Profilbild von Kathrineverdeen

Kathrineverdeen

Lesejury Star
offline

Kathrineverdeen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kathrineverdeen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2026

Das Lexikon gruseliger Tiere

Das Lexikon gruseliger Tiere
0

In der Tierwelt ist meist sehr offensichtlich, welche Kreaturen am gefährlichsten sind – gerade die großen Tiere mit scharfen Zähnen und langen Krallen sind sehr verdächtig. Und manchen eilt ihr schlechter ...

In der Tierwelt ist meist sehr offensichtlich, welche Kreaturen am gefährlichsten sind – gerade die großen Tiere mit scharfen Zähnen und langen Krallen sind sehr verdächtig. Und manchen eilt ihr schlechter Ruf bereits voraus. Aber werden sie diesem Ruf auch gerecht? In dem Sachbuch für Kinder „Das Lexikon gruseliger Tiere“ lernen die Leser:innen die echten Teufel, Riesen und Monster auf humorvolle Weise kennen.
Das Lexikon gruseliger Tiere

Es ist erstaunlich, wie wunderbar vielseitig die Natur und die Tierwelt ist. Dies wird bereits auf den ersten Seiten dieses Sachbuchs deutlich. Denn auf jeder Seite bzw. Doppelseite werden verschiedene Tiere aus den Kategorien Blutsauger, Drachen und Monster vorgestellt. Jedoch werden sie so vorgestellt, dass auch kleinere Leser:innen keine Angst bekommen: Alle Tiere werden als Illustration mit reichlich Witz im Mittelpunkt abgebildet. Um sie herum kennzeichnen Feile ihre besonderen und manchmal gefährlichen Merkmale. Unter der Abbildung findet man einen umfassenden Fließtext, welcher zusätzlich interessantes Sachwissen auf kindgerechte Weise vermittelt.

Mein Sohn liebt Sachbücher und die Natur. „Das Lexikon gruseliger Tiere“ von Philip Bunting ist also ein sehr passendes Buch, welches seine beiden Vorlieben in Buchform vereint. Insbesondere die Tiernamen haben es ihm angetan. Diese werden als Überschrift genutzt, die die Kreatur ankündigen. Darunter befindet sich die entsprechende Bezeichnung auf Latein, welche durchgestrichen und durch eine sehr amüsante Variante ersetzt wurde.

Obgleich ich der Zielgruppe längst entwachsen bin, hatte ich ebenfalls viel Spaß bei der Lektüre. Das Einzige, was ich mir für dieses Buch noch gewünscht hätte, wäre ein roter Faden bzw. eine Struktur, nach der die gruseligen Tiere abgehandelten werden. Jedoch ist dies Jammern auf hohem Niveau.

„Das Lexikon gruseliger Tiere“ von Philip Bunting ist ein humorvolles Kinderbuch, welches reichlich (gruseliges) Sachwissen an Kinder ab 4 Jahren vermittelt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.01.2026

Das geheime Band der Liebe

Das geheime Band der Liebe
0

Nach der Trennung von meinem Partner durfte ich viele tiefgründige Gespräche über die Verbundenheit zu anderen Menschen, mit meinem Nachwuchs führen. Wenn wir uns für eine kurze Zeit trennen müssen, stellt ...

Nach der Trennung von meinem Partner durfte ich viele tiefgründige Gespräche über die Verbundenheit zu anderen Menschen, mit meinem Nachwuchs führen. Wenn wir uns für eine kurze Zeit trennen müssen, stellt er mir oft die Frage, ob ich ihn genauso vermissen werde, wie er mich. Und jedes Mal versuche ich ihm zu vermitteln, dass wir so intensiv und immer miteinander verbunden sind, auch wenn wir uns nicht sehen. Ein wunderbares Bilderbuch, welches genau dieses Thema aufgreift, ist „Das geheime Band der Liebe“ von Míriam Tirado und Marta Moreno.

Das geheime Band der Liebe

Eine wunderbare Vorstellung – von unserem Bauchnabel gehen unsichtbare Bänder aus, die zu von uns geliebten Menschen und Tieren führen. So ist man immer mit ihnen verbunden. Egal, wie weit sie gerade entfernt sind. Dieses Band existiert bereits vor der Geburt und besteht sogar über den Tod hinaus. In dieses Geheimnis weiht Mias Mutter sie eines Abends ein, als sich nach der Funktion ihres Bauchnabels fragt. Nach der Geburt ist dieser ja eher nutzlos. Wie falsch sie doch mit dieser Annahme lag. Gut, dass ihre Mutter sie eingeweiht hat. So braucht sie keine Angst mehr zu haben, sich von einem geliebten Menschen zu trennen.

„Das geheime Band der Liebe“ wird für Leser: innen ab 4 Jahren empfohlen. Doch auch mein Herz hat dieses Bilderbuch im Sturm erobert. Nicht nur wegen des tröstlichen und berührenden Themas. Vielmehr ist es das Gesamtpaket, was mich überzeugt hat: Starke und sehr liebenswerte Charaktere, die emotionale Reife besitzen und über Gefühle kommunizieren können. So, dass es sie mit ihren Worten nicht nur Trost, sondern auch Zuversicht und Geborgenheit spenden.

Doch nicht nur die Handlung hat große Symbolkraft. Auch die wunderbaren Illustrationen von Marta Moreno zogen mich restlos in ihren Bann. Diese sind nicht zu überladen und die Farben harmonieren auf vortreffliche Weise. Überaus gelungen fand ich, dass das sonst geheime Band der Liebe, sich über viele Seiten des Buches in Grün erstreckt und so viele wichtige Details zusammenführt.

Für das Bilderbuch „Das geheime Band der Liebe“ von Míriam Tirado und Marta Moreno gibt es eine klare Leseempfehlung von mir. Und wem das Lesen nur schwerfällt, der kann sich auf die kostenlose Gratis-Hörversion freuen. Diese ist im Buch enthalten.



https://kathrineverdeen.de/rezension-das-geheime-band-der-liebe-von-miriam-tirado-und-marta-moreno/

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.12.2025

Jakob und Jelena

Jakob und Jelena
0

In diesem Jahr war es so weit: Mein Sohn ist auf eine weiterführende Schule gekommen und sein bisheriger Alltag hat sich sehr verändert. Vorher wurde er bis zur Schule in einem beschaulichen Dorf gefahren, ...

In diesem Jahr war es so weit: Mein Sohn ist auf eine weiterführende Schule gekommen und sein bisheriger Alltag hat sich sehr verändert. Vorher wurde er bis zur Schule in einem beschaulichen Dorf gefahren, jetzt fährt er mit dem Bus in seine neue, die mitten im Zentrum einer größeren Stadt liegt. Und dies ist nur eine von zahlreichen Veränderungen, die seit dem Sommer auf ihn eingeprasselt sind. Daher konnte ich Jelena, die literarische Hauptfigur „Jakob und Jelena“, während meiner Lektüre bestens verstehen. Autorin Tamara Bach hat sich für ihr Kinderbuch das Thema Schulwechsel und die damit verbundenen Schwierigkeiten ausgesucht.

Jakob und Jelena

Für Jelena ist der Schulwechsel eine große Herausforderung. Ihre beste Freundin Lotte, die sie schon seit dem Kindergarten begleitet, geht jetzt auf eine andere Schule. Und in ihrer neuen Klasse fühlt sie sich mutterseelenallein. Insbesondere, weil es dort ein Mädchen gibt, die sie mit unliebsamen Spitznamen hänselt. Und als wäre dies nicht schon genug, muss sie nun auch noch mit Jakob für Deutsch ein Referat halten. Beide sollen darüber berichten, was sie gemeinsam haben. Dabei kennen sie sich ja nicht einmal! Jedoch soll es genau darum gehen. Sie sollen sich in der Klasse besser kennenlernen. Und dies kann man nur, wenn man Zeit miteinander verbringt.

Neue Schule – neue Freunde?

Das Sich-Kennenlernen sollte doch gar nicht so schwer sein, oder? Doch was ist, wenn man es mit zwei Jugendlichen zu tun hat, die gerade sehr große Veränderungen erleben und per se schon das eine oder andere Päckchen zu tragen haben? Denn so ist es bei beiden Charakteren und sie kämpfen mit alten oder mit neuen Hindernissen. Und wir Leser:innen dürfen sie ein Stück weit auf ihrem Weg begleiten.

Abwechselnd führen Jakob und Jelena durch die Handlung und berichten sehr eindringlich aus ihren Perspektiven über ihren neuen Schulalltag und den Beginn einer Freundschaft. Dabei erfahren wir Leser:innen auch viele private Details aus ihrem Leben und man kommt nicht umhin die eine oder andere Frage zu bestimmten Hintergründen im Kopf zu formulieren. Die Autorin Tamara Bach hat sich jedoch dazu entschieden, nicht allzu sehr in die Tiefe zu gehen. Vieles bleibt vage. Hinzukommt, dass die Kapitel recht kurzgehalten sind und die Perspektivwechsel kurz aufeinander folgen. Dies brachte mich immer wieder etwas Unruhe in die Handlung.

