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Veröffentlicht am 01.07.2026

Nicht jede Mitternacht ist magisch

Die Mitternachtsreise
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„Die Mitternachtsbibliothek“ war vor inzwischen viereinhalb Jahren das erste Buch seit meiner Schulzeit, das ich freiwillig (und nicht für die Uni) gelesen habe. Vielleicht war ich daher damals etwas voreingenommen, ...

„Die Mitternachtsbibliothek“ war vor inzwischen viereinhalb Jahren das erste Buch seit meiner Schulzeit, das ich freiwillig (und nicht für die Uni) gelesen habe. Vielleicht war ich daher damals etwas voreingenommen, weil es mich überhaupt erst zurück zum Lesen gebracht hat, aber das lebensbejahende Grundgefühl und die kleinen Denkanstöße zwischendurch haben mich komplett abgeholt. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf „Die Mitternachtsreise“.

Bevor wir zum Inhalt kommen, muss ich allerdings einmal kurz über den deutschen Titel ranten. Was ist das bitte für ein Übersetzungs-Fuckup? Während "The Midnight Library" völlig korrekt zu „Die Mitternachtsbibliothek“ wurde, hat man "The Midnight Train" aus unerfindlichen Gründen in „Die Mitternachtsreise“ umbenannt. Dabei kommt diese Wortkombination im gesamten Buch nicht einmal vor – der Mitternachtszug hingegen schon. Warum also nicht einfach den Originaltitel übersetzen?

Inhaltlich bleibt der zweite Band für mich leider deutlich hinter seinem Vorgänger zurück. Während „Die Mitternachtsbibliothek“ zwar ebenfalls mit Magie gearbeitet hat, die eigentliche Botschaft (die deutlich mehr Tiefe hatte als das schnöde "Geld ist nicht wichtiger als Liebe!" hier, das zudem bereits seit Kapitel 1 durchkam) aber trotzdem auf jede lesende Person übertragbar war, sieht das hier anders aus. Wir begleiten einen alten weißen Mann, der an Altersschwäche stirbt, sein Leben größtenteils bereut und anschließend – dank Magie – die Chance erhält, alles noch einmal zu verändern. Das ist natürlich eine nette Idee, fühlt sich aber nicht so hoffnungsspendend an wie die Geschichte des ersten Bandes.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Buch stellenweise wie ein sehr nahes Retelling von A Christmas Carol liest – etwas, das sogar innerhalb der Geschichte selbst aufgegriffen wird. Ich habe überhaupt nichts gegen Retellings, ganz im Gegenteil. Hier war die Nähe zum Vorbild für meinen Geschmack allerdings so groß, dass sie mich eher gestört als begeistert hat.

Apropos Kapitel: WIE kurz waren die bitte? Ich mag kurze Kapitel wirklich gerne, aber länger als eine Seite dürfen sie dann doch sein. Durch die ständigen Unterbrechungen wirkte das gesamte Leseerlebnis unnötig zerstückelt und kam nie so richtig in einen Lesefluss.

Schade. Vielleicht waren meine Erwartungen nach „Die Mitternachtsbibliothek“ einfach zu hoch. Für mich konnte „Die Mitternachtsreise“ aber weder emotional noch inhaltlich an seinen Vorgänger anknüpfen.

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Veröffentlicht am 19.06.2026

Titel sehr ungenutzt gelassen

Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain
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Mit „The Rose Bargain“ startet Sasha Peyton Smith ihre Dilogie mit einer recht klassischen Idee, die mich immer kriegt: magische Pakte, die Wünsche erfüllen, aber jeweils einen Preis fordern. Entsprechend ...

Mit „The Rose Bargain“ startet Sasha Peyton Smith ihre Dilogie mit einer recht klassischen Idee, die mich immer kriegt: magische Pakte, die Wünsche erfüllen, aber jeweils einen Preis fordern. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf genau diesen Aspekt der Geschichte.

Und fairerweise werden auch zahlreiche verschiedene Pakte vorgestellt. Trotzdem hatte ich am Ende das Gefühl, dass mit dem Konzept insgesamt zu wenig gemacht wurde – insbesondere dafür, dass der titelgebende „Rose Bargain“ so zentral für Vermarktung und Klappentext ist. Vor allem vom Pakt unserer Protagonistin hätte ich mir deutlich mehr erhofft. Mehr Relevanz, mehr Konsequenzen und mehr kreative Nutzung innerhalb der Handlung.

