2017

Es war ein langer Weg zur letzten Seite. Mit einem ziemlich faden Nachgeschmack.

Schattendiebin 1: Die verborgene Gabe
1

Der Klappentext hatte mich sehr neugierig gemacht.
Leider fängt das Buch schon sehr früh an sich zu ziehen. Daher habe ich sehr oft längere Pausen eingelegt. Erst nach etwas mehr als der Hälfte des Buches ...

Der Klappentext hatte mich sehr neugierig gemacht.
Leider fängt das Buch schon sehr früh an sich zu ziehen. Daher habe ich sehr oft längere Pausen eingelegt. Erst nach etwas mehr als der Hälfte des Buches kommt dann doch noch Fahrt in die Handlung.

Ein großer Teil der Handlung beschreibt das alltägliche Leben eines Dienstmädchens ohne große Spannungen. Es passiert einfach nicht viel. Hin und wieder stößt Julia auf merkwürdige Ereignisse oder Personen, sie verfolgt das ganze aber nicht wirklich weiter. Sie stellt sich bei ihren Nachforschungen aber auch nicht wirklich geschickt an. Und trotzdem bekommt sie keine Probleme, wenn sie doch mal erwischt wird.

Die Welt in der das Buch spielt ist insgesamt zwar sehr interessant. Da es aber keinen Glossar oder nähere Erklärungen zu Beginn gibt, muss man Dinge wie die Gesellschaftsstruktur, Religionen oder ähnliches erstmal nehmen, wie sie kommen und abwarten, in wieweit sie später enträtselt werden. Da das Buch ein erster Teil einer kommenden Reihe ist, wird natürlich nicht alles vollkommen aufgeklärt. Das macht den Einstieg nicht wirklich leichter und leider wird so auch nicht wirklich Spannung aufgebaut.

Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich und werden sehr anschaulich beschrieben. Man kann sie gut unterscheiden, auch wenn jemand mal zwei Kapitel lang nicht auftritt.
Allerdings bin ich mit der Protagonistin Julia nicht wirklich warm geworden. Sie ist ein sehr gespaltener Charakter, mit vielen inneren Konflikten. Sie ist zwar recht selbstbewusst, aber ihren Problemen stellt sie sich erst sehr spät. Sie handelt naiv und teilweise geradezu unrealistisch, für jemanden der jeden Tag um sein Überleben kämpfen muss. Auch wenn sie am Ende einen Wandel durchmacht, haben mir Nebenfiguren wie z.B. Julias Bruder sehr viel besser gefallen.

Am Ende bleibt dann ein fades Gefühl zurück.
Das Buch hält inhaltlich leider nicht annähernd was ich mir vom Klappentext versprochen habe. Daher werde ich die nächsten Teile der Reihe wohl auch nicht zur Hand nehmen.