Eine Frage stelle ich mir nach der Lektüre von „Jakob und Jelena“ jedoch: Ist dies wirklich ein Buch für Kinder bzw. Jugendliche? Fest steht, dass es ein sehr feinfühliges Buch mit einer unaufgeregten Handlung ist und vielleicht wäre es eine Stütze für jüngere Leser:innen, die ähnliche Themen bewegen.

https://kathrineverdeen.de/rezension-jakob-und-jelena-von-tamara-bach/

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2025

Der Club der kalten Hände

Der Club der kalten Hände
0

Wie verpackt man so bedeutsame Themen wie Sterben und Tod für Kinder, ohne sie dabei zu traumatisieren? Und auch ich als Mutter erwische mich häufig dabei, dass ich meinen Sohn buchstäblich in Watte packe ...

Wie verpackt man so bedeutsame Themen wie Sterben und Tod für Kinder, ohne sie dabei zu traumatisieren? Und auch ich als Mutter erwische mich häufig dabei, dass ich meinen Sohn buchstäblich in Watte packe – bestimmte Themen möchte ich von ihm fernhalten, um ihn nicht damit zu belasten. Doch wenn ich es bedenke, sollte es kein Tabu sein, mit Kindern über den Tod zu sprechen. Denn oft werden sie in ihrer Wahrnehmung von uns Erwachsenen unterschätzt und gehen viel offener mit schwierigen Themen um. Womöglich hat sich die Autorin von „Der Club der kalten Hände“ deshalb dem Thema Sterben in ihrem Kinderbuch gewidmet. Denn als Bestatterin bekommt Christine Pernlochner-Kügler sicher häufig Fragen über Abschied und Trauer gestellt.
Der Club der kalten Hände

Kinder im Vagen zu lassen ist keine gute Idee – so werden sie nur neugieriger und erkunden Themen auf eigene Faust. Ebenso ist es auch bei Lizzy, der literarischen Hauptfigur aus „Der Club der kalten Hände“. Ihre Eltern erzählen ihr, dass sie ein Transportunternehmen haben – angeblich. Das merkwürdige ist jedoch, dass sie lediglich größere und kleine Kisten in eleganten Autos transportieren. Dabei sind ihre Eltern immer sehr hübsch gekleidet und manchmal kommen weinende Menschen aus ihrem Büro. Wahrlich merkwürdig… Als Chefin einer Bande, die Geheimnisse lüftet, fühlt sich Lizzy herausgefordert die Wahrheit über das “Transportunternehmen“ herauszufinden.

Wir Leser:innen begleiten Lizzy und ihre Bandenmitglieder, die im Laufe der Geschichte immer mehr werden, durch das Unternehmen ihrer Eltern. Nach und nach erkennen sie (und wir), was sich wirklich dahinter verbirgt und erleben so, wie viele Fragen über den Tod und was danach kommt, beantwortet werden. Und dies geschieht auf sehr lebendige und kindgerechte Weise, denn seien wir mal ehrlich – Kinder stellen ihre Fragen ganz klar und ohne sie groß auszuschmücken.

Eine schöne Erkenntnis aus dieser Geschichte, ist, dass Menschen – unabhängig von Herkunft und Kultur – in ihrer Trauer zusammenfinden. So erweitert sich auch der Kreis des Clubs – trauernde Kinder werden zu Mitgliedern und besprechen ihre Ängste bzw. ihren Kummer. Die wunderbaren Illustrationen von Valerie Tiefenbacher , die jede Seite zieren, sind ein weiteres Plus.
Darf man Verstorbene berühren?

Für diejenigen, deren aufkommende Fragen nach der Geschichte nicht geklärt werden, gibt es anschließend einen ausführlichen Teil, der den Inhalt des Bandenbuchs widergibt. Dieses enthält nützliche Hinweise, wie man ein Bandenalltag gestalten kann. Des Weiteren erzählen Lizzy und ihre Bandenmitglieder über die Ergebnisse ihrer Recherchen über die Themen Sterben, Beerdigung und Tod.

