Enttäuschung
No Cure for LoveEllen hat große Pläne. Sie arbeitet mit aller Kraft darauf hin, in die Medizinforschung zu gehen. Doch erst einmal tritt sie übergangsweise eine Assistenzarztstelle am St. Elias-Klinikum an, um nach fünf ...
Ellen hat große Pläne. Sie arbeitet mit aller Kraft darauf hin, in die Medizinforschung zu gehen. Doch erst einmal tritt sie übergangsweise eine Assistenzarztstelle am St. Elias-Klinikum an, um nach fünf Monaten an die Uniklinik zu wechseln, um bessere Bedingungen für ihre Forschungsarbeit zu haben.
Doch der Start im St. Elias erfolgt holpriger als erwartet .
„No Cure for Love“ von Anna Hensel ist ein Buch, das auffällt, denn die Farbe des Covers und vor allem der wunderschöne Farbschnitt fallen auf.
Auffallen ist das eine, in meinem Fall würde ich sagen, hat mich das Ganze auch geblendet.
Ich habe mich zu Beginn sehr darüber gefreut, dass die Geschichte in Jena spielt. Das war mir vorher gar nicht bewusst und so war es schön, einen Abstecher ins Nachbarbundesland machen zu können.
Doch das war schon fast alles, was ich gut fand.
Ellen als Protagonistin ging mir unwahrscheinlich auf die Nerven mit ihrem ambivalenten Verhalten. Immer, wenn ich dachte, jetzt hat sie sich endlich gefangen, nahm die Geschichte wieder einen gegenteiligen Verlauf.
Kein Mensch kann etwas für seine Kindheit. Ich fand es aber Wahnsinn, wie Ellen sich auch im Erwachsenenalter hat, noch beeinflussen lassen. Gerade sie, die eine ärztliche Ausbildung hat, hätte meiner Meinung nach ihre eigene Vita aus psychologischer Sicht hinterfragen sollen (ja, Ärzte sind keine Psychologen, aber dennoch).
Timo wiederum war der komplette Gegenpol. Zwischenzeitlich habe ich seine Ausgeglichenheit bewundert. Wer dieses hin und her immer wieder mit solcher Empathie aufnimmt, hat einen Preis verdient.
Der Roman insgesamt überschlägt sich nur so mit Ereignissen. Was Ellen in ihrer kurzen Zeit an der Klinik erlebt, das erleben andere in fünf Jahren oder mehr nicht.
Auch die weiteren Personen, die eine Nebenrolle spielen, also Katja und Mark, machen das Ganze nicht besser. Auch hier habe ich mich manchmal gefragt, ob ich es hier mit erwachsenen Menschen, noch dazu mit Ärzten zu tun habe, bei denen man ja eigentlich eine gewisse Vernunft erwartet.
Alles in allem hat mich dieses Buch leider enttäuscht. Ich hatte niveauvollere Erwartungen an diese Geschichte.
Wer jedoch Krankenhauslovestorys mag, kommt hier auf seine Kosten.