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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2020

Farben der Schönheit -Trilogie Teil 1

Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung
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Das es sich hier mal wieder um eine Trilogie handelt, hatte mich zuerst abgeschreckt. Auch das Make-Up im Fokus der Geschichte zu stehen schien, war für mich nicht unbedingt ein Argument. ABER: Ich kenne ...

Das es sich hier mal wieder um eine Trilogie handelt, hatte mich zuerst abgeschreckt. Auch das Make-Up im Fokus der Geschichte zu stehen schien, war für mich nicht unbedingt ein Argument. ABER: Ich kenne Bücher von Corina Bomann und ich weiß um ihren einnehmenden, fesselnden Schreibstil. Ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil!

Berlin 1926: Sophia Krohn ist Studentin der Chemie als sie sich in ihren Dozenten Georg verliebt. Eigentlich ist es ihr Plan die Drogerie des Vaters zu übernehmen und dort eigene Kosmetik zu verkaufen. Aber als Sophia schwanger wird lässt Georg sie sitzen und der Vater wirft sie aus dem Haus.
Sophia kommt bei ihrer Freundin Henny unter. Als diese jedoch in Paris ein Engagement als Tänzerin erhält begleitet sie ihre Freundin dorthin.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten lebt Sophia sich ein und findet sogar einen Job bei der berühmten Helena Rubinstein. Mit ihr zusammen reist sie nach New York!

Ich bin mal wieder begeistert wie scheinbar mühelos es der Autorin gelingt ihre Leser(innen) in ihre Geschichte hineinzuziehen!
Man ist sofort an der Seite von Sophia - auch wenn sie zu Beginn ein wenig naiv agiert. Aber ihr Mut und ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft (Der Titel passt wirklich hervorragend) lassen sie immer selbstsicherer werden.
Ich mochte aber auch Henny sehr. Ihre lebensbejaende Art ist mehr als erfrischend.
Das Thema Kosmetik ist zwar ein Hintergrund der Geschichte, steht aber nicht zu sehr im Mittelpunkt. Die Einflechtungen rund um Helena Rubinstein und ihren "Puderkrieg" mit Elizabeth Arden fand ich allerdings extrem gelungen und sehr interessant.

Am Ende dieses ersten Trilogie-Bandes reist Sophia von New York zurück nach Paris. Ich bin sehr gespannt wie es dort weitergehen wird.

Achtung jetzt folgt ein sehr großer Spoiler:

Als Sophia ihr totes Kind nach der Geburt nicht zu sehen bekam, da hatte ich den Verdacht, es könnte vielleicht überlebt haben.
Wer hätte ein Interesse gehabt ihr das Baby wegzunehmen?

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2020

Norderney - Krimi

Die Tote in der Sommerfrische
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In diesem historischen Kriminalroman sind es weder die Polizei, noch Detektive, die sich um die Aufklärung der Todesumstände eines jungen Dienstmädchen bemühen.
Mit der selbstbewussten aus reichem Hause ...

In diesem historischen Kriminalroman sind es weder die Polizei, noch Detektive, die sich um die Aufklärung der Todesumstände eines jungen Dienstmädchen bemühen.
Mit der selbstbewussten aus reichem Hause stammenden Viktoria und Christian, ein aus dem Arbitermilieu kommenden Journalisten, sind es zwei junge Menschen, die sich, trotz Standesunterschied, nicht davon abbringen lassen gemeinsam nach Hinweisen über den Tathergang zu suchen. Und dabei kommen einige überraschende und unerwartete Wahrheiten ans Tageslicht.

Schon das nostalgisch anmutende Cover versetzt die Leser(innen) durch Raum und Zeit.
Die Autorin Elsa Dix schafft es außerdem sofort mit ihrem fesselnden Schreibstil eine sehr atmosphärische Stimmung des Jahres 1912 zu schaffen.
Die Protagonisten werden sehr realistisch dargestellt - nicht nur historisch gesehen.
Die beiden Hauptpersonen Viktoria Berg und Christian Hinrichs, aus deren Sicht abwechselnd beschrieben wird, haben einen Hintergrund, durch den sie einem beim lesen noch näher kommen.
Die Krimielemente der Geschichte, um die es im wesentlichen geht, sind perfekt in den historischen Zeitrahmen eingefügt. Heute, mehr als 100 Jahre später, erschreckend, wie wenig Recht und Gerechtigkeit damals oft zusammen passten!

Auch wenn es nur eine begrenzte Anzahl von Protagonisten in der Geschichte gibt, so hat man beim miträtseln doch relativ lange eine größere Anzahl an "Verdächtigen". Denn es gibt genügend undurchsichtige, zwielichtige und/oder unsympathische Figuren beiderlei Geschlechtes!
Die verschiedenen Verknüpfungen lösen sich erst recht spät, dann aber durchweg logisch auf.

Das Ende lässt mich auf ein Wiedersehen mit Viktoria und Christian hoffen....

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2020

Teil 3 der Elbstrand-Saga

Sturm über der Villa am Elbstrand
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Die Villa am Elbstrand hat mitsamt ihren Bewohnern vieles erlebt.
In diesem dritten und abschließenden Band der Trilogie liegt der historische Hintergrund im Erstehen der jungen deutschen Republik und ...

Die Villa am Elbstrand hat mitsamt ihren Bewohnern vieles erlebt.
In diesem dritten und abschließenden Band der Trilogie liegt der historische Hintergrund im Erstehen der jungen deutschen Republik und der Teilung Deutschlands - aber auch der Angst vor einem neuen Krieg, ausgelöst durch die Kuba-Krise.
In Mittelpunkt natürlich wieder die Familien Nieland und Timmlein.
Anna und Sophie, die jungen Freundinnen aus dem ersten Teil der Reihe, sind beide mittlerweile Mutter und Großmutter geworden.
Und so spielen immer mehr ihre Töchter und Enkel die Hauptrollen in dieser in Hamburg angesiedelten Familien-Saga.

Ich denke man kann das Buch alleine lesen, da die nötigen Informationen aus Teil 1 und 2 sehr gut wie nebenbei vermittelt werden ohne die Leser(innen) mit Vorkenntnissen zu langweilen!
Ein Personenregister zum Verständnis über die familiären Verbindungen ist zum Glück dabei, denn es gibt mittlerweile sehr viele Protagonisten in dieser spannenden Geschichte.

Die historischen Begebenheiten sind sehr gut in die Handlung eingebettet und ganz offensichtlich akribisch recherchiert! Auch real existierende Personen fließen immer wieder perfekt ein.
So haben der Handlungsstrang rund um das Jahrhundert-Hochwasser in Hamburg und die Aktivitäten von Polizeisenator und späteren Bundeskanzler Helmut Schmidt fast Dokumentationscharakter.
Interessant fand ich auch den Augstein-Strauß - Konflikt.
An manchen Stellen kamen mir die privaten Aspekte fast ein wenig zu kurz....

Der Schreibstil ist flüssig, die Charaktere haben sich parallel zur Historie weiterentwickelt.
Von einigen "vertrauten" Personen muss man sich verabschieden, andere kommen dazu und bereichern die Handlung mit neuen Impulsen.
Ich denke jede(r) Leser(in) wird seine eigenen Lieblinge finden!
Der Abschluss ist versöhnlich - Ich habe also die Villa an der Elbchaussee verlassen und das Buch mit einem Lächeln beendet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2020

Teil 2 der Hebammen - Saga

Jahre der Veränderung
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Es handelt sich bei "Jahre der Veränderung" um den zweiten Teil der Hebammen-Saga von Linda Winterberg. 
War im ersten Teil der Titel "Aufbruch in ein neues Leben" absolut zutreffend, so finde ich ihn ...