Ich finde, dass Kinderbücher wie „Der Club der kalten Hände“ von Christine Pernlochner-Kügler und Valerie Tiefenbacher sehr bereichernd sind. Denn seien wir mal ehrlich: Die Ängste vor dem Sterben und dem Tod werden eher von uns Eltern geschürt. Daher ist dieses Buch eine einfühlsame und große Unterstützung, wenn darum geht Themen wie diese mit Kindern zu besprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.11.2025

Fabula Rasa

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
0

Wenn ich den Namen Vea Kaiser auf einem Buchdeckel lese, dann verspüre ich den sofortigen Drang dieses Buch zu lesen. Denn die Autorin steht für mich für humorvolle und skurrile Handlungen, die mich fesseln ...

Wenn ich den Namen Vea Kaiser auf einem Buchdeckel lese, dann verspüre ich den sofortigen Drang dieses Buch zu lesen. Denn die Autorin steht für mich für humorvolle und skurrile Handlungen, die mich fesseln und restlos begeistern. Aus diesem Grund war es auch gesetzt, dass ich ihr neues Buch „Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“ lesen muss. In freudiger Erwartung vieler amüsanter Lesestunden wurde ich beim Lesen der ersten Kapitel doch rasch eines Besseren belehrt. Denn was ich bekam, war etwas ganz anderes: Dieses Buch fühlte sich für mich an, als würde mich eine unbekannte Person ungefragt mir ihrer ausschweifenden Lebensgeschichte überhäufen.
Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels

Vea Kaiser nimmt uns in ihrem neuen Werk mit auf eine Zeitreise in die Achtziger Jahre in das prachtvolle Wien. Hier treffen wir auf Angelika Moser, die in einem Gemeindebau als Tochter der Hausbesorgerin aufgewachsen ist. Tagsüber begleiten wir die Buchhalterin in das Grand Hotel Frohner, wo sie sich auf zweifelhafte Zahlenspiele einlässt, um ihren Chef und ihren Arbeitsplatz zu retten. Und nachts ziehen wir mir Angelika durch zwielichtige Clubs und feiern ausschweifend mit ihr. Und dies nicht ohne Nebenwirkungen – Angelika ist kurzerhand mit einem Kind auf sich allein gestellt und bekommt nun die Härte des Lebens am eigenen Leib präsentiert. Doch Angelika Moser hat bereits ganz andere Schwierigkeiten in ihrem Leben gemeistert und ist eine absolute Koryphäe auf dem Gebiet der Finanzen. Sie nimmt die neuen Herausforderungen an und beginnt Rechnungen zu manipulieren, um das von ihr benötigte Geld auf ihr Konto zu transferieren. Und so vergehen viele Jahre, nein sogar Jahrzehnte, bis Angelika vor dem Resultat ihrer Taten steht.
Die Härte des Lebens und das Resultat vieler Vergehen

Diese Zusammenfassung der Handlung klingt doch erst einmal gar nicht so schlecht. Grundsätzlich wäre sie das auch nicht, wenn die Autorin sich in ihren Beschreibungen über Angelikas Leben etwas zurückgehalten und auf das Wesentliche beschränkt hätte. Denn genau dieser Aspekt erschien mir endlos beim Lesen. So als würde ich jede noch so kleine (und uninteressante) Episode ihres Daseins miterleben und alle Personen, die Angelika umgeben, kennenlernen. Letzten Endes waren es ausschmückenden Beschreibungen, die zu nichts geführt haben. Die eigentliche Tat also der Betrug am Hotel und die Folgen ließen über zahlreiche Kapitel und Seiten auf sich warten.

Hinzukommt, dass ich Angelikas Person und ihre Taten zu keiner Zeit nachvollziehen konnte. Sie versucht verzweifelt jemand besseren, wohlhabenderen darzustellen. Und wir reden hier nicht von einer fiktiven Person, die sich die Autorin Vea Kaiser für diesen Roman ausgedacht hat. Angelika Moser existiert wahrhaftig. Nur unter einem anderen Namen und ihre damalige Arbeitsstädte war das Sachers in Wien. Vea Kaiser tat gut daran die Gespräche im Gefängnis mit der wahrhaftigen Angelika Moser mit in das Geschehen des Buches einzuarbeiten. Diese Episoden boten für mich eine dankbare Abwechslung von der sonst doch recht zähen Handlung.

Die letzten Kapitel von „Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“ brachten für mich die versöhnende Spannung um das in der Zusammenfassung angekündigte Vergehen und die daraus resultierenden Folgen. Hier hätte ich mir die ausführlichen Berichte gewünscht, denn das eine oder andere Ereignis kam doch sehr überraschend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere