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Veröffentlicht am 20.02.2021

Die Freiheit über den Wolken gilt nur dort

Die Pilotin
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Worum geht es?
 
Die Haupprotagonistin Nancy, war im zweiten Weltkrieg eine amerikanische Pilotin einer Elitetruppe und ist heute Großmutter von Sarah, die die Liebe zur Fliegerei mit ihrer Großmutter ...


Worum geht es?
 
Die Haupprotagonistin Nancy, war im zweiten Weltkrieg eine amerikanische Pilotin einer Elitetruppe und ist heute Großmutter von Sarah, die die Liebe zur Fliegerei mit ihrer Großmutter teilt.
Nancy ist das vebindende Element der beiden Handlungsstränge: Vergangenheit und Gegenwart.
Im zweiten Weltkrieg treffen sich Mac und Nancy das erste Mal unter ungünstige Umständen, denn Nancy legt mit ihrem Flugzeug eine Bruchlandung hin.
Dies wird von Mac ihrem zukünftigen Ausbilder beobachtet und kritisiert. Zwischen den Beiden entwickelt sich eine gespannte Beziehung.
Durch äußer Zwänge getrieben, können sie ihre Liebe nicht leben. Bevor Mac zu einem verhängnisvollen Einsatz aufbricht setzten sie sich über alle Bedenken hinweg und genießen eine Nacht miteinander.
In der Gegenwart lernt man die Familie von Nancy kennen. Sie ist durch viele Geheimnisse, und daraus resultierende Missverständnisse, untereinander zerstritten. Sarah die Enkelin von Nancy wird unfreiwillig die Vermittlerin und hilft die Geheimnisse zu lüften.
 
Meine Meinung:
Der erste Teil des Romans spielt in der Vergangenheit und ist geprägt vom Krieg und der Liebe zur Fliegerei.
Es wird von vielen Flugzeugtypen und Einsatzorten berichtet, dass ich manchmal den Überblick verloren habe.
Die Hauptpersonen Nancy, Mac und Joe sind gut beschrieben und auch ihre Probleme mit- und zueinander.
Ich konnte mich gut in Nancy hineinversetzen und habe in Gedanken, genauso wie sie, die Stacheln aufgestellt, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlte.
Der zweite Teil spielt in der Gegenwart und berichtet von den familieren Problemen von Nancys Familie. Jeder hat Geheimnisse und leidet darunter, aber keiner ist bereit darüber zu reden. Obwohl so viele Mißverständnisse ausgeräumt werden könnten.
Hier fehlt mir die Bereitschaft etwas zu ändern und speziell die Figur Ellen hat mich geärgert.Menschen, die auf Grund eines Ereignisses der Meinung sind, sie haben das Recht gepachtet und keine andere Meinung gelten lassen finde ich persönlich ziemlich anstrengend.
Der letzte Teil hat mich leider enttäuscht.
Ich war sehr gespannt, wie sich einige Rätsel auflösen, aber so ein Feuerwerk hatte ich nicht erwartet.
Hier wurde viel zu viel reingepackt. Liebe, Drogen, Ehebruch mit Folgen, sexuelle Orientierung, Selbstmord ....
Hier wäre das Motto: " Weniger ist mehr" für meine Meinung angebrachter gewesen.
 
Fazit:
Das Buch ist, wenn man die ersten Seiten überwunden hat, stellenweise interessant und kurzweilig.
In einige Charaktere kann man/frau sich gut hineinversetzten, andere bleiben dagegen auf der Strecke.
Das letzte Drittel ist überfüllt von Handlungssträngen, die nicht nötig sind um ein interessantes Buch zu schreiben und daher unglaubwürdig.
Im Großen und Ganzen ist es ein Buch für solche, die großes Drama lieben und denen egal ist, ob die Handlungen plausibel sind. 

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 18.08.2019

Anspruchslos schön!

Das Glück hat viele Seiten
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Hannah, ende Zwanzig hat ihr Studium abgeschlossen und endlich Ihren Traumjob begonnen.
Doch bevor sie ihren ersten richtigen eigenen Auftrag beginnen kann, trifft sie die Nachricht vom Tod ihrer Tante. ...

