Für mich ein richtig starker Thriller mit Sogwirkung!
The Woman in Suite 11Zum Cover:
Für mich strahlt das Cover eine große Geheimnisvolligkeit aus. Es verrät kaum etwas und macht dadurch umso neugieriger. Wer ist diese Frau? Was ist in Suite 11 passiert? Und warum scheint alles ...
Zum Cover:
Für mich strahlt das Cover eine große Geheimnisvolligkeit aus. Es verrät kaum etwas und macht dadurch umso neugieriger. Wer ist diese Frau? Was ist in Suite 11 passiert? Und warum scheint alles so still und verlassen? Die klare, reduzierte Gestaltung unterstreicht die Spannung und lässt viel Raum für eigene Gedanken – ein Cover, das nicht laut sein muss, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Insgesamt ein sehr stimmiges, atmosphärisches Cover, das perfekt zum Genre passt und mich direkt dazu gebracht hat, das Buch in die Hand nehmen zu wollen. Genau diese leise, unheilvolle Neugier ist es, die mich sofort gepackt hat.
Meine Meinung:
Ohne große Erwartungen bin ich in diesen Thriller gestartet – vor allem, weil mir vorher gar nicht bewusst war, dass es sich um den zweiten Band handelt. Das hat dem Leseerlebnis aber überhaupt keinen Abbruch getan. Ruth Ware gelingt es sehr gut, wichtige Einblicke aus dem ersten Teil einzubauen, ohne dass man das Gefühl hat, etwas Entscheidendes verpasst zu haben. Im Gegenteil: Meine Neugier auf Band 1 ist dadurch sogar deutlich gewachsen.
Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Ich lernte schnell die Gegebenheiten sowie die Hauptprotagonistin Lo Blacklock kennen und bekam nach und nach ein gefestigtes Bild von ihr. Besonders ihre düstere Vergangenheit, die sie noch nicht vollständig verarbeitet hat, verleiht der Geschichte Tiefe. Gleichzeitig zeigt Ruth Ware eine sehr warme, fast schon beruhigende Seite von Lo: Ihr enges Verhältnis zu ihrem Mann und den Kindern ist liebevoll beschrieben und gibt ihr den Halt, den sie dringend braucht.
Im ersten Drittel passiert noch nicht allzu viel, doch das empfand ich nicht als störend. Vielmehr baut sich die Handlung gemächlich, aber interessant auf. Erste Fragen tauchen auf, die mich neugierig gemacht und an die Geschichte gebunden haben.
Ich habe das Buch parallel gelesen und gehört – und gerade das Hörbuch hat mich zeitweise richtig begeistert. Die Sprecherin hauchte den Figuren so viel Leben ein und kitzelte die Spannung wunderbar heraus. Der Schreibstil selbst ist flüssig und lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Zwar gab es im ersten Drittel ein paar kleine holprige Stellen, doch das kenne ich bereits aus einem anderen Buch der Autorin und es hat mich nicht weiter gestört.
Ab etwa der Hälfte des Buches zog die Spannungskurve extrem an. Mein Kopf war voller Theorien, ich habe mitgefiebert und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen – Hochspannung pur.
Lo Blacklock empfand ich in manchen Situationen als etwas naiv, und sie setzt für ihr Handeln unglaublich viel aufs Spiel. Gleichzeitig habe ich sie genau dafür ein wenig bewundert. Ich selbst wäre vermutlich nicht so mutig gewesen, Cassie zu helfen und dies auch noch meinem Partner zu verschweigen.
Cassie war für mich eine besonders spannende Figur. Trotz allem, was sie durchgemacht hat, konnte ich ihr nicht vollständig glauben – aber ich konnte ihr Handeln auch nicht verurteilen. Ihre Figur ist facettenreich, ihre Entwicklung sehr gelungen. Auch wenn sie in der Geschichte eher den „bösen“ Part einnimmt, habe ich sie als extrem starken Charakter wahrgenommen, den ich überraschend gern mochte. Ich habe ohnehin oft ein kleines Herz für vermeintliche Bösewichte – wobei ich Cassie hier gar nicht eindeutig so nennen möchte.
Fazit:
Die Wendungen zum Ende hin hatten es in sich. Mein Kopf war ein einziger Gedankenknoten, und das Herzklopfen blieb bis zur letzten Seite. Ein intensives, spannendes Leseerlebnis, das mich vollkommen abgeholt hat.
Für mich ein richtig starker Thriller mit Sogwirkung!