Profilbild von Kleinbrina

Kleinbrina

Lesejury Star
offline

Kleinbrina ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kleinbrina über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2026

Thriller mit Schwächen

Firewatch
0

"Firewatch" gehörte zu den Büchern, die schon vor dem Erscheinungstag in aller Munde waren. Ich habe immer wieder das Cover entdeckt und somit steigerte dies auch direkt meine Neugierde, denn die Geschichte ...

"Firewatch" gehörte zu den Büchern, die schon vor dem Erscheinungstag in aller Munde waren. Ich habe immer wieder das Cover entdeckt und somit steigerte dies auch direkt meine Neugierde, denn die Geschichte klingt auf den ersten Blick sehr interessant, sodass das Buch direkt in meinem Warenkorb landete. Ich hatte hohe Erwartungen an die Geschichte rund um Aaron, Kian und Robin und muss gestehen, dass ich am Ende doch ein wenig enttäuscht war.

An sich ist der Schreibstil sehr angenehm und flüssig. Die Kapitel besitzen die perfekte Länge und man kann die Geschichte aus Sicht von den Protagonisten gut verfolgen. Allerdings hatte ich auch ein paar Probleme mit der Sprache. So fand ich die spicy Szenen hier tatsächlich unnötig, denn diese hat man nicht unbedingt gebraucht, dazu empfinde ich Bezeichnungen wie "mein Loch" alles andere als ansprechend. Das wirkt so, als hätte man diese Szenen auf Biegen und Brechen unterbringen wollen, was für mich nicht funktioniert hat.

Leider muss ich auch sagen, dass ich nahezu alle Figuren nicht sonderlich sympathisch fand, was sehr schade ist, da die Geschichte an sich so viel zu bieten hat. Robin ist z.B. ein Charakter, den man grundsätzlich mögen könnte, allerdings ist er so verbissen und dadurch auch phasenweise arrogant, dass es schade ist, wie er dargestellt wird. Gleiches gilt für Kian, der ebenfalls arrogant wirkt, aber gleichzeitig auch eine zerbrechliche Seite von sich zeigt, die oft nicht zu seinen Handlungen passt.

Auch das Ende war für mich leider zu vorhersehbar, denn ich habe bereits im ersten Drittel gewusst, worauf die Geschichte letztendlich hinauslaufen wird. Das ist sicherlich schade, weil ich somit nicht mehr überrascht werden konnte, aber ich bin der Meinung, dass viele andere Leser*innen die Auflösung dagegen sehr gut finden werden.

Obwohl das alles erstmal sehr kritisch klingt, muss ich sagen, dass "Firewatch" mich dennoch auch auf seine eigene Art und Weise faszinieren konnte, denn ich bin nur so durch die Seiten geflogen und wollte mehr von der Atmosphäre im Nationalpark spüren, aber auch Robin bei seiner Suche nach Antworten, was letztendlich mit seinem besten Freund Aaron passiert ist, begleiten.

Kurz gesagt: Obwohl ich teilweise von "Firewatch" enttäuscht bin, kann ich diesem Thriller nicht eine gewisse Faszination absprechen, denn man bekommt hier viele Blickwinkel rund um Aarons Verschwinden und eine Auflösung, die zwar nicht ganz unüberraschend daher kommt, aber dennoch Sinn macht. Wer keine harten Thriller mag, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2026

Starker Anfang, schwaches Ende

Hope's End
0

"Hope's End" gehört zu den Büchern, bei denen die Meinungen stark auseinander gehen. Während einige das Buch feiern, gibt es auch sehr kritische Stimmen. Wenn Meinungen so stark auseinandergehen, erregt ...

"Hope's End" gehört zu den Büchern, bei denen die Meinungen stark auseinander gehen. Während einige das Buch feiern, gibt es auch sehr kritische Stimmen. Wenn Meinungen so stark auseinandergehen, erregt dies immer meine Aufmerksamkeit und sollte wollte ich dem Buch eine Chance geben und hatte doch recht hohe Erwartungen. Leider muss ich mich doch eher den negativen Stimmen anschließen. Das Buch ist zwar nicht schlecht, konnte aber meine Erwartungen nicht erfüllen.

Dabei ist der Schreibstil zunächst gar nicht schlecht. Die Geschichte liest sich bis zur Hälfte sehr angenehm, flüssig und auch spannend. Danach empfand ich diesen aber als hektischer, der rote Faden war teilweise nicht mehr zu spüren und das war für mich der Genickbruch bei dem Ganzen. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, allerdings hätte es auch hier etwas mehr Tiefe gebraucht, um mit ihnen mitzufiebern und mitzufühlen.

Und das ist dann auch der große Kritikpunkt, weshalb ich von dem Werk am Ende dann doch etwas enttäuscht bin: Die Tatsache, dass sich das Ende und somit auch die Auflösung teilweise viel zu überladen anfühlt. Es passiert zu viel auf einmal und gleichzeitig passiert auch irgendwie nichts, denn obwohl das alles eher überschaubar ist, hatte ich das Gefühl, dass man sich hier immer wieder selbst übertrumpfen wollte, was für mich nicht funktioniert hat. Es wäre besser gewesen, wenn man sich mehr auf die Charaktere konzentriert hätte, die für mich aber oftmals viel zu blass daher kommen.

Zunächst ist die Idee, dass die 17-jährige Lenora Hope im Jahr 1929 eine schlimme Bluttat als einzige Person in der Familie überlebt und nun von vielen als die einzige Verdächtige der Tat angesehen wird, gar nicht mal so schlecht. So wird die Geschichte nicht nur in der Perspektive erzählt, sondern auch in der Zeit, in der Lenora als betagte und kranke Frau gepflegt werden muss. Dabei ist nie so ganz klar, was man glauben soll, was damals passiert ist. Es ist oft ein einziges Fragezeichen, bei dem man sich nicht ist, was nur im Kopf von Lenore stattfand und was tatsächlich passiert ist. Die Familiengeschichte ist tragisch, geheimnisvoll, aber auch phasenweise mitreißend. Daher ist es besonders schade, dass das Ende dann nicht die nötige Zeit erhalten hat.

Kurz gesagt: "Hope's End" ist zwar im Großen und Ganzen ein atmosphärischer Thriller, allerdings ist dieser leider auch ziemlich stark eingebrochen, nachdem anfänglich sehr stark gestartet ist. Wer bereits andere Werke von Riley Sager gelesen hat und von diesen begeistert war, sollte auch diesem Buch eine Chance geben.

Veröffentlicht am 03.02.2026

Es war nicht meins

Starfish
0

Da ich Bücher in Versform liebe, war ich mal wieder auf der Suche nach Büchern, die genau in mein Beuteschema passen und bin dabei auch auf „Starfish“ von Lisa Fipps gestoßen, welches mich direkt angesprochen ...

Da ich Bücher in Versform liebe, war ich mal wieder auf der Suche nach Büchern, die genau in mein Beuteschema passen und bin dabei auch auf „Starfish“ von Lisa Fipps gestoßen, welches mich direkt angesprochen hat. Da Themen wie Bodyshaming und Selbstliebe niemals alt werden und in der heutigen Gesellschaft auch immer noch viel zu kurz kommen, habe ich mir hier eine interessante und emotionale Geschichte gewünscht und ich muss sagen, dass ich doch insgesamt sehr enttäuscht bin.

Dies liegt vor allem an der Darstellung von der fast 12-jährigen Elizabeth, die von allen nur Ellie oder auch Splash genannt wird. Sie wird als krankhaft übergewichtig beschrieben, denn mit gerade einmal 11 Jahren wiegt sie laut Beschreibung so viel wie zweieinhalb erwachsene Frauen. Während dabei eigentlich bei jedem Menschen die Alarmglocken schrillen sollten, wird in „Starfish“ es quasi zelebriert, dass Ellie so dermaßen übergewichtig ist. Sie findet sich selbst makellos und wunderschön, was zwar bewundernswert ist, allerdings wird hier auch so ein wenig die Realität verschwiegen, welche Folgen noch auf sie zukommen könnten.

So wird zwar aufgezeigt, dass Ellie in der Schule aufgrund ihres Gewichts gehänselt wird und ihre Mutter Angst um ihre Tochter hat und sie dementsprechend versucht auf Diät zu setzen, allerdings wird das oft von der Autorin auch verharmlost. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist sehr angespannt, Ellie sieht in ihrer Mutter das Böse in Person, was teilweise sogar von ihrer Therapeutin, zu der sie gehen muss, bestätigt wird. Anstatt anzuerkennen, dass krankhaftes Übergewicht nicht immer schön und sogar gefährlich ist, wird hier auf eine leidende und sich Sorgen machende Mutter eingeprügelt, die augenscheinlich nur das Beste für ihre Tochter möchte.

Dazu ist Ellie auch leider nicht der sympathischste Buchcharakter. Wenn sie zuhause ihrer Meinung nach zu wenig zu essen bekommt, geht sie einfach zu den Nachbarn und lässt sich dort praktisch durchfüttern. Sie wird gemobbt, mobbt aber auch selbst andere Menschen für ihr Gewicht, ihr Aussehen oder sogar für Armut. Dass das nicht in Ordnung ist, wird jedoch nur einmal gegen Ende in einem Halbsatz erwähnt.

Allgemein ist mir „Starfish“ dadurch viel zu einseitig dargestellt. Selbstliebe und Selbstakzeptanz ist so wichtig, allerdings hätte man in diesem Buch deutlich mehr auf das krankhafte Übergewicht und die Folgeerkrankungen eingehen müssen, anstatt es einfach nur zu zelebrieren, dass Ellie aussieht wie sie eben aussieht. Mir hat es dadurch auch insgesamt an Tiefe und Charakterentwicklung gefehlt, was das Buch dringend benötigt hätte, um mich zu überzeugen.

Kurz gesagt: „Starfish“ brachte auf den ersten Blick alles mit, was ein gutes Buch benötigt und wurde doch so sehr von der Autorin gegen die Wand gefahren. Da mir weder die Figuren, noch der Grundtenor des Buches gefallen haben, kann ich somit keine Empfehlung aussprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2025

Sehr inspirierend

British Living: eine Hommage an den englischen Landhauslook
0

Seit Jahren bin ich ein Fan von England und mag sowohl den Stil, die vielseitige Natur, den Fußball und die englische Küche. Hier und da habe ich dies sogar in die Einrichtung mit einfließen lassen und ...

Seit Jahren bin ich ein Fan von England und mag sowohl den Stil, die vielseitige Natur, den Fußball und die englische Küche. Hier und da habe ich dies sogar in die Einrichtung mit einfließen lassen und ich bin sehr froh, dass ich mit "British Living" von Gabriele Hartmann und Stephan Kohn eine weitere Inspirationsquelle gefunden habe.

In iesem Buch gibt es nicht nur wahnsinnig schöne Fotos und Beispiele, wie man sein Haus schöner gestalten kann, sondern es gibt auch viele klassische englische Rezepte. Vom typischen English Breakfast bishin zu Pies ist hier alles vorhanden.

Man merkt den Autoren an, dass sie in der Materie drin sind und sich wirklich auskennen und hier nicht nur Ideen von anderen abgekupfert wurden.

Ich bin somit sehr begeistert von "British Living" und werde mich von diesem Werk noch häufiger inspirieren lassen.

Veröffentlicht am 05.12.2025

Sehr guter Ratgeber für Unentschlossene

Meerschweinchen
0

Die liebe Sachbücher von Gräfe und Unzer, besonders wenn es um Tiere geht, da man hierbei nicht nur immer eine menge lernt, sondern auch für sich selbst besser entscheiden kann, ob das jeweilige Tier zu ...

Die liebe Sachbücher von Gräfe und Unzer, besonders wenn es um Tiere geht, da man hierbei nicht nur immer eine menge lernt, sondern auch für sich selbst besser entscheiden kann, ob das jeweilige Tier zu einem selbst passt.

So auch bei "Meerschweinchen: So fühlen sie sich rundum wohl" von Immanuel Birmelin. In diesem Buch wird nicht nur genau beschrieben, welche Charaktereigenschaften und Verhaltensweise ein Meerschweinchen mit sich bringt, sondern wie auch seine Bedürfnisse sind, wie es am besten gehalten werden kann und auch die Ernährung und Beschäftigungsmöglichkeiten werden hier sehr gut thematisiert, sodass am Ende keinerlei Fragen mehr offen sind.

Ich bin somit insgesamt wieder einmal begeistert von diesem Werk und kann dieses nur empfehlen, falls man noch bei der Wahl eines Haustieres unentschlossen sein sollte.