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Konstanzhe

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2020

Leider flach und unrealistisch

Office Escort
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Aus dem Klappentext:
"Die gutaussehende Sekretärin Joanna lässt sich von einem exklusiven Office-Escort anwerben, um ihre Fantasien auszuleben und den aktiven Part in erotischen Spielen zu übernehmen."

Klang ...

Aus dem Klappentext:
"Die gutaussehende Sekretärin Joanna lässt sich von einem exklusiven Office-Escort anwerben, um ihre Fantasien auszuleben und den aktiven Part in erotischen Spielen zu übernehmen."

Klang für mich nach einem ansprechenden BDSM-Roman, in dem eine Protagonistin ihre dominanten Fertigkeiten erweitert. Geschrieben von einer Frau, über eine Frau und sicher (hauptsächlich) für Frauen. Fehlanzeige.

Der Roman ist m.E. im Männerporno-Jargon verfasst. Beispiel: "Der Geruch nach süßem Mösensaft tat sein übriges und ließ mich ebenfalls feucht werden." (Seite 15)
Die stete Wollust der Protagonistin sowie die ständigen Anlässe, aus denen sie heiß wird, wirkten auf mich wie Szenen eines zweitklassigen Pornos. Und wie das bei Pornos so ist, gab's leider kaum Story, Stringenz oder Charakterentwicklung.

Dieses Buch ist wenn überhaupt, dann wohl eher was für Männer. Als Frau kann ich diesen unrealistischen Porno nicht weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 15.02.2020

Prickelnde Erotik

Hard & Heart 3: Die Zähmung der Haselnuss
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Protagonistin Kira hatte es in ihrem bisherigen Leben nicht leicht. Doch sie hat immer allein ihre Frau gestanden und leitet mittlerweile mit ihrem verhassten Halbbruder Oliver ein Hotel. Als ein Mordanschlag ...

Protagonistin Kira hatte es in ihrem bisherigen Leben nicht leicht. Doch sie hat immer allein ihre Frau gestanden und leitet mittlerweile mit ihrem verhassten Halbbruder Oliver ein Hotel. Als ein Mordanschlag auf sie verübt wird, kommt sie an den Punkt, Hilfe annehmen zu müssen. So lässt sie, wenn auch widerwillig, Bodyguard Pascal in ihr Leben...

Der Roman hat alles, was man sich von einem schönen BDSM - Nackenbeißer erhofft: Ausgiebige erotische Spielchen, gefühlvolle Sessions und auch Liebe und Sex kommen nicht zu kurz. Sara-Maria Lukas hat erneut einen gefühlvollen Erotikroman der etwas härteren Gangart für ihre Leserschaft gezaubert. Manches in der Handlung und Entwicklung der Charaktere läuft für meinen Geschmack gar zu glatt. Aber irgendwie muss man als Autorin halt zum, vom plaisir d'amour Verlag vorgeschriebenen, Happy-End gelangen. Lukas' "Hard & Love" - Reihe hat mich vom Plot her mehr mitgenommen.

Fazit: Handlungstechnisch nicht der große Wurf aber definitiv prickelndes Lesevergnügen für schöne Stunden.

Veröffentlicht am 05.02.2020

Fünf Kurzgeschichten

Verborgene Wesen V
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"Verborgene Wesen V: Kryptozoologische Geschichten"
Eine Anthologie mit fünf fiktionalen Geschichten über Wesen, die im Verborgenen leben ... aber nicht immer dort bleiben.


Geschichte 1
Der Erzählstil ...

"Verborgene Wesen V: Kryptozoologische Geschichten"
Eine Anthologie mit fünf fiktionalen Geschichten über Wesen, die im Verborgenen leben ... aber nicht immer dort bleiben.


Geschichte 1
Der Erzählstil wirkt noch nicht ganz ausgereift. Er liest sich nicht komplett flüssig, baut aber trotzdem Atmosphäre auf, in der man mitfiebert.
Die Handlung ist spannend verdichtet. Die Charaktere ein wenig verwaschen, was aber bei der Kürze der Geschichte zu verschmerzen ist.

Geschichte 2
Sehr schöner Stil, der wunderbar zur altertümlichen Geschichte passt. Hier wurde eine wahre historische Begebenheit mit einem spannenden fiktionalen Einfall verknüpft.
Vereinzelt hätte ich mir für Charaktere und Handlung mehr Stringenz gewünscht.

Geschichte 3
Mit dem Stil dieser Geschichte bin ich sofort warm geworden. Die philosophischen Passagen fordern zum Mitdenken auf, während zwei Spannungsbögen ständig aktiv sind. Der Autor hat sich Zeit genommen, seinen Protagonisten charakterlich aufzubauen, bevor die ausgeklügelte Handlung zu ihrem fesselnden Ende kommt. Mein Favorit.

Geschichte 4
Ein solider Stil, passend zur Epoche der Geschichte. Gekonnt differenzierte Darstellung aller Charaktere, sodass ich jede Person - auch im Nachhinein - lebhaft vor mir sehe.
Der Handlungsstrang bietet zwar wenig Überraschendes, dennoch habe ich mich im letzten Drittel beim angespannten Fingernägel knabbern erwischt.

Geschichte 5
Der Schreibstil schwankt hier - für mich nicht immer passend - zwischen modern und altertümlich. Auch der Inhalt ist für mich nicht lückenlos nachvollziehbar. Die Charaktere finde ich hingegen gut herausgearbeitet und absolut glaubwürdig.


Jede der fünf Geschichten hat mich gut bis sehr gut unterhalten. Mal stand das Gruseln im Vordergrund und mal die Spannung.
Summa summarum eine interessante Zusammenstellung von - auch in der Länge - unterschiedlichen Geschichten.

Mir persönlich haben außerdem die vereinzelten Tierwesen - Skizzen im Buch sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 30.01.2020

Super Plot

Das Netz der Sterne
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Schauplatz Zukunft: Die Menschheit hat verschiedenste Planeten besiedelt. Die Technik ist weit vorangeschritten. Menschliche Träume und Liebe existieren jedoch nach wie vor. Die junge Tess wird beider ...

Schauplatz Zukunft: Die Menschheit hat verschiedenste Planeten besiedelt. Die Technik ist weit vorangeschritten. Menschliche Träume und Liebe existieren jedoch nach wie vor. Die junge Tess wird beider beraubt. So muss sie vieles in Frage stellen, auch sich selbst.
Dies ist die Geschichte ihrer faszinierenden Gabe, ihres Kampfes und zugleich einer Menschheit, die tief in die Weiten des Universums drängt.


Als SF - Neueinsteigerin kann ich diesen in sich geschlossenen Einzelroman empfehlen. Die ausgefeilten Technikpassagen, habe ich zwar nicht vollends durchdringen können und wollen. Aber dank der technikversierten SF - Fans in der Leserunde, an der ich teilnahm, lässt sich sagen, dass alle detaillierten technischen Beschreibungen Hand und Fuß zu haben scheinen.
Auch ohne Technikverliebtheit überzeugen konsequenter Schreibstil, überraschend wendungsreiche Handlung und differenzierte Charaktere. Bezüglich letzterer gab es einige Diskussion innerhalb der Leserunde. Möge jeder selbst erleben, wie gut er/sie sich in die Handelnden einzufühlen vermag.

Es gibt einen m.E. nach elementaren Sachverhalt, dessen Entstehung im Buch nicht beantwortet wird bzw. durch die Lektüre des Buches nicht beantwortet werden kann. Der Autor schrieb dazu in unserer Leserunde, dies gehöre "zum 'sense of wonder' der Science Fiction".
Das sehe ich definitiv anders, daher muss leider ein Stern abgezogen werden.


Fazit: Überzeugt v.a. durch Stilsicherheit und komplexen, wendungsreichen Plot. Letzteres leider nicht ganz ohne inhaltliche Schwächen. Für SF - Fans wie - Neueinsteiger ein spannender Genuss. 'Wäre was für die Filmindustrie!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2020

Abstruser Heimatroman

Scharnow
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In Scharnow, einem Dorf in Brandenburg, geht die Angst vor der Leere um. Dabei entpuppt sich das DDR - Charme geprägte Dorf als Schmelztigel des Außergewöhnlichen.


Leider habe ich keine Ahnung, warum ...

In Scharnow, einem Dorf in Brandenburg, geht die Angst vor der Leere um. Dabei entpuppt sich das DDR - Charme geprägte Dorf als Schmelztigel des Außergewöhnlichen.


Leider habe ich keine Ahnung, warum die Feuilletons das Buch größtenteils hochgelobt haben. Ich musste mich durchquälen.
Durch eine ZDF - Talkshow erfuhr ich, dass Bela B ursprünglich eine Kurzgeschichtensammlung schreiben wollte. Genauso wirkt das Buch: Als habe ein Autor viele außergewöhnliche Ideen in verschiedene Kurzgeschichten packen wollen und dann kam jemand - in diesem Falle der Verlag - und sagte, Kurzgeschichten würden sich nicht verkaufen. Der Autor möge doch bitte alle Geschichten zu einem Roman zusammenraffen. So gezwungen wirkt und liest sich selbiger dann leider auch.
Hätte Bela B in besagter Talkshow nicht selbst eröffnet, dass es sich bei "Scharnow" um einen "Heimatroman" handelt, hätte ich überhaupt nicht gewusst, was er mit dem Buch eigentlich will. Der Idee, einen Heimatroman derart abgespaced zu gestalten, zolle ich durchaus Tribut. Jedoch schafft der Autor es nicht, einen durchgängigen Spannungsbogen zu erzeugen. Selbst innerhalb einzelner Kapitel gelingt ihm das nicht immer. So ertrinken leider alle fantasievollen Ideen in der Langeweile des Zuhörers.

Als Hörbuchsprecher kann Bela B daran meiner Meinung nach nicht viel ändern. Man merkt einfach, dass er kein professioneller Sprecher ist. Ein anderer hätte da sicher noch einiges rausgerissen.

Positiv sei aber auch auf wunderbare Ausnahmen hingewiesen: Das erste "Zwischenspiel" und die direkt anschließenden Kapitel sind fantastisch, ergreifend, plastisch ... einfach toll geschrieben. Gewisse Vorkommnisse wirken derart realistisch, dass ich von Herzen hoffe, dass Herr Felsenheimer nicht aus persönlicher Erfahrung geschrieben hat.


Fazit: Tolle Ideen, trotz viel Fantasie leider flach umgesetzt. Oft langatmig und nur wenige richtig gute Kapitel. Auch als Hörbuchsprecher konnte mich Bela B nicht überzeugen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere