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Veröffentlicht am 10.11.2023

Ellis Reise zu sich selbst

Ein Jahr hinterm Deich
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Klappentext:

Nach überstandener Krankheit zieht Elli Markwort mit Anfang fünfzig zurück an die Nordseeküste. Doch mit dem Idyll ihrer Kindheit hat Katharinensiel nicht mehr viel gemein: Der unendliche ...

Klappentext:

Nach überstandener Krankheit zieht Elli Markwort mit Anfang fünfzig zurück an die Nordseeküste. Doch mit dem Idyll ihrer Kindheit hat Katharinensiel nicht mehr viel gemein: Der unendliche Himmel über Ostfriesland ist grau, durch das Häuschen hinterm Deich zieht der Wind – und dann sind da noch die bockigen Schafe ihrer betagten Vermieterin Käthe Reents, um die sich Elli kümmern soll. Erst als sie sich der örtlichen Selbsthilfegruppe anschließt, bessert sich ihre Stimmung. Mit der patenten Taalke, Vogelfreund Bernd und dem schrulligen Gruppenleiter Onno hat sich hier eine bunte Truppe ostfriesischer Urgesteine versammelt. Wenn da nur nicht der missmutige, leider sehr attraktive Tierarzt Ahrend wäre, der so gar nichts für Großstädterin Elli übrigzuhaben scheint …

Meine Meinung:

Von Anfang an hat mich die Geschichte eingefangen und verzaubert.Die Autorin hat sowohl die wunderschöne Nordseelandschaft als auch eine bunt zusammengewürfelte Gruppe Menschen ins rechte Licht gesetzt und klare Bilder in meinem Kopf entstehen lassen.Die kleinen und großen Alltagssorgen,aber auch der Zusammenhalt der Menschen untereinander,gewürzt mit viel Humor haben mich begeistert.Es war genau die richtige Mischung zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit,welche die Geschichte auszeichnete.Ich habe mir die Geschichte von Sabine Kaack vorlesen lassen,welche hier eine tolle Leistung abgeliefert hat.Von mir sehr gerne vergebene fünf Sterne

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Veröffentlicht am 06.11.2023

Ein hartes Leben

Ich, Sperling
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Ein alter Mann,schreibt am Ende seines Lebens, seine Geschichte auf. Er bezeichnet sich selber, als unwichtiges Nichts ,das keinerlei Wert hat.
Er heißt nun, Jakob, hatte aber in seinem Leben viele Namen ...

Ein alter Mann,schreibt am Ende seines Lebens, seine Geschichte auf. Er bezeichnet sich selber, als unwichtiges Nichts ,das keinerlei Wert hat.
Er heißt nun, Jakob, hatte aber in seinem Leben viele Namen (Maus, Antinoos, Antiochos, Pusus),sind die geläufigsten.
Im 4. Jahrhundert kam er mit einem Sklavenschiff in Cartagena / Spanien an und wurde von dem Dominus eines Bordells gekauft. Er wächst zusammen mit den Prostituierten (die man damals Wölfinnen nannte)auf.Zwei der Wölfinnen fühlen sich als seine Ziehmütter berufen ,von ihnen erhält er Zuwendung und lernt viel über die wichtigen Dinge im Leben.Er muß von frühester Kindheit an hart arbeiten und erhält dafür kaum Wertschätzung.
Der Autor schont seine Leser/Leserinnen in keiner Weise und breitet in schonungsloser Offenheit, das Leben in der damaligen Zeit aus.Dabei ist die Ausdrucksweise sehr rüde und teilweise ordinär,nichts für zartbesaitete Leser.
Obwohl die Geschichte weit in die Vergangenheit ging,vergaß man das beim Lesen manchmal völlig und wähnte sich in der Gegenwart.
Die Geschichte ließ kaum etwas an menschlichen Abgründen aus und läßt mich nachdenklich zurück.

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Veröffentlicht am 05.11.2023

Ein Familienbild vergangener Zeit

Gut Friesenhain - Zwischen Traum und Freiheit
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Klappentext:

Münsterland 1895:

Als älteste Tochter der Grafen Familie von Scheweney ist Luises Leben vorbestimmt: Sie soll den Adligen Johann van Leeuwen heiraten und ihre Tage unter den feinen Damen ...

Klappentext:

Münsterland 1895:

Als älteste Tochter der Grafen Familie von Scheweney ist Luises Leben vorbestimmt: Sie soll den Adligen Johann van Leeuwen heiraten und ihre Tage unter den feinen Damen der Gesellschaft verbringen. Doch die temperamentvolle. Luise will ihre Zukunft selbst gestalten.Sie will Tiermedizin studieren und auf dem Gestüt ihrer Familie anpacken.

Als sie heimlich an einer Veranstaltung der Frauenbewegung teilnimmt, lernt sie Max Brugge kennen. Der junge Sozialdemokrat hat für Luises Probleme nur Spott übrig. Johan wiederum entpuppt sich bei seiner Ankunft nicht nur als standesgemäß, sondern auch als weltoffen. Ein passender Ehemann scheint endlich gefunden – doch warum geht Max Luise einfach nicht aus dem Kopf?

Meine Meinung:
Durch den tollen Schreibstil,der mir bisher unbekannten Autorin,wurde ich sofort in die Geschichte hineingezogen.Nach dem zu Beginn etwas rätselhaften Prolog (er erklärt sich an späterer Stelle)wurden die einzelnen Familienmitglieder vorgestellt,dadurch hatte ich sofort klare Bilder im Kopf.Das damalige Zeitgeschehen wurde sehr schön mit den familiären Gegebenheiten verknüpft.Im ersten Band der Trilogie steht die älteste Tochter Luise im Mittelpunkt,in den folgenden Bänden werden wohl andere Personen den Fokus beherrschen.

Während Luise eine sehr kämpferische Frau ist,liegen die Qualitäten ihrer jüngeren Schwester auf anderen Gebieten,was gut herausgestellt wurde.Ihr Bruder Wilhelm sucht noch seinen Platz im Leben und der Möglichkeit sein Leben nach seinen Vorstellungen führen zu können.

Daß die Autorin einen starken Bezug zur Natur und den Tieren hat,merkt man dem Buch deutlich an, was mir sehr gefiel.

Neben der Familiengeschichte mit einigen Geheimnissen und einer schönen Liebesgeschichte geht es auch um Arbeitsbedingungen im Wandel der Zeit und Frauenrechte.Es war ein buntes Kaleidoskop an Ereignissen und führte dazu ,dass ich das Buch ,trotz seines großen Umfangs in relativ kurzer Zeit gelesen habe,weil es mich so gefesselt hat.

Dem nächsten Band und einer erneuten Zeitreise sehe ich mit großer Vorfreude entgegen. Von mir eine absolute Leseempfehlung verbunden mit fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 04.11.2023

Auszeit an der Nordsee ist

Winterstrandtage
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Klappentext:
Eine vergessene Kerze auf dem Adventskranz bedeutet für Leni die Katastrophe: Keine 24 Stunden später steht sie ohne Bleibe da und wird von ihrem Partner verlassen. Dabei hatte Leni sich für ...

Klappentext:
Eine vergessene Kerze auf dem Adventskranz bedeutet für Leni die Katastrophe: Keine 24 Stunden später steht sie ohne Bleibe da und wird von ihrem Partner verlassen. Dabei hatte Leni sich für das kommende Jahr den nächsten Schritt in ihrer Beziehung gewünscht. Um sich zu sammeln, reist sie zu Oma Elga nach St. Peter-Ording und zieht in ihr hübsches Friesenhäuschen. In der Stille zwischen den Jahren lässt sie die winterliche Landschaft auf sich wirken und genießt Oma Elgas warmen Apfelstrudel. Tag für Tag schöpft Leni allmählich wieder Hoffnung. Es scheint, dass die Rauhnächte an der friesischen Küste ihr den Weg in eine Zukunft weisen – mit einem neuen Beruf und einem Mann an ihrer Seite, den sie schon fast vergessen hatte.

Der Autorin ist es gelungen,mich sofort in die Geschichte zu ziehen,alle Personen waren ziemlich schnell in meinem Kopf präsent und so sprang das Kopfkino gleich an.Als großer Nordseefan gefiel mir natürlich die Beschreibung der winterlichen Landschaft besonders gut.Eine schöne Liebesgeschichte,die durchaus ein paar ernste Seiten hatte,wurde in einem flüssigen Schreibstil präsentiert.Eine weitere Rolle spielte auch die Geschichte der Raunächte.Obwohl ich eigentlich mit großer Skepsis an solche Mythen herangehe,gelang es der Autorin, dass ich mich auch mit dem Thema einzufangen.Von mir eine Leseempfehlung und vier Sterne.

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Veröffentlicht am 02.11.2023

Auf dem Land

Über Menschen
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Die Protagonistin Dora flieht während der Pandemie aus Berlin in einen kleinen Ort in Brandenburg. ein herunter gewirtschaftetes Haus wird zu ihrem Domizil, wo sie fast ohne Möbel ihre Tage verbringt.Ihr ...

Die Protagonistin Dora flieht während der Pandemie aus Berlin in einen kleinen Ort in Brandenburg. ein herunter gewirtschaftetes Haus wird zu ihrem Domizil, wo sie fast ohne Möbel ihre Tage verbringt.Ihr wortkarger Nachbar ist ein Außenseiter im Dorf,über ihn kursieren einigermaßen schockierende Gerüchte, außerdem ist er mit dem Nazi Gedankengut infiziert, was er auch bei Feiern mit seinen Kumpels lautstark kundtut.Seine Tochter Franziska,die vorübergehend bei ihm wohnt,sucht den Kontakt zu Dora,was in erster Linie ihrem Hund,der auf den Namen „Jochen der Rochen “hört,zu verdanken ist .Dadurch entsteht nach und nach auch zu Gote ,ihrem Nachbarn,ein Kontakt,der sich immer mehr intensiviert.

Meine Meinung:

Schon in dem Buch“Unter Leuten“ hat mir der Schreibstil von Juli Zeh sehr gefallen,so ging ich voller Vorfreude an dieses Buch. Sie kratzt mit ihrer Beschreibung nicht an der Oberfläche, sondern legt den Finger ganz tief in die Wunde und hält einem den Spiegel vor. Die Atmosphäre in den kleinen, brandenburgischen Dorf, der Kontakt der Nachbarn untereinander. (Hilfsbereitschaft hält sich die Waage mit Klatsch und Tratsch)wurde punktgenau dargestellt.Doras Gedanken nehmen einen breiten Raum ein und man kann sich gut damit identifizieren.Das Buch spielt zu Zeiten der Corona Pandemie und so nimmt diese auch einen angemessenen Teil der Geschichte ein. Beim Lesen merkte ich, wie weit ich mich davon schon entfernt habe, obwohl es noch gar nicht so lange zurückliegt. viele wichtige Themen wurden scheinbar mühelos in die Geschichte integriert, die mich immer mehr gefangen genommen hat. Das sehr bewegende Ende hat mich dann restlos geflasht, das Buch wird noch eine längere Zeit in mir nachhallen.

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