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Veröffentlicht am 15.09.2016

Klischeebeladen und vorhersehbar

Halbzeitküsse
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„Halbzeitküsse“ habe ich eher durch Zufall entdeckt und ich durfte die Geschichte bereits vor dem Erscheinungstag vorab lesen. Hier habe ich mir eine romantische, vielleicht auch humorvolle Geschichte ...

„Halbzeitküsse“ habe ich eher durch Zufall entdeckt und ich durfte die Geschichte bereits vor dem Erscheinungstag vorab lesen. Hier habe ich mir eine romantische, vielleicht auch humorvolle Geschichte erhofft, die ich zum Glück auch bekommen habe. Dennoch war ich am Ende nicht ganz glücklich mit der Geschichte, da mir letztendlich doch die Besonderheit gefehlt hat.

Man kann der Autorin hierbei wahrlich keinen Vorwurf machen, denn sie besitzt einen angenehmen Schreibstil, der sich leicht und flüssig lesen lässt, dazu wurden die Figuren sowie die Dialoge gut ausgearbeitet, sodass es dabei nichts zu meckern gibt. Mein Problem ist wohl eher, dass ich bereits zu viele Bücher aus dem Genre gelesen habe und somit nur noch selten überrascht werden kann. Ich finde es zwar schön, dass die Autorin sich hierbei mit Fußball beschäftigt und nicht – wie viele andere Autorinnen – mit dem Thema American Football oder Basketball, aber dennoch hat sich die Geschichte von anderen kaum unterschieden und das ist schade, denn die Autorin hat eigentlich viel mehr Lob verdient.

„Halbzeitküsse“ ist der fünfte Band der „London City“-Reihe und kann laut Verlag unabhängig von den anderen Bücher gelesen werden. Da ich die anderen Bände noch nicht kenne, habe ich hier einfach mal auf das Urteil des Verlags vertraut und muss sagen, dass die Geschichte tatsächlich eigenständig ist und ich somit nicht das Gefühl hatte, irgendwas verpasst zu haben.

Hierbei geht es um die Reporterin Lillian, die von ihrer Chefin den Auftrag bekommt, das Fußball-Team von London City in der Champions League zu begleiten. Für Lillian, die für Fußball nichts übrig hat, ist dies zunächst ein Albtraum, da sich sich weder für das Team an sich, noch für das Privateben der Fußballer interessiert. Als sie dann auch noch auf den Fußballer Jamie trifft, für den sie so gar nichts übrig hat, scheint es erst kurz interessant zu werden, allerdings ist relativ schnell klar, in welche Richtung sich die Geschichte dabei entwickeln wird.

Da ich es sehr spannend fand, dass es hier endlich mal um Fußball geht, habe ich mir erhofft, dass das Thema dabei auch etwas mehr im Vordergrund stehen wird. Leider war dies am Ende nicht der Fall, sodass die Geschichte eine reine Liebesgeschichte ohne große Überraschungen bleibt. Hier hätte die Autorin noch weit mehr aus der Geschichte herausholen können, allerdings hat sie den Fokus zu stark auf die Liebesgeschichte gelegt. Dies kann man Alexandra Görner allerdings nur wenig verübeln, denn allein bezogen auf das Genre hat sie im Prinzip sehr vieles richtig gemacht.

Das Cover sieht sehr hübsch aus, der Titel ist ebenfalls gut mit verpackt, allerdings muss ich sagen, dass es trotz des stimmigen Covers in dem Genre leicht untergeht, da es mittlerweile einfach zu viele Cover von der Sorte gibt. Die Kurzbeschreibung liest sich sehr gut und war für mich ausschlaggebend, um das Buch lesen zu wollen.

Kurz gesagt: „Halbzeitküsse“ ist insgesamt eine nette Geschichte, die mich zwar unterhalten, allerdings nicht in den Bann ziehen konnte. Wer das Genre nicht allzu häufig liest, wird mit dieser Geschichte sicherlich sehr viel Spaß haben und gut unterhalten werden, wenn man allerdings wie ich sehr viele Bücher aus dem Genre liest, wird man hier nur wenig entdecken, was noch nicht bekannt ist. Schade eigentlich…

Veröffentlicht am 24.04.2017

Nachdenklich stimmende Geschichte

Hier sind Drachen
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Obwohl Husch Josten für mich schon lange keine Unbekannte mehr ist, ist "Hier sind Drachen" tatsächlich mein ersten Buch von ihr, von daher war ich schon sehr gespannt, wie sie das Thema "Terror" behandelt ...