Hannah, ende Zwanzig hat ihr Studium abgeschlossen und endlich Ihren Traumjob begonnen.
Doch bevor sie ihren ersten richtigen eigenen Auftrag beginnen kann, trifft sie die Nachricht vom Tod ihrer Tante. Das Letzte, was sie sich hat vorstellen können, ist zurück in den Heimatort ihrer Kindheit zu kehren, womit sie all die Erinnerungen an Ihre viel zu früh verstorbene Mutter verbindet, um dort das Erbe anzutreten, das ihre Tante ihr hinterlassen hat.
Nach kurzer Überlegung und nachdem sie ihren Chef endlich von der Dringlichkeit ihres ungeplanten ‚Ausflugs‘ aufs Land überzeugen kann, reist sie kurz entschlossen in das kleine Nest in der Eifel, in dem sie ihre Kindheit verbrachte und ist fest entschlossen, die Sache mit der Erbschaft ganz schnell hinter sich zu bringen.
Auch die überraschende Tatsache, dass sie nicht nur eine kleine Summe Bargeld, sondern auch den Buchladen, in dem sie so viele schöne Stunden verbracht hat, samt darüber liegender Wohnung ihrer verstorbenen Tante erben soll, ändert nichts an ihrem Entschluss. Da kommt ihr der charmante Mittdreißiger Ben gerade recht, der ihr so direkt und selbstlos anbietet, den Laden schnell und unkompliziert kaufen zu wollen. Sie geht darauf ein, auf ihn und auf sein Angebot. Wenn sie bloß gewusst hätte, was er tatsächlich im Schilde führt, hätte sie ganz sicher anders entschieden. Doch als sie von den Damen des ansässigen Buchclubs die wahren Beweggründe für sein reges Interesse an dem Objekt erfährt, ist es zu spät.
Dieser Mistkerl! Aber eben auch ein verdammt attraktiver Mistkerl….
Erinnerungen hin oder her, das lässt sich Hannah nicht bieten, das wird er bereuen!
Hin und her gerissen zwischen Rache und ihren Gefühlen für Ben, verlängert sie Ihre Zeit in dem Nest in der festen Absicht, das Ganze wieder ins rechte Licht zu rücken – koste es, was es wolle.
Ob es ihr gelingen wird, diese Geschichte zu einem guten Ende zu führen?

Ella Zeiss gelingt es, den Leser recht schnell mit in die Geschichte zu nehmen und das Gefühl zu vermitteln, man würde das Geschehen aus nächster Nähe beobachten. Die Charaktere werden gut umschrieben, sodass man sich - von der naiven Hauptprotagonistin Hannah, über den eiskalten und doch nicht so kalten Ben bis hin zu den Damen des Buchclubs - gut in sie hineinversetzen kann.

Wahrlich, die Geschichte hat keinen hohen intellektuellen Anspruch, aber gerade das macht sie aus meiner Sicht attraktiv. Eine schöne Geschichte, leichte Kost, die man einfach lesen und sich etwas hineinträumen kann. Obgleich man ab und an der Hauptfigur ein wenig Nachhilfe in Sachen ‚Verstand benutzen‘ geben möchte, lädt Ella Zeiss doch dazu ein, die Story geschehen zu lassen und man ist sich zwischendurch nicht ganz schlüssig, ob das sicher geglaubte Ende tatsächlich so sicher ist oder doch nicht.

Das Cover fasst das Buch eigentlich schon ganz gut zusammen: anspruchslos schön, einfach anschauen, reinfühlen und überraschen lassen.
Die Autorin lässt keinen Zweifel daran, dass Bücher mehr sind, als eine Ansammlung von bedrucktem Papier. Das spiegeln sowohl die Geschichte inhaltlich, als auch der Schreibstil selbst wieder.

Insgesamt ein gelungenes Buch!

  • Cover
  • Geschichte
  • Lesespaß
  • Figuren
  • Erzählstil