Das eine Ende einer Reihe, mit so viel Potenzial, dass es mehr als zwei Bücher gebraucht hätte.
The Last Wish of Bristol KeatsDanke an Lesejury, dass ich dieses Buch im Rahmen einer Leserunde lesen durfte.
"The Last Wish of Bristol Keats" ist das Ende einer Reihe mit so viel Potenzial, dass sie meiner Meinung nach mehr als nur ...
Danke an Lesejury, dass ich dieses Buch im Rahmen einer Leserunde lesen durfte.
"The Last Wish of Bristol Keats" ist das Ende einer Reihe mit so viel Potenzial, dass sie meiner Meinung nach mehr als nur zwei Bücher gebraucht hätte. Band 1 habe ich absolut geliebt, weshalb ich mich sehr auf dieses Finale gefreut habe.
Wir beginnen genau dort, wo Band 1 aufgehört hat. Da ich den ersten Teil vor etwa einem Jahr gelesen habe, hat es etwas gedauert, bis ich wieder einen Bezug zu allen genannten Charakteren aufbauen konnte. Wer allerdings direkt nach Band 1 mit Band 2 weitermacht, wird den nahtlosen Übergang lieben.
Auch die Charaktere sind so, wie man sie aus dem ersten Buch kennt.
Wir erleben gemeinsam mit Bristol ein echtes Wechselbad der Gefühle. Ich war schnell wieder in der Geschichte drin und habe den Anfang sehr genossen – tatsächlich bin ich zunächst nur so durch die Seiten geflogen! Der Schreibstil ist wie eh und je der Autorin treu geblieben, und Elfheim wurde erneut wunderschön beschrieben.
Leider habe ich im Verlauf des Buches öfter gemerkt, dass die Autorin beim Storytelling etwas sparen musste. Häufig wurden nur kurze „Snippets“ gezeigt, bevor direkt zum nächsten Punkt übergegangen wurde. Das hat meinen Lesefluss an manchen Stellen etwas gestört, auch wenn es sicher nicht jeden stören wird.
Zwischen Bristol und Tyghan gab es viele Hürden, und mehr als einmal dachte ich, sie würden sich trennen – aber nein. Meistens zeigten sie Verständnis füreinander und sprachen sich mehr oder weniger aus. Allerdings gab es auch einige deplatzierte intime Szenen, die anscheinend dazu dienten, Konflikte beiseitezulegen. Eine einfache Aussprache hätte mir an diesen Stellen deutlich besser gefallen – das fand ich etwas schade.
Gleichzeitig kämpft Bristol innerlich mit vielem: mit ihrer ungeklärten Art, dem Zwiespalt zwischen ihrer Liebe zu ihren Eltern und dem Unmut, den sie ihnen gegenüber wegen all der Lügen und Unwahrheiten empfindet, und mit ihrer Liebe zu Tyghan, der offen gegen ihre Eltern vorgeht. Man spürt richtig, wie sie manchmal kurz davor ist, daran zu zerbrechen – und gleichzeitig zeigt, wie stark sie eigentlich ist. Besonders schön fand ich, wie deutlich man merkt, dass Bristol über sich hinauswächst.
Auch Tyghans Zwiespalt kommt gut rüber: Er will Bristol nicht verletzen, weiß aber, dass er es trotzdem tun wird, sobald er die Gerechtigkeit walten lässt.
Auch die Nebencharaktere kamen nicht zu kurz und bekamen teilweise eigene Storylines. Ich finde es immer schön, wenn Nebencharaktere mehr sind als nur Randfiguren, die auftauchen, wenn man sie gerade braucht. Das macht Mary E. Pearson in ihren Büchern besonders gelungen.
Zudem hatte ich dennoch oft das Gefühl, dass zu viele Handlungsstränge aufgebaut wurden, die am Ende – da es nur eine Dilogie ist – nicht ganz reibungslos aufgelöst werden konnten.
Vieles ging mir zu schnell, sowohl die Konflikte als auch die Handlung und deren Auflösungen. Manche Szenen hätte ich gerne länger ausgekostet, da mich das viel zu schnelle Tempo manchmal aus der Geschichte herausgezogen hat.
Dennoch gab es auch Momente, die ich unglaublich schön und teilweise sehr rührend fand. Ohne zu spoilern: Wer das Buch liest, wird vermutlich wissen, welche ich meine 😉
Nichtsdestotrotz ist es ein solides Buch, das in mir die unterschiedlichsten Emotionen ausgelöst hat und bei dem ich mir gut vorstellen kann, dass es vielen LeserInnen gefallen wird.