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Veröffentlicht am 28.11.2025

Bröckelnde Fassade

Geschenk des Loslassens
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Die angespannte Situation innerhalb der Familie Hansen spitzt sich zu. Als eines Morgens auch noch die Fensterscheibe im Hansens eingeworfen ist, wächst das Netz aus Misstrauen, Verrat und Geheimnissen ...

Die angespannte Situation innerhalb der Familie Hansen spitzt sich zu. Als eines Morgens auch noch die Fensterscheibe im Hansens eingeworfen ist, wächst das Netz aus Misstrauen, Verrat und Geheimnissen immer weiter an.

„Geschenk des Loslassens“ ist Band 8 der Reihe „Die Kinder der Hansens“ von Ellin Carsta.
Ich verfolge diese Reihe nun schon von Anfang an und kenne auch die Vorgängerreihe bereits. Doch ich muss sagen, dass es mir von Band zu Band schwerer fällt, an der Geschichte dran zu bleiben. Ich finde die Romane werden langatmiger und immer breiter. Das mag daran liegen, dass die Autorin versucht, jeden Zweig der Familie mitzunehmen, doch für mich spielt die Reihe eigentlich in Hamburg. Dennoch kommt es zu regelmäßigen Ausflügen nach Wien und in die USA, sodass es drei verschiedene Handlungsstränge gibt. Mich wunderte es, dass es nicht noch einen vierten bei Friederike im Breisgau gab.
Mir scheint, als bewegten sich die Familienmitglieder immer weiter auseinander und Eduard driftet immer weiter in die kriminelle Schiene ab. Es steht also für eventuelle Folgebände zu befürchten, dass sein ganzes System das Hansens in Gefahr bringen wird. Hier baut sich also ein kleiner und langanhaltender Spannungsbogen auf. Gleiches gilt für den Wiener Handlungsstrang und Thereses ominösen Gast. Dabei gibt es am Ende sogar einen Cliffhanger. Es lässt sich nur erahnen, wer hinter diesem steckt und wie das Ganze für Therese ausgehen wird.
Gut beschrieben finde ich auch Amalas Zweifel, ob ihrer Beziehung zu Curt. Ich denke, gerade an Amala und Auguste bekommt man den Denk- und Wertewandel junger Frauen der damaligen Zeit beispielgebend mit.

Alles in allem ist mir diese Fortsetzung jedoch mittlerweile ein bisschen zu langatmig und zu breit aufgestellt, sodass es mir schwerfiel, an der Geschichte dran zu bleiben.
Wer jedoch wissen möchte, wie es mit den Hansens weitergeht, sollte diesen Band lesen.

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Veröffentlicht am 28.11.2025

Eine Familie zu Weihnachten

Schneezauber in Norwegen
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Nina mag ihren Job, kuschelt sich gerne in ihrer Wohnung ein und hat es nicht so mit Beziehungen. Nicht, weil sie es nicht möchte, sondern mehr aus Angst.
Als ihr Großvater spontan kurz vor Weihnachten ...

Nina mag ihren Job, kuschelt sich gerne in ihrer Wohnung ein und hat es nicht so mit Beziehungen. Nicht, weil sie es nicht möchte, sondern mehr aus Angst.
Als ihr Großvater spontan kurz vor Weihnachten nach Bergen fliegen will, um der Spur einer alten Liebe zu folgen, nimmt er Nina und ihren Mitbewohner mit auf die Reise. Alle drei tauchen nun bewusst oder unbewusst in die Magie der Vorweihnachtszeit, aber vor allem der Liebe ein.

„Schneezauber in Norwegen“ ist Band 2 der „Winter-Liebe“-Reihe von Autorin Anna Liebig.

Ich bin ein absoluter Weihnachtsfan und damit auch ein riesiger Fan von Weihnachtsromanen und dieser gehört für mich zu meinen bisherigen Highlights.
Anna Liebig hat hier einen wunderschönen, herzergreifenden, aber nicht zu kitschigen Weihnachtsroman voller Liebe geschaffen. Die Atmosphäre im winterlichen Norwegen vor der Kulisse einer filigranen Lebkuchenstadt ist etwas sehr besonderes. Was mir auch richtig gut gefallen hat, ist, dass sie die Mentalität der Norweger eingefangen hat, deren Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit gegenüber fremden Menschen.
Auch die Beschreibung der Traditionen im vorweihnachtlichen Bergen sind anschaulich beschrieben und ich konnte mir vor meinem inneren Auge alles traumhaft vorstellen, zumal mir die Stadt nicht unbekannt ist.
Nina ist eine sehr vorsichtige Person, die ihren festen Trott und damit ihre behütete Umgebung braucht. Aufgrund von familiären Verlusten fühlt sie sich schnell eingeengt und kämpft mit Verlustängsten. Ihre größte Stütze ist ihr Opa Uwe. Er ist ihre Familie und damit ihre Basis.
Uwe ist ein rüstiger Pensionär, der sich nach dem Tod seiner geliebten Frau immer mehr zurückgezogen hat. Jedoch finde ich die Beschreibungen, wie er immer weiter aufblüht, aber auch seine Gefühle gegenüber seiner Familie durch seine Denkweise beschreibt.
Die Figur der Ingrid gefällt mir auch richtig gut. Auch sie ist eine rüstige Seniorin und ihre Aufgaben, die sie sich selber durch ihre Wohltätigkeitsarbeit stellt, absolviert sie wirklich mit Begeisterung. Das merkt man ihr absolut an. Ich finde es auch toll, wie reflektierend sie und ihr Bruder Harald sind.
Ja und auch Magnus ist ein so toller Mensch, der mit dem Herzen sieht.

Alles in allem ist dieses Buch einfach ein wunderschöner Weihnachtsroman, den ich allen Weihnachtsfans nur wärmstens empfehlen kann!!!

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Weihnachten vor Traumkulisse

Herzglitzern und Mistelzweige
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Lin und Jona sind schon seit Ewigkeiten beste Freunde. Doch als Jona nach ihrem gemeinsamen Schulabschluss zu seiner Mutter nach Schweden zieht, sie von ihrem Freund verlassen wird und es auch beruflich ...

Lin und Jona sind schon seit Ewigkeiten beste Freunde. Doch als Jona nach ihrem gemeinsamen Schulabschluss zu seiner Mutter nach Schweden zieht, sie von ihrem Freund verlassen wird und es auch beruflich nicht gut läuft, ist der Weihnachtsurlaub bei Jona ihr Rettungsanker. Doch ist Jona wirklich nur noch ihr bester Freund?

„Herzglitzern und Mistelzweige“ von Corinna Wieja fällt schon durch seine wunderschöne, weihnachtliche Optik auf, die durch den Farbschnitt geprägt ist.
Ich mag an diesem Buch vor allem die warme, familiäre Atmosphäre. Lin ist ein absoluter Familienmensch. Das scheint durch ihre liebevollen Eltern zu kommen, noch dazu hat sie ein tolles und ich denke auch freundschaftliches Verhältnis zu ihrer jüngeren Schwester.
Auch Jona und seine Mutter sind eng verbunden und beide Elternseite nehmen das jeweils andere Kind bzw. Kinder herzlich auf.
Auch die Atmosphäre in der Pension ist eher als familiär anzusehen.
Jona und Lin harmonieren perfekt miteinander und man spürt schon recht zeitig, worin das Ganze gipfeln wird. Mir hat vor allem Jonas verständige Art gefallen. Er ist super feinfühlig und für ihn steht Lin an erster Stelle. Lin wiederum ist ein Mensch, der Strukturen und Sicherheit braucht und ohne diese aufgewühlt ist. Wenn sie dieses Verhalten an den Tag legt, will man sie so manches Mal schütteln und sie bitten, über ihren Schatten zu springen.
Es ist von Anfang an ein Auf und Ab und ich habe immer wieder gehofft, dass es doch endlich ein Happy End geben muss, denn das Trope Friends to Lovers lässt ja doch diese Hoffnungen zu.
Ein Highlight waren für mich auch die Beschreibungen der freundschaftlichen Traditionen, die sich die beiden über die Jahre ausgedacht haben. Die jolinischen Spiele waren schon sehr spannend und wurden mit einem gewissen Augenzwinkern durch Chloe, Emmi und Lysse in die richtige Richtung gelenkt.
Wunderschön fand ich auch die Landschaftsbeschreibungen. Da hätte ich mich Stunden drin verlieren können.

Alles in allem ein wunderschöner, weihnachtlicher Young Adult-Roman vor traumhafter Kulisse und einem Herzensdieb. Wer also weihnachtliche Romantik mag, ist hier richtig.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Weihnachtlicher Herzschmerz mit Dorfcharme

Winterherzen in Chanting Hills
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Isla ist frustriert. Ihr Sohn steckt mitten in der Pubertät und ständig muss er wegen Verfehlungen aus der Schule abgeholt werden. Das stößt natürlich nicht auf Verständnis bei ihrem Chef und so hat er ...

Isla ist frustriert. Ihr Sohn steckt mitten in der Pubertät und ständig muss er wegen Verfehlungen aus der Schule abgeholt werden. Das stößt natürlich nicht auf Verständnis bei ihrem Chef und so hat er sie mehr oder minder auf dem Kieker und ihre Kollegin liebäugelt mit ihrem Job. 
Als Islas Vater ihr anbietet, das elterliche Cottage zu übernehmen und ihr nahelegt, ihren Traum als Tagesmutter umzusetzen, wagt sie es und zieht mit Sohn Ben nach Chanting Hills.