Es handelt sich bei "Jahre der Veränderung" um den zweiten Teil der Hebammen-Saga von Linda Winterberg. 
War im ersten Teil der Titel "Aufbruch in ein neues Leben" absolut zutreffend, so finde ich ihn hier nicht so passend.
Band 1 startete 1919 als die recht unterschiedlichen jungen Frauen Margot, Luise und Edith ihre Ausbildung zur Hebamme beginnen. Band 2 beginnt 1929, also 10 Jahren später.
Die drei Freundinnen haben mittlerweile ihre Ausbildung beendet und arbeiten nicht nur gemeinsam im Krankenhaus. Auch wohnen sie zusammen in einer kleiner Wohnung.
Das ist aber die einzige größere Veränderung. Wie in Band 1 nimmt man Teil am Leben in Berlin in der Zeit nach dem großen Krieg. Der Alltag im Beruf und die wachsende Unzufriedenheit der Menschen bestimmen das Leben der Frauen. Die Beschreibungen sind in dem Zusammenhang von der Autorin wieder hervorragend gelungen! Der historische Rahmen wird authentisch vermittelt.
Natürlich spielt auch wieder die eine oder andere Liebesgeschichte eine Rolle, auch alte und neue Freunde sind ein ebenso wichtiger Bestandteil der Handlung.
Da schon bekannt ist, es wird (mindestens) noch Teil 3 geben, strebt die Geschichte keinem Finale oder Höhepunkt entgegen. Es ist vielmehr eine Erzählung in gleichbleibendem Erzähltempo, trotz verschiedener Hoch/Tief-Momente. Das ist keine Kritik, ich empfand mich so als Teil einer noch immer andauernden Geschichte.
Jetzt freue ich mich auf den 3. Band, denn ich möchte sehr gern wissen wie es mit den Freundinnen in der herannahenden dunklen Zeit Deutschlands weitergehen wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2020

Garten-Trilogie Teil 1

Die englische Gärtnerin - Blaue Astern
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1920: Charlotte Windley liebt Pflanzen schon ihr ganzen Leben lang. Ihr großer Traum ist es in Kew Gardens als Botanikerin zu arbeiten. Und als sie ihr Studium mit Auszeichnung besteht, scheint dieser ...

1920: Charlotte Windley liebt Pflanzen schon ihr ganzen Leben lang. Ihr großer Traum ist es in Kew Gardens als Botanikerin zu arbeiten. Und als sie ihr Studium mit Auszeichnung besteht, scheint dieser Traum wahr zu werden. An der Seite Ihrer ersten großen Liebe Dennis hat sie sogar die Chance an einer Forschungsreise nach Asien teilzunehmen.
Zeitgleich lernt sie den Fabrikbesitzer Victor Bromberg kennen, der sich in Charlotte verliebt und ihr ein sicheres Leben in Luxus anbietet.
Aber dann passiert in ihrer Familie ein Unglück und Charlotte muss sich entscheiden: Soll sie ihren Lebenstraum verwirklichen oder die Zukunft der Familie sichern?

"Blaue Astern" ist der erste Titel der Trilogie um "Die englische Gärtnerin. Es geht um den Lebensweg von Charlotte und immer wieder um Pflanzen aller Art, eingebettet in ein Umfeld der Zeit zwischen den beiden Weltkriege.
Dementsprechend zeitgemäß ist auch das Bild der Frauen innerhalb Familie, Beruf und generell in der Gesellschaft. So muss man als Leserin schon mal durchatmen, wenn man liest wie die "Herren der Schöpfung" den Frauen gegenüber auftreten.
Gerade Viktor, der nach heutigen Maßstäben manchmal Charlotte gegenüber unmöglich agiert, war dadurch für mich schwer einzuordnen.
Auch Charlottes Bruder Robert ist ein Opfer seiner patriarchalisch geprägten Zeit und ich hoffe er wird sein Schicksal irgendwann annehmen.
Charlotte selbst ist einfühlsam, fürsorglich und durch und durch liebenswert. Ich hoffe sehr, dass sich ihre Zukunft nach ihren Vorstellungen entwickelt!

Die Geschichte rund um Charlotte ist auch eine kleine Exkursion nach Kew Gardens und in die Welt der Pflanzen. Aber auch ohne Vorkenntnisse in Botanik ist dies sehr schön zu lesen, denn die Beschreibungen sind sehr bildhaft. Ich vermute dass es im weiteren Verlauf um die Gartenanlage in Landsitz Summerlight House gehen wird und darauf bin ich schon gespannt!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere