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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2026

Runder Anschluss an den ersten Band

Until the Light destroys
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Mit Until the Light Destroys liefert Alessia Gold den Abschluss der Redveil-Dilogie — und ich sag’s direkt: Ich bin deutlich versöhnlicher aus diesem Band rausgegangen als aus dem ersten.
Während alle ...

Mit Until the Light Destroys liefert Alessia Gold den Abschluss der Redveil-Dilogie — und ich sag’s direkt: Ich bin deutlich versöhnlicher aus diesem Band rausgegangen als aus dem ersten.
Während alle drei Sprecher:innen des Hörbuchs weiterhin absolut top bleiben, wurde der Dark-Romance-Anteil der Geschichte wurde spürbar zurückgefahren. Gott sei Dank. Dadurch bekommt die Handlung duetlich mehr Glaubwürdigkeit und die Beziehugen untereinander wirken insgesamt ausgewogener. Was ich allerdings etwas schade fand: Die beiden männlichen Hauptfiguren sind zwar erfreulicherweise nicht strikt hetero angelegt, aber IHRE Beziehung zueinander bekommt letztlich zu wenig Aufarbeitung. Da wäre emotional und kognitiv definitiv noch mehr drin gewesen.
Das Ende war für meinen Geschmack leider etwas konfus und wirkte stellenweise bemüht auf Happy End gebürstet. Es funktioniert - aber elegant ist anders.
Trotzdem: Wer The Vampire Diaries liebt (hi, ich 👋), wird hier ziemlich wahrscheinlich auf seine Kosten kommen. Die Vibes stimmen einfach.
Unterm Strich ein solider Dilogie-Abschluss mit klaren Stärken, auch wenn nicht alles ganz rund läuft.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Vorsicht! SciFi statt Fantasy

To Cage a Wild Bird
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"To Cage a Wild Bird" ist der erste Band der "Divided Fates"-Reihe von Brooke Fast.
ACHTUNG: Leider hat das Marketing bei diesem Buch massiv versagt. Es handelt sich hierbei NICHT um Fantasy oder Romantasy. ...

"To Cage a Wild Bird" ist der erste Band der "Divided Fates"-Reihe von Brooke Fast.
ACHTUNG: Leider hat das Marketing bei diesem Buch massiv versagt. Es handelt sich hierbei NICHT um Fantasy oder Romantasy. Wir haben hier einen dystopischen Science Fiction-Roman, in dem Romance vorkommt. Am ehesten lässt es sich tatsächlich mit "The Hunger Games" vergleichen (in Bezug auf das Genre, nicht in Bezug auf die Handlung).

Genau diese enttäuschte Erwartungshaltung war es auch, die mich am Anfang lange hat brauchen lassen, bis ich in das Buch gefunden habe. Versteht mich nicht falsch, es ist an sich ein sehr gut geschriebenes Buch, aber wenn ich gewusst hätte, in was für einem Genre es tatsächlich spielt, hätte ich es zu einem gänzlich anderen Zeitpunkt bzw. in einer anderen Stimmung gelesen. Wenn man jedoch mit der Erwartung rangeht, hier einfach eine mögliche Dystopie der Zukunft zu lesen, wird man vermutlich sehr viel Spaß haben.

Zudem: Selbst wenn es eine Fantasy-Geschichte gewesen WÄRE, wäre es wohl keine Romantasy gewesen, denn der Plot wäre auch 1zu1 so passiert, selbst wenn die beiden einander nicht unwiderstehlich gefunden hätten - nur mit weniger Augenrollen.

Die Geschichte selbst ist sehr kurzweilig und man fliegt ab einem gewissen Punkt förmlich durch die Seiten. Mir war sie sogar ein bisschen zu kurzweilig; die Beziehungen der Charaktere unter einander gingen teilweise etwas zu schnell, auch wenn die Figuren selbst sehr schön gezeichnet waren. Ich hätte mir gewünscht, dass dieses Buch in zwei geteilt worden wäre und somit alles etwas mehr Raum bekommen hätte. Auch die Zeit der Protagonistin als Kopfgeldjägerin war deutlich zu kurz für die Rezipierenden. Natürlich spielt der Hauptplot im Gefängnis, trotzdem hätte ich mir mehr als nur ein paar Seiten für den Status gewünscht, der später ihre gesamte Wahrnehmung beeinflusst.

Ein großes Lob muss an die Übersetzerin Bettina Ain ausgesprochen werden. Das Buch las sich, als wäre es ursprünglich auf Deutsch verfasst worden, was man heutzutage leider nicht mehr oft hat. Zudem ist es ihr gelungen, so unaufdringlich zu gendern, dass mir erst nach einer Weile auffiel, dass sie inklusiv schreibt. Absolutes Musterbeispiel von Sprachverwendung!

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Zwischen Pantheons und Beziehungsdramen

Loki − Her Twisted Heart
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Eigentlich hatte mich der Klappentext von „Loki“ nicht besonders angesprochen, aber das Setting in der nordischen Mythologie hat mich dann doch zu sehr gereizt. Joke’s on me: Es bleibt nämlich nicht beim ...

Eigentlich hatte mich der Klappentext von „Loki“ nicht besonders angesprochen, aber das Setting in der nordischen Mythologie hat mich dann doch zu sehr gereizt. Joke’s on me: Es bleibt nämlich nicht beim nordischen Pantheon, sondern es kommt ein wilder Mix aus griechischer und römischer Gottheiten dazu. Das war... gewöhnungsbedürftig. Für mich fühlte es sich eher nach einem Wust als nach einem klaren Konzept an.

Besonders anstrengend fand ich die Liebesentwicklung. Harlow und Loki kennen sich gefühlt zwei Tage, und von jetzt auf gleich gibt es bei Harlow den ersten "Ich will nicht, dass wir uns wieder trennen!"-Gedanken. Das wirkte auf mich extrem gerusht. Gleiches gilt für das erste Mal: keinerlei Zweifel, keine Unsicherheiten, alles sofort perfekt – puh. Das nahm der Beziehung für mich jede Glaubwürdigkeit.
Hinzu kommt, dass man den Großteil des Buches fast ausschließlich mit Harlow und Loki in trauter Zweisamkeit verbringt. Das wurde für mich schnell ermüdend, vor allem, weil außerhalb dieser Dynamik die Welt echt spannend ist.

Eine der stärksten Ideen des Buches ist für mich beispielweise Harlows Abstammung. Wer ihr Vater ist, bleibt lange ein Rätsel und wird erst im Verlauf der Geschichte aufgelöst – und damn, auf die Herkunft hab ich Bock. Ich hoffe sehr, dass ihr Vater im zweiten Band eine größere Rolle spielt und diese familiären Verbindung noch ausgearbeitet wird, denn das hat enormes Potenzial.

Insgesamt hatte „Loki“ für mich starke Ansätze und interessante Ideen, die aber unter einer sehr fokussierten Zweisamkeit, einer überhasteten Liebesgeschichte und einem etwas chaotischen Mythologie-Mix leiden.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Der Tod als Patenonkel

Das Dreizehnte Kind
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„Das 13. Kind“ von Erin A. Craig ist ein atmosphärisches Standalone, das mich sowohl inhaltlich als auch im Hörbuchformat überzeugt hat. Gelesen von Rebecca Veil, die ich ohnehin sehr schätze, gewinnt ...

„Das 13. Kind“ von Erin A. Craig ist ein atmosphärisches Standalone, das mich sowohl inhaltlich als auch im Hörbuchformat überzeugt hat. Gelesen von Rebecca Veil, die ich ohnehin sehr schätze, gewinnt die Geschichte zusätzlich an Tiefe: Jede Emotion sitzt, jede Nuance kommt an und die Sprecherin wird zur Protagonistin selbst.

Als Retelling vom grimmschen Märchen „Der Gevatter Tod“ bleibt der Roman seiner märchenhaften Vorlage überraschend treu, ohne abgeschrieben zu wirken. Besonders gelungen ist das schlichte, aber wirkungsvolle Drei-Götter-System. Wir haben den Anfang ("die Erste") und das Ende ("Der Endgültige"); die Zeit dazwischen wird in all seinen Facetten von unzähligen Göttern geprägt, die sich allerdings einen einzigen Körper teilen ("die Vielen"). Es ist klar strukturiert, einprägsam und genau richtig dimensioniert für einen Einzelband.

Erfreulich fand ich auch, wie medizinisch fundiert viele Aspekte umgesetzt sind. Abgesehen von der fantastischen Krankheit waren die Behandlungsmöglichkeiten überraschend realistisch, was der Geschichte zusätzliche Bodenhaftung verlieh. Zudem sind die verschiedenen Figuren – gemessen an der begrenzten Seitenzahl – erstaunlich differenziert und greifbar, ohne dabei überladen zu wirken.
Das Ende ist zwar glücklich, aber keineswegs kitschig. Stattdessen bleibt es emotional und nachhallend.

Ein schönes Detail: Der wahre Sinn des Covers erschließt sich erst mit der Zeit - außer natürlich, man kennt das Märchen bereits.

Insgesamt ein stimmiges, durchdachtes und emotionales Retelling, das zeigt, wie viel Tiefe ein gutes Standalone haben kann – besonders, wenn Text und Hörbuch so harmonisch zusammenspielen.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Würdiges Finale mit kleinen Schwächen

Rebel Witch. Der rote Nachtfalter, Band 2
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„Rebel Witch“, der zweite und finale Band der Rote Nachtfalter-Dilogie von Kirsten Ciccarelli, konnte für mich nicht ganz mit dem starken Auftakt mithalten – ist aber dennoch ein sehr gelungener Abschluss. ...

„Rebel Witch“, der zweite und finale Band der Rote Nachtfalter-Dilogie von Kirsten Ciccarelli, konnte für mich nicht ganz mit dem starken Auftakt mithalten – ist aber dennoch ein sehr gelungener Abschluss. Etwas schwächer, ja, aber immer noch verdammt gut.

Was mir am meisten gefehlt hat, war eine wirkliche Aufarbeitung der Traumata der beiden Hauptfiguren, insbesondere die des Protagonisten. Vieles davon wird zwar angeschnitten, aber eher umschifft als wirklich durchlebt. Das fühlt sich gerade im Finale einer Dilogie ein wenig verschenkt an. Ähnlich ging es mir mit einigen neuen Figuren: Manche tauchen sehr plötzlich auf und wirken in erster Linie wie narrative Abkürzungen. Besonders eine Sagengeschichte, die wie aus dem Nichts eingeführt wird und dann praktischerweise den Weg zu einem Happy End ebnet, hatte für mich einen sehr „bequemen“ Beigeschmack. Gleichzeitig hatten die meisten dieser Nebenfiguren richtig starke Ansätze – eigene Spin-offs würde ich nicht mit Handkuss nehmen! Auch die Welt würde zu solchen einladen: Sie ist spannend, vielschichtig und fühlt sich größer an als diese zwei Bände. Ich hätte WIRKLICH nichts dagegen, noch mehr Zeit in diesem Universum zu verbringen.

Die Liebesgeschichte der Hauptfiguren war in der ersten Hälfte… anstrengend. Misscommunication tropes galore. Wer sowas liebt, wird hier vermutlich auf seine Kosten kommen; für mich war es eher ein Geduldstest. Positiv bleibt aber: Die Charaktere handeln dabei konsistent und bleiben sich selbst treu, was viel verzeiht.
Das Ende schließlich war mir allerdings etwas zu gewollt glücklich. Nach all dem Schmerz, den Traumata und den moralischen Konflikten hätte ich mir ein weniger glattgebügeltes Finale gewünscht.
Auch bleiben mir die unübersetzten, englischen Zaubersprüche weiterhin ein Rätsel, obwohl der Rest der Übersetzung makellos ist. Mich haben sie leider immer wieder brutal aus dem Lesefluss gerissen.

Unterm Strich: Rebel Witch ist ein guter, emotionaler Abschluss mit starken Figuren, einer großartigen Welt und ein paar erzählerischen Abkürzungen, die ihm den letzten Feinschliff nehmen. Nicht ganz so stark wie Band eins – aber definitiv lesenswert.

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