Gruselige Dystopie einer überhitzten Erde
Ins fahle Herz des SommersWas für ein Hörbuch – leider erschreckend realistisch!
Die Geschichte spielt in einer total überhitzten Welt, in der die meisten Menschen, die eine Pandemie überlebt haben, in den angeblich noch bewohnbaren ...
Was für ein Hörbuch – leider erschreckend realistisch!
Die Geschichte spielt in einer total überhitzten Welt, in der die meisten Menschen, die eine Pandemie überlebt haben, in den angeblich noch bewohnbaren Norden gezogen sind.
Nur Fausto und zwei ältere Leute sowie eine sehr unsympathische Bauernfamilie sind in dem Dorf in Frankreich zurückgeblieben.
Faustos Alltag besteht aus Überleben – am Abend und in der Nacht, wenn die unerträgliche Hitze nicht ganz so schlimm ist, in den verlassenen Häusern nach brauchbaren Dingen zu suchen, hauptsächlich natürlich Essen.
Auf einmal zieht eine merkwürdige junge Frau in ein Haus neben Fausto ein.
Valerie scheint die Hitze nichts auszumachen, sie schwitzt nicht, ißt die Kakteen, die neuerdings überall wachsen, statt „normalem“ Essen, weiß nichts über ihre Vergangenheit.
Und natürlich verliebt sich Fausto in sie, und die beiden kommen zusammen.
Damit beginnen die Probleme aber erst.
Das Buch plätschert zu Beginn recht ruhig vor sich hin, was aber keineswegs negativ gemeint ist. So bekommt man einen guten Eindruck von Faustos anstrengendem, eintönigen und einsamen Alltag.
Dann kommen einige interessante und unerwartete Wendungen, die das Tempo der Erzählung merklich erhöhen.
Und es zeigt sich, daß der hoch gelobte Norden, der Fausto eine Perspektive zum Weiterleben gab, auch nicht das Wahre ist.
Matthias Köberlin liest wie immer perfekt. Seine ruhige, unaufdringliche Stimme paßt wunderbar zu der auch eher ruhigen Geschichte.
Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen, wenn auch leider einige offene Fragen blieben, die mich doch etwas gestört haben (wie z.B. was es mit den Polizisten auf sich hatte, wo die beiden alten Leute im Dorf ihr Essen herbekommen etc.).
Die „neue“ Welt ist wirklich so plastisch geschildert, daß man schon beim Hören mit schwitzt.
Und man fiebert mit Fausto mit, ob er sein persönliches Happy End bekommt.
Allles in allem eine Empfehlung für alle, die Freude an Dystopien haben, wenn auch bei dieser erschreckend realistischen Dystopie „Freude“ vielleicht das falsche Wort ist.
Es handelt sich hier um eine recht kurze Geschichte, die für meinen Geschmack ruhig etwas länger hätte sein können, um dann die offenen Fragen auch noch zu klären.
Aber definitiv hörenswert!