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Veröffentlicht am 05.10.2024

Vor allem wichtig in der Geschichte erscheinen die vielen Anspielungen und Witze, die ich nicht verstanden habe und bei mir nicht knallten.

Der Metzger gräbt um
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Inhalt: Der ist ausführlich bei "Buchdetails" dargestellt. Man kann noch ergänzen, dass dort eigentlich die ganze Handlung beschrieben wird, die der Metzger im Rahmen des Romans ermittelt. Der Beginn ...



Inhalt: Der ist ausführlich bei "Buchdetails" dargestellt. Man kann noch ergänzen, dass dort eigentlich die ganze Handlung beschrieben wird, die der Metzger im Rahmen des Romans ermittelt. Der Beginn des Buches ist ein Tod, der dazu führt, dass der Metzger in die Kleingartensiedlung einziehen kann. Kaum ist er da, gibt es den nächten Tod und während ihm bereits die ersten Details suspekt vorkommen, beeilt sich die Polizei, den Tod als natürlich abzutun. Das kann der Metzger natürlich nicht akzeptieren.


Bewertung: Den Einstieg in den Roman fand ich zwar sehr gut, richtig fein. Der war für mich ungewöhnlich durch die spielerische, kreative Sprache und weil es gleich mitten hinein ging. Die erste Leiche innerhalb der ersten drei Sätze. Dabei kam der Autor zunächst ohne aufmerksamkeitsheischende Schockeffekte aus. Grusel klang nur leicht an und der Leser wurde unmittelbar in die Atmosphäre der Kleingartensiedlung aus Tratsch und Gleichgültigkeit, welche seltsamerweise nicht miteinander im Konflikt stehen, geführt. Das hat mich sehr interessiert. Ich habe aber bereits bald gemerkt, dass ich den Text nicht flüssig lesen kann. Ständig bin ich über Anspielungen und Wortspiele gestolpert, die ich nicht verstanden habe; musste öfter zweimal lesen, um zu verstehen, wo ich um die Ecke denken muss. Oft gelang mir das nicht, weil mir einfach das Wissen, das mir den Witz erschlossen hätte, fehlt. Teils geht es um österreichische Ausdrücke und Örtlichkeiten. Wobei der Autor wohl auch Begriffe wie Servitutsweg verwendet, die selbst Österreichern nicht geläufig sind. Irgendwann fand ich den Stil bemüht, gewollt, verklausuliert, verstiegen, nervig. Mit der Zeit bemerkte ich, dass in diesem Jux-Wust die Handlung litt. Mir ist von der Handlung manches entgangen, was später Fragen aufwarf. Man hat auf jeden Fall mehr von diesem Buch, wenn man sich in Wien und in der österreichischen Sprache gut auskennt. Darüber hinaus weiß ich nicht, für wen das Buch besonders geeignet oder ungeeignet ist. Ich dachte, der Umfang meines Allgemeinwissens wäre normal. Aber zum Verständnis dieses Buches hat mir sehr viel gefehlt. Wenn ich dann einen Witz verstanden habe, war der nur so lala. Da würden mir wohl die anderen Dollereien, wenn ich sie verstehen würde, vermutlich genauso nicht gefallen. Mir hat jedoch gefallen, wie die Handlung geführt wurde. Die Übergänge zwischen den Kapiteln waren gut gemacht. Man musste nicht allzu lange warten, bis ein Knalleffekt am Ende eines Kapitels wieder aufgegriffen wurde. Das Hin und Her zwischen Personen und Situationen fand ich geschickt und es hatte ein gutes Timing. Der Mörder ist recht früh bekannt. Zunächst fand ich das gut, weil ich es mag zuzusehen, wie der Mörder mit anderen, denen er noch unverdächtig ist, interagiert. Aber leider kamen solche für mich spannende Situationen nicht vor. Positiv fand ich noch, dass der Rückgriff auf frühere Bände dezent war und auf mich nicht wie Werbung wirkte. Man bekam genauso viel Info um zu verstehen, was von der Lebensgeschichte des Metzgers gerade wichtig ist. Seine Figur gefällt mir. Ich kannte ihn aus den Filmen, in denen er auf mich gewirkt hat wie ein stilles, tiefes Wasser; wie einer, der gefährlicher ist, als er wirkt; ein lieber Kerl zwar, der aber dahin geht, wo er will. Das fand ich im Roman wieder. Auch seine Ehefrau Danjela war mir sympathisch. Große Klappe, zudem klug und weiß, wann man still sein sollte, und bei aller Ruppigkeit, die sie an den Tag legt, fürsorglich. Die übrigen Figuren fand ich auch durchaus interessant, auch wenn sich alle in dem Punkt ähnlich waren, dass sie gern Wortspiele und Witze mit Worten machen. Sie sind sich also alle irgendwo ein bißchen ähnlich und man merkt, dass sie von derselben Person erfunden wurden. Im Verlauf der Handlung wurde es dann auch blutiger und brutaler. Das fand ich überflüssig und etwas abstoßend. Das Ende war dann relativ rasch da und ich fand es konventionell und arg glatt. Der Zufall und die Realität wurden für mich zu sehr beansprucht. Insgesamt haben hier Leserin und Roman nicht harmoniert. Drei Sternchen von mir.

