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Veröffentlicht am 31.07.2025

Ein floraler Sommerroman

Duftwickensommer
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2024: Marieke lebt, frisch geschieden, auf Borkum und versucht mehr oder minder gut ein neues Leben zu beginnen. Als sie den Biologen Tibo kennenlernt, scheint ihr das Auftrieb zu geben. Gemeinsam mit ...

2024: Marieke lebt, frisch geschieden, auf Borkum und versucht mehr oder minder gut ein neues Leben zu beginnen. Als sie den Biologen Tibo kennenlernt, scheint ihr das Auftrieb zu geben. Gemeinsam mit Nachbarin Alwine unternehmen die beiden eine Reise in die Vergangenheit.
Im Jahr 1911 ist die Deutsche Anni die Vorleserin einer reichen Dame in England. Als sie dort von einem floralen Wettbewerb erfährt, nutzen sie und ihre Freundin Meg diese Chance. Doch der Wettbewerb verändert nicht nur das Verhältnis der beiden Freundinnen.

„Duftwickensommer“ von Sylvia Lott ist ein toller Roman auf zwei Zeitebenen. 
Sylvia Lott ist bereits geläufig als Autorin im Bereich der historischen Romane. Mit der Trilogie „Der Inselsalon“ ist sie bereits bekannt geworden.

Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt. So lebt Marieke im Sommer 2024 auf Borkum. 
Marieke versucht sich nach ihrer Scheidung ein neues Leben aufzubauen. Es sind die Gedanken, die sie nach einer toxischen Beziehung weiterhin nach unten ziehen. Die Gedanken über vergeudete Zeit, Schuldigkeit gegenüber den bereits erwachsenen Kindern, aber auch der „Abschied“ von einem gewohnten Leben in gesicherten Verhältnissen.
Ich denke, das die Autorin mit dieser Thematik sehr realitätsnah an die Gedanken und Gefühle vieler Frauen nach einer Trennung herankommt.
Anni wiederum steht für Aufschwung, Lebensfreude und vielleicht auch den Hauch einer Revolutionärin. Sie dient als Vorbild der damaligen Zeit, befindet sich aber in der Schere zwischen bürgerlicher und gehobener Gesellschaft. Auch das eine reale Situation der damaligen Zeit.
Sehr interessant an der gesamten Geschichte ist der rote Faden, der sich hier durchzieht - die Flora, insbesondere das Wissen über Wicken. Dieser Aufhänger ist mal etwas anders.
Auch das Wissen, dass über die Natur Borkums vermittelt wird, ist sehr aktuell gewählt und soll vermutlich auch wachrütteln.

Die Nebenfiguren geben dem Roman etwas Buntes. So sind es im Jahr 2024 die quirlige Seniorin Alwine, die mit ihrer Neugierde manchmal auch etwas über die Strenge schlägt und der ruhige, in sich gekehrte Tibo, der sich erst in Mariekes Gegenwart öffnet.
Im Jahr 1911 sind es Meg und ihr Großvater, wobei gerade letzterer mit seiner Flucherei für Schmunzeln sorgt, als auch der bodenständige John, dem Werte über alles gehen. Für mich sorgte hier Suffragette Ethel für frischen Wind.
Alles in allem ein gelungener Sommerroman, der zum Verweilen und abschalten einlädt!
Von mir gibt es daher 4,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2025

Wer bin ich und was will ich?

Wedding People (deutsche Ausgabe)
7

Lila träumt von einer Traumhochzeit in einem Traumhotel. Sie hat die Feierlichkeiten dazu bis ins kleinste Detail durchgeplant, immerhin gehen sie eine knappe Woche. Logisch, dass da keiner dazwischenfunken ...

Lila träumt von einer Traumhochzeit in einem Traumhotel. Sie hat die Feierlichkeiten dazu bis ins kleinste Detail durchgeplant, immerhin gehen sie eine knappe Woche. Logisch, dass da keiner dazwischenfunken darf. Doch dann kommt Phoebe ihr mit ihrem Vorhaben in die Quere.

„Wedding People“ von Alison Epach ist ein Gegenwartsroman, bei dem ich wirklich Schwierigkeiten habe, zu sagen, was ich davon halte.
Liest man die Kritiken, mit denen dieser Roman beworben wird, steht dort „Absurd komisch und tief berührend“. Nach der Leseprobe hätte ich dem absurd komischen durchaus zugestimmt. Mit Witz, Ironie und vielleicht auch ein bisschen Sarkasmus begeisterte mich der Einstieg in die Geschichte. Eine gebildete Frau beschreibt die, ihr unbekannte, Hochzeitsgesellschaft beim Einchecken in einem Edelhotel und dies in einer Form, dass man die Szenen in Farbe vor Augen hat. Doch dann wurde es für mich schwierig. Hatte ich doch eine Geschichte erwartet, die zwar ernst ist, aber doch hin und wieder von Witz und Charme getoppt wird, entwickelte sich die Handlung für mich zu einer Art „Psychoroman“, extrem gesagt, zu einer kleinen Gesellschaftstudie. Die Handlung biegt ab zum Sinnieren über das Leben, „Wer bin ich eigentlich?“, „Was will ich?! und „Welche Menschen brauche ich, aus welchen Gründen, in meinem Leben?“. Es sind die Schilderungen einer oberflächlichen Hochzeitsgesellschaft, die eigentlich den inneren Kern der Familie und des Freundeskreises des Brautpaars bilden, die hier zum Nachdenken anregen und es sind so einige Äußerungen, die mich kopfschüttelnd zurückließen.

Es werden aber auch Themen behandelt, die in unserer Gesellschaft auch heute noch selten offen angesprochen werden, weil die Scham zu groß ist. So sind dies solch ernste Themen wie künstliche Befruchtung oder der Verlust der Ehefrau und der eigenen Mutter, aber auch die Erkrankungen einer nahestehenden Person. Das fand ich gut, weil es wirklich wichtig ist, einen offenen Umgang damit zu pflegen.

Ich habe mich aber auch schwer mit den beiden Protagonistinnen Phoebe und Lila getan. Phoebe ist ein außergewöhnlicher Mensch, der Zeit seines Lebens nur unter dem Einfluss der ihr nahestehenden Männer gelitten hat, obwohl sie ein besonders empathischer Mensch ist.
Lila wiederum wirkt wie das verwöhnte, reiche Kind, dem immer alle Wünsche von den Augen abgelesen wurden und die immer die Macht über die Entwicklungen in ihrem Leben haben muss, weil sie sonst den Halt verliert.
Ich gebe zu, ich habe mich mit beiden schwergetan, zumal gerade bei Phoebe Corona eine riesige Rolle spielte.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich mehr von diesem hochumworbenen Buch erwartet hatte. Unter einer anderen Beschreibung, in der nicht Witz, Charme und Grandiosität erwähnt werden, wäre ich vermutlich anders an das Buch herangegangen und hätte eher Gefallen daran gefunden. So hat es leider meine Erwartungen nicht erfüllt. Wer sich jedoch gerne mit der Psychologie des Menschen beschäftigt, ist hier genau richtig. 
Von mir gibt es daher 3,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 24.07.2025

Goldene Weiterentwicklung

Cartier. Der Glanz von Gold
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Der erste Weltkrieg ist vorbei und Cartier konnte sich über Wasser halten. Nun sind alle drei Cartier-Brüder in ihren jeweiligen Wirkungsstätten zurück und beginnen mit neuen Ideen.
Doch auch die Frauen ...

Der erste Weltkrieg ist vorbei und Cartier konnte sich über Wasser halten. Nun sind alle drei Cartier-Brüder in ihren jeweiligen Wirkungsstätten zurück und beginnen mit neuen Ideen.
Doch auch die Frauen der Cartiers stehen den Männern in nichts nach. Während Jeanne weiterhin auf einen Heiratsantrags Louis hofft, wächst Elma über sich hinaus. Auch Anne-Marie scheint in die Fußstapfen ihres Vaters treten zu wollen.

Sophie Villards zweiter Band der Cartier-Saga, „Cartier. Der Glanz von Gold“ knüpft an das Ende des ersten Weltkriegs und damit an eine Aufbruchstimmung an.
Den Namen des Titels findet man schon im wunderschönen Cover wieder.
Ich habe auch nur kurze Zeit gebraucht, bis ich wieder in der Geschichte drin war.
Die Autorin verfolgt weiterhin alle drei Konzernzweite, Louis im Hauptquartier in Paris und Jacques in London und Pierre in New York. Weiterhin verfolgt der Leser Jeannes Werdegang.
Ich fand es äußerst interessant zu erleben, wie sich die Zeit nach dem ersten Weltkrieg gestaltete. Gerade, was die Konkurrenz für Cartier betrifft und wie sich doch der Zusammenhalt innerhalb der Branche gestaltete. Auch die Loyalität der Kundschaft gegenüber war wieder gut beschrieben.
Das Nachwort fand ich besonders spannend, aber wenn man die Geschichte auch zwischen den Zeilen gelesen hat, war dies eigentlich weniger überraschend. Denn gerade Anne-Maries Handlungen waren spannend und manchmal auch zum Kopf schütteln beschrieben.
Was mir nicht gefallen hat, war die Anhäufung bekannter historischer Personen. Hier gilt wieder der Grundsatz, „Manchmal ist weniger mehr!“.
Während Elma versucht, Pierres Probleme mit Selbstbewusstsein zu lösen, wächst sie über sich hinaus. Das fand ich wirklich spannend!!
Jacques’ Part in diesem Buch fand ich wiederum sehr farblos. Hier nehmen eher Mr. Mosley und Ms. Winter den wichtigen Part ein. Wobei auch hier die Frauen eher die Kontrolle übernehmen, in seinem Fall eben seine Tochter Dorothy und Ms Winter.
Louis ist für mich der große Sympathieverlierer dieser Geschichte. Leider bedient er sehr viele Klischees der damaligen Zeit und Jeanne kann einem wirklich nur leid tun.

Alles in allem also eine interessante und spannende Anknüpfung an Band 1 und eine Empfehlung für all jene, die historische Romane und die Geschichten von Familienunternehmen mögen.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Tierische Verbundenheit

Crosston Creek - Wie deine Seele mich berührt
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Evie nimmt kurz vor ihrer Verlobung die Beine in die Hand und verschwindet mit einem firmeneigenen Wohnmobil in die Freiheit. Sie flieht vor der Vorhersehbarkeit ihres Lebens direkt in die Pfoten eines ...

Evie nimmt kurz vor ihrer Verlobung die Beine in die Hand und verschwindet mit einem firmeneigenen Wohnmobil in die Freiheit. Sie flieht vor der Vorhersehbarkeit ihres Lebens direkt in die Pfoten eines kleinen Welpen, dem sie das Leben rettet. Dieser wiederum rettet sie in die Arme von Tierarzt Noah aus Crosston Creek. Doch auch dort holt sie ihr altes Leben irgendwann ein.

„Crosston Creek - Wie deine Seele mich berührt“ ist Band 2 aus der Reihe „Liebe und Romantik inmitten der malerischen Rocky Mountains“ von Cara Lay.

Zurück in Crosston Creek begegneten mir einige Charaktere, die ich aus Band 1 schon kannte. Das fand ich total super, denn so konnte ich die weiteren Entwicklungen in dem malerischen Dörfchen weiterverfolgen. Auch habe ich mich über ein Wiedersehen mit den Protagonisten des ersten Bandes gefreut.
Doch die Geschichte selber hat mich nicht ganz so begeistert, weshalb ich lange gebraucht habe, um dieses Buch zu beenden. Ich habe es immer so „nebenbei“ gelesen und auch immer mal wieder zur Seite gelegt und ein anderes Buch stattdessen gelesen.
Fühlte ich mich in Band 1 mehr als wohl, fand ich den zweiten Band sehr ideenlos. Die Geschichte war vorhersehbar und etwas farblos, also ideenlos. Es erinnerte mich an einige Bücher, die ich bereits zuvor gelesen habe, wie bspw. Bücher von Susan Wiggs.
Keine Frage war es ein schönes Wohlfühlbuch, wozu auch gerade Rocky nicht gerade wenig beigetragen hat. Doch es war auch eine Geschichte, wie jede andere, klischeehaft und wenig überraschend.
Was ich jedoch mag, ist die familiäre Atmosphäre, die die Autorin schafft und auch ihr Schreibstil, der es mir ermöglicht hat, mir die Welt Crosston Creeks auszumalen.

Wer also die Rocky Mountains mag, sich auch gerne in der Romantik einer einsamen Hütte wiederfindet und auch nichts gegen Vorhersehbarkeit hat, der ist hier absolut richtig und fühlt sich auch weiterhin wohl in Crosston Creek.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Bewegte Bilder

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Als Julia mit ihrem neuen Liebhaber Fritz an einer Zaubershow im Prater teilnimmt, werden sie unweigerlich Zeugen einer Tötung. Als Julia beginnt zu ermitteln, läuft sie Leo über den Weg und zähneknirschend ...

Als Julia mit ihrem neuen Liebhaber Fritz an einer Zaubershow im Prater teilnimmt, werden sie unweigerlich Zeugen einer Tötung. Als Julia beginnt zu ermitteln, läuft sie Leo über den Weg und zähneknirschend versucht Julia wieder mit ihm zusammenzuarbeiten. Als sie dem mysteriösen Verschwinden mehrerer Frauen auf die Spur kommt, ist Leo zunächst nicht von einem Verbrechen überzeugt, ändert aber seine Meinung, nachdem Augustins Ziehtochter Anna einen grausigen Fund macht.

„Der Totengräber und die Pratermorde“ ist Band 4 der „Die Totengräber-Serie“ von Oliver Pötzsch. Das Hörbuch wird von Hans Jürgen Stockerl gelesen.
Es handelt sich bei diesem Krimi um einen historischen Krimi, der im Jahre 1896 spielt und dessen Protagonist Inspektor Leo von Herzfeldt ist.
Für mich war es der erste Krimi aus dieser Reihe.
Mit Julia, Leo und Augustin herrscht in diesem Krimi ein bunter Strauß an Personen vor. Das Ganze wird untermauert von den Erlebnisse, die diese drei im Prater haben, aber auch von den Beziehungen bzw. Freundschaften, die die drei verbinden.
Gerade Totengräber Augustin gibt dieser Geschichte eine liebevolle, aber sehr skurrile Atmosphäre. Durch seine bildhafte Beschreibung wirkte er auf mich wie eine Mischung aus dem Bondlkramer und einem der Käferboys aus „Das Schweigen der Lämmer“. Aber seine, wenn auch manchmal versteckte feinfühlige Art hat im Verlauf so manches Mal zum Schmunzeln eingeladen.
Leo Herzfeldt ist ein pragmatischer Mensch, der sich nicht auf Spekulationen einlässt und dem Julia die wichtigste Person ist. Was mir besonders gefallen hat, ist seine strebsame Art und seine Aufgeschlossenheit gegenüber den neuesten technischen Entwicklungen in der Kriminalistik.
Der Verlauf der Geschichte ist durchaus spannend und nicht vorhersehbar. Gerade das Ende hat mich mehr als überrascht, denn mit einer solchen Entwicklung hätte ich nicht gerechnet.
Julia war mir von Anfang an die liebste Person. Sie ist völlig geerdet, macht sich nichts aus gesellschaftlichen Konventionen, geht ihren Weg und kämpft für ihre Meinung. Sie ist für mich von Beginn an eine beeindruckende und vorbildhafte, junge Frau gewesen.

Alles in allem ein spannender Roman vor historischer Kulisse mit einem Potpourri aus gestandenen Charakteren und Künstlern. Spannung ist hier garantiert und gerade der Totengräber Augustin und seine wissenschaftlichen Überlegungen geben der Geschichte das gewisse Etwas, während Inspektor Leo und Journalistin Julia die Basis darstellen. Eine Empfehlung für alle Fans historischer Romane und Krimis.

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