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Veröffentlicht am 17.10.2024

Familie steht über allem

Süße Tage, bittere Stunden
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Fabienne schafft es endlich, sich ihren Traum vom eigenen Restaurant zu eröffnen. Als dann eines Tages auch noch ihr Sohn vor der Tür steht, könnte ihr Glück perfekt sein, doch im Hintergrund agiert immer ...

Fabienne schafft es endlich, sich ihren Traum vom eigenen Restaurant zu eröffnen. Als dann eines Tages auch noch ihr Sohn vor der Tür steht, könnte ihr Glück perfekt sein, doch im Hintergrund agiert immer noch Stephanie. Die ist jedoch davon überzeugt, ihrem Umfeld nur Gutes zu tun.
Für Fabie beginnt eine dunkle Zeit.

„Süße Tage, bittere Stunden“ ist Band drei der „Die Köchinnen-Reihe“ von Petra Durst-Benning.
Der Band schließt nahtlos an den vorherigen an und alle Leser, die die beiden vorhergehenden Romane bereits kennen, sind wieder schnell im Geschehen drin.
Fabienne ist nun Mitte 30 und der Leser konnte damit erleben, wie sie älter und reifer geworden ist. Gerade die Reife merkt man ihr in diesem Band umso mehr. Fabienne ist gezeichnet von Lebenserfahrung. Ihre Denk- und Handlungsprozesse werden fundierter, aber auch belastender, was ihr gerade im letzten Dritte eine gewisse Melancholie verleiht, an die man sich als Leser gewöhnen muss, was sie aber rückblickend zu einem überlegt handelnden Menschen macht.
Womit ich jedoch bis zum Schluss nicht klargekommen bin, ist der Charakter der Stephanie. Sie hat in mir beim Lesen eine regelrechte Wut und Unverständnis hervorgerufen.
Als erdender Charakter wiederum stellte sich auch in diesem Teil Yves heraus. Auch er ist gezeichnet durch die gemeinsamen Jahre mit Fabienne, aber auch durch den Umgang mit Violaine. Er war und ist mir bis zum Schluss von Grund auf sympathisch gewesen und sorgte beim Lesen auch für den Ein oder Anderen Moment des Durchatmens.
Überrascht war ich auch über die Entwicklung der Familie Sarda. Das Verhalten der einzelnen Mitglieder hat mich durchaus überrascht.
Was auf jeden Fall immer wieder auffällt, ist Petra Durst-Bennings flüssiger Schreibstil, der sich bekanntermaßen durch all ihre Romane zieht. Was ebenso charakteristisch für die Erfolgsautorin ist, dass einige ihrer Figuren aus anderen Romanreihen auch gerne in weiteren Romanen vorkommt und so bleibt sie sich damit auch in diesem Buch treu. Genau das mag ich sehr.

Alles in allem ein gelungener Abschluss der Köchinnen-Reihe, der alle Petra Durst-Benning Fans überzeugen wird. Ich empfehle jedoch, die Vorgängerromane zu lesen, um der Geschichte bedingungslos folgen zu können, denn der Spannungsbogen zieht sich durch alle drei Bücher bis er in diesem seinen Abschluss findet!


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Veröffentlicht am 13.10.2024

Die Fahrt ins Glück

Im Takt der Freiheit
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Felicitas ist jung, schön und stammt aus einer reichen Bürgersfamilie. Damit ist ein zukünftiges Leben als Hausfrau und Mutter vorgeplant. So strebt ihr Vater eine Hochzeit zwischen ihr und dem Sohn eines ...

Felicitas ist jung, schön und stammt aus einer reichen Bürgersfamilie. Damit ist ein zukünftiges Leben als Hausfrau und Mutter vorgeplant. So strebt ihr Vater eine Hochzeit zwischen ihr und dem Sohn eines Grafen an, um seine Projekte voranzutreiben. Als Felicitas jedoch dem Studenten Lorenz begegnet, lernt sie, was Freiheit bedeutet.