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Veröffentlicht am 30.09.2024

Konventionell, liest sich flüssig, auch wenn die Spannung ständig durch irrelevante Details zerstört wird

SPURLOS
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Der Roman bietet durchaus ein paar Überraschungen, ist stellenweise aufregend und es passiert viel. Die Story ist komplexer, als man zunächst annimmt, und ich fand auch einige Formulierungen kreativ. Aber ...

Der Roman bietet durchaus ein paar Überraschungen, ist stellenweise aufregend und es passiert viel. Die Story ist komplexer, als man zunächst annimmt, und ich fand auch einige Formulierungen kreativ. Aber insgesamt wirkte der Roman auf mich konventionell, vor allem sprachlich. Es wurden sehr viele angegriffene Floskeln verwendet (das Küken im Nest, blankes Entsetzen usw). Die Bildersprache war sehr übertrieben (z.B. Die Erschöpfung riss an ihr wie unsichtbare Krallen aus der Hölle) und die kleinteilige Schilderungen vieler irrelevanter Details mitten hinein in die Handlung zerbröselten mir die Spannung. Bei den Figuren spürte ich zwar das Anliegen, die Lebensentwürfe überraschend und interessant zu gestalten. Allerdings gibt es dann eben doch den Prototypen des Bösen und die Hauptfigur Robin Graf ist der Prototyp einer Karrierefrau, die im Spannungsfeld zwischen Beruf und Familie steht. Ihre Rolle war mir zu überfrachtet mit ihren ganzen Belangen und Gefühlen und Entwicklungen, und zu unentschieden und unstimmig. Mir kam sie in unterschiedlichen Situationen vor wie eine ganz andere Person und mir gelang es nicht, ihre verschiedenen Anteile, so wie die geschildert wurden, zu verbinden. Die übrigen Figuren blieben daneben blaß. Die Handlung kam für mich zu langsam in Fluß. Erst in Kapitel 5 geht es los mit der eigentlichen Geschichte, wobei allerdings der Prolog und die ersten Kapitel später wichtig für die Handlung werden. Ich hätte jedoch bevorzugt, wenn diese Dinge dichter erzählt worden wären, weil vieles in dem Roman ausufert. An vielen Stellen passiert eigentlich nichts; Aktion ohne Sinn und Ziel. Ich fand die Handlung zudem öfter unplausibel. Geschickt war allerdings, die Handlung teils aus einer anderen Perspektive darzustellen. Ich mochte die Hauptfigur nicht. So war dies eine willkommene Abwechslung, wenn Robin Graf von außen betrachtet wurde, statt ihr Erleben geschildert zu bekommen. Am Ende ging alles dann recht schnell und glatt und der Epilog war für mich dann zuviel, ein unnötiges Anhängsel. Von mir 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.09.2024

Sehr einfacher Inhalt - nur für die ganz Kleinen spaßig, für die Älteren eine Enttäuschung

Ente oder Hase? Was siehst du hier?
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Inhalt: siehe "Buchdetails" - man muss ergänzen, dass die dortige Inhaltsangabe fälschlicherweise den Eindruck erweckt, das Thema des Buchs wäre Kippbilder im Allgemeinen. Richtig ist, dass es im Wesentlichen ...

Inhalt: siehe "Buchdetails" - man muss ergänzen, dass die dortige Inhaltsangabe fälschlicherweise den Eindruck erweckt, das Thema des Buchs wäre Kippbilder im Allgemeinen. Richtig ist, dass es im Wesentlichen nur um dieses eine Kippbild vom Einband geht. Dieses ist Gegenstand eines Streitgesprächs, wo sich zwei darum zanken, ob eine Ente oder ein Hase zu sehen ist. Dasselbe Bild wird im Folgenden in verschiedener Umgebung gezeigt (auf dem Rasen, am Wasser...) und die Parteien beschreiben, was sie sehen (zB. eine Ente, die trinkt/ein Hase, der seine Ohren im Wasser kühlt). Dann gibt es eine Doppelseite, die den Kopf mit den zwei verschiedenen Körpern zeigt und so erklärt, dass man sowohl Ente als auch Hase im Bild sehen kann. Und am Ende geht das Spiel von Neuem los mit einem Kippbild von einem Dinosaurier/Ameisenbär. Also enthält das Buch ganze zwei Kippbilder, mehr nicht.

Meine Bewertung: Ich fand den Inhalt sehr enttäuschen. Daher habe ich mir die Inhaltsangabe nochmals angesehen, um zu klären, ob ich selbst Schuld bin an meinen falschen Erwartungen. Schließlich ist der Titel lediglich "Ente oder Hase?" und der entspricht der "Story" vollkommen. In der Inhaltsangabe steht jedoch mehrmals was von Spaß mit "Bildern" und "optischen Täuschungen", also eindeutig Mehrzahl. Gelogen ist es zwar nicht. Zwei ist ja mehr als eins. Aber es ist eindeutig die Beschreibung, die in die Irre führt und falsche Lesererwartungen weckt, und für einen Fan von Kipp-/Vexierbildern wie mich sind diese zwei enttäuschend wenig an Kippbildern. Ich schätze, dass recht kleine Kinder (2-3 Jahre) durchaus ihr Vernügen haben. Aber darüber ist man rasch fertig mit diesem Buch und wie man das auf dem Einband als "das witzigste Kinderbuch, das es je zum Thema Optische Täuschungen gab" (New York Times) bezeichnen kann, ist mir ein großes Rätsel. Ich bewerte das Buch mit 2 Sternen.

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Ansprechende Illustrationen, geschmeidige Texte

Bis zu den Sternen und wieder zurück ... - Liebeserklärung einer Drachenmama
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Mir hat das Gedicht, welches dieses Buch beinhaltet, sehr gefallen. Es war sprachlich pefekt für mich. Zwar waren die Sätze nur kurz. Das fördert aber die Verständlichkeit, was bei einem Buch für die ganz ...

Mir hat das Gedicht, welches dieses Buch beinhaltet, sehr gefallen. Es war sprachlich pefekt für mich. Zwar waren die Sätze nur kurz. Das fördert aber die Verständlichkeit, was bei einem Buch für die ganz Kleinen sicher gut ist. Und die Reime fand ich sehr gelungen, sehr glatt und harmonisch. Inhaltlich mochte ich den Text ebenso. Zunächst hatte ich ein bißchen Bammel, dass es bei der Reise zu den Sternen in Richtung Abschied für immer und Sterben gehen würde. Aber dass es um eine echte Reise ging, um einen Abschied und ein Wiedersehen in der Familie, hat mir sehr gefallen. Ein schönes, wichtiges Thema, das sicher einige Kinder betrifft. Beim Lesen hatte ich tatsächlich überlegt, ob die Autorin wirklich Astronautin sein könnte. Und am Ende des Buchs findet es sich: Ja! Und sie hat das Buch sogar aus dem All vorgelesen. Das war eine Überraschung, sehr verblüffend, etwas ganz Besonderes, auch wenn es die Qualität des Buchs nicht beeinflusst. Diese fand ich allerdings zusammengefasst sehr gut. Lediglich etwas gestört hat mich, dass die Bilder zu schnell zu erfassen sind. Die Machart fand ich zwar ansprechend. Die kommt mir vor wie eine Mischung aus liebevoll gestalteten Knetfiguren und Gouache-Hintergrund. Dadurch wirken die Illustrationen sehr plastisch und ich habe bei den fröhlichen, pastelligen Farben, die wie Kaugummi sind, so ein bißchen Kindheitsgefühl von Kaugummifröhlichkeit bekommen. Durch das große Format (ca. 25x30cm) wirkt das Buch etwas leer. Wie gesagt, die Illustrationen hat man schnell erfasst und ich fand es schade, dass man den vielen Platz nicht ausgenutzt hat, um ein paar Details mehr unterzubringen, zumal auf manchen Seiten auch nur wenig Text, manchmal nur 2-4 Zeilen, stehen. Da fragt man sich eben: Was soll ich auf der Seite finden? Möglicherweise geht es einem Kind anders damit; Kinder sind ja viel mehr begeisterungsfähig als Erwachsene. Insgesamt bewerte ich dieses Buch mit 4 Sternen.

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Eine abwechslungsreiche Auswahl von 22 Sagen, geschmückt von ausdrucksstarken Bildern

Die Schwarze Greet und ein goldener Fisch
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Inhalt (Klappentext): "Ingrid Annel entführt auf eine magische Reise durch die Sagenwelt Schlesig-Holsteins. Geschichten von Riesen, Meermännern, Windhexen, Zauberwurzeln und Zwergen laden zum Staunen ...

Inhalt (Klappentext): "Ingrid Annel entführt auf eine magische Reise durch die Sagenwelt Schlesig-Holsteins. Geschichten von Riesen, Meermännern, Windhexen, Zauberwurzeln und Zwergen laden zum Staunen ein. Versunkene Städte und unterirdische Reiche warten darauf, neu entdeckt zu werden. Illustriert wurden die Geschichten von Katrin Kadelke, die mit viel Liebe und ihrem frischen, karikativen Stil den Figuren Leben und Witz einhaucht. Ein fantastischer Band für Jung und Alt, der die Sagen vergangener Zeit wiederaufleben lässt."

Meine Meinung: Die Auswahl der Sagen ist nach meinem Empfinden angenehm breit angelegt - neben den oben genannten magischen Wesen von Meer und Land, von Oben und von unter der Erde, geht es um den Teufel und den lieben Gott, um Edelleute, um bekannte Figuren wie Till Eulenspiegel und um ganz normale Menschen, von denen vorher noch keiner gehört hat. Dadurch ist das Buch sehr abwechslungsreich. Mir kamen manche Geschichten vertraut vor. Wenn man sich für solche Texte interessiert, bemerkt man, dass sich die Motive wiederholen. Bestimmt musste der Teufel überall auf der Welt Seelen einfangen und wurde dabei überlistet. Und jedes Land wird seine eigene Version vom Zwergenvolk, von Hexen und Wassergeistern erzählen. Trotzdem wirkten die Geschichten neu und frisch auf mich und ich las sie mit Interesse. Ich mochte nicht so sehr das Harte vom Leben in der Zeit, als diese Sagen entstanden sind. Da machte man kurzen Prozess und dass jemand zu Schaden kam, das musste man einrechnen. Dies wirkte etwas düster. Es gibt jedoch ein paar Geschichten, in denen sich etwas zum Guten wendet, und die durch und durch positiv gefärbt sind. Davon hätte es für meinen Geschmack ein kleines bißchen mehr sein dürfen. Sprachlich haben mir die Texte auch gefallen. Sie waren weder auf altertümlich gequält, noch zu modern für diese althergebrachten Texte und gestattete ein flüssiges Lesen. Die Illustrationen ergänzen die Texte ausgesprochen schmückend. Sie haben eine harmonische Farbpalette, sind dynamisch, ausdrucksstark und lebhaft, ohne aufgeregt zu sein und trotz aller Vereinfachungen und Überzeichnungen, wie man sie bei Karikaturen finden, haben sie liebevolle Details und fangen die Geschichten, die sie illustrieren, aussagekräftig ein. Zusammengefasst bewerte ich das Buch mit 4 Sternen.

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