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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

Ein bärenstarker Roman

Wandering Hearts
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Tara studiert Tiermedizin. Sie möchte jedoch aus den heimischen vier Wänden ausbrechen und über den Tellerrand hinausblicken, fern der elterlichen Tierarztpraxis. Es verschlägt sie nach Kanada in eine ...

Tara studiert Tiermedizin. Sie möchte jedoch aus den heimischen vier Wänden ausbrechen und über den Tellerrand hinausblicken, fern der elterlichen Tierarztpraxis. Es verschlägt sie nach Kanada in eine Auffangstation. Hier trifft sie auf den grimmigen Jamie. Die beiden liefern sich ständig Auseinandersetzungen, bis sie lernen müssen, miteinander auszukommen.

„Wandering Hearts“ von Josie Wismar ist Band 1 der Dilogie „Wild Hearts“. Im Mittelpunkt der Dilogie stehen Tara und Jamie, zwei Gegensätze, die sich letzten Endes anziehen.
Tara gefiel mir von Anfang an. Sie hat zwar eine unsichere Art, ist aber dennoch nicht aus den Mund gefallen.
Jamie wiederum ist ein totaler Griesgram, dessen Laune man zu Anfang nicht so recht nachvollziehen kann. Auch seine Vorverurteilungen sind ziemlich anstrengend.
Die Geschichte ist interessant und sehr emotional auf allen Ebenen. Es ist nicht nur die Geschichte um Tara und Jamie, die mitreißt, sondern auch die Thematik um Flora und Fauna. Auch das Thema Freundschaft kommt nicht zu kurz, was man vor allem an Mila und Tara merkt. Auch die Beziehung zwischen Matty und Tara ist zwar besonders, aber nicht typisch klischeehaft.
Ich habe den Roman als Hörbuchvariante verfolgen dürfen. Ich hatte am Anfang richtig Probleme der Geschichte zu folgen, da ich die Redeweise der Sprecherin, die gleichzeitig die Autorin ist, leider sehr monoton fand. Das war für mich echt anstrengend und glich einer Schlaftablette. Ich habe mich zwar dran gewöhnt, habe aber auch schon deutlich bessere Sprecherinnen erlebt. Jamies Sprecher, Piet Gampert, war wiederum sehr angenehm.
Der Strang mit Taras Eltern führt durch das ganze Buch. Leider fand ich diesen wirklich sehr schade. Tara tat mir teilweise echt leid und ich habe mich gefragt, welche Eltern so reagieren würden. Den Preis für die tollsten Eltern werden sie nicht bekommen haben.

Alles in allem muss ich sagen, das Buch ist schön, aber den Hype darum kann ich nicht wirklich verstehen. Auch das Ende war sehr abrupt, was nicht schlimm ist, aber es ist realitätsfern. 
Ich gebe dem Buch daher 4 Sterne.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2026

Empty Nest und Freundschaft

Zeit der Freundinnen
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Julia ist Goldschmiedin und wohnt mit Mann und ihrem Sohn aus erster Ehe im Münchner Stadtteil Haidhausen. Ihr Sohn ist gerade dabei den Schulabschluss zu machen und das familiäre Nest zu verlassen. Gleichzeitig ...

Julia ist Goldschmiedin und wohnt mit Mann und ihrem Sohn aus erster Ehe im Münchner Stadtteil Haidhausen. Ihr Sohn ist gerade dabei den Schulabschluss zu machen und das familiäre Nest zu verlassen. Gleichzeitig zieht Julias frühere Studienfreundin wieder zurück nach München. Sie lassen ihre Freundschaft langsam wieder aufleben, doch irgendwas schwebt dennoch über den Freundinnen.

„Zeit der Freundinnen - Wundertütentage“ von Tanja Huthmacher ist der erste Band der „Zeit der Freundinnen“-Reihe.
Es handelt sich hier um einen Gegenwartsroman, der geprägt ist von den drei Freundinnen Julia, Sophie und Helen. Julia ist in diesem Band der Hauptcharakter.
Alle drei Freundinnen haben ein Kind bzw. Helen Zwillinge. Die vier Kinder verlassen gerade ihre Elternhäuser, um eine Lehre durchzuführen, zu studieren oder die Welt zu entdecken. Diese Tatsache ist der Angelpunkt der Geschichte. Ich fand diese Thematik am Anfang gut, da ich denke, dass viele Frauen mit diesem Schritt ihrer Kinder in die Selbstständigkeit haben - das Empty Nest Problem. Leider kaut die Autorin auf diesem Thema so doll herum, dass es für mich auf Dauer zu viel des Guten war.
Die Freundschaft zwischen Julia und Sophie ist ausgelassen und ehrlich und die Tatsache, dass sie auch Schwägerinnen sind, macht diese Freundschaft umso tiefer. Als aber Helen dazustößt, wurde es für mich schwierig. Die Freundschaft zwischen Helen und Sophie wächst schnell, während Julia als drittes Rad am Wagen fungiert. Zwischen Helen und Julia empfand ich auch die ganze Zeit eine Distanz, sodass ich bis zuletzt nicht mit Helen warm wurde.
Überhaupt muss ich sagen, dass ich am Anfang gut in das Buch reinkam, aber je weiter die Geschichte voranging, desto weniger konnte mich die Autorin mitnehmen. Die Geschichte plätschert vor sich hin. Immer, wenn ich dachte, jetzt kommt das Highlight, wurde es wieder weich gespült und noch weicher.
Auch habe ich den Fakt der tiefen Freundschaft vermisst. Oberflächlichkeit war hier an der Tagesordnung.
Hinzukommt, dass Julia im Laufe der Geschichte beginnt, ihren Vater zu suchen. Hier werden immer mal Details eingestreut, dann verliert es sich wieder, dann wirkt es, als ob es erwähnt werden muss, damit es in der Geschichte verbleibt, aber so richtig Tiefe kommt auch in diesen Zweig der Geschichte nicht rein.

Fazit: Ein netter Versuch, über Freundschaft und familiäres Loslassen zu berichten, aber leider fehlt Tiefe, Spannung und ein gewisser Funken Ehrlichkeit. 
Daher gebe ich dem Buch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Starke Frauen, schnelle Reifen

Chasing Hearts
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Georgia hat schon immer den Traum in der Formel 1 zu fahren und die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Im Frauenteam Valkyrie versucht sie, diesen Traum Realität werden zu lassen. Doch Georgia kämpft gegen ...

Georgia hat schon immer den Traum in der Formel 1 zu fahren und die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Im Frauenteam Valkyrie versucht sie, diesen Traum Realität werden zu lassen. Doch Georgia kämpft gegen die Vorurteile von Frauen im Rennsport und verbrennt sich dabei oft genug den Mund.
Luca Rossi wiederum ist ein heller Stern in der Rennfahrerwelt, bekannt als Playboy und doch im Schatten seines Vaters stehend. Als auch er seine Probleme mit der Presse bekommt, schließen sich die Presseteams beider Fahrer zusammen und ein Liebesschauspiel beginnt.

„Chasing Hearts“ von Grace Newman ist Band 1 der „Love at Full Speed“-Reihe.
Das Buch ist dem Young Adult-Genre zuzuordnen. Ich war bisher mehr in der Welt der historischen Romane unterwegs, sodass New Adult relativ neu für mich ist. Ich muss aber sagen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat.
Georgia ist schon recht bissig dargestellt. Manchmal würde ich sie sogar als zickig bezeichnen. Dennoch sind die Punkte, gegen die sie ankämpft die typischen Klischees und so konnte ich gerade zum Ende hin ihre Wutausbrüche mehr als verstehen. Vermutlich wäre es mir ähnlich ergangen.
Luca wiederum wirkt nicht wirklich arrogant, eher belehrend.
Gemeinsam wiederum sind die beiden für mich eine perfekte Symbiose und genau das kann man am Verlauf der Geschichte wunderbar verfolgen.
Teilweise hatte ich zum Verlauf der Geschichte auch andere Theorien, als es nachher in Wirklichkeit war. Damit ist das Buch gerne mal für eine Überraschung gut und nicht so vorhersehbar.
Was mir besonders gut gefallen hat, war die Thematik. Es ist ein wesentlicher Blick über den Tellerrand und zeigt gut, dass Frauen auch im Rennsport die gleichen Leistungen bringen können wie Männer. Auch zeigt das Buch, dass Frauen nach wie vor mit mehr als verstaubten Klischees zu kämpfen haben, während die Männer immer noch die Helden und damit die Ernährer darstellen.
Zwischen den Zeilen gibt es auf jeden Fall noch eine Menge zu erfahren und zu berichten, sodass ich gespannt auf den zweiten Band bin.

Fazit: Ein tolles Buch über eine etwas andere Sportart, starke Frauen und die große Liebe. Wer diese Punkte mag, ist hier absolut richtig!

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Betty und die Spontanität

Croissants im kleinen Café in Cornwall
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Nachdem Betty keine Wohnmöglichkeit mehr hat, zieht sie kurzerhand in das Feriencottage ihrer Schwester und ihres Schwagers. Was ihr Schwager ihrer Schwester aber nicht erzählt hat, Miles, ein Freund des ...

Nachdem Betty keine Wohnmöglichkeit mehr hat, zieht sie kurzerhand in das Feriencottage ihrer Schwester und ihres Schwagers. Was ihr Schwager ihrer Schwester aber nicht erzählt hat, Miles, ein Freund des Paares wohnt ebenfalls im Cottage. Nur Betty kann Miles nicht ausstehen, nachdem er sie auf der Hochzeit ihrer Schwester brüskiert hat.
Dennoch machen die beiden einen gemeinsamen Ausflug ins Backgewerbe.

„Croissants im kleinen Cafe in Cornwall“ ist ein Roman der Autorin Jane Linfoot, deren Geschichten durchaus mit denen von Jenny Colgan mithalten können.
Wie fand ich diesen Roman? Diese Frage ist schwierig zu beantworten.
Vielleicht beginne ich mit dem Rahmen: Die Autorin entführt die Leser zurück ins fiktive St. Aidan in Cornwall. Stammleser werden hier die ein oder andere bekannte Figur, wie z.B. die Meerjungfrauen wiederfinden (Plum, Clemmie etc.). Sowas trifft voll meinen Geschmack, weil ich in eine bekannte Atmosphäre zurückgeführt werden und mich dadurch „heimisch“ fühle.
Die weibliche Protagonistin Betty würde ich als verrückte Nudel bezeichnen. Sie ist zurückhaltend, freundlich und lieb und was ihren Kleidungsstil angeht, ein bisschen verrückt und durchgedreht. Sie hat allgemein Angst vor Verantwortung und geht aus gutem Grund Beziehungen zu Männern aus dem Weg. Was sie sehr sympathisch macht, ist ihr süßes Pony Pumpkin, mit dem sie regelmäßig am Stand unterwegs ist.
Miles ist ebenso ein sehr zurückgezogener Charakter. Er ist erfolgreicher Geschäftsmann, der jedoch mehr aus dem Homeoffice führt und sich neuerdings als Bäcker betätigt, was ihm Pluspunkte bei Pumpkin einbringt, der ihm dennoch mit einer gewissen Skepsis begegnet.
Dieses Duo aus Miles und Betty hat mich allerdings nicht richtig erreichen können. Miles hat m.E. Betty einerseits nie richtig ernst genommen, aber auf der anderen Seite war er auch zu väterlich zu ihr. Irgendwie hat mir hier das richtige Verhältnis gefehlt.
Bettys Art Miles zu begegnen, war mitunter aber auch sehr anstrengend. Leider kann ich nicht so wirklich sagen, was ich daran so anstrengend fand. Irgendwie harmonieren die beiden für mich nicht miteinander.

Alles in allem dennoch ein schöner Roman für zwischendurch, der bei mir aber nicht hängen bleiben wird, weil die Figuren meiner Meinung nach nicht wirklich zueinander gepasst haben. Hier fehlte für mich ein bisschen Romantik. 
Ich gebe dem Roman 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Zwischen Wahrsagerei, Hormonen und einer Brandserie

Böse Aussicht
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Andreas und Ariane sind wieder zusammen unterwegs. Während der gestandene Andreas wie ein verliebter Teenager mit den Frauen zu kämpfen hat, hat Ariane etwas an ihrer ungewohnten WG und Katjas Plänen zu ...

Andreas und Ariane sind wieder zusammen unterwegs. Während der gestandene Andreas wie ein verliebter Teenager mit den Frauen zu kämpfen hat, hat Ariane etwas an ihrer ungewohnten WG und Katjas Plänen zu knabbern. Da kommt es nur recht, dass Andreas auf der Suche nach Finn ist und Katja ihn nicht nur dabei unterstützt, sondern auch auf der Suche nach Brandstiftern.

„Böse Aussicht“ von Alexandra Kui und Peter Godazgar ist ein Cozy Crime, der im wunderschönen Harz spielt. Es ist der Nachfolgeband von „Harz aber herzlich“.
Während ich mich mit dem ersten Band wirklich schwer getan habe und nicht wusste, ob die Autorin den Leser veralbern wollen, ich zeitweise das Buch in die Ecke werfen wollte, aber es doch ein gewisses Etwas hatte, nachdem ich mit Ironie und Sarkasmus Frieden geschlossen hatte, besuchte ich mit einer Freundin eine Lesung der Beiden. Fazit: Nach dem ich einen genaueren Einblick, gegeben durch die Autoren, in die Charaktere der beiden bekommen habe, bin ich nun ein Fan von Andreas und Ariane (nicht zu vergessen, auch von Frau Krause und Woody).
Ariane ist nun nicht mehr so überrumpelnd. Sie wirkt reflektierter, aber auch nachdenklicher. Ihr Job steht nicht mehr so sehr im Fokus, viel mehr lernt man eine andere Ariane kennen.
Andreas wiederum wirkt frisch und fröhlich und nicht mehr so zurückgezogen. Der Umgang mit Ariane hat ihn offener gemacht, aber auch die Tatsache, dass er sich mit seinem Sohn auseinandersetzen muss.
Der Krimi fängt ganz leicht an, ist aber durch Andreas’ neue Liaison sehr mit seiner Person verknüpft. Geht es erst nur um das Verschwinden eines bekannten Teenagers, kommen nach und nach weitere Verknüpfungen und Steigerungen dazu. Parallel dazu muss sich Andreas um eine Reihe von Laubenbränden im beschaulichen Düsterode kümmern. Während ganz Düsterode eine Menge Infos hat, tappt Andreas im Dunkeln und sämtliche Informationen gehen an ihm, der doch eigentlich alles am besten wissen müsste, vorbei.

Fazit: Zwischen Pendel, Regenbogenfahne, pubertierenden Teenagern und vielem mehr stürzen sich Ariane und Andreas wieder in Ermittlungen und begegnen dabei auch wieder einem unbequemen Bekannten. Wer sich an Schlagfertigkeit, Ironie und Sarkasmus schnell gewöhnt, schließt die beiden schnell wieder ins Herz und ermittelt in Gedanken mit den beiden und Frau Krause inmitten des Gebietes der Harzer Schmalspurbahn mit. Meinerseits gibt es 5 Sterne.

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