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Veröffentlicht am 02.08.2021

Spannender historischer Krimi

Das Buch des Totengräbers
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1893: Augustin Rothmayer ist Totengräber auf dem berühmten Wiener Zentralfriedhof. Ein schrulliger, jedoch hoch gebildeter Kauz, der den ersten Almanach für Totengräber schreibt. Seine Ruhe wird jäh gestört, ...

1893: Augustin Rothmayer ist Totengräber auf dem berühmten Wiener Zentralfriedhof. Ein schrulliger, jedoch hoch gebildeter Kauz, der den ersten Almanach für Totengräber schreibt. Seine Ruhe wird jäh gestört, als er Besuch vom jungen Inspektor Leopold von Herzfeldt bekommt. Herzfeldt braucht einen Todes-Experten: Mehrere Dienstmädchen wurden ermordet – jede von ihnen brutal gepfählt. Der Totengräber hat schon Leichen in jeder Form gesehen, kennt alle Todesursachen und Verwesungsstufen. Er weiß, dass das Pfählen eine uralte Methode ist, um Untote unter der Erde zu halten. Geht in Wien ein abergläubischer Serientäter um? Der Inspektor und der Totengräber beginnen gemeinsam zu ermitteln und müssen feststellen, dass sich hinter den Pforten dieser glamourösen Weltstadt tiefe Abgründe auftun.

„Das Buch des Totengräbers“ ist der erste Band der neuen Reihe um den Ermittler Leopold von Herzfeldt. Der Autor schickt den Leser 1893 nach Wien. Automobile finden langsam Anklang, genauso wie die neuen tieferen Sicherheitsfahrräder. Telefonapparate und Kameras sind auch noch neuzeitlich, ebenso wie gewisse Ermittlungsmethoden.
Aberglaube und Wissenschaft kämpfen um Beachtung, ebenso wie Tradition und Moderne.

Herzfeldt ist ein junger aufstrebender Ermittler, der im traditionsreichen Wien mit seinen neuen Methoden eher Kritik, als Begeisterung hervorruft. Während ihn die Ermittlungen schon genug auf Trab halten, muss er sich auch noch mit Sabotage und Anfeindungen herumschlagen. Er ist motiviert und versucht, seinen Ansprüchen und Werten treu zu bleiben. Ihm geht es nicht um Ruhm oder Kontakte, sondern um die Aufklärung und die Wahrheit. Er ist ein wirklich sympathischer Charakter, den ich gerne begleitet habe.
Wir erleben alles aus der Sicht von Herzfeldt, unterbrochen von einigen Kapiteln aus der Sicht vom Totengräber Augustin Rothmayer. Ein herrlich schrulliger aber auch intelligent gestalteter Charakter. Er schreibt den Almanach für Totengräber und als Leser dürfen wir immer wieder einzelne Einträge des Buchs erfahren.
Die anderen Ermittler sind alle weniger sympathisch aber doch sehr eigen. Dem Autor sind viele Figuren gelungen, mit Ecken und Eigenschaften, die einen Wiedererkennungswert haben.
Julia ist die einzige Frau, die eine größere Rolle spielt und sie ist eine wirkliche Powerfrau, wodurch sie großartig in der damaligen Zeit heraussticht. Besonders zusammen mit Herzfeldt hat sie mir gut gefallen.

Der Autor schmückt die Figuren und die Mordfälle mit viel Lokalkolorit. Er hat sich spürbar mit dem Wien der damaligen Zeit auseinandergesetzt und die Örtlichkeiten, die Lebensumstände und die Menschen dort gut wiedergegeben. Obwohl ich sonst kein Wien-Fan bin, hat es mich doch begeistert.
Der Schreibstil des Autors ist durchweg fesselnd. Es tun sich immer wieder neue Hinweise, neue Morde und verworrene Wege auf. Man weiß, ebenso wie Herzfeldt, auch als Leser lange nicht, was alles zusammenhängt und wird durch einige Wendungen durchaus aufs Glatteis geführt.
Mit gewissen Details konnte der Autor mir öfters einen Schauer über den Rücken jagen.
Der Sprecher des Hörbuchs ist Hans Jürgen Stockerl und in meinen Augen hätte es keinen besseren Sprecher geben können. Er spricht die Charaktere mit Dialekt und verpasst jedem eine eigene Stimmfarbe. Auch die Frauen kommen bei ihm gut rüber. Durch seine Sprechweise wurde das Lokalkolorit des Autors hervorragend verstärkt. Eine wahre Freude beim Zuhören.

„Das Buch des Totengräbers“ ist ein wirklich gelungener historischer Roman, der mit Spannung fesselt und mit dem gewissen Etwas begeistern kann.
Auch das Hörbuch ist einfach hörenswert und nur zu empfehlen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2021

Wirklich interessant und überraschend ehrlich!

Panik-Pastor
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Der beliebte Prediger und Sprecher Martin Dreyer ist eigentlich gar keine Rampensau, sondern wird von Panik-Attacken gequält, wenn er sich Bühnen nähert. Hier erzählt er von seinem authentischen Ringen ...

Der beliebte Prediger und Sprecher Martin Dreyer ist eigentlich gar keine Rampensau, sondern wird von Panik-Attacken gequält, wenn er sich Bühnen nähert. Hier erzählt er von seinem authentischen Ringen um einen glaubwürdigen und am Vorbild Jesu orientierten Weg aus seiner Angst.

Martin Dreyer erzählt in seinem Buch „Panik-Pastor: Wie Gott mir meine Angst nahm“ seine Geschichte von der Angst. Ich fand das Thema sehr spannend und es hat mich auch neugierig gemacht, mehr über den Gründer der Jesus-Freaks zu erfahren.
Dreyer erzählt kapitelweise von Erlebnissen, die er auf seinen Predigtreisen hatte. Er erzählt, wo ihn die Panik gepackt hat und in welchen Momenten es plötzlich gar nicht mehr so schlimm war. Er erzählt schonungslos ehrlich von seinen schwachen Momenten, von seinen Versuchen die Panik zu besiegen, von seinem Rückfall in die Sucht.
Dreyer tritt dabei nicht als perfekter Christ auf. Er ist mal arrogant und selbstsicher, zu sehr auf sein Ego und sein Auftreten bedacht. Mal ist er unsicher und zweifelt sogar an seinem Weg im Namen des Herrn. Ihn hier so zu erleben fand ich mutig und bewegend.
Die Kapitel sind zwar von den Jahreszahlen her nicht chronologisch aber sie geben dem Leser ein gutes Bild von Martin Dreyers Kampf, bis hin zum Besiegen der Angst mit Gottes Hilfe, die oft anders kommt, als man es sich selbst vorstellt.
Interessant bei all den Anekdoten ist auch das Bild, welches sich Dreyer im Laufe der Jahre von der deutschen Kirchenlandschaft machen konnte. Er zeigt hier Probleme und Schwierigkeiten auf aber auch positive Beispiele und mögliche Lösungen.
Insgesamt ein wirklich spannendes und lesenswertes Buch. Auch für Nicht-Christen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2021

Überraschend spannend!

Hinter diesen Türen
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Es schien der ideale Job zu sein: Rowan Caine ist überglücklich, als sie die Stelle als Kindermädchen in einem einsam gelegenen Haus in Schottland bekommt - bei einer perfekten Familie mit vier Töchtern. ...

Es schien der ideale Job zu sein: Rowan Caine ist überglücklich, als sie die Stelle als Kindermädchen in einem einsam gelegenen Haus in Schottland bekommt - bei einer perfekten Familie mit vier Töchtern. Doch in kürzester Zeit wird der vermeintliche Traumjob zum absoluten Albtraum. In dem schönen alten Haus, dessen hinterer Teil aus einem hypermodernen Glasanbau besteht und das mit allen High-Tech-Finessen ausgestattet ist, geschehen beängstigende, unerklärliche Dinge. Rowan fühlt sich ständig beobachtet, nicht nur von den Überwachungskameras, die in jedem Zimmer hängen. Auch das Verhalten der Kinder wird immer seltsamer. Bis es einen schrecklichen Todesfall gibt - und Rowan unter Mordverdacht gerät.

„Hinter diesen Türen“ von Ruth Ware hat mich zunächst durch das Cover angesprochen. Es hat mich neugierig gemacht und der Klappentext hat mich dann überzeugt.
Das Konzept des Buchs ist richtig interessant. Die Geschichte wird aus der Sicht der (ehemaligen) Nanny Rowan Caine erzählt. Aber wir erleben nicht einfach alles durch ihre Augen, sie erzählt die ganze Sache in Briefen einem Anwalt.
Der Autorin ist dieser etwas ungewöhnliche Stil wirklich gut gelungen. Für mich hat sich die Spannung und die Frage nach dem, was wirklich passiert ist, nur erhöht.
Rowan ist kein Charakter, der immer und sofort sympathisch ist. Sie hat ganz schön viele Ecken und ist grade als Nanny nicht perfekt aber sie hat etwas an sich, wodurch ich einfach immer weiter wissen wollte, was passiert ist.
Die Kinder schwanken zwischen süß, nervig und unheimlich und auch die anderen Figuren verströmen alle einen Hauch Ungewissheit. Wie Rowan weiß man auch als Leser nie, was wirklich los ist und wer ein ehrliches Spiel spielt.
Im Laufe der Geschichte tun sich immer weitere Dinge auf und vieles weiteres geschieht, was immer mehr Fragen aufwirft und die Spannung weiter vorantreibt. Ich habe mir zwischendurch wirklich den Kopf zerbrochen und bin der Lösung nur nahegekommen.
Es gab einige Wendungen, die ich nicht erwartet habe. Das fand ich richtig gut.
Das Ende mag nicht jedem gefallen aber ich fand es klasse. Es hat irgendwie zu allem gepasst und vor allem auch zu der Grundstimmung des Buchs. Denn nichts ist so, wie es scheint.
Ein geniales Buch! Ich hoffe, es gibt bald mehr dieser Art!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2021

Spannend und interessant

Eskalation
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»Nicht langsamer werden«, befiehlt die verzerrte Stimme durch die Freisprecheinrichtung. Dina Martin ist allein auf der Autobahn unterwegs. Hinter ihr ein riesiger Wagen, der plötzlich bedrohlich nah auffährt. ...

»Nicht langsamer werden«, befiehlt die verzerrte Stimme durch die Freisprecheinrichtung. Dina Martin ist allein auf der Autobahn unterwegs. Hinter ihr ein riesiger Wagen, der plötzlich bedrohlich nah auffährt. Zu den Schuldgefühlen, dass Dina heute Abend nicht bei ihrer Tochter ist, gesellt sich jetzt die Angst. »Abfahren«, kommandiert die Stimme. Sie sind mittlerweile kilometerweit von ihrer eigentlichen Ausfahrt entfernt. Nach der Kurve sieht Dina ein rotes Licht aufflammen: Halt Polizei. Alles wird gut werden, denkt Dina noch. Doch dann ertönt ein Schuss - und der wahre Albtraum beginnt.

Mit „Eskalation“ legt Nora Benrath ein wirklich gutes Debüt hin.
Die Ereignisse laufen schon, wenn der Leser einsteigt. Dina Martin ist bereits in ihrer brenzligen Lage und weiß nicht ein noch aus. Sie muss tun, was der Mann ihr über die Freisprecheinrichtung befiehlt. Nicht einmal die Polizei kann ihr helfen.
Gerd Kaarst ermittelt in diesem Fall und muss nach und nach alle losen Fäden miteinander verknüpfen und sich nicht auf die falsche Fährte führen lassen.
Wir erleben als Leser Kapitel, die sich mit Gerd beschäftigen und welche, die sich um den Täter und die Opfer drehen.
Ich war wirklich durchweg gefesselt und konnte richtig gut miträtseln, wer wohl der Täter ist und wie sich alles am Ende aufklären wird.
Der Autorin ist hier ein richtig spannender Thriller, ohne zu viel Blutvergießen gelungen, der mit einer überraschenden Auflösung aufwartet.
Ich freue mich schon auf noch mehr Werke, aus der Feder von Nora Benrath.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2021

Manchmal ist die erste Liebe die einzig wahre Liebe ...

Perfect Mistake
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Als Adele für die Hochzeit ihres Vaters in ihre Heimatstadt zurückkehrt, weiß sie, dass es kein einfacher Besuch sein wird. Sieben Jahre ist es her, seit sie weggegangen ist. Sieben Jahre, seit sie den ...

Als Adele für die Hochzeit ihres Vaters in ihre Heimatstadt zurückkehrt, weiß sie, dass es kein einfacher Besuch sein wird. Sieben Jahre ist es her, seit sie weggegangen ist. Sieben Jahre, seit sie den größten Fehler ihres Lebens begangen hat. Nun muss sie dem Mann gegenübertreten, der ihr damals die Welt bedeutet hat. Augenblicklich kommen die Gefühle wieder hoch, noch intensiver und heftiger als zuvor. Doch eine Liebe zwischen ihnen ist unmöglich ... oder?

Ich bin ein Fan der Bücher von Kylie Scott, doch dieses konnte mich nicht ganz so in den Bann nehmen, wie die anderen.
Die Handlung wechselt sich zwischen Gegenwart und Vergangenheit ab. So erfahren wir als Leser, was damals zwischen Adele und Pete vorgefallen ist und wie es sich mittlerweile verhält.
Adele ist ein echt toller Hauptcharakter. Sie ist schlagfertig, witzig und selbstbewusste, ohne wie eine Superwoman zu wirken. Ihr Vater und seine neue Frau sind richtig herzlich und geben dem Buch eine tolle, liebevolle Stimmung.
Nur Pete ist mir nicht richtig sympathisch geworden. Er verhält sich viel zu oft herablassend und unreif. Er zeigt Adele gegenüber eine totale Abneigung, nur um sich dann irrational und gegenteilig zu zeigen.
In der Vergangenheit mochte ich die Beiden echt gerne zusammen. Ihre Gespräche und ihr Rumgealber hatte was leichtes und entspanntes. In der Gegenwart konnte ich vieles nicht richtig nachvollziehen und war manchmal ein wenig genervt.
Leider hat für mich das ganze Buch dadurch einen unreifen Unterton bekommen, wodurch ich einfach nicht mit allem warm werden konnte. Dazu gab es einige Szenen, die der Geschichte ein bisschen Spannung und Drama geben sollten, die aber ein wenig unnötig waren. Das fand ich schade.
Insgesamt ist es wirklich keine schlechte Geschichte aber eben nicht überzeugend. Eine Liebesgeschichte für zwischendurch und für Kylie Scott Fans.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere