Platzhalter für Profilbild

Landkartenleser

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Landkartenleser ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Landkartenleser über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2017

Schonungslos und kritisch

Underground Railroad
0

Inhalt:
In "Underground Railroad" erzählt Colson Whitehead die Geschichte der jungen Cora auf der Flucht hinaus aus der Sklaverei in Richtung Norden. Auf der Randall-Plantage aufgewachsen, ist sie jeden ...

Inhalt:
In "Underground Railroad" erzählt Colson Whitehead die Geschichte der jungen Cora auf der Flucht hinaus aus der Sklaverei in Richtung Norden. Auf der Randall-Plantage aufgewachsen, ist sie jeden Tag der Gewalt und Willkür der Plantagenbesitzer und Leidensgenossen ausgesetzt. Doch eines Tages kommt Caesar zu ihr und bittet sie mit ihr zu flüchten. Nichts ahnend was ihr bevor steht, entschließt Cora sich dazu ihn zu begleiten und somit in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten. Dabei trifft sie immer wieder auf Menschen, die ihr helfen, aber auch auf solche, die es nicht gut mit ihr meinen. Doch sie wird auch Passagierin eines Zuges, der sie in eine Zukunft in Freiheit zu transportieren vermag.

Cover und Aufmachung:
Ein auf den ersten Blick so wunderschönes Cover mit einer sehr passenden Schriftauswahl, welches ein Hingucker in jeder Buchhandlung werden wird. Doch schaut man es genauer an, zeigt es ein einfaches kleines Holzhaus, möglicherweise auf einer der Plantagen. Der Sternenhimmel könnte für die dunkeln Zeiten Amerikas stehen, aber womöglich sollte man den endlosen Himmel und die hellen Sterne besser als ein Symbol für Freiheit und eine aussichtsreiche Zukunft betrachten, welche Cora bevorstehen könnte. Vielleicht aber auch nur als eine Nacht, in der eine junge Frau all ihren Mut aufbringt und sich zur Flucht entscheidet.
Ich empfinde das Cover, als auch den Satz als sehr gelungen.

Meine Meinung:
In "Underground Railroad" berichtet Colson Whitehead schonungslos, was Cora auf ihrer Flucht zustößt und auch, was ihr in ihrer Vergangenheit widerfahren ist. Er beschönigt nichts und spricht neben der Versklavung der farbigen Menschen, auch den Mord und die Vertreibung der Ureinwohner an. All seine Worte sind so gewählt, dass man sie auch in die heutige Zeit übertragen kann, womit er offen Kritik an der derzeitigen Situation und der Vergangenheit der Vereinigten Staaten ausübt.
Als Metapher für das als "Underground Railroad" bezeichnete Hilfsnetzwerk, welches real existierte, lässt er seine Protagonistin mit einem Zug von Station zu Station reisen. Und jede dieser Stationen hält ganz neue Eindrücke und Gefahren für Cora bereit.
Zwischen den Staaten-Kapiteln sind immer wieder Kapitel über verschiedene Personen angebracht. Anfangs war dies verwirrend, doch im Nachhinein betrachtet, fügen diese sich gut in die Geschichte ein.
Whitehead hat einen sehr besonderen, einprägsamen, doch ebenfalls anspruchsvollen Schreibstil, wodurch immer ein paar Seiten nötig waren, um diesem wieder folgen zu können.
Der Mittelteil war eher zähflüssiger und kann wohl als Ruhe vor dem Storm bezeichnet werden, denn die letzen einhundert Seiten sind noch einmal sehr nervenaufreibend, vor allem das Ende ist aufwühlend und emotional.
Das Buch erinnert an einen Bericht. Es enthält überwiegend Schilderungen und wenig Gesprochenes zwischen den Charakteren. Teilweise zogen sich Absätze damit doch sehr in die Länge. Dies gleicht Whitehead mit seinem bereits erwähnten Schreibstil und seinem großartigen Sprachgefühl aus und scheint immer die richtigen, vor allem tiefgründigen, Worte zu finden. Sowohl für Kritik...
"Geraubte Körper bearbeiteten geraubtes Land" (S. 138)
...als auch für hoffnungsvolle Szenen.
"Mag sein, dass wir den Weg durch den Wald nicht kennen, aber wir können einander aufhelfen, wenn wir hinfallen, und wir werden gemeinsam ankommen." (S. 327)
Noch nie habe ich in einen Buch so viele Stellen markiert, die mich berührt und nachdenklich gemacht haben.
Colson Whitehead hat mit seinem Buch einen gut recherchierten, mit viel eigener Kreativität angereicherten, gesellschaftskritischen Roman verfasst.

Fazit:
Hemmungslos erzählt Whitehead von der Flucht der jungen Cora, übt Kritik am Staat und begeistert mit seiner Wortwahl. Ein gelungener Roman der nachwirkt und beschäftigt. Das Buch erhält von mir 4,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 10.07.2017

Einzigartig

Liebe wird überschätzt
0

Inhalt:
"Liebe wird überschätzt" umfasst eine Vielzahl an Kurzgeschichten der italienischen Autorin Valeria Parrella. Als Leser begegnet man darin sehr unterschiedlichen Menschen. Jeder in seiner ganz ...

Inhalt:
"Liebe wird überschätzt" umfasst eine Vielzahl an Kurzgeschichten der italienischen Autorin Valeria Parrella. Als Leser begegnet man darin sehr unterschiedlichen Menschen. Jeder in seiner ganz eigenen Lebenslage. Jeder hat Ansprüche an das Leben und die Menschen um sich herum. Und jeder versucht auf seine eigene Art sein Leben zu meistern und fühlt sich frei oder gezungen, geliebt oder vernachlässigt.

Cover und Aufmachung:
Hier handelt es sich um ein sehr markantes Cover. Diese vielen Papierschichten zeigen wunderbar, wie vielschichtig Parrellas Geschichten und ihre Protagonisten sind. Jedoch scheinen sie oft verletzlich und unsicher und schwere Lasten mit sich herumzutragen. Je tiefer man in die Geschichte eindringt, umso mehr bröckelt ihre sorgsam errichtete Fassade - löst sich auf, wie der Leim, der die Plakate einst hielt und lässt den Leser einen Blick ins Innere dieser Menschen werfen.
Die Verarbeitung des Buches lässt allerdings zu wünschen übrig und ich hoffe, es ist nur beim Leseexemplar und nicht in der Auflage so. Klebstoffeiläufe, Seiten, die drohen herauszubrechen, ein Bezugsmaterial, welches sich bereits löst, um nur einige Mängel zu nennen.

Meine Meinung:
Es handelt sich bei "Liebe wird überschätzt" von Valeria Parrella um wunderbar einzigartige und in einem gelungenen Schreibstil verfasste Geschichten, welche beim Lesen die verschiedensten Emotionen auslösen. Außerdem sind die Charaktere so unterschiedlich und trotzdem verbindet sie die Tatsache mit ihren individuellen Problemen belastet zu sein. Viele von ihnen wagen einen neuen Schritt im Leben und finden einen neuen Zustand des Glückes.
Man liest jede Geschichte und denkt, dass diese die beste und tiefgründigste gewesen sein muss, doch dann liest man weiter und bemerkt, dass einem diese noch besser gefällt und nach Beenden kann man sich überhaupt nicht festlegen, welche denn nun die Beste war, da jede ihren ganz eigenen Charakter hat und unvergleichbar scheint.
Allerdings sind ihre Geschichten sehr anspruchsvoll und liegen schwer im Magen. Oft kam ich nicht mit und musste zurückblättern und den Absatz noch einmal lesen, da es viel Konzentration bedarf um nicht den Faden zu verlieren. Anders betrachtet ist es natürlich beeindrucken, wie sehr ihre Geschichten fordern und ich habe wohl bis heute nicht verstanden, wie ich einige von ihnen verstehen soll. Man zerbricht sich schon beim Lesen oft den Kopf und kann nie ahnen in welche Richtung es verlaufen wird.
Auf jeden Fall hat Parrella Geschichten geschrieben, die im Kopf bleiben und die man wohl mehrmals Lesen sollte um zu verstehen.

Fazit:
Vielschichtige Geschichten, die den Leser fordern. "Liebe wird überschätzt" erhält von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 17.06.2017

Nervenkitzel

Roofer
0

Inhalt:
In Jutta Wilkes Roman "Roofer" trifft die Protagonisten Alice durch ihre Freundin Nasti auf eine Gruppe Roofer, die tagtäglich für den Nervenkitze auf den Dächern Frankfurts ihr Leben riskieren. ...

Inhalt:
In Jutta Wilkes Roman "Roofer" trifft die Protagonisten Alice durch ihre Freundin Nasti auf eine Gruppe Roofer, die tagtäglich für den Nervenkitze auf den Dächern Frankfurts ihr Leben riskieren. Alice ist fasziniert von diesem Hobby, doch ebenfalls schockiert, in welch lebensgefährliche Aktionen sich die Jugendlichen stürtzen. Unter ihnen befindet sich auch Nik, der Alice mit seinen Gedichten verzaubert und an dem sie gefallen findet.
Doch dann wird die Lage immer ernster und etwas schreckliches geschieht.

Cover und Aufmachung:
Das Cover gefällt mir leider nicht so sehr. Die Elemente scheinen etwas willkürlich angeordnet und der Titel reicht in den Bundstegfalz. Erst, wenn man das Buch komplett aufschlägt und die Buchdecke betrachtet, ergibt sich ein besseres Gesamtbild.
Auch die Schrift, in der die Gedichte gesetzten wurden, ist nicht mein Fall.

Meine Meinung:
In "Roofer" beginnt Jutta Wilke mit einem ersten Kapitel, welches einige Tage nach dem eigentlichen Beginn der Geschichte einsetzt. Es bereitet den Leser darauf vor, was unserer Protagonistin Alice bevorsteht. Dieser Einstieg ist sehr gut gewählt und man fliegt durch die Seiten, da man wissen möchte, was geschehen wird.
Die Protagonistin selbst ist sympathisch, allerdings ist sie sehr nah am Wasser gebaut und es fehlt ihr ein wenig an innerer Stärke, auch wenn man es teilweise nachvollziehen kann. Die Kapitel aus Nikolas Sicht haben das Buch sehr gut ergänzt, hiervon hätte es ruhig noch mehr geben können.
Außerdem war es eine tolle Idee, Gedichte mit einzubeziehen, gerade weil die Autorin stets sehr gut passende ausgewählt hat und diese sehr berühren.
Solch ein Gedicht hat auch zur Liebesgeschichte zwischen Alice und Nikolas beigetragen, jedoch ging es an dieser Stelle viel zu schnell, ein langsames Herantasten der Beiden aneinander hat gefehlt.
Auch, dass das Thema Obdachlosigkeit aufgegriffen wurde, war gut, allerdings konnte es gar nicht wirklich weiter ausgebaut werden, da eine Vielzahl von anderen Themen ebenfalls aufgegriffen wurden, wie Tod, Ritzen usw. Das war einfach zu viel. Es sind alles sehr ernste Themen und es ist mutig, dass sich Jutta Wilke da heran getraut hat, aber das Buch hätte für solch eine Vielfalt 300 Seiten dicker sein müssen.
Überhaupt hätte ich mir die Geschichte langwieriger gewünscht. Die Charaktere sind toll ausgebaut, der Schreibstil ist angenehm und aus all den guten Ideen hätte ein lesenswerter, dicker Roman entstehen können. Doch leider kam am Ende alles sehr abrupt und war viel zu schnell vorbei.
Das, was das Buch aber auf jeden Fall erreicht hat, waren schwitzige Hände beim Lesen, denn der Nervenkitzel bleibt nicht aus.

Fazit:
Gut geschrieben, Nervenkitzel und zu viele gute Ideen für ein solch kurzweiliges Buch.
"Roofer" bekommt von mir 3 Sterne.

Veröffentlicht am 06.06.2017

Reiselust XXL

Honeymoon XXL
0

Inhalt: Julia und Stefan Richter sind gerade frisch verheiratet, naheliegend ist es da natürlich in die Flitterwochen zu reisen. Allerdings reicht den Beiden nicht der übliche Zwei-Wochen-Urlaub, sie wollen ...

Inhalt: Julia und Stefan Richter sind gerade frisch verheiratet, naheliegend ist es da natürlich in die Flitterwochen zu reisen. Allerdings reicht den Beiden nicht der übliche Zwei-Wochen-Urlaub, sie wollen etwas ganz besonderes erleben und so starten sie ihren "Honeymoon XXL".
Ihre Reise beginnt in der Mongolei auf dem Rücken der Pferde, sie wandern durch Nepal dem Mount Everest ganz nah, sie surfen in Südostasien, machen einen Roadtrip quer durch Neuseeland und paddeln zwischen Bären und Elchen in Alaska.
Doch nicht nur ihre geplante Route verändert sich während der Reise, sondern auch sie selbst und ihre Art die Dinge anzugehen.

Cover und Aufmachung:
Die Buchdecke ist sehr schön gestaltet, vorn ein Bild der Beiden und hinten eine Statistik über Kosten, Strecke, bereiste Länder usw.
Auch im Inneren ist die Gestaltung des Buches gut gewählt, die Texte sind recht schlicht gesetzt, wodurch die fantastischen Bilder noch mehr hervor stechen, welche auch jeweils einen neuen Reiseabschnitt einleiten.
Außerdem gibt es zwei Landkarten, einmal für die geplante und abschließend für die tatsächlich bereiste Strecke, und ein paar Listen über Gepäck und Versorgung bei größeren Trips.
Allerdings ist der Titel im erstem Moment etwas irreführend, erst der Untertitel und der Verlag machen bewusst, dass es sich um einen Reisebericht und nicht um einen kitschigen Roman handelt.

Meine Meinung:
"Honeymoon XXL - Vom Standesamt ins Outdoor-Abenteuer" von Julia und Stefan Richter, mir zwei sehr sympathisch erscheinenden Autoren, lässt sich sehr flüssig und schnell lesen, da man einfach wissen möchte, was sie als nächstes erleben. Außerdem spürt man in jeder Zeile ihre Reiselust und Begeisterung. Sie schildern die guten, wie die schlechten Seiten des Erlebten, jedoch bleiben sie stets positiv und wollen nichts missen.
Außerdem spürt man, dass sie über sich hinaus wachsen, indem sie es aufgeben jeden Tag genau im Voraus zu planen und sich einfach mal treiben lassen und spontane Entscheidungen treffen. Es macht wirklich Spaß beim Lesen diese Veränderung mit zu erleben.
Wer sich eher für geschichtliche und kulturelle Ereignisse interessiert wird hier nicht auf seine Kosten kommen, denn geschildert werden in diesem Buch vor allem die Eindrücke, die bereisten Orte und die sportlichen Aktivitäten.
Da die beiden noch recht jung sind und dies ihre erste Weltreise ist, kann ich mich als Leser auch sehr gut mit ihnen identifizieren und auch ihre anfängliche Vorsicht und ihren gewachsenen Mut nachzuvollziehen.
Sie haben eine Menge erlebt und auf Grund ihrer Motivation möchte man am liebsten selbst surfen lernen und die erwähnten Destinationen besuchen.
Besonders gefällt mir, dass am Ende eines Reiseabschnitts immer eine kurze Zusammenfassung der Eindrücke im jeweiligen Land zu finden ist, auch wenn bemerkbar wird, dass es oft schwer fällt ein Fazit für ein ganzes Land zu ziehen, da jeder Teil sich so vom anderen unterscheidet.
Schlussendlich muss noch erwähnt werden, dass das Buch mit wundervollen Fotos gefüllt ist, von denen man auf dem Blog der Beiden noch viele mehr bestaunen kann, da sie einfach traumhaft sind. Jedoch hätte ich mir noch Bildunterschriften im Buch gewünscht mit kurzen Erklärungen.

Fazit:
Eine große Vielfalt an bereisten Länder, viel Action und sympathische Autoren.
"Honeymoon XXL" erhält von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 06.06.2017

Beeindruckende Bilder, tolle Erlebnisse und viel Optimismus

Der weiteste Weg
0

Inhalt:
In "Der weiteste Weg - Mit dem Campingbus bis Australien" berichtet Bruno Blum von seiner Reise gemeinsam mit seiner Freundin Claudia im umgebauten Mitsubishi-Lieferwagen "Betty". Diese Reise ...

Inhalt:
In "Der weiteste Weg - Mit dem Campingbus bis Australien" berichtet Bruno Blum von seiner Reise gemeinsam mit seiner Freundin Claudia im umgebauten Mitsubishi-Lieferwagen "Betty". Diese Reise bringt die Beiden von der Schweiz aus in den Nordosten Europas. Von Russland geht es dann in den Süden bpsw. nach Kasachstan und den Iran. Und auch Indien ist ein Teil der Reise, bis schließlich auch Australien erreicht wird. Aber auch hier ist die Reise nicht zu Ende, denn bevor sie nach Europa zurückkehren, werden auch Malaysia, Japan und die Mongolei erkundet.
Doch dieses Buch verspricht nicht nur eine tolle Reiseroute, sondern bietet auch viele interessante, lustige und nervenaufreibende Erlebnisse.

Cover und Aufmachung:
Das Cover zeigt mehrere Bilder von verschiedenen Stationen der Reise und auf jedem ist der Campingbus zu sehen, was natürlich passend zum Inhalt und Titel ist.
Auch eine Karte befindet sich, wie beim Delius Klasing Verlag üblich, im Buch. Allerdings hätte ich mir diese etwas detaillierter gewünscht, damit man direkt auf einen Blick sehen kann, welche Länder bereist wurden, bzw. hätte man auch eine kleine Liste hinzufügen können.
Die Aufmachung und die Qualität des Buches gefallen mir sehr gut. Die Seiten sind gut gesetzt, das Verhältnis zwischen Text und Bild ist stimmig und die Schriftarten/-schnitte harmonieren miteinander.
Die Bilder, die im Buch enthalten sind, sind allesamt sehr beeindruckend und in so großer Anzahl vorhanden, dass man zu jedem Abschnitt der Reise mehrere Fotos zu sehen bekommt.

Meine Meinung:
Mit "Der weiteste Weg" hat Bruno Blum ein sehr lesenswertes Buch geschrieben. Sein Schreibstil ist sehr angenehm und man verschlingt dieses Buch regelrecht. Seine Art über die Geschehnisse zu berichten ist sehr beeindruckend. Man spürt in jeder Zeile seine Liebe zum Reisen und die Begeisterung gegenüber den verschiedenen Kulturen und Menschen. Er betont auch immer wieder, dass Begegnungen mit Menschen für ihn auf Reisen das Wichtigste sind, selbst wenn die Verständigung nur über Hände und Füße gelingt.
Außerdem scheinen Bruno Blum und seine Freundin Claudia in jedem Erlebnis vor allem das Positive zu sehen und selbst wenn etwas nicht gleich gelingt sind sie geduldig und lernen daraus. Diese Art der Beiden ist sehr motivierend und geht während des Lesens auf den Leser über.
Auch auf Geschichte und Kultur wird in diesem Buch nicht verzichtet, sodass man als Leser noch viele interessante Dinge bezüglich der bereisten Länder dazu lernt, da auch wirklich gut recherchiert wurde.
Die Reiseroute selbst ist sehr abwechslungsreich und entführt den Leser in die verschiedensten Kulturen und Teile unserer Erde. Sie führt durch Länder von denen man viel hört, die aber doch ganz anders sind, aber auch durch solche, die eher weniger beachtet werden, jedoch viel mehr Aufmerksamkeit verdienen.
Die zum Inhalt passend ausgewählten und platzierten Bilder machen den Lesegenuss nur noch größer.
Teilweise hätte der Autor gern noch länger über die Erlebnisse schreiben dürfen, da so dieses Buch leider einfach viel zu schnell geendet hat.

Fazit:
"Der weiteste Weg" ist ein Reisebericht, der sich aufgrund der angenehmen Sprache und vieler kluger Worte sehr schnell lesen lässt. Außerdem begeistert dieser mit beeindruckenden Bildern, tollen Erlebnissen und viel Optimismus. Dafür bekommt dieses Buch 5 Sterne.