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Veröffentlicht am 31.08.2021

Angenehmer Lesefluss ohne viel Drama

Boston College - Nothing but You
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Nothing but you" - bis Lyla und Beck zu dieser Erkenntnis kommen, braucht es erst eine Liste.
Lyla, die für die Männerwelt als die langweilige Chemiestudentin gesehen wird und ihre meiste Zeit mit Lernen ...

Nothing but you" - bis Lyla und Beck zu dieser Erkenntnis kommen, braucht es erst eine Liste.
Lyla, die für die Männerwelt als die langweilige Chemiestudentin gesehen wird und ihre meiste Zeit mit Lernen verbringt, beschließt nach einer direkten Abfuhr ihr bisheriges Collegeleben zu verändern - beginnend bei ihrem Erscheinungsbild. Um dies zu erreichen, stellt sie eine To-Do-Liste auf, wobei ihr Beck behilflich ist. Beck, der vermeintliche Aufreißer sieht Lyla mit anderen Augen gesehen, bis sie sich schließlich komplett verändert...

Die Handlung geht zunächst sehr langsam voran, wodurch eine gewisse Spannung aufgebaut wird. Lyla verändert sich Stück für Stück und die Anziehung zwischen ihr und Beck intensiviert sich. Auch wenn manche Teile der Geschichte vorhersehbar sind und wenig Drama im Spiel ist, ist es sehr schön Becks und Lylas Geschichte zu verfolgen und mitzuerleben. Dies geschieht auch durch die wechselnden Perspektiven, wodurch man die Gefühle beider erfährt und sehr gut nachvollziehen kann bzw. sich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen kann.

Durch den leichten angenehmen Schreibstil lässt sich das Buch sehr gut lesen. Mir gefallen außerdem die kleinen Details, auf die hier geachtet wurde. So zum Beispiel Lylas chemische Fachbergriffe, die sie für alltägliche Dinge verwendet. Dies unterstreicht die Tatsache, dass sich beide bei einem Chemieprojekt kennengelernt haben.

Müsste ich einen Lieblingscharakter wählen, wäre es Beck. Ich liebe seinen süßen Umgang mit seiner Schwester und Lyla. Vor allem, als er letztere mit zu seiner Familie mitnimmt und sie dieser vorstellt. Als Beck schließlich dort ein Geheimnis seiner Vergangheit erfährt, kann ich auch seine vorschnelle Reaktion verstehen. An dieser Stelle finde ich jedoch Lylas Reaktion zu passiv. Sie nimmt dies einfach hin ohne zu hinterfragen, dass Beck aus der Situation heraus im Affekt gehandelt hat. Jedoch gibt es durch diesen retardierenden Moment nochmal einen kurzzeitige Spannungsaufbau.
Deshalb hätte ich mir hier aber auch mehr Details und eine Ausschmückung von diesem Teil der Story gewünscht. Dies trifft auch auf die Familie von Lyla zu, von welcher ich gerne mehr erfahren hätte. Vielleicht ändert sich dies ja im zweiten Teil der Reihe :)
Nichtsdestotrotz mag ich Lyla aufgrund ihrer tollpatschig süßen Art. Ich kann auch ihren Wunsch nach Veränderung nachvollziehen. Dazu hätte man jedoch auch schön thematisieren können, dass man sich nicht für andere verändern muss und so Vorurteile aus dem Weg räumen können. So hat sich die Geschichte eine andere Richtung eingeschlagen, welche jedoch auch eine schöne Entwicklung zeigt.

Auch wenn die Story nicht die ganz großen Gefühle mit sich bringt, ist es doch eine gefühlvolle Entwicklung mit der Thematik von emotionalen Themen. Man spürt außerdem die Liebe zwischen den beiden, die sich zunehmend intensiviert.
Allen in allem hat mich die Geschichte trotzdem überzeugt und werde die nächsten Teile bestimmt auch weiterlesen.
Ich konnte das Buch manchmal auch nicht aus der Hand legen und wenn nur, um das schöne Cover zu betrachten, welches durch die Farbwahl sehr harmonisch wirkt. Auch wenn ich es lieber mag, wenn die Charaktere nicht dargestellt werden, um sich ein eigenes Bild derer zu machen, finde ich es sehr ansprechend und sehr gut gelungen.

Kleiner Funfact am Rande zum Titel des Buches: Im englischen trägt das Buch den Titel "Getting lucky number 7". Dieser gefällt mir so gut, da er diese Doppeldeutung enthält.
Lyla hat auf ihrer Liste nämlich im Nachhinein einen siebten Punkt hinzugefügt. Zufälligerweise hat Beck die Trikotnummer 7.
Wer diesen Zusammenhang aufdecken möchte, dem empfehle ich dringend das Buch zu lesen.
Auch für Leser*innen, die auf der Suche nach einer leichten Story für Zwischendurch sind, ist es bestens geeignet. Wer das ganz große Drama liebt, ist hier wohl kaum versorgt, aber schließlich gibt es auch noch Happy Ends ohne große Komplikation.



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Veröffentlicht am 30.08.2021

Ideale Begleitung zur Lektüre

EinFach Deutsch ... verstehen
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Diese Lektürehilfe bietet einen schönen Überblick über die Handlung sowie Charaktere der Dramas "Woyzeck". Da dieses oft unverständlich geschrieben ist, dient dieses Buch als ideale Hilfe zum Verständnis ...

Diese Lektürehilfe bietet einen schönen Überblick über die Handlung sowie Charaktere der Dramas "Woyzeck". Da dieses oft unverständlich geschrieben ist, dient dieses Buch als ideale Hilfe zum Verständnis des Werkes.
Des Weiteren enthält es schöne Schaubilder und Grafiken, um Zusammenhänge zwischen Charakteren ausfindig zu machen und Themen wie den Materialismus auf das Stück anzuwenden.
Mit dem Überblick über das Leben von Georg Büchner kann man auch schön Bezüge des Dramas zu seinem Umfeld herstellen.
Ich empfehle es folglich jedem, der das Drama "Woyzeck" in der Originalfassung liest. Mir hat diese Hilfe zu 15 Punkten in einer Klausur geholfen.

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Veröffentlicht am 30.08.2021

Die Räuber - eine Handlung zwischen Intrigen und Rivalität

EinFach Deutsch / EinFach Deutsch Textausgaben
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Das Drama „Die Räuber“ von Friedrich Schiller, handelt von der Rivalität der ungleichen Brüder Karl und Franz von Moor, wobei Franz durch Intrigen versucht seinem Bruder das Erbe zu entreißen und Karl ...

Das Drama „Die Räuber“ von Friedrich Schiller, handelt von der Rivalität der ungleichen Brüder Karl und Franz von Moor, wobei Franz durch Intrigen versucht seinem Bruder das Erbe zu entreißen und Karl daraufhin Hauptmann einer Räuberbande wird. Das Werk stammt aus dem Jahre 1781, doch entspricht es immer noch den Erwartungen der heutigen Zeit, welche ein gelungenes Werk ausmachen und eignet es sich für den schulische Gebrauch?
Man könnte meinen, das Drama ist schon sehr alt und die Themen entsprechen nicht mehr der heutigen Zeit. Dem kann man auch teilweise zustimmen, denn heute gibt es keine wirklichen „Räuberbanden“, wie man sie aus Filmen kennt, und wenn hätte man in Deutschland eine solche Bande in Gegensatz zur damaligen Zeit schnell gefasst. Auf der anderen Seite sind Themen wie Kriminalität und Rivalität sehr aktuell, denn Terroranschläge und Attentate sind keine Seltenheit. Das Familiendrama könnte sich durchaus heute in einer ähnlichen Art abspielen.
Das Drama ist zwar typisch in 5 Aufzüge eingeteilt, jedoch hat Schiller die „drei Einheiten“ eines klassischen Dramas vernachlässigt. Dies hat zur Folge, dass das Werk sehr vielseitig ist. Es besitzt nicht nur einen Handlungsstrang, sondern zwei, welche parallel ablaufen. Außerdem spielt das Drama über einen Zeitraum von zwei Jahren und hat wechselnde Handlungsorte. Somit wird eine gewisse Abwechslung beim Lesen erzeugt, da die Handlungsstränge von Szene zu Szene wechseln. Des Weiteren laufen die Handlungsstränge gegen Ende des Dramas zusammen und kreuzen sich im Verlauf des Dramas wenige Male. Dies treibt die Handlung weiter voran und erzeugt eine gewisse Spannung, da der Ausgang am retardierenden Moment in Frage gestellt wird. Man kann also, während des Lesens, noch nicht erahnen, wie das Drama endet. Diese Spannung wird auch durch die Anagnorisis unterstützt, zum Beispiel als Franz seinen Bruder Karl im Schloss und später auch Amalia ihren Geliebten wiedererkennt. An dieser Stelle hätte ich mir ein „Happy End“ für Amalia und Karl gewünscht und einen Untergang für Franz, da dieser derjenige war, der die Brüderschaft zerstören wollte.
Da es sich bei „die Räuber“ um ein Drama handelt, wird die Handlung durch Dialoge und gelegentliche Regieanweisungen angetrieben. Dies lässt einen großen Interpretationsspielraum und bietet gute Möglichkeiten zu einer Analyse, zum Beispiel einer Szene, aber auch der Kommunikation. Dadurch, dass einige Motive der Charaktere nicht erklärt werden, bietet dies auch viele mögliche Klausuraufgaben im Anforderungsbereich drei. Dementsprechend eignet sich das Drama sehr gut für den schulischen Gebrauch, auch wenn man aufgrund der altertümlichen Sprache nicht direkt alles versteht.
Zusammenfassend ist das Werk meiner Meinung nach gelungen, da es sehr abwechslungsreich ist und man den Ausgang der Handlung noch nicht erahnen kann. Außerdem eignet es sich auch sehr gut für den schulischen Gebrauch, da es viele Möglichkeiten gibt mit dem Drama zu arbeiten.

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Veröffentlicht am 30.08.2021

soziales Drama mit breitem Spektrum an Themen

EinFach Deutsch / EinFach Deutsch Textausgaben
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Das Dramenfragment „Woyzeck“, aus dem Jahre 1836, von Georg Büchner kann auf vielseitige Weisen analysiert werden und behandelt tiefgründig mehrere Themenfelder. Franz Woyzeck, ein armer Soldat, wird von ...

Das Dramenfragment „Woyzeck“, aus dem Jahre 1836, von Georg Büchner kann auf vielseitige Weisen analysiert werden und behandelt tiefgründig mehrere Themenfelder. Franz Woyzeck, ein armer Soldat, wird von der gesamten Gesellschaft ausgenutzt und ist als passives Opfer den ungerechten Verhältnissen ausgesetzt. Seine Geliebte Marie, mit welcher er einen gemeinsamen unehelichen Sohn hat, betrügt ihn mit dem Tambourmajor, worauf Woyzeck aus Verzweiflung und ohnmächtiger Wut Marie tötet.
Das Drama wirft unter anderem die Frage auf, in wieweit das Leben durch äußere Einflüsse kausal vorbestimmt ist und ob ein Befreien aus diesen möglich ist. So stellt sich am Ende der Handlung auch die Frage: Ist Woyzeck als Schuldiger an dem Mord seiner Geliebten zu verurteilen? Diese kann nach Lesen des Dramas jeder für sich beantworten und eine Meinung zu diesen komplexen Themen gebildet werden.
Durch die Entwicklung des Protagonist Woyzeck räumt Büchner des Idealismus. Er stellt die soziale Unterdrückung durch die Obrigkeit. Er versöhnt Ideal und Realität, wobei er auch eine realitätsnahe und wirklichkeitsgetreue Dichtung achtet. Auch den Nihilismus beleuchtet er in seinem Drama. Dies zeigt sich in inhaltsleeren Floskeln des Hauptmanns, einem Nebencharakter. Aber auch der Materialismus, also die Abhängigkeit durch materielle Kräfte, wird angesprochen. Dies schafft er durch die Aussagen des Hauptmanns, dass arme Menschen keine Tugend besäßen sowie durch die Entscheidung Maries für den Tambourmajor. Zudem werden auch der Determinismus und die Bedingtheit des Menschen durch soziale Lage oder Fremdbestimmung behandelt. Folglich kritisiert Büchner auf vielschichtige Weise die zeitgenössische Gesellschaft. So lässt sich auch ein Vergleich bzw. Parallelen zum Lebenszeitraum Büchners und der Gesellschaft in „Woyzeck“ ziehen.
Aus dem Grund, dass das Drama fragmentarisch verfasst wurde, stehen die Szenen als einzelne Handlungen an hauptsächlich verschiedenen Spielorten. So wird eine Abwechslung geschaffen und durch die kurz gehaltenen komprimierten Szenen wird die Handlung auch nicht unnötig in die Länge gezogen, sondern kurz und präzise wiedergegeben. Auch durch die Neuanordnung der Szenenabfolge wird ein interessanter Interpretationsspielraum geschaffen. Büchner schafft hier folglich mit einfachen Mitteln ein abwechslungsreiches Leseerlebnis und durch die Kürze der Gesamtheit wird es beim Lesen auch nicht langweilig. Diese Abwechslung verstärkt sich auch durch die Brechung des klassischen geschlossenen Dramenaufbaus. Die Einheit von Zeit, Ort und Handlung werden deutlich gebrochen, obwohl sich trotzdem eine steigernde Handlung erkennen lässt.
Auch auf sprachlicher Ebene lässt sich das Drama sehr gut lesen, da durch die typische Dialogform eine theaterartige Struktur geschaffen wird und durch Regieanweisungen die Verbildlichung der Handlung unterstützt wird. Ebenfalls positiv zu betonen ist die sprachliche Differenzierung der Charaktere. So hat jeder Charakter eine eigene sprachliche Eigenschaft, wie eine komplexe Fachsprache beim Doktor und die Dialektsprache von Woyzeck. Auch Bibelstellen, Volksliedstrophen und Märchen bringen eine sprachliche Vielfalt in das Drama.
Kritisieren könnte man die kurze Beschreibung und das häufig nur einmalige Auftreten der Nebenfiguren. Auch die Hauptfiguren werden kaum beschrieben, da man hauptsächlich durch den Kontext und die Art und Weise des Auftretens der Figuren Eigenschaften über diese erfährt. Zudem treten auch meist Typen und kaum Charaktere auf. Dies schafft jedoch auch, dass Woyzecks Schicksal und seine Stellung in der Gesellschaft betont wird sowie ein gewisser Interpretationsspielraum bestehen bleibt. Außerdem ist die wichtigste Hauptfiguren Woyzeck als Charakter dargestellt, da dieser nicht nach einem bestimmten Typen handelt, sondern willkürliche Entscheidungen trifft und nach diesen handelt.
Interessant ist auch die Grundlage des Dramas auf einer wahren Begebenheit, denn „Woyzeck“ basiert auf einem historischen Kriminalfall aus dem Jahre 1821, bei welchem der arbeitslose Perückenmacher Johann Christian Woyzeck aus Leipzig seine Ehefrau erstochen hatte. Hier bietet sich auch ein Vergleich zwischen dem Drama und dem wahren Ereignis an.
Zusammenfassend ist das Dramenfragment Woyzeck zu empfehlen und besonders für die Interpretation im Unterricht sehr gut geeignet, da viele Themenbereiche angeschnitten und analysiert werden können. Besonders für Personen, die sich mit philosophischen und soziologischen Fragen, aber auch psychologischen und historischen Themen, auseinandersetzen möchten, stellt das Drama eine gute Möglichkeit dafür dar.

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Veröffentlicht am 30.08.2021

Passend zur Coronapandemie - sehr schöne Bezüge möglich

Corpus Delicti
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„Corpus Delicti – Ein Prozess“ ist ein vielschichtiger Roman von Juli Zeh und stammt aus dem Jahre 2009. Die Handlung spielt in einer zukünftigen Zeit und behandelt die Problematiken einer Gesundheitsdiktatur. ...

„Corpus Delicti – Ein Prozess“ ist ein vielschichtiger Roman von Juli Zeh und stammt aus dem Jahre 2009. Die Handlung spielt in einer zukünftigen Zeit und behandelt die Problematiken einer Gesundheitsdiktatur. Sport, Schlaf und Ernährung der Bürger werden durch den Staat überwacht, um das in diesem System oberste Gut, die Gesundheit erreichen beziehungsweise zu wahren. Wie weit darf der Staat jedoch in die individuelle Freiheit der Menschen eingreifen, um die Gesundheit zu sichern? Diese Frage sowie weitere soziale Fragestellungen werden in dem dystopischen Zukunftsroman von Juli Zeh behandelt.
Mia Holl, die Protagonistin des Romans und erfolgreiche Biologin, glaubt zunächst an dieses System. Als ihr Bruder Moritz Holl jedoch wegen Mordes angeklagt wird und schließlich Selbstmord begeht, zweifelt Mia an der Unfehlbarkeit dieses Systems, der Methode. Sie steht im Zwiespalt zwischen der Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Tests und dem Vertrauen zu ihrem Bruder. Durch Vernachlässigung ihrer Pflichten und ihre Zweifel an der Methode gerät Mia in Verdacht und es beginnt ein Prozess gegen sie – mit einem Urteil, das niemand erwartet.
Das Thema, die Gesundheitsdiktatur einer nicht weit entfernten Zukunft, ist sehr interessant dargestellt. Die Gesundheit wird in der heutigen Gesellschaft immer wichtiger, weshalb diese Gesundheitsdiktatur sehr plausibel wirkt. Auch Im Bezug auf die Corona-Pandemie lassen sich Parallelen zu dieser zukünftigen Gesellschaft ziehen, denn gerade die Frage, wie viel Freiheit man für die Sicherung der Gesundheit aufgeben/einschränken sollte, spielt eine entscheidende Rolle.
Des Weiteren lässt sich der Roman sehr angenehm lesen, da der Schreibstil modern und sachlich gehalten ist. Dieser ist ebenfalls auch an die Umgebung der Handlung angepasst. Die Handlung spielt nämlich hauptsächlich in juristischem Umfeld und behandelt wissenschaftliche Aspekte, weshalb der sachliche Stil sehr gut zu dieser passt.
Die gewählten Überschriften regen außerdem zu Lesen an. Unter diesen lässt sich nämlich zu Beginn nicht wirklich eine Handlung herauslesen. Erst nach Lesen des Kapitels versteht man den Bezug zur Überschrift. Die Kapitel sind zudem auch hauptsächlich kurz gehalten, weshalb die Lesemotivation gesteigert wird. Dies ist folglich ebenfalls sehr gut gelungen.
Durch einen teils auktorialen und teils personalen Erzähler, ist die Erzähltechnik abwechslungsreich gehalten. Man erfährt durch den Erzähler ebenfalls sehr viel über die Charaktere sowie deren Gefühle und Gedanken. Verstärkt wird dies auch durch inhaltliche Rückblenden, was das Lesen sehr interessant macht und Spannung aufbaut, denn erst im Laufe des Lesens erfährt man weitere wichtige Erkenntnisse über die Handlung.
Darüber hinaus sind die Figuren gut gewählt und man erfährt gerade über die Protagonistin viel über ihre Gedanken und Gefühle. Dies geschieht auch durch die Verwendung einer imaginären Figur, der idealen Geliebten, mit welcher Mia Dialoge führt. Folglich kann man sich sehr gut in Mia hineinversetzen und empfindet auch Mitleid mit ihr, gerade weil sie sehr unter dem Verlust ihres Bruders leidet. Kritisieren könnte man die Beschreibungen der Nebenfiguren, denn diese werden nur spärlich beschrieben. Aus diesem Grund kann man sich mit diesen nicht ganz so gut identifizieren beziehungsweise hineinversetzen, wie das bei Mia Holl der Fall ist. Zudem sind die äußerlichen Merkmale der Figuren kaum bis gar nicht beschrieben. Dadurch kann man jedoch seine Phantasie entfalten und jeder sich die Figur so vorstellen, wie sie für einen in die Handlung passt.
Zusammenfassend ist der Roman sehr gut gelungen, was an der Wahl der Themas, der Figuren und auch dem formalen Aufbau liegt. Folglich lässt sich das Buch sehr angenehm lesen. Aus diesem Grund würde ich es weiterempfehlen und zwar nicht nur schulisch, sondern auch privat, denn das Thema einer Gesundheitsdiktatur ist sehr interessant. Besonders Politikinteressierte könnten an dem Buch gefallen haben.

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