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Veröffentlicht am 29.07.2024

Eine emotionale Reise in die Provence

Unter der Sommerlinde von Gourdon
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Nach ihrem ersten Roman „Die Pfirsichblütenschwestern“ (2022) hat Susanne Morel nun ihr neustes Werk „Unter der Sommerlinde von Gourdon“, dass im Mai 2024 im Knaur Verlag erschienen ist, vorgelegