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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2018

Schockierend wahr

Auch ich sollte sterben
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Im Vorfeld möchte ich drauf hinweisen, dass es mir persönlich sehr schwer gefallen ist, bei so einer Art von Thema Sterne zu vergeben. Meine angegebenen Sterne beziehen sich lediglich auf die Art des Schreibstils. ...

Im Vorfeld möchte ich drauf hinweisen, dass es mir persönlich sehr schwer gefallen ist, bei so einer Art von Thema Sterne zu vergeben. Meine angegebenen Sterne beziehen sich lediglich auf die Art des Schreibstils. Das harte Schicksal der Delia Balmer lässt sich schwer in Worte fassen oder in Form einer Bewertung erklären.


Delia Balmer ist mitte dreißig und durchlebt eine jahrelange Beziehung zu John Sweeney, einem sadistischen Serienmörder. Manipuliert, physisch und psychisch misshandelt, erträgt sie ihr Martyrium mit einer unglaublichen Stärke. Die Protagonistin erlebt neben schlimmsten physischen Demütigungen, Vereinsamung ebenso sexuelle Gewalt und Folter. Sie berichtet fast tagebuchmäßig von ihrer Zeit mit Sweeney und ihren Empfindungen, Gefühlen und Ängsten. Anfängliche Zuneigungen und manipulative Muster erkennt Delia erst im Laufe der Beziehung und kann sich so dessen kaum bis gar nicht entziehen. Willenlos gibt sie sich ihrem Peiniger hin und erträgt ihn fast schweigend. Letztlich findet sie einen Weg aus dieser so schweren Phase ihres Lebens und lehnt sich gegen ihn auf. Angetrieben von ihrem unsäglichen Überlebenswillen und der Lust auf Leben, in Freiheit, ungezwungen und glücklich kämpft sie. Gegen ihn.

Mein Fazit: Dieses Buch ist sicherlich keine leichte Kost. Die Tatsache, dass es sich hierbei um eine autobiografische Geschichte handelt, lässt nur mehr in den Vordergrund stellen, wie berührend und aufwühlend dieses Werk ist. Ich selbst kann dieses Buch nur empfehlen. Denn gerade die Verhaltensmuster bei John Sweeney sind so fein und gut dargestellt, dass man dadurch mit Sicherheit aufmerksam machen kann auf Beziehungen, in denen ebenso Gewalt herrscht und Mut geben, sich aufzulehnen. Dieses Buch rüttelt wach, es macht achtsam auf seine eigenen Gefühle und zeigt eine Frau, die unglaublich stark ist.

Veröffentlicht am 11.09.2018

Historischer dicker Wälzer

Land im Sturm
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Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um einen historischen Epos von Ulf Schiewe, den man auch schon durch andere Bücher kennt. Er ist ein Meister des Details und lässt immer viel Raum für Moral und ...

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um einen historischen Epos von Ulf Schiewe, den man auch schon durch andere Bücher kennt. Er ist ein Meister des Details und lässt immer viel Raum für Moral und eigene Interpretationen.

Mit "Land im Sturm" hat er etwas neues gewagt, und 1000 Jahre Geschichte in fünf Abschnitten gepackt. Diese sind jeweils zu einem geschichtlichen Zeitabschnitt detailreich und atmosphärisch erzählt. Dazu bekommt man auch noch fiktive Erzählungen, die das ganze abrunden sollen. So erfahren wir beispielsweise im ersten Abschnitt um das Jahr 955 von einem jungen Schmied, der viele Höhen und tiefen seines jungen Lebens durchleidet, auf der Flucht seine große Liebe findet und sich seinen Ängsten stellen muss. Auch im zweiten Abschnitt geht es nicht minder spannender zur Sache. Und so erleben wir von 955 bis ins Jahre 1848 geschichtlich gut durchdachte und interessante Fakten, manchmal romantische episoden der Protagonisten, welche von Abschnitt zu Abschnitt wechseln, handfeste, blutige Kriege und vieles mehr. Alles in Allem erlebt man Geschichte Pur, mit Atmosphäre, Emotionen und ein paar kleine, wenn auch für mich persönlich zu kurze Geschichten Rund um die Menschen in den jeweiligen Epochen.

Im Fazit lässt sich sagen, dass alle Vertreter der historischen Bücher hier bestens aufgehoben sind, von der Seitenzahl sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen. Der Schreibstil stellt sich nach einigen Zeilen als sehr flüssig dar und auch die Charakterzeichnung ist gut gelungen. Für mich persönlich hätte es, wie schon erwähnt, deutlich mehr Plott rund um die Figuren sein können, das ist aber Geschmackssache. Für diesen dicken Wälzer vergebe ich VIER von FÜNF Sternen.

Veröffentlicht am 01.08.2018

Krimi mal anders

Die edle Kunst des Mordens
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Mit diesem so ganz anderen Krimi wird man direkt in die Geschichte um Clara Annerson und ihren Erlebnissen hineingezogen. Denn letztlich geht es um nicht viel weniger, als um eine Liebesbuchautorin, die ...

Mit diesem so ganz anderen Krimi wird man direkt in die Geschichte um Clara Annerson und ihren Erlebnissen hineingezogen. Denn letztlich geht es um nicht viel weniger, als um eine Liebesbuchautorin, die von der Liebe enttäuscht, nicht länger über sie schreiben möchte. Viel mehr hat sie sich dazu entschieden, Krimis zu schreiben. Über den perfekten Mord zu spekulieren und ganz unverhofft selbst Teil eines großen Mordkomplotts zu werden. Mitten in ihren Recherchen für ihr neues Werkt trifft sie in einem Museum auf Raffael und sein Gefolge. Angezogen von der außergewöhnlichen Zusammenkunft dieser Männer und Frauen, sucht sie das Gespräch und findet sich schon bald in einem Schloss wieder, das nur so vor Besonderheiten und Kunstgegenständen trotzt. Ein spannendes Wochenende steht ihr bevor - mit Mord.
So wird Clara schon gleich mit "echtem" Mord konfrontiert und ihre eigentliche Theorie vom perfekten Mord scheint Wirklichkeit zu werden.
Da lässt sie es sich nicht nehmen selbst die Dinge in die Hand zu nehmen - nicht ohne Unterstützung von Raffael - und geht den schrecklichen Vorfällen auf den Grund.

Hier haben wir eine ganz eigene, wundervoll spannende, lustige Art des Genres. Mit viel Witz, liebe zum Detail und Spannung schafft es Alex Wagner, ein in sich stimmiges Bild eines Krimis zu liefern, dass nachhaltig prägt. Für mich persönlich tut er nämlich genau das. Er ist atmosphärisch, Wendungsreich und spannend - und letztlich einfach anders. Von mir gibts eine ganz klare Kaufempfehlung für all jene, die Spannung lieben aber eine Prise Humor und lauschige Stimmung ebenso sehr brauchen. Fünf Sterne gebe ich diesem tollen Krimi.

Veröffentlicht am 02.07.2018

Thriller geht anders

Without You - Ohne jede Spur
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Wer hier einen Thriller erwartet wird leider enttäuscht. Obwohl das Buch vermuten lässt, dass hier grenzenlose Spannung auf den Leser wartet, tritt dies auch bis zum Ende der Geschichte nicht ein.

Wir ...

Wer hier einen Thriller erwartet wird leider enttäuscht. Obwohl das Buch vermuten lässt, dass hier grenzenlose Spannung auf den Leser wartet, tritt dies auch bis zum Ende der Geschichte nicht ein.

Wir lernen eine vierköpfige Familie kennen, die aus Mutter und Vater besteht, mit ihren zwei Mädchen Eva und Faith. Wie schon der Klappentext aussagt, gibt es einen folgenschweren Bootsunfall, bei dem die älteste Tochter Eva über Bord geht. Totgeglaubt von ihren Eltern und allen Beteiligten, werden die Eltern und ganz besonders die Mutter in eine Abwärtsspirale aus Trauer und Vorwürfe gezogen. Der Vater, der bei dem Bootsunglück zusammen mit seiner Tochter auf dem Wasser war, zehrt an seinen eigenen Schuldgefühlen. Einzig die kleine Faith ist felsenfest davon überzeugt, dass Eva noch lebt - und zwar auf der sich in Sichtweite befindenden Insel.
Getrieben von ihrem inneren Wunsch Eva wieder zu finden, schmiedet sie einen Plan. Ungeahnt dessen, dass sie mit ihrer Vermutung recht behalten mag lernen wir Billy kennen - Evas Entführer.

Was im Inhalt sehr spannend klingt, entpuppte sich beim Lesen als eher seicht und mit sehr viel Verstrickungen. Die Handlung selbst um Eva und ihre Entführung, Faith die die Hoffnung nicht aufgibt und die Mutter, die sich selbst aufzulösen scheint, bietet sehr viel Potential für einen spannenden Plot. Jedoch trifft dies nicht ein.

Es werden, neben den Hauptprotagonisten, viele weitere Personen aufgeführt, teils werden Geschichten um diese erzählt, Handlungsstränge versucht miteinander zu verbinden - mit eher mäßigem Erfolg.

Als Leser hat man fast das Gefühl, als wäre der Versuch unternommen worden möglichst viel in die Geschichte zu bringen, jedoch sorgt dies nur dafür, dass es undurchsichtig und langatmig wird. Kapitel für Kapitel verliert man immer mehr die Lust, an der Geschichte dran zu bleiben, da auch viele Fragen offen bleiben und Gedankengänge nicht zu Ende gedacht werden.

Letztlich ist dieser Thriller für mich kein Krimi mit Spannung. Es ist eher ein Roman, der jedoch sehr viel Potential verschenkt durch Irrungen und Wirrungen.

Von mir deshalb keine Kaufempfehlung und lediglich zwei Sterne.