Hanna Caspians „Im Takt der Freiheit“ spielt im Dreikaiserjahr 1888 und erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die das Fahrrad für sich entdeckt und gleichzeitig für ihre Träume kämpft. Das Buch ist nicht Teil einer Reihe.
Der Fokus des Romans liegt beim Wunsch nach Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern. Weiterhin geht es um den Beginn des Fahrradfahrens wie wir es heute kennen.
Das Buch besteht aus sechs Kapiteln, die aufgeteilt in die einzelnen Tage bis zum Höhepunkt und darüberhinaus sind.
Der Ablauf des Romans ist authentisch geschrieben und auch sehr gut von der Autorin recherchiert worden.
Die Charaktere sind nahbar beschrieben. Eine besondere Verbindung bildet die Beziehung zwischen Felicitas und ihrer Zofe. Um die Zofe entsteht sogar eine Art extra Handlungsstrang. Das Ziel des Strangs konnte ich nicht so ganz nachvollziehen, aber vermute, es orientiert sich am Titel um das Streben nach Freiheit. Dieses Buch ist auch mehr oder minder auf der Suche nach der Definition um Freiheit und beleuchtet diese aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgrund der unterschiedlichen Positionen der Charaktere, die Freiheit suchen.
Erschreckend fand ich die männlichen Charaktere, ihr Denken, ihr Verhalten und ihre Machtspielchen. Gerade dieses Verhalten verleiht dem Verlauf des Romans seine Spannung.

Der Roman hat mich an manchen Stellen etwas an den Roman „Solange die Welt noch schläft“ von Petra Durst-Benning und die weiteren Teile dazu erinnert.

Fazit: Wie immer ein exzellent recherchierter Roman der Autorin, der aber meiner Meinung nach nicht an die Romane der Romanreihen um das „Gut Greifenau“ und „Schloss Liebenberg“ anknüpfen kann. Dennoch machen die weiblichen Charaktere und die Erklärungen rund um die Entwicklung des Fahrrads das Buch sehr interessant.
Ich kann diesen Roman allen Fans historischer Geschichten empfehlen und all jenen, die gerne Geschichten um durchsetzungsstarke Frauen mögen.

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Veröffentlicht am 08.10.2024

Schwestern im Schatten der Politik

Die Mitford Schwestern
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Die Familie Mitford gehört zur gut bürgerlichen Gesellschaft Englands in den 1930er Jahren und ist sogar mit der Familie Churchill als auch mit der Familie des Komponisten Wagner verwandt. Die sechs Töchter ...

Die Familie Mitford gehört zur gut bürgerlichen Gesellschaft Englands in den 1930er Jahren und ist sogar mit der Familie Churchill als auch mit der Familie des Komponisten Wagner verwandt. Die sechs Töchter und Sohn Tom gehen gezwungenermaßen ihre eigenen Wege, insofern sie in die Gesellschaft eingeführt sind. Das gilt auch für ihre politischen Sichtweisen und so engagieren sich die Schwestern Unity und Diana glühend für den Faschismus und werden zu engen Vertrauten Hitlers. Schwester Nancy und die Eltern sehen das kritisch.

„Die Mitford Schwestern“ von Marie Benedict ist Band sechs der Reihe „Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte“.
Mich hat die Geschichte um die Familie Mitford stark beeindruckt. Der Autorin ist es gelungen, die zwiegespaltene Familie und ihre politischen Haltungen eindrucksvoll zu beschreiben. Gerade die Heranführung Unitys und Dianas an den Faschismus ist nachvollziehbar beschrieben und auch die Bedenken ihrer Schwester Nancy.
Das Buch wird aus den Perspektiven Nancys, Dianas und Unitys erzählt. Die Haupterzählerin dabei ist Nancy, was sich daran zeigt, dass die Kapitel, die aus ihrer Sicht erzählt werden, in der Ich-Perspektive geschrieben sind. Die Kapitel der anderen beiden Schwestern werden aus der dritten Person heraus erzählt.
Die Kapitel sind kurz und übersichtlich gestaltet, was den Fortgang der Handlung erfrischend und auch spannend gestaltet. 
Gerade die wachsende Begeisterung, die schon einem Fanatismus gleicht, aber auch die einzelnen Abhängigkeiten zwischen den politischen Führern sind fundiert durch die Autorin dargestellt worden.
Ich fand die Geschichte von Seite zu Seite erschreckender und damit fesselnder.

Fazit: Eine eindrucksvolle Geschichte, die auf wahren Begebenheiten basiert. Das Buch ist fundiert recherchiert und stellt eindrucksvoll politische Faszination bis hin zu erschreckendem Fanatismus dar. Dabei sorgen die wechselnden Erzählperspektiven für Abwechslung und Spannung. Ich kann diesen Roman allen geschichtsinteressierten daher empfehlen!

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Veröffentlicht am 07.10.2024

Die junge Coco

Coco und die Revolution der Mode
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Gabrielle wächst inmitten eines Gasthofes in Frankreich auf. Als ihre Mutter stirbt, besuchen sie und ihre Schwestern eine Klosterschule. Dort und bei der Tante erlernt Gabrielle das Nähen, womit sie als ...

Gabrielle wächst inmitten eines Gasthofes in Frankreich auf. Als ihre Mutter stirbt, besuchen sie und ihre Schwestern eine Klosterschule. Dort und bei der Tante erlernt Gabrielle das Nähen, womit sie als Erwachsene ihren Lebensunterhalt bestreiten will.

„Coco und die Revolution der Mode“ von Lena Johannson ist der 27. Band der Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“.
Ich habe mir von dem Buch die Lebensgeschichte Coco Chanels von der Kindheit bis zum Aufbau ihres Unternehmens, speziell von der Gründung über die ersten Jahre des Unternehmens.
Lena Johannson beschreibt in diesem Buch jedoch hauptsächlich die Kindheit, Jugend und die Zeit mit Boy bis zur Gründung des Unternehmens. Leider jedoch nicht die Zeit danach. Vermutlich ist das auch der Grund, warum ich mit der Geschichte nicht so ganz warm geworden bin.
Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil und beschreibt Coco als strebsame, selbstbewusste, junge Frau. Gleichzeitig beschreibt sie, was Coco anstrebt und wie sie es erreicht und dass sie dabei auch ihre Haltung zu der Beziehung zu Boy wechselt.
Die Autorin stellt die wichtigsten Meilensteine von Cocos Leben anhand wichtiger Meilensteine dar und dabei auch die Beziehung zu den wichtigsten Familienmitgliedern.

Mein persönliches Fazit: 
Eine interessante Hinführung zur Gründung von Chanel. Wer jedoch erwartet mehr über die Geschichte des Unternehmens und vor allem über die ersten Jahre der Unternehmensführung wird hier enttäuscht. Fokus haben hier die Kindheits-, Jugendjahre und das junge Erwachsenenalter von Coco Chanel.
Wer jedoch erfahren möchte, welcher Typ Mensch Coco Chanel ist, wie es zu ihrer Entwicklung zur Modeschöpferin und wie sie das Ganze umsetzte, ist hier richtig.
Von mir gibt es 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.10.2024

Frauenrechte

Die Telefonistinnen - Tage des Zweifels
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Zurück in der Versicherungsagentur Pering: Jede der Telefonistinnen hat ihre eigenen Probleme, aber doch halten die Freundinnen zusammen. Allen voran kämpft Charly für die Rechte der Telefonistinnen, während ...

Zurück in der Versicherungsagentur Pering: Jede der Telefonistinnen hat ihre eigenen Probleme, aber doch halten die Freundinnen zusammen. Allen voran kämpft Charly für die Rechte der Telefonistinnen, während Hanni an heimischer Front kämpft und ihr Herz gebrochen ist. Gisela wiederum schwebt auf Wolke sieben, was bei Erna für Verärgerung sorgt.

„Die Telefonistinnen - Tage des Zweifels“ von Nadine Schojer ist Band 2 von drei der „Telefonistinnen-Saga“ rund um die Freundinnen Charly, Hanni, Gisi, Julia und Erna.
Für den Verlauf der Geschichte bietet es sich an, den ersten Band bereits gelesen zu haben, um die Zusammenhänge verstehen zu können.
Band 1 war für mich eher eine Vorstellung der o.g. Frauen und ich hatte so meine Probleme mit der selbstbewussten Charly, die in diesem Band für mich die Hauptfigur darstellt. Nadine Schojer hat aus Charly eine wandlungsfähige, junge Frau gemacht und eindrucksvoll ihre Wandlung dargestellt. Ähnliches gilt für die eher zurückhaltende Julia.
Die Geschichte um Gisi ist zwar auch abwechslungsreich, aber irgendwie plätschert sie dennoch vor sich hin. Während sie mir im ersten Band noch sehr sympathisch war, kam ich in diesem Buch nicht so richtig mit ihrem Charakter klar.
Positiv überrascht hat mich Frau Sturm. Sie entlockte mir dann gerade zum Schluss noch das Ein oder andere Schmunzeln.
Spannend beschrieben ist die Geschichte um Hanni. Sie spiegelt die Vorurteile der damaligen Zeit wahrheitsgemäß wider. Einige Szenen um sie fand ich mehr als erschreckend.
Mit wem ich auch in diesem Band wieder nicht klarkam, war Erna. Sie hat für mich einen sehr schwierigen Charakter, der weiterhin gewöhnungsbedürftig ist. Ihr aufgeschlossenes Verhalten passt nicht zu ihren konservativen Ansichten.
Das Ende verspricht einen spannenden dritten Teil und hoffentlich einen krönenden Abschluss.

Fazit: Eine fundiertere Fortsetzung der Saga, die aber viele Fragen offen lässt und damit Lust auf Band 3 macht!

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