Obwohl Husch Josten für mich schon lange keine Unbekannte mehr ist, ist "Hier sind Drachen" tatsächlich mein ersten Buch von ihr, von daher war ich schon sehr gespannt, wie sie das Thema "Terror" behandelt hat. Dabei hat sie das Thema hervorragend ausgearbeitet, schreibt feinfühlig, stellt aber auch gleichzeitig viele Fragen, die durchaus zum Nachdenken anregen.

Da das Thema Terror auch nach den Anschlägen von Paris immer noch in den meisten Köpfen der Menschen und leider aktueller denn je ist, wurde hier eine interessante Geschichte geschaffen, die sich trotz der bedrückten Thematik angenehmen lesen lässt und durchaus auch unterhalten kann. Die Dialoge sind wahnsinnig gut ausgearbeitet, ebenso die Figuren, sodass man hier nichts bemängeln kann.

Erzählt wird hier die Geschichte über die Journalistin Caren, die einen Tag nach den schrecklichen Terroranschlägen in Paris von Heathrow nach Paris fliegen möchte, doch nicht vom Fleck kommt, da auch dort nach einem Anruf Alarmbereitschaft herrscht. Carmen wird zunehmend nervöser und lässt sich nur schwer beruhigen. Lediglich ein älterer Mann neben ihr bleibt komplett ruhig und unterhält sich mit ihr nicht nur über das Thema Terror, sondern auch über das Schicksal, was zu einem interessanten Dialog führt, der mich durchaus zum Nachdenken anregen konnte.

Das Cover ist hübsch anzusehen und passt bestens zu einer typischen Flughafenszene, die Kurzbeschreibung liest sich gut und konnte mein Interesse wecken. Ein Kritikpunkt ist für mich allerdings der Preis, denn 16 Euro für gerade einmal knapp 160 Seiten finde ich doch ein wenig happig. Hier wäre ein angemessenerer Preis von z.B. 12 EUR durchaus kundenfreundlicher gewesen.

Kurz gesagt: "Hier sind Drachen" ist eine faszinierende und nachdenklich stimmende Geschichte rund um die Terroranschläge in Paris im Jahr 2015, aber auch über das Schicksal, die mit interessanten Figuren und einem angenehmen Schreibstil bestückt ist. Trotz der schweren Thematik konnte mich das Buch dennoch unterhalten, sodass ich es nur empfehlen kann.

Veröffentlicht am 24.04.2017

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle

Soulsister
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Bücher von Jennifer Benkau sind bei mir so eine Sache: Mal liebe ich sie, manchmal kann ich mit ihnen nichts anfangen, sodass ich schon sehr gespannt auf "Soulsister" war, das doch recht vielversprechend ...

Bücher von Jennifer Benkau sind bei mir so eine Sache: Mal liebe ich sie, manchmal kann ich mit ihnen nichts anfangen, sodass ich schon sehr gespannt auf "Soulsister" war, das doch recht vielversprechend klang. Zum Glück wurde ich nicht enttäuscht, denn Jennifer Benkau hat hier eine interessante und berührende Geschichte aufs Papier gebracht, die mich durchaus überzeugen konnte.

Die Autorin besitzt bei dieser Geschichte einen tollen und angenehmen Schreibstil, der sich zwar leicht lesen lässt, aber auch eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit sich bringt. Hier wird nicht nur getrauert, sondern auch gelacht, gehofft, sich verliebt und gleichzeitig darf man Romy noch auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden begleiten. Die Figuren sind dabei liebevoll ausgearbeitet, man lernt sie ausreichend kennen und sie waren mir zum Großteil sehr sympathisch, sodass ich auch gut mit ihnen mitfühlen konnte.

