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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2024

Toll geschrieben

Als wir im Schnee Blumen pflückten
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Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Tina Harnesk hat einen sehr atmosphärischen, bildhaften und vor allem humorvollen Ton, der mich schon auf den ersten Seiten zum Schmunzeln gebracht hat. Die Dialoge ...

Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Tina Harnesk hat einen sehr atmosphärischen, bildhaften und vor allem humorvollen Ton, der mich schon auf den ersten Seiten zum Schmunzeln gebracht hat. Die Dialoge mit Siré waren die Krönung.
Der Einstieg fiel mir dennoch nicht leicht, obwohl ich den Schreibstil mochte. Máriddja erfährt von ihrer schweren Krebserkrankung, die sie vor ihrem dementen Mann Biera verheimlicht und ärztliche Hilfe ablehnt. Doch auch ihm entgeht die Veränderung seiner Frau nicht, die nun entschlossen ist, ihr letztes Ziel zu verfolgen. Dem gegenüber steht Kaj und die Konfrontation mit der Vergangenheit.
Es war schwierig, eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Die Erzählweise ist durch die Sicht- und Zeitwechsel sprunghaft und insgesamt konnte mich die Handlung einfach nicht mitreißen. Des öfteren habe ich keine Lust gehabt, weiterzulesen. Es hat sich aber gelohnt, weil das letzte Drittel mir nochmal deutlich besser gefallen hat, als alle Puzzleteile sich zusammenfügten. Insgesamt war es für mich eine durchwachsene Lesereise voller berührender Tragik, Ungerechtigkeit und Vergebung.

Veröffentlicht am 07.11.2024

Kindheit in Ost-Berlin

Wie ein Vogel
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Die Autorin gibt in diesem Bilderbuch einen kleinen Einblick in ihre Kindheit in Ost-Berlin. Dazu gehört der Papa, der seine Faszination für die Vogelkunde an seine Tochter weitergegeben hat, der erste ...

Die Autorin gibt in diesem Bilderbuch einen kleinen Einblick in ihre Kindheit in Ost-Berlin. Dazu gehört der Papa, der seine Faszination für die Vogelkunde an seine Tochter weitergegeben hat, der erste Wellensittich Coco, die Besuche bei der Oma, die besondere Geschenke im Westen kaufen konnte und natürlich der ersehnte Besuch nach dem Mauerfall bei der geflüchteten Freundin. Ein sehr authentischer und interessanter Einblick für Klein und Groß. Die Bleistift-Zeichnungen sind toll und ermöglichen eine farbige Darstellung der Erinnerungen, die man sonst nur in Schwarzweiß kennt. Es ist eine Welt aus Kindersicht für Kinder, als es vieles noch nicht gab, was heute selbstverständlich scheint und die Autorin erzählt, was ihre Wellensittiche sie gelehrt haben. Die letzten Seiten fand ich etwas düster. Für mich fand die Geschichten einen guten Abschluss, bevor es dann (auf den letzten paar Seiten) um den Vater ging.

Veröffentlicht am 07.11.2024

Ganz süßer Gruselschlamassel

Hornbert ist süß
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Dieses Bilderbuch passt wirklich wunderbar in die Gruselzeit und überzeugt mit ganz viel Humor, stimmungsvollen Illustrationen, der zweiten Geschichte rund um Kürbis Rufus, Halloween-Motiven und fantasievollen ...

Dieses Bilderbuch passt wirklich wunderbar in die Gruselzeit und überzeugt mit ganz viel Humor, stimmungsvollen Illustrationen, der zweiten Geschichte rund um Kürbis Rufus, Halloween-Motiven und fantasievollen Gruselwesen.

Mir hat besonders gefallen, dass es viel zu entdecken gibt, aber nicht alles überfrachteten ist. Die Idee der Geschichte ist stimmungsvoll umgesetzt und überzeugt mit einer überraschenden Wendung. Ein nach Zuckerwatte riechendes Einhorn taucht im Gruselland auf und wird von Rufus Hornbert getauft. Unglücklichseins leidet es an einen Zauberschluckauf und richtet Chaos an. Der Grafregenwurm wird zum Glitzertier und das ist nicht der einzige Gruselschlamassel. Zum Glück hat Rufus eine rettende Idee.
Der erzählende Text ist Weiß, während die Reime in einem passenden Kürbisorange leuchten. Das wirkt auf den schwarzen Hintergrund ganz besonders stimmungsvoll. Wer die Halloweenzeit und das Verkleiden liebt, wird diese lustiger schaurig-schöne Geschichte für kleine und große Gruselfreunde ab 4 Jahren mögen.

Veröffentlicht am 07.11.2024

Ein wunderschöner Bilderbuchschatz

Ava und der Baum des Lebens
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Ava Großvater zeigt Ava einen Baum, der gerade aus dem Winterschlaf erwacht und fortan begleitet die Eiche Ava und ihren Großvater durch die Jahreszeiten, bis es heißt, Abschied zu nehmen. Ich finde, dass ...

Ava Großvater zeigt Ava einen Baum, der gerade aus dem Winterschlaf erwacht und fortan begleitet die Eiche Ava und ihren Großvater durch die Jahreszeiten, bis es heißt, Abschied zu nehmen. Ich finde, dass die Themen Abschied und der Kreislauf des Lebens sehr behutsam und berührend geschildert werden. Es finden sich wertvolle Weisheiten im Buch und die leicht verständliche Botschaft spendet Trost und zeigt, wie man mit Veränderung umgehen kann. Gleichzeitig ist es eine schöne Geschichte, die man mehrmals lesen kann und die zu Gesprächen einlädt. Dabei ist uns auch immer mal wieder etwas Neues aufgefallen.

Der Text ist in Reimform geschrieben. Es ist eine angenehme Mischung aus Wörtlicher Rede und poetischen Beschreibungen. Sehr gelungen sind auch die variierenden Perspektiven, denn mal guckt man von der Vogelperspektive auf das Geschehen und mal geht der Blick von unten hoch in die Baumkrone oder man bekommt einen weiten Blick auf die Natur. Das ist sehr abwechslungsreich gemacht und es gibt immer wieder Tiere zu entdecken. Die großflächigen Illustrationen sind wirklich schön und die alte Eiche, um die es in dieser Geschichte geht, sieht richtig beeindruckend aus. Vor allem die Jahreszeiten werden großartig in Szene gesetzt. Der bunte Herbstwald erstrahlt in warmen Tönen und der Sommer lädt zum Verweilen auf der Picknickdecke, unter dem saftig grünen Blätterdach, ein. Auch im Winter herrscht im Haus Gemütlichkeit.

Ein toller Bonus ist die Möglichkeit, sich die Geschichte vorlesen zu lassen. So oft man möchte. Sprecherin Gabi Gerlach ließt sehr beruhigend und angenehm. Über einen QR-Code ist das unkompliziert möglich und eine tolle Sache. Wir sind begeistert und können dieses schöne Bilderbuch für Klein und Groß wärmstens weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 07.11.2024

Dunkle Magie, gefährliche Monster und eine Hexe ohne Schatten

Tage einer Hexe
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Alles beginnt mit einem Fremden in der Schenke in der Neujahrsnacht und einem Moment der Verzweiflung, indem die Hexe Kosara eine spontane Entscheidung trifft, die sich als fataler Fehler herausstellt.

Die ...

Alles beginnt mit einem Fremden in der Schenke in der Neujahrsnacht und einem Moment der Verzweiflung, indem die Hexe Kosara eine spontane Entscheidung trifft, die sich als fataler Fehler herausstellt.

Die limitierte Erstauflage mit farbigen Buchschnitt ist ein Blickfang. Der Inhalt konnte mich aber noch mehr überzeugen, was dieses Buch zu einem richtigen Schmucksstück für mich macht.
Besonders die erste Hälfte habe ich sehr genossen, weil Kosara unvorhersehbar agiert, versucht, ihren Fehler wieder gut zu machen, und man die aufgeladene Atmosphäre, das wechselnde Setting und die eigenwilligen Charaktere zum ersten Mal erleben kann. Dann wird es deutlich düsterer und es zeichnet sich ab, wo die „Ermittlungen“ hin gehen werden, wobei Inspektor Asen Bacharow und Kosara eine tolle Dynamik haben. Generell mag ich den Humor sehr, weil er den Ernst und die Bedrohlichkeit aus so mancher Lage nimmt.
Kosara lebt in Chernograd, einer finsteren und trostlosen Stadt, die für zwölf Tage im Jahr ein leichtes Opfer für Monster wird. Kosara sieht es als ihre Pflicht, den Menschen in dieser Zeit zu helfen und die Monster zu bekämpfen. Dass sie sich nur für eine mittelmäßige Hexe hält und die Stimme des Zmey, der Zar der Monster, sie in ihrem Kopf kontinuierlich entmutigt, ist wenig hilfreich.
Kosara ist eine geheimnisvolle Figur (nicht nur sie) mit viel emotionalem Gepäck, denn erst mit der Zeit offenbart sich, was sie und der Zmey verbindet und was mit ihrer Schwester passiert ist. Von einer Mauer getrennt, befindet sich die Stadt Belograd auf der anderen Seite. Hier herrscht Frieden und Wohlstand, erkauft mit dem Leid der Chernograder. Ich fand es spannend, Kosara und Asen durch diese zwölf „Schmutzigen Tage“ und ihr monstermäßiges Abenteurer zu begleiten und habe mitgefiebert, besonders zum Schluss. Erst nach den letzten Seiten wurde mir klar, dass es eine Fortsetzung gibt und «Das Hexenkompendium der Monster» als Duologie angelegt ist. Das Ende kommt aber ohne Cliffhanger aus, jedoch möchte ich gern erfahren, wie es weitergeht. Ich freue mich auf die Fortsetzung und werde diesen Fantasy-Knüller weiterempfehlen. Im Anschluss an den Epilog findet sich übrigens das Hexenkompendium der Monster, denn niemand kennt die Schwächen der Monster besser als eine Hexe.