Clara Sanders „Winterherzen in Chanting Hills“ fällt bereits durch das wunderschöne und verträumt Wintercover in Weihnachtsoptik auf.
Das Hörbuch wird von Sabine Meine gesprochen. Sie macht das so wunderbar, dass man nicht nur durch die Optik des Covers und die Geschichte selbst in Weihnachtsstimmung kommt, sondern auch aufgrund ihrer sanftmütigen Stimme.
Protagonistin Isla ist ein sehr sensibler Charakter. Als alleinerziehende Mutter, die in den brenzligen Situationen vom Kindsvater allein gelassen wird, musste sie sich schon durch so manche Erziehungsepisode quälen. Man merkt ihr an, dass sie in der derzeitigen Situation auch als Pädagogin an ihre Grenzen kommt und sich durch den Umzug einen Neuanfang und vor allem wieder eine intensivere und liebevollere Beziehung zu ihrem Sohn wünscht.
Oliver ist ebenfalls gerade an einem Tiefpunkt. Er sieht seine neue Aufgabe als Ablenkung und Verpflichtung der Familie gegenüber. Mit ihm hat die Autorin m.E. einen ganz besonderen Charakter geschaffen. Er hat eine unwahrscheinlich emphatische Art und schafft es, sich vorurteilsfrei auf sein Umfeld einzulassen. Das fand ich wirklich beeindruckend.
Clara Sanders hat sogar zwei Spannungsbögen eingeflochten. Zum einen bleibt die Frage, was mit Ben los ist und zum anderen der Konflikt mit Harry.
Die weihnachtlich-liebevolle Stimmung wird zudem durch die Dorfgemeinschaft geprägt. Hier werden tolle Bräuche vorgestellt und der Zusammenhalt ist beispielgebend. Natürlich muss ein bisschen Dorftratsch auch immer dabei sein.

Mein Fazit: Ein traumhaft schöner und weihnachtlicher Roman mit Herzschmerzgarantie, und Dorfcharme. Somit eine absolute Empfehlung für alle romantisch-veranlagten Leser.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Kämpfe

Die Berghebamme – Zeit der Kinder
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Brannenburg 1899: Hebamme Maria musste aus eigener Erfahrung erleben, wie es ist, als Bankert aufzuwachsen. Doch liebevoll erinnert sie sich an ihre Kindheit in einem Findelheim. Aufgrund ihrer Erfahrungen ...

Brannenburg 1899: Hebamme Maria musste aus eigener Erfahrung erleben, wie es ist, als Bankert aufzuwachsen. Doch liebevoll erinnert sie sich an ihre Kindheit in einem Findelheim. Aufgrund ihrer Erfahrungen als Hebamme, die Verständnis für ledige Mütter aufbringt, wegen ihrer eigenen Kindheit, entschließt sie sich, mit ihrem Mann Georg ein Wohnheim für ledige Schwangere zu gründen.
Das wird jedoch überschattet von Marias bisheriger Kinderlosigkeit und der ablehnenden Haltung der Brannenburger Bevölkerung.

„Die Berghebamme - Zeit der Kinder“ von Linda Winterberg ist Band 3 der Reihe „Kinder der Berge“.
Der Leser trifft auch hier wieder auf Hebamme Maria, deren Mamsell Burgi und Marias Ehemann, Landarzt Georg. Die drei haben sich ein wunderbares Leben auf dem Dannerhof, Marias Heim aus Kindheitstagen aufgebaut.
Linda Winterberg spricht in diesem Roman eine Problematik an, die nie an Bedeutung verlieren wird - den unerfüllten Wunsch nach einem eigenen Kind. Der Leser lernt eine Maria kennen, die ihm bisher so nicht bekannt war. Maria kommt an ihre psychischen Grenzen, zweifelt an der Liebe zu ihrem Beruf und steigert sich immer weiter in ihren Kinderwunsch.
Ganz klar merkt man, dass sie ans Ende ihrer Kräfte gerät und alte Charaktereigenschaften, wie ihren Mut und ihre Kämpfernatur ablegt.
Ich denke, dieses Thema war damals, als auch heute ein Thema, das selten angesprochen wird, das Betroffene in sich hineinfressen und lernen müssen, damit umzugehen. Ich finde es toll, dass die Autorin diese zeitlose Problematik eingeflochten hat.
Gleichzeitig wird auch aufgezeigt, was ein Dorf bewegen kann, wenn es zusammenhält. Doch auch hier gilt vieles, was auch heute noch so ist, man wacht oftmals erst auf, wenn es zu spät ist.

Alles in allem ein schöner Abschluss der Reihe, der sehr emotional ist. Ich kann es daher nur allen Fans der vorherigen Teile empfehlen, auch diesen Band zu lesen.

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