Emotional und tiefgründig
All die Farben zwischen unsEllie hat ihren Mann Phil vor einem Jahr verloren. Seitdem ist sie in einem Loch aus Trauer und auch ihre Kunst spiegelt das wider. Sie malt die unterschiedlichen Farben von Stille, insbesondere aber in ...
Ellie hat ihren Mann Phil vor einem Jahr verloren. Seitdem ist sie in einem Loch aus Trauer und auch ihre Kunst spiegelt das wider. Sie malt die unterschiedlichen Farben von Stille, insbesondere aber in schwarz. Alle um sie herumlaufen wie auf Eierschalen und sind sehr vorsichtig mit ihr, was sie irgendwann nervt, verständlich. Als dann aber herauskommt, dass Phil vor seinem Tod ein Cottage in Wales gekauft hat, ist Ellie mehr als verdutzt. Wollte er doch nie dahin. Damals haben sie oft darüber geredet, dass sie zurück in ihre Heimat will, aber es eben unvernünftig wäre. Denn Phil war Informatiker und hat alles Mögliche immer berechnet, was Ellie manchmal in den Wahnsinn getrieben hat. Dennoch muss sie sich nun den neuen Herausforderungen stellen.
In Wales angekommen wartet der nächste Schock. Das Cottage ist mehr als heruntergekommen. Einmal streichen und es dann verkaufen ist nicht. Ungewöhnlich. Phil würde sein Geld doch niemals für so etwas ausgeben. Aber ihn fragen kann sie nicht, weswegen sie einfach loslegt. Der einzige verfügbare Handwerker in der Nähe ist Liam Moss. Der Typ in der Bar des Ortes, der total unfreundlich zu ihr ist. Er behandelt sie nicht wie zerbrechliches Glas, sondern erfrischend normal. Entsprechend sind ihre Dialoge von einem Schlagabtausch nach dem nächsten geprägt, es knisterte gewaltig. Richtig amüsante Dialoge. Liam ist dabei ziemlich knurrig und abweisend, aber sie lässt sich davon überhaupt nicht abschrecken. Gemeinsam arbeiten sie an dem Cottage und kommen sich dabei unweigerlich näher. Fand ich sehr authentisch. Dabei verschweigt sie aber ihren toten Ehemann. Erste Gefühle entstehen und sie bekommt Panik ihren Mann zu vergessen. Diesen Zwiespalt von ihr fand ich sehr glaubwürdig und authentisch. Ebenso schön aber ihre Entwicklung, denn man hat richtig gemerkt, wie sie langsam aufblühte und wieder Spaß am Leben hat. Das alles natürlich insbesondere durch Hilfe von Liam, der sie mit seiner grimmigen Art aus ihrer Komfortzone holt. Trotz des drückenden Themas war es so amüsant und schön. Gleichzeitig war es so tiefgründig, wenn sie dann doch die ersten Gespräche über das Leben hatten.
Swan Haven ist eine Kleinstadt, die dem Namen Kleinstadt alle Ehre macht. Der Kleinstadt-Tratsch ist voll im Gange. Alle kennen sich gegenseitig und sind eine richtige Gemeinschaft. Das Ganze hatte entsprechend einer richtig wohlige Atmosphäre. Die ganzen Nebenstränge fand ich ebenfalls sehr interessant. Besonders die Vergangenheit von Liam hat mich neugierig gemacht. Im Gesamten Buch sind die Emotionen von Ellie stark vertreten. Sie fühlt viel und stark. Aber bei so einem Schicksal kein Wunder. Sie macht sich viele Gedanken und versucht Phil gerecht zu werden. Besonders das Ende fand ich besonders schön und hat mir eine richtige Gänsehaut bereitet. Einfach nur so schön.
Fazit:
Emotional und tiefgründig. Ellie durchlebt durch ihren Schicksalsschlag viele Emotionen. Ihre Reise raus aus der Trauer fand ich wahnsinnig schön. Ihre Art ist ganz anders als die von Liam, was zu einigen sehr interessanten und amüsanten Dialogen geführt hat. Die beiden sind wie Eis und Feuer und ich habe es geliebt. Dabei wird es oft tiefgründig und emotional, durch die Art der beiden aber oft wieder aufgelockert. Das Buch hat mich von vorne bis hinten gepackt und ich konnte es kaum aus der Hand legen, große Leseempfehlung!
5/5 Sterne