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Veröffentlicht am 27.02.2017

Eine wahrhaftige Bromance

Chasing Home – Mit dir allein
2

Lincoln ist ein erfolgreicher Thrillerautor in New York, als er eines Tages einen Anruf erhält, muss er sich in das ländliche Iowa aufmachen, denn sein Vater ist verstorben. Dieser verließ Linc und seine ...

Lincoln ist ein erfolgreicher Thrillerautor in New York, als er eines Tages einen Anruf erhält, muss er sich in das ländliche Iowa aufmachen, denn sein Vater ist verstorben. Dieser verließ Linc und seine Mutter vor vielen Jahren. Als er schließlich am Haus seines Vaters ankommt, staunt Lincoln nicht schlecht, als ihm sein unbekannter Stiefbruder die Tür öffnet. Zwischen Chase und ihm fliegen sofort die Fetzen, auf die ein oder andere Art...

Nach dem Black Dagger Teil um Quinn und Blay, war dies erst das zweite Buch für mich mit rein männlichen Protagonisten. Ich empfand es als angenehme Abwechslung zu all den großen Dramen, die die Damenwelt im Contemporary Romance Genre gerne mal produzieren. Ganz ohne Drama und Zickerein kamen aber auch Lincoln und Chase nicht aus. Beide sind sehr leidenschaftliche Charaktere und so geht es zwischen ihnen sehr schnell heiß her. Die Autorin hat dabei ein Händchen bewiesen und ihre erotischen Szenen niveauvoll gestaltet. Was danach folgt sind einige Missverständnisse und Zickerein der beiden, wie ich es nicht unbedingt von ihnen erwartet hätte.

Der mögliche Konflikt bezüglich ihrer Stiefbrüderschaft steht nicht im Vordergrund. Es ist schließlich auch nicht verboten sondern ebnet die Fläche für einen wichtigen Punkt der Handlung. Die Beziehung der beiden zu ihrem Vater. Während Lincoln nicht so wirklich um seinen Vater trauern kann, da dieser nie für ihn da war, sieht er an Chase Beispiel wie gut der Verstorbene doch in dieser Rolle war.
Die damit verbundenen Gefühle hat die Autorin sehr gut transportieren können. Mir gefiel ihr flüßiger Schreibstil sehr und auch die kleinen schönen, zärtlichen Momente, die immer wieder zwischen den "Brüdern" passierten.

Was mir schließlich bei "Chasing Home" fehlte, war der ganz große Aha-Moment oder die richtige Überzeugende Emotion zwischen Chase und Lincoln. Beide machen sich unnötigerweise das Leben schwer und ihre Streitigkeiten dominieren die Handlung. Ich hätte mir da lieber den Fokus auf die Familienverhältnisse gewünscht, da auch unter den Müttern einiges an Klärungsbedarf besteht. So wurde ein paar wichtige Punkte nicht weiter erwähnt, was ich schade fand und Chasing Home etwas abrupt enden lässt.

"Chasing Home" ist eine kurzweilige und interessante Lovestory der gleichgeschlechtlichen Art. Mir gefiel der Roman wirklich gut, allerdings lag es an den genannten Punkten, dass es nicht ein phänomenale Leseerlebnis wurde.

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Veröffentlicht am 17.10.2016

Herzklopfen garantiert!

Begin Again
0

Allie Harper möchte nach ihrem High School Abschluss nur eines: Ganz weit weg von Zuhause. Nach einer kompletten Typveränderung und einem Roadtrip durch die halbe USA kommt sie schließlich an ihrer Collegestätte ...

Allie Harper möchte nach ihrem High School Abschluss nur eines: Ganz weit weg von Zuhause. Nach einer kompletten Typveränderung und einem Roadtrip durch die halbe USA kommt sie schließlich an ihrer Collegestätte Woodshill an. Das Problem: Wo soll sie wohnen? Nach einigen Wohnungsbesichtigungen bei zwielichtigen Gestalten ist die letzte WG ihre mögliche Rettung. Nur blöd, dass ihr potenzieller Mitbewohner Kaden gar nicht mit einem Mädchen zusammenziehen will.
Nach einer Absage, erhält Allie dann schließlich doch das Zimmer in Kadens Wohnung. Allerdings muss sie sich an 3 Regeln halten:
1.Nicht heulen.
2.Nicht viel Quatschen
3. Kein Sex mit dem Mitbewohner.
Nichts leichter als das, oder?

Zugegeben, nach der Inhaltsangabe habe ich nicht wirklich viel von dem Roman erwartet. So fangen mittlerweile doch sehr viele Contemporary-Titel an. Umso überraschter war ich, welch Herzklopfen mir die Geschichte dann doch bereitete.

Die liegt zum einen an den wunderbaren Figuren. Allie umgibt von Anfang ein Geheimnis. Ich wollte unbedingt wissen, warum sie möglichst viel Luft zwischen sich und ihre Eltern bringen wollte. Das hat den Beginn des Romans sehr spannend gemacht. Gleichzeitig ist Allie aber keine mysteriöse und unnahbare Person. Nein, sie ist wunderbar bodenständig, freundlich, witzig und erfrischend emotional. Es war als hätte ich von einer Freundin gelesen. Ich mochte Allie wahnsinnig gerne und konnte mich gut mit ihren Hobbies und Verhaltensweisen identifizieren.

Ihr Gegenpart Kaden ist zu Beginn ein richtiger Muffel. Schlecht gelaunt und ziemlich unausgeglichen, will er mit Allie eigentlich nicht viel zu tun haben. Immer mehr vergisst er jedoch seine schlechten Vorsätze und ist dann tatsächlich nett zu seiner Mitbewohnerin und nimmt sie mit auf Wandertouren oder schließlich sogar zum Thanksgivingessen seiner Mutter.

Man merkt recht schnell, dass es zwischen beiden knistert. Die Chemie stimmt einfach, sodass sehr einfache, aber wunderschöne Momente in ihrem Alltag entstanden sind, die mir tatsächlich Herzklopfen bereiteten. Ich konnte einfach wunderbar schmachten, ohne dass "Begin Again" total kitschig wurde. Dafür sorgten einfach die beiden Protagonisten, welche so menschlich agierten.

Doch auch die Nebenfiguren können sich sehen lassen. Nebenbei wurden nämlich direkt die Protagonisten für den zweiten Teil "Trust Again" eingeführt. Dawn und Spencer sind die vielversprechenden Freunde von Allie und Kaden, die mit ihrem witzigen umeinander herum Schleichen viel Vorfreude auf die Forstetzung machen.

Was mir außerdem richtig gut gefiel, war das fiktive Setting der amerikanischen Collegestadt Woodshill. Mona Kasten hat es in meinen Augen richtig gut geschafft, das Feeling vom american way of life in ihrem Roman einzufangen. Mit ihrem flüßigen und bildhaften Schreibstil konnte ich mir Allies und Kadens kleine Welt lebhaft visualisieren.

Ein klitzekleines Manko gibt es für mich bei der Story. Ich fand Kadens Reaktion zum Ende hin übertrieben, aber irgendetwas musste ja noch kommen und wie das ganze schließlich endete, war sehr romantisch.

Für mich ist "Begin Again" ein New Adult Roman der Extraklasse. Protagonisten, wie Freunde in einer Welt, wie zuhause - was will man für ein perfektes Stück Unterhaltung mehr? Die Teetasse füllen, "Begin Again" schnappen und ab zur Katze aufs Sofa!

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Veröffentlicht am 15.09.2016

Schade, zwischen Keith und Callie wäre mehr drin gewesen.

Finding Back to Us
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Hinter dem wundervollen Cover versteckt sich folgende Geschichte: Callie ist in ihren Stiefbruder Keith verknallt, als ein Familiendrama sich ereignet. Keith steuert den Wagen als Callies Vater bei einem ...

Hinter dem wundervollen Cover versteckt sich folgende Geschichte: Callie ist in ihren Stiefbruder Keith verknallt, als ein Familiendrama sich ereignet. Keith steuert den Wagen als Callies Vater bei einem Unfall ums Leben kommt. Keith verschwindet und taucht nach 7 Jahren plötzlich wieder zuhause auf. Callies Gefühle liegen blank. Sie trauert noch um ihren Vater, doch ist die Anziehung zu Keith groß wie nie zuvor und dann sind da auch noch die Bedenken: Darf sie ihren Stiefbruder lieben?

Ich habe das Gefühl nach den Vampiren, dominanten Chefs und Rockstars sind nun die Stiefbrüder "das nächste große Ding". Da ich den moralischen Gradwandel ganz reizvoll fand und mir die angedeutete Familiendramatik in "Was auch immer geschieht" sehr zusagte, habe ich mich auf das Ebook sehr gefreut.

Dass sich hinter Bianca Iosivoni eine deutsche Autorin verbirgt, war mir vorm Lesen gar nicht bewusst. Ich finde es sehr spannend, dass LYX vermehrt deutsche Autorinnen ins neue Verlagsprogramm aufnimmt.
Ein wenig schade finde ich, dass die Autorin die Handlung in den Südstaaten der USA spielen lässt, denn man merkt, dass sie noch nie dort war. Genauso gut hätte "Was auch immer geschieht" in Deutschland, Großbritannien oder Australien spielen können. Ich finde, dass Boots und schwüle Luft allein noch kein Louisiana-Feeling machen.
Dabei begann das Buch wirklich gut. Der erste Eindruck von Callie gefiel mir sehr. Sie ist eine sympathische und gefühlvolle Protagonistin, die nicht auf den Kopf gefallen ist und sich mit ihrer Schwester unterhaltsame Wortgefechte lieferte. Beim ersten Wiedersehen mit Keith vibriert die Luft, doch leider hielt der Zustand nicht bis zum Ende an. Beide sind 21 und 22 Jahre alt, doch liest sich das Buch nicht wie ein typischer New Adult-Roman, in dem es auch schon mal heißer hergehen kann. Das Knistern vermisst man hier ein wenig. Bis auf eine Szene las es sich wie ein Jugendroman. Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin uns nicht nur erzählt, das Keith Callie morgens auf nicht jugendfreie Art weckte, sondern, dass sie uns dabei sein lässt.

Ähnlich harmlos entwickelt sich auch die große Konfliktsituation mit Keith und dessen Autounfall, der Callies Vater das Leben kostete. Callie hat daran sehr zu knabbern, doch die ganze Konfliktsituation würde nicht bestehen, wenn jemand zuvor erzählt hätte, was geschah. Somit ist der Konflikt eigentlich gar nicht existent, wenn man die Situation richtig aufgeklärt hätte. Die Auflösung fand ich somit nicht zufriedenstellend, möchte aber nicht weiter spoilern.

Genauso harmlos entpuppt sich auch das Stiefgeschwister-Ding. Callie und Keith haben nur für kurze Zeit zusammengelebt, bevor Keith nach dem Unfall verschwand. Somit konnten sie keine geschwisterliche Bindung aufbauen. Der eigentliche Tabubruch ist nicht vorhanden und auch ihre Familie geht sehr cool mit der Sache um. Aus beiden Situationen hätten man ruhig mehr Dramatik herausschlagen können.

So plätscherte die Handlung vor sich hin. Ich hätte mir mehr Knistern, Herzschmerz und Atmosphäre gewünscht.
So ist es auch kein gutes Zeichen für mich, dass ich für das Ebook mehr als zwei Wochen brauchte. Die Geschichte konnte mich leider nicht komplett fesseln.So ist das Ende auch recht offen geblieben. Schade finde ich, dass sämtliche Charaktere jetzt noch einen Entwichlungsspielraum besitzen. Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Figurenkonstellationen, welche sich im Laufe des Buches andeuteten auch zuende erzählt worden wären. So bleibt man auf dem trockenen sitzen und fragt sich, was eigentlich aus Callies Schwester und ihren beiden besten Freunden wird.

"Was auch immer geschieht" war ganz sicher nicht schlecht, aber man hätte mehr aus der Geschichte und den Charakteren herausholen können. Es besitzt seine schönen Momente und unterhaltsamen Szenen, doch die Längen und ungenutzten Chancen überwiegen leider.

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