Die Protagonistin selbst ist besonders zu Beginn ziemlich naiv. Normalerweise kann mich das schnell frustrieren, hier hat es mich aber deutlich weniger gestört, weil sie sich ihrer eigenen Naivität durchaus bewusst ist. Das macht zumindest für mich einen großen Unterschied und sorgte dafür, dass ich ihre Entscheidungen fast nachvollziehen konnte.

Weniger überzeugt hat mich allerdings das Ende. Natürlich möchte man als Auftaktband genug Spannung für die Fortsetzung aufbauen, aber hier wirkte es auf mich etwas zu hektisch und verknotet. Es passieren sehr viele Dinge in kurzer Zeit, und manches fühlte sich eher nach künstlicher Zuspitzung als nach einer organischen Entwicklung an. Im Vergleich zum restlichen Buch wirkte dieser Abschnitt fast wie aus einer anderen Geschichte.

Nach dem unmittelbaren Read (auf Englisch) hätte ich gesagt, dass mich das Buch trotzdem genug hat, um auch den zweiten Band zu lesen. Nun ist allerdings fast ein Jahr vergangen und ich muss sagen, dass ich überhaupt nicht mehr das Bedürfnis verspüre, "The Thorn Queen" ebenfalls zu lesen x.x Es ist mir schlichtweg egal.

Übrigens großes Lob an die deutsche Coverdesignerin! Während das englische Original absolut furchtbar war, fängt die deutsche Variante den Vibe gut ein, ohne dabei kitschig zu wirken.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Was weiß sie? Was weiß ich? Offenbar nichts.

Ich, die ich Männer nicht kannte
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„Ich, die Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman ist eines dieser Bücher, bei denen ich nach der letzten Seite nicht so recht wusste, was ich eigentlich empfunden habe. Es war spannend – aber irgendwie ...

„Ich, die Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman ist eines dieser Bücher, bei denen ich nach der letzten Seite nicht so recht wusste, was ich eigentlich empfunden habe. Es war spannend – aber irgendwie auch nicht. Ständig wollte ich weiterlesen, weil ich Antworten suchte, und gleichzeitig bestand ein großer Teil der Leseerfahrung daraus, eben diese Antworten nicht zu bekommen.

Was der Autorin allerdings hervorragend gelingt, ist die Übertragung des Wissensdursts ihrer Protagonistin auf die Lesenden. Ihr ständiges Fragen, Suchen und Nicht-Verstehen wird fast körperlich spürbar. Man leidet konsequent mit ihr mit. Das macht das Buch eindringlich, hinterlässt aber auch eine gewisse Frustration, weil viele dieser Fragen unbeantwortet bleiben.

Die Figuren wirken dabei bemerkenswert menschlich. Nicht unbedingt sympathisch und für mich auch nicht immer nachvollziehbar, aber durchaus realistisch angesichts ihrer Situation. Besonders die Protagonistin konnte ich sehr gut verstehen, während mir die Gedanken und Handlungen vieler anderer Charaktere deutlich fremder blieben.

Etwas ratlos zurückgelassen hat mich hingegen die Einordnung als feministischer Klassiker. Vermutlich hängt das stark mit der Zeit der Erstveröffentlichung zusammen, denn nach heutigen Maßstäben erschien mir das Buch nicht automatisch feministisch, nur weil die Hauptfigur eine Frau ist. Vielleicht erschließt sich dieser Aspekt anderen Lesenden stärker als mir.

Und dann muss ich noch kurz über den Titel sprechen: „Ich, die Männer nicht kannte“ ist schon eine erstaunlich gewagte Behauptung, wenn bereits auf den ersten Seiten beschrieben wird, dass die Frauen von männlichen Wärtern bewacht werden.

Am Ende bleibt für mich ein interessantes, aber erstaunlich nichtssagendes Buch, das weniger von Antworten als von Fragen lebt. Ob man diese Erfahrung als faszinierend oder frustrierend empfindet, wird vermutlich stark davon abhängen, wie gut man mit offenen Rätseln und fehlender Auflösung umgehen kann.

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Veröffentlicht am 09.06.2026

Düsterer als das Cover!

Beth is dead
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„Beth is Dead“ von Katie Bernet ist ein klassisches Murder Mystery, das mich vor allem an die frühen Staffeln von Pretty Little Liars erinnert hat. Und da ich genau damit aufgewachsen bin, war das für ...

„Beth is Dead“ von Katie Bernet ist ein klassisches Murder Mystery, das mich vor allem an die frühen Staffeln von Pretty Little Liars erinnert hat. Und da ich genau damit aufgewachsen bin, war das für mich definitiv ein Pluspunkt.

Besonders gelungen fand ich die Figurenzeichnung. Kaum jemand in dieser Geschichte ist vollkommen unschuldig, aber eben auch niemand wirklich böse. Statt klarer Schwarz-Weiß-Malerei bekommt man Charaktere mit Fehlern, Geheimnissen und fragwürdigen Entscheidungen, was die Dynamik innerhalb der Geschichte deutlich interessanter macht.

Wer allerdings auf spektakuläre Plottwists hofft, sollte seine Erwartungen etwas herunterschrauben. Die Auflösung funktioniert durchaus, aber das Buch lebt für mich eher von der Atmosphäre, den zwischenmenschlichen Verstrickungen und dem langsamen Entwirren der Geheimnisse als von schockierenden Enthüllungen.

Und noch ein wichtiger Hinweis, weil ich selbst darauf hereingefallen bin: Trotz der Covergestaltung handelt es sich hier definitiv nicht um eine Komödie. Ja, das Design wirkt auf den ersten Blick fast ein wenig verspielt, die Geschichte selbst nimmt ihren Kriminalfall aber ernst und schlägt insgesamt deutlich düsterere Töne an.

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Für Fans der Black Bird Academy

Lucifer Ascending – One Sinful Secret
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DIESE Urban Fantasy-Dilogie ist mal wirklich in unserer Zeit verankert. Wir befinden uns nicht in einem anderen Universum bzw einem anderen Planeten, nicht in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit; einfach ...

DIESE Urban Fantasy-Dilogie ist mal wirklich in unserer Zeit verankert. Wir befinden uns nicht in einem anderen Universum bzw einem anderen Planeten, nicht in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit; einfach nur in einer leicht anderen Version des heutigen Edinburgh. Das merkt man nicht nur an der Technik (Smartphones und Co.), sondern auch an der Sprache der Figuren, insbesondere der der Hauptcharakterin. Sie soll fünfundzwanzig sein und als Dreißigjährige, die dieser Sprache also noch nicht all zu fern ist, kann ich bestätigen, dass es genau so klingt.

Und damit wären wir auch schon bei Lilian, der Protagonistin. Während ihr Name schon schön ist, legt der ihres ersten Love Interests - Jupiter - direkt noch eine Schippe obendrauf. Abgesehen von hübschen Namen haben sie auch ein authentisches Innenleben, welches zum Glück nicht künstlich rechtschaffen ist. Zwar ist niemand unnötig grausam, aber sie handeln auch nicht wie perfekte Bilderbuchhelden und -heldinnen. Tatsächlich finde ich ihre Entscheidungen jeweils erstaunlich nachvollziehbar.

Das Gleiche gilt für ihre Beziehungen. Sowohl die zwischen Lilian, Jupiter und Lucifer (bete für ein geschlossenes Dreieck!), als auch die noch Kompliziertere zwischen Jupiter und seinem Vater wirken natürlich, ungezwungen. Zwar gibt vergleichsweise viele Spiceszenen, aber nie so viele, dass sie den Plot verdrängen würden - und abgesehen davon muss ich auch sagen, dass das mit Abstand die heißesten Aufeinandertreffen waren, die ich bisher je in einem Buch gelesen habe :D

Mein persönliches Highlight war allerdings mal wieder ein Nebencharakter: Tarek. Viel zu wenig Screentime, viel zu viel Charisma. Ich fordere hiermit offiziell mehr von ihm im zweiten Band.

Auch rein optisch ist dieses Buch ein absoluter Hingucker. Der Hololook hat mich mehr als einmal dazu verführt, das Cover minutenlang gegen das Licht zu drehen, weil es einfach SO schön schimmert. Die Endpaper machen es nur noch perfekter ♥

Natürlich haben wir hier keinen unglaublich tiefgründigen Roman, aber das will das Buch ja auch gar nicht sein. Es will unterhalten und dabei Gefühle auslösen und genau das hat es 100%ig geschafft. Ich freue mich jetzt schon unheimlich auf den zweiten Band (der leider auch schon das Finale sein wird...) und bin mir sicher, dass alle, die bereits die Black Bird Academy geliebt haben, auch hieran ihre Freude haben werden :3

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