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Veröffentlicht am 26.03.2026

Okay, konnte mich aber nicht begeistern

Alt genug
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Nach dem Buch "Altern" von Elke Heidenreich nun "Alt genug" von Ildikó von Kürthy.
Zwei unterschiedliche Frauen mit der gleichen gesellschaftlichen Agenda: Den Frauen im Alter Ü50 eine Stimme geben, sie ...

Nach dem Buch "Altern" von Elke Heidenreich nun "Alt genug" von Ildikó von Kürthy.
Zwei unterschiedliche Frauen mit der gleichen gesellschaftlichen Agenda: Den Frauen im Alter Ü50 eine Stimme geben, sie aus dem Schatten des Jugendwahns zurück ins Licht zu holen.
In einer Zeit, wo schon sehr junge Frauen zu Botox greifen, sich "in shape" auf Insta oder TikTok präsentieren, propagieren zeitgleich immer häufiger Frauen Ü40 ein Leben in dem älter werden mit ersten Falten und ersten grauen Haaren keine Zeichen von "vorbei" sind, sondern von Selbstbewusstsein und Stil.
Da passen solche Bücher sehr gut.
Vieles von dem was Frau von Kürthy schreibt, kann ich durchaus unterschreiben.
So finde ich z.B. Sätze wie "Meine Augen werden schlechter und der Blick schärfer" großartig.
Das mit bequemer Unterwäsche und unbequemen Wahrheiten hätte von mir oder für mich geschrieben sein können.
Was Frau von Kürthy (und Frau Heidenreich) im Prinzip sagen, bzw. schreiben, ist: Die Welt ändert sich, die Zeiten ändern sich - und wir ändern uns auch. Und das ist gut so.
Und nur weil wir nicht mehr jeden Trend mitmachen, sind wir noch lange nicht weg vom Fenster.
Es ist doch so oft nur ein "hatte ich schon, muss ich nicht mehr", wenn wir nicht mehr jeden Tanz mittanzen wollen.
Wir Frauen Ü50 sollten niemandem mehr etwas beweisen müssen. Auch uns selbst nicht.
Irgendwann im Alter Ü50 entscheidet sich jede Frau (bewusst oder unbewusst) entweder zu nicken, zu schweigen und in den Hintergrund zu treten - oder klar, deutlich und vor allem laut die eigene Position oder Meinung zu vertreten.
Ich gehöre zur zweiten Kategorie.

Die Stärke von "Altern" war in meinen Augen die Gelassenheit, mit der Elke Heidenreich ihre persönliche Nabelschau - incl. ehrlicher Selbstkritik - zu Papier gebracht hat.
In "Alt genug" scheint mir aber - bei aller Ehrlichkeit und Selbsterkenntnis - stellenweise ein wenig Arroganz mitzuschwingen.
Bei mir ist mehr als einmal der Eindruck entstanden, dass die Autorin sehr stolz auf ihre positive Einstellung zum älter werden ist, während andere quasi als "noch nicht soweit" eingestuft wurden. Wie bei Kindern, denen man sagt "Werde erstmal erwachsen, dann kannst du mitreden." Das fand ich stellenweise fast schon etwas überheblich.
Auch fand ich die Passage zum Thema Alkohol recht belehrend.
Dazu dreht sich ein größerer Teil des Buches um die Selbstzweifel, Neurosen und Psychosen der Autorin - und wie sie diese erfreulicherweise besser in den Griff bekommen hat.
Sollte es lt. Klappentext nicht um ein anderes Thema gehen?
Frau von Kürthy schreibt, dies sei ihr persönlichstes Buch und da liegt meiner Meinung nach auch die Schwäche, denn es ist mir ZU persönlich - und geht mir zu oft am erwarteten Thema vorbei.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

The New Look

Merci, Monsieur Dior
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Frankreich, 1947: Auf der Flucht vor den Zwängen des Lebens einer Ehefrau in der Provinz kommt Célestine nach Paris, wo sie dem menschenscheuen Designer Christian Dior begegnet.
Die junge Frau inspiriert ...

Frankreich, 1947: Auf der Flucht vor den Zwängen des Lebens einer Ehefrau in der Provinz kommt Célestine nach Paris, wo sie dem menschenscheuen Designer Christian Dior begegnet.
Die junge Frau inspiriert den Couturier mit ihrer natürlichen Weiblichkeit, sie wird seine Privatsekretärin und Muse.
Die Menschen tragen schwer an den Folgen des Krieges, doch die Welt ist im Aufbruch, man sehnt sich nach Schönheit, so dass Diors femininer New Look schon bald weltweit bejubelt wird.
Zwischen Haute Couture und neuer Opulenz droht Célestine sich zu verlieren, aber dann findet sie - die Liebe…

Mit der fiktiven Célestine hat die Autorin eine Protagonistin erdacht, an deren Seite man den Aufstieg des noch unbekannten Modezeichners Christian Dior zum berühmtesten Modedesigners Frankreich miterleben kann.
Auch die Geschichte von Célestine, die nach dem Tod der Mutter allein aus der Bretagne nach Paris reist, ist interessant.
Sie findet zuerst Unterschlupf bei ihrer Schulfreundin und entwickelt sich vom einfachen Mädchen vom Lande zu einer Pariserin mit Stil und Geschmack.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Teil 2 der Dilogie

Wir fangen das Glück
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Frankfurt 1946. Beim Fotografieren der Frankfurter Trümmer wird Helga von einem Kommissar gefragt, ob sie Polizeifotografin werden will.
Unversehens gerät die junge Frau in eine abenteuerliche Mordermittlung, ...

Frankfurt 1946. Beim Fotografieren der Frankfurter Trümmer wird Helga von einem Kommissar gefragt, ob sie Polizeifotografin werden will.
Unversehens gerät die junge Frau in eine abenteuerliche Mordermittlung, in der sie den verschwundenen Peter aus dem Odeon-Club wiedersieht - und seine jüdische Mutter, die den Holocaust überlebt hat.
Aus dem Frauenheld ist ein ernster junger Mann geworden. Sie hilft Peter, seine Unschuld zu beweisen, und kommt ihm dabei immer näher. Als Helgas Freund Walther endlich aus der russischen Gefangenschaft zurückkehrt und einen neuen Jazzclub gründet, ist Helga hin- und her gerissen.
Doch dann deckt sie ein Geheimnis auf, das alles verändert.

Nach "Wir tanzen in die Freiheit", bei der Elfie und Klaus im Fokus der Geschichte standen, geht es nun in der Fortsetzung verstärkt um Helga, Peter und Elfies Bruder Walther.
Die Freunde aus dem Odeon-Club müssen, wie alle anderen in der Nachkriegszeit auch, sehen wie sie im Alltag klar kommen, denn vieles läuft noch recht unrund in der "neuen Zeit".
Auch der von den Nazis geschürte Judenhass ist stellenweise noch immer mehr oder weniger offen vorhanden.
Die Swing-Freunde aber hoffen auf eine bessere, positive Zukunft.
Helga, die (als Frau?) nicht zum Anwaltsstudium zugelassen wurde, lebt ihren Gerechtigkeitssinn erstmal bei der Polizei aus.
Und so kann sie Peter vielleicht nicht nur helfen dessen Unschuld zu beweisen, sondern auch den wahren Täter zu finden.
Dazu muss Peter den Mut finden zu erzählen woher er den Toten kannte, was die beiden verband und was sie gemeinsam im Lager erlebt haben.
Und auch Walther muss sich der Wahrheit stellen.
"Wir fangen das Glück" ist eine gelungene Fortsetzung der Palmengarten-Saga.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Trilogie Abschluss

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Hannah, die sich zuvor um ihre mittlerweile verstorbenene Großmutter Evelyn gekümmert hatte, lebt mit Freundin Ruby in einer WG, hat einen guten Job und ist mit sich eigentlich im Reinen.
Als plötzlich ...

Hannah, die sich zuvor um ihre mittlerweile verstorbenene Großmutter Evelyn gekümmert hatte, lebt mit Freundin Ruby in einer WG, hat einen guten Job und ist mit sich eigentlich im Reinen.
Als plötzlich der bisher in ihrem Leben durch Abwesenheit glänzende Vater auftaucht, Ruby heiraten und ausziehen will, stellt Hannah nicht nur ihr Leben in Frage.
Hannah will ihren Vater kennenlernen, ihm vielleicht eine Chance geben. Aber irgend etwas fühlt sich falsch an.
Die Geschichte von Marlen und Wilma ist ein völlig neuer Handlungsstrang innerhalb der "Welt" um Evelyn, Sylvia und Hannah.
Sie beginnt im alten, mittlerweile verlassenen Forsthaus in Güstrow, da wo Jahre zuvor alles angefangen hatte.
Die zwei Frauen bringt das Schicksal zufällig zusammen und die wechselseitige Abhängigkeit schweißt sie fast untrennbar zusammen.
Eine Verbindung zu den Frauen aus den ersten beiden Büchern ist praktisch nicht vorhanden - nur das verschollene Gemälde scheint die Klammer zu sein.
Auch im dritten (und abschließenden?) Teil der Reihe wechselt die Autorin zwischen zwei Zeitebenen und verschiedenen Protagonist(inn)en hin und her und beantwortet am Ende die Frage nach dem Verbleib des "verschwundenen" Gemäldes, was sich zuvor wie ein roter Faden durch die Geschichte gezogen hatte.
Alena Schröder hat eine ganz eigene, besondere Art Geschichten zu erzählen. Ihr Schreibstil ist faszinierend und ihre Protagonist(inn)en sind sehr speziell und egal ob man sie mag oder nicht - sie sind stets präsent und fast lebendig.
Auch wenn ich das Buch mochte, muss ich sagen, es ist der schwächste Teil der Reihe.
Der Abschluss ist jedoch versöhnlich, Hannah scheint angekommen.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Teil 9 der Reihe

Mörderisches Somerset - Schatten über Glastonbury
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Der Fund eines alten Fotos in den Unterlagen ihrer Tante Sheila deckt ein lang gehütetes Familiengeheimnis auf, das Junes Leben auf den Kopf stellt.
Warum haben ihre Eltern ihr die Umstände ihrer Geburt ...

Der Fund eines alten Fotos in den Unterlagen ihrer Tante Sheila deckt ein lang gehütetes Familiengeheimnis auf, das Junes Leben auf den Kopf stellt.
Warum haben ihre Eltern ihr die Umstände ihrer Geburt verschwiegen und sie belogen? Gemeinsam mit ihren Freunden Pomona und Rufus macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Ein zerknickter Flyer vom Glastonbury Festival 1984 führt die drei zu einer legendären Rockband und einem Mann, der möglicherweise Junes Vater ist. Doch ihr erstes Zusammentreffen nimmt einen unerwarteten Verlauf: Ein Journalist, der an einem Buch über ihn arbeitete, wird ermordet. Sollte er zum Schweigen gebracht werden? Und wenn ja, von wem? Was geschah vor fünfunddreißig Jahren wirklich und was hat Junes vermeintlicher Vater damit zu tun? June, Pomona und Rufus ermitteln auf eigene Faust und kommen dabei einem gefährlichen dunklen Geheimnis auf die Spur.

Der 9. Band der Reihe wird persönlich für June.
Durch Zufall hat sie herausgefunden, dass Tante Sheila ihre biologische Mutter ist.
Mit Hilfe von Freundin Pomona macht sie sich auf die Suche nach ihrem Vater und macht dabei eine erstaunliche Entdeckung. Gerald war, als er Sheila auf dem Glastonbury-Festival kennengelernt hatte, ein bekannter kanadischer Musiker.
Als dieser nun mit seinen früheren Bandkollegen für eine Reunion-Tour nach England kommt, treffen sich die beiden für ein erstes Kennenlernen.
Doch für Gespräche ist nicht viel Zeit, denn im Umfeld der Band gibt es einen Toten und Gerald gehört zu den Verdächtigen.
Die Glastonbury-Mystery-Gang wird aktiv!

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