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Veröffentlicht am 15.08.2026

Abklatsch - aber besser!

The Sea Spinner (Wind Weaver 2)
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Nachdem mich der erste Band ziemlich ungespannt zurückgelassen hat, war ich mir lange nicht sicher, ob ich die Reihe weiter verfolgen möchte. Ich fand Pendefyre so unglaublich furchtbar, dass ich regelrecht ...

Nachdem mich der erste Band ziemlich ungespannt zurückgelassen hat, war ich mir lange nicht sicher, ob ich die Reihe weiter verfolgen möchte. Ich fand Pendefyre so unglaublich furchtbar, dass ich regelrecht dafür gebetet habe, dass wir ein Love Triangle bekommen.
Nun, mit dem Titel "Sea Spinner" war dann klar, dass meine Gebete erhört wurden - und somit stürzte ich mich mit neuem Mut ins Abenteuer.

Und boy, jetzt freue ich mich WIRKLICH auf das Finale in ein paar Monaten.

Zugegeben, an vielen Stellen fühlt sich der zweite Band an wie ein ACOTAR-Abklatsch. (Wer diese Reihe nicht gelesen hat, sollte an der Stelle aufhören, da die nächsten Zeiten leichte SPOILER sind.) Die Figuren müssen ein schweres Trauma vom Ende des ersten Teils verarbeiten, wobei sie sich immer weiter entfremden, wo ihre Liebesbeziehung zueinander doch auch schon bereits zuvor mehr gewollt als tatsächlich gekonnt war. Zum Glück landet die Protagonistin im Reich des männlichen Gegenspielers, der früher einmal mit ihrem ursprünglichen Love Interest befreundet war. Dabei entpuppt sich schnell, dass besagter Gegenspieler hinter der cocky Maske sehr tiefgründig ist und an einer deutlich gleichberechtigteren Beziehung interessiert ist als Option 1. Und ganz nebenbei wird dessen Familie auch zu der unserer Hauptcharakterin, die zudem mit seiner Hilfe ihre Kräfte zu meistern lernt. Es gibt ein bisschen "oh mein Gott, wen liebe ich eigentlich?"-Drama und selbst das Ende zeigt deutliche Parallelen zu A Court of Mist and Fury.

Wer diese Story auch gerne noch ein zweites Mal liest, wird mit Sea Spinner sehr viel Spaß haben - ich zumindest hatte ihn! Insbesondere, da Rhya ein gutes Stück intelligenter ist als Feyre (ein Schelm, wer bereits die Namen ähnlich findet!) und man beim Lesen nicht das ständige Bedürfnis hat, seinen Kopf gegen die nächste Wand zu donnern.

Übrigens: Ich hatte es bereits beim ersten Band erwähnt, aber da sie so großartig ist, muss ich erneut die unglaubliche Leistung von Rebecca Veil, der Hörbuch-Sprecherin, loben! Wer also zwischen Buchstaben und Tönen hin und her gerissen ist, dem empfehle ich das deutsche Audiobook besten Gewissens.

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Veröffentlicht am 05.08.2026

Hat einfach Spaß gemacht

The Arcane Arts
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Ganz ehrlich? Ich war wegen des Unterhaltungswerts ernsthaft versucht, dieses Buch mit fünf Sternen zu bewerten. (Auf Amazon werde ich dies auch so halten, da das Marketing ohne reine 5-Sterne-Wertung ...

Ganz ehrlich? Ich war wegen des Unterhaltungswerts ernsthaft versucht, dieses Buch mit fünf Sternen zu bewerten. (Auf Amazon werde ich dies auch so halten, da das Marketing ohne reine 5-Sterne-Wertung einfach nicht funktioniert.)

Es ist ein Buch, das zum größten Teil aus Spice besteht und dies auch genau so vermittelt. Diese Szenen sind dabei nicht nur ausgesprochen geschmackvoll, sondern auch verantwortungsbewusst. Sowohl Safewords als auch Kondome werden benutzt, eingebettet in einer Umgebung gegenseitigen Vertrauens und Rückversicherungen.
Mit dem Aufhänger eben jenen Spices (Gedankenkontrolle) wurde letzten Endes jedoch vergleichsweise wenig interagiert. Bis auf die jeweilige Hälfte zweier Szenen hätte alles auch in der Realität passieren können, was in meinen Augen verschwendetes Potential ist.

Was dieses angeht, hat "Arcane Arts" allerdings auch noch andere Baustellen. Es gibt ein Murder Mystery im Hintergrund, das in seinem Plot zwar angenehm war, aber ebenfalls etwas zu kurz gekommen ist. So ging es auch den Beziehungen der einzelnen Figuren unter einander: Selbst das Hauptpärchen ist mit seinen Liebesbekundungen zu schnell und während diverse andere Beziehungen drumherum immer mal wieder angeschnitten wurden, werden die komplexen Gefühle des menschlichen Miteinanders eher stiefmütterlich behandelt.

Alles in allem hat mir das Buch sehr viel Spaß gemacht und ich konnte durch die Seiten fliegen. Ich habe ein Spice-Buch erwartet und das habe ich auch bekommen - dem verlorenen Potential werde ich allerdings trotzdem nachweinen.

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Veröffentlicht am 01.07.2026

Nicht jede Mitternacht ist magisch

Die Mitternachtsreise
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„Die Mitternachtsbibliothek“ war vor inzwischen viereinhalb Jahren das erste Buch seit meiner Schulzeit, das ich freiwillig (und nicht für die Uni) gelesen habe. Vielleicht war ich daher damals etwas voreingenommen, ...

„Die Mitternachtsbibliothek“ war vor inzwischen viereinhalb Jahren das erste Buch seit meiner Schulzeit, das ich freiwillig (und nicht für die Uni) gelesen habe. Vielleicht war ich daher damals etwas voreingenommen, weil es mich überhaupt erst zurück zum Lesen gebracht hat, aber das lebensbejahende Grundgefühl und die kleinen Denkanstöße zwischendurch haben mich komplett abgeholt. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf „Die Mitternachtsreise“.

Bevor wir zum Inhalt kommen, muss ich allerdings einmal kurz über den deutschen Titel ranten. Was ist das bitte für ein Übersetzungs-Fuckup? Während "The Midnight Library" völlig korrekt zu „Die Mitternachtsbibliothek“ wurde, hat man "The Midnight Train" aus unerfindlichen Gründen in „Die Mitternachtsreise“ umbenannt. Dabei kommt diese Wortkombination im gesamten Buch nicht einmal vor – der Mitternachtszug hingegen schon. Warum also nicht einfach den Originaltitel übersetzen?

Inhaltlich bleibt der zweite Band für mich leider deutlich hinter seinem Vorgänger zurück. Während „Die Mitternachtsbibliothek“ zwar ebenfalls mit Magie gearbeitet hat, die eigentliche Botschaft (die deutlich mehr Tiefe hatte als das schnöde "Geld ist nicht wichtiger als Liebe!" hier, das zudem bereits seit Kapitel 1 durchkam) aber trotzdem auf jede lesende Person übertragbar war, sieht das hier anders aus. Wir begleiten einen alten weißen Mann, der an Altersschwäche stirbt, sein Leben größtenteils bereut und anschließend – dank Magie – die Chance erhält, alles noch einmal zu verändern. Das ist natürlich eine nette Idee, fühlt sich aber nicht so hoffnungsspendend an wie die Geschichte des ersten Bandes.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Buch stellenweise wie ein sehr nahes Retelling von A Christmas Carol liest – etwas, das sogar innerhalb der Geschichte selbst aufgegriffen wird. Ich habe überhaupt nichts gegen Retellings, ganz im Gegenteil. Hier war die Nähe zum Vorbild für meinen Geschmack allerdings so groß, dass sie mich eher gestört als begeistert hat.

Apropos Kapitel: WIE kurz waren die bitte? Ich mag kurze Kapitel wirklich gerne, aber länger als eine Seite dürfen sie dann doch sein. Durch die ständigen Unterbrechungen wirkte das gesamte Leseerlebnis unnötig zerstückelt und kam nie so richtig in einen Lesefluss.

Schade. Vielleicht waren meine Erwartungen nach „Die Mitternachtsbibliothek“ einfach zu hoch. Für mich konnte „Die Mitternachtsreise“ aber weder emotional noch inhaltlich an seinen Vorgänger anknüpfen.

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Veröffentlicht am 19.06.2026

Titel sehr ungenutzt gelassen

Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain
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Mit „The Rose Bargain“ startet Sasha Peyton Smith ihre Dilogie mit einer recht klassischen Idee, die mich immer kriegt: magische Pakte, die Wünsche erfüllen, aber jeweils einen Preis fordern. Entsprechend ...

Mit „The Rose Bargain“ startet Sasha Peyton Smith ihre Dilogie mit einer recht klassischen Idee, die mich immer kriegt: magische Pakte, die Wünsche erfüllen, aber jeweils einen Preis fordern. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf genau diesen Aspekt der Geschichte.

Und fairerweise werden auch zahlreiche verschiedene Pakte vorgestellt. Trotzdem hatte ich am Ende das Gefühl, dass mit dem Konzept insgesamt zu wenig gemacht wurde – insbesondere dafür, dass der titelgebende „Rose Bargain“ so zentral für Vermarktung und Klappentext ist. Vor allem vom Pakt unserer Protagonistin hätte ich mir deutlich mehr erhofft. Mehr Relevanz, mehr Konsequenzen und mehr kreative Nutzung innerhalb der Handlung.

Die Protagonistin selbst ist besonders zu Beginn ziemlich naiv. Normalerweise kann mich das schnell frustrieren, hier hat es mich aber deutlich weniger gestört, weil sie sich ihrer eigenen Naivität durchaus bewusst ist. Das macht zumindest für mich einen großen Unterschied und sorgte dafür, dass ich ihre Entscheidungen fast nachvollziehen konnte.

Weniger überzeugt hat mich allerdings das Ende. Natürlich möchte man als Auftaktband genug Spannung für die Fortsetzung aufbauen, aber hier wirkte es auf mich etwas zu hektisch und verknotet. Es passieren sehr viele Dinge in kurzer Zeit, und manches fühlte sich eher nach künstlicher Zuspitzung als nach einer organischen Entwicklung an. Im Vergleich zum restlichen Buch wirkte dieser Abschnitt fast wie aus einer anderen Geschichte.

Nach dem unmittelbaren Read (auf Englisch) hätte ich gesagt, dass mich das Buch trotzdem genug hat, um auch den zweiten Band zu lesen. Nun ist allerdings fast ein Jahr vergangen und ich muss sagen, dass ich überhaupt nicht mehr das Bedürfnis verspüre, "The Thorn Queen" ebenfalls zu lesen x.x Es ist mir schlichtweg egal.

Übrigens großes Lob an die deutsche Coverdesignerin! Während das englische Original absolut furchtbar war, fängt die deutsche Variante den Vibe gut ein, ohne dabei kitschig zu wirken.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Was weiß sie? Was weiß ich? Offenbar nichts.

Ich, die ich Männer nicht kannte
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„Ich, die Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman ist eines dieser Bücher, bei denen ich nach der letzten Seite nicht so recht wusste, was ich eigentlich empfunden habe. Es war spannend – aber irgendwie ...

„Ich, die Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman ist eines dieser Bücher, bei denen ich nach der letzten Seite nicht so recht wusste, was ich eigentlich empfunden habe. Es war spannend – aber irgendwie auch nicht. Ständig wollte ich weiterlesen, weil ich Antworten suchte, und gleichzeitig bestand ein großer Teil der Leseerfahrung daraus, eben diese Antworten nicht zu bekommen.

Was der Autorin allerdings hervorragend gelingt, ist die Übertragung des Wissensdursts ihrer Protagonistin auf die Lesenden. Ihr ständiges Fragen, Suchen und Nicht-Verstehen wird fast körperlich spürbar. Man leidet konsequent mit ihr mit. Das macht das Buch eindringlich, hinterlässt aber auch eine gewisse Frustration, weil viele dieser Fragen unbeantwortet bleiben.

Die Figuren wirken dabei bemerkenswert menschlich. Nicht unbedingt sympathisch und für mich auch nicht immer nachvollziehbar, aber durchaus realistisch angesichts ihrer Situation. Besonders die Protagonistin konnte ich sehr gut verstehen, während mir die Gedanken und Handlungen vieler anderer Charaktere deutlich fremder blieben.

Etwas ratlos zurückgelassen hat mich hingegen die Einordnung als feministischer Klassiker. Vermutlich hängt das stark mit der Zeit der Erstveröffentlichung zusammen, denn nach heutigen Maßstäben erschien mir das Buch nicht automatisch feministisch, nur weil die Hauptfigur eine Frau ist. Vielleicht erschließt sich dieser Aspekt anderen Lesenden stärker als mir.

Und dann muss ich noch kurz über den Titel sprechen: „Ich, die Männer nicht kannte“ ist schon eine erstaunlich gewagte Behauptung, wenn bereits auf den ersten Seiten beschrieben wird, dass die Frauen von männlichen Wärtern bewacht werden.

Am Ende bleibt für mich ein interessantes, aber erstaunlich nichtssagendes Buch, das weniger von Antworten als von Fragen lebt. Ob man diese Erfahrung als faszinierend oder frustrierend empfindet, wird vermutlich stark davon abhängen, wie gut man mit offenen Rätseln und fehlender Auflösung umgehen kann.

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