Erzählt wird hier die Geschichte von Romy, die sich nicht nur mitten in der Pubertät befindet, sondern auch gleichzeitig den Tod ihrer geliebten Schwester Polly verarbeiten muss, der immer noch schwer an ihr nagt. Sie zieht sich immer mehr zurück und lässt nur Pollys Hund an sich heran. Als sie jedoch den 19-jährigen Killian begegnet, scheint sich alles schlagartig zu ändern, denn sie verliebt sich ihn ihn und möchte unbedingt eine Chance bei ihm haben, allerdings ist sie noch zu jung für ihn, sodass sie sich prompt für Polly ausgibt, sodass der Altersunterschied kein Problem mehr zu sein scheint. Da man jedoch in der heutigen Zeit des Internets kaum noch Geheimnisse haben kann, fliegt auch letztendlich diese Schummelei auf und Killian muss sich entscheiden, wie er mit den neuen Erkenntnissen umgehen muss...

Interessant ist hierbei nicht nur die Geschichte zwischen Romy und Killian, sondern auch die Art und Weise, wie Jennifer Benkau ihre Charaktere reifen lässt. Romy kommt nach und nach aus ihrem Schneckenhaus heraus und kann sich nicht nur mehr öffnen, sondern wirkt auch im Laufe der Geschichte deutlich erwachsener und reifer, was ihr mehr als gut steht. Beide Figuren sind zudem absolut authentisch und besitzen ihre nötige Tiefe, sodass ich der Autorin ihre Geschichte voll und ganz abgenommen habe.

Das Cover ist durchaus passend und schön anzusehen, sodass es auch aufgrund seiner Farbgestaltung zu einem absoluten Hingucker wird. Auch die Kurzbeschreibung konnte mich direkt ansprechen, sodass ich dem Buch sehr gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: "Soulsister" ist eine berührende und nachdenklich stimmende Geschichte, die mich mit interessanten und liebenswerten Figuren und einer Achterbahnfahrt der Gefühle überzeugen konnte, sodass ich die Geschichte nur wärmstens empfehlen kann.

Veröffentlicht am 23.04.2017

Eher Thriller als Horror

SCAR
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Obwohl ich bereits einige Bücher von Jack Ketchum im Regal stehen habe, ist "SCAR" tatsächlich erst das zweite Buch, das ich von ihm lese. Da an "SCAR" auch gleichzeitig der Regisseur Lucky McKee an dem ...

Obwohl ich bereits einige Bücher von Jack Ketchum im Regal stehen habe, ist "SCAR" tatsächlich erst das zweite Buch, das ich von ihm lese. Da an "SCAR" auch gleichzeitig der Regisseur Lucky McKee an dem Werk mitgeschrieben hat, war ich umso gespannter. Zum Glück wurde ich hierbei nicht enttäuscht, denn die beiden Autoren haben eine spannende Geschichte rund um die Familie Cross geschrieben.

Was jedoch zuerst einmal bemängelt werden muss, ist das Genre, denn obwohl das Buch als Horror angekündigt wird, geht es vielmehr in Richtung Psychothriller. Wahre Horror-Fans wären von "SCAR" somit wohl eher enttäuscht. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Geschichte schlecht ist, denn diese liest sich nicht nur sehr flüssig, sondern auch sehr spannend, sodass ich das Buch nur selten aus den Händen legen konnte.

Erzählt wird hier die Geschichte der Familie Cross. Während die elfjährige Delia bereits große Karriere macht und ein gefeierter Werbestar ist, wird ihr Zwillingsbruder Robbie immer neidischer und unglücklicher. Ihr Vater hängt immer mehr an der Flasche und ihre Mutter Pat ist geradezu krankhaft ehrgeizig, sodass es in der Familie alles andere als harmonisch abläuft. Obwohl Delia mit ihrer Karriere alles andere als glücklich ist, erkennt ihre Mutter dies nur selten und treibt ihre Tochter immer wieder an, was die Familie jedoch noch weiter zerstört.

Als dann auch noch ein folgenschwerer Unfall geschieht und Delia diverse Gesichtsverletzungen erleidet, lässt ihre Mutter immer noch nicht von ihr ab, sondern möchte auch mit diesem Schicksal genügend Geld herausschlagen. Was sie jedoch nicht ahnt, ist die Tatsache, dass Delia immer mehr aus ihrer Scheinwelt erwacht und sich beginnt zu wehren...

"SCAR" konnte mich schockieren, aber auch gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Ketchum und McKee haben hier perfekt aufgezeigt, wie weit einige Menschen gehen, um Erfolge feiern und genug Geld verdienen zu können. Während Delia für ihre elf Jahre sehr reif wirkt, wirkt ihre Mutter Pat dagegen trotz ihres krankhaften Ehrgeizes manchmal noch fast wie ein trotziges Kind, das unbedingt ihren Willen durchsetzen möchte. Dadurch hat jeder in der Familie in irgendeiner Form sein Päckchen zu tragen, sodass man hier genauestens kennen lernt, wie weit manche Menschen doch gehen können und wie schnell eine Familie zerbrechen kann.

Das Cover ist gelungen, passt hervorragend zum Titel und hat mich direkt angesprochen. Gleiches gilt auch für die Kurzbeschreibung, die mich direkt begeistern konnte, sodass ich dem Buch sehr gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: "SCAR" ist eine spannende und erschreckende Geschichte, die erzählt, wie weit Menschen für die Karriere gehen können und mit interessanten und vielseitigen Figuren und einem packenden Schreibstil überzeugen kann. Ich bin begeistert und kann das Buch somit nur empfehlen.

Veröffentlicht am 21.04.2017

Schockierende Geschichte mit derben Humor

In der Klemme
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„In der Klemme“ ist eine knapp hundert Seiten lange Kurzgeschichte, die in Deutschland in der Kurzgeschichten-Sammlung „Sunset“ erschienen ist. Da ich schon viele Kurzgeschichten aus der „Story Selection“-Reihe ...

„In der Klemme“ ist eine knapp hundert Seiten lange Kurzgeschichte, die in Deutschland in der Kurzgeschichten-Sammlung „Sunset“ erschienen ist. Da ich schon viele Kurzgeschichten aus der „Story Selection“-Reihe von Stephen King gelesen habe, musste auch diese unbedingt auf meinem Reader landen und ich muss sagen, das mich Stephen King wieder einmal überzeugen konnte.

Stephen King konnte dabei wieder einmal mit seinem grandiosen Schreibstil bei mir punkten: Stellenweise salopp, immer direkt, es wird nichts beschönigt und gleichzeitig kann man sich in nahezu jeden einzelnen Moment hineinversetzen, sodass „In der Klemme“ letztendlich sehr gut durchdacht wirkt.

Erzählt wird hier ein Streit unter Nachbarn, der immer mehr ausartet und bei dem der Hass stets zu spüren ist. Curtis und Tim sind Nachbarn und möchten beide einen bestimmten Bauplatz, auf den beide Männer einen Anspruch haben, sie sich allerdings -
wie so oft - nicht einigen können. Dieser Streit spitzt sich immer mehr zu, bis sie sich auf einem verlassenen Gelände treffen, wo zuvor ein Bauprojekt eingestellt wurde und sehr viele Gefahren mit sich bringt...

Stephen King hat hierbei nicht nur eine sehr schonungslose Geschichte geschaffen, sondern auch einen Nachbarschaftsstreit bestens in Szene gesetzt. Während einige Nachbarn sich oftmals wegen Kleinigkeiten streiten und dies sogar vor Gericht geht, geht es bei Tim und Curtis weitaus brutaler zu, sodass ich das ein oder andere Mal schockiert den Kopf geschüttelt habe. Gleichzeitig gibt es hier aber auch oftmals Momente mit viel schwarzem Humor, sodass ich auch oftmals schmunzeln musste.

Das Cover ist nicht besonders ansprechend und enthält lediglich den Namen des Autors und den Titel. Die Kurzbeschreibung hat mich dagegen direkt angesprochen, denn diese liest sich so geheimnisvoll und interessant, sodass ich direkt mehr erfahren wollte.

Kurz gesagt: "In der Klemme" ist eine schonungslose Geschichte rund um einen Nachbarschaftsstreit mit interessanten Figuren und derben Humor, sodass ich wieder einmal sehr gut unterhalten wurde. Somit kann ich auch diese Kurzgeschichte nur wärmstens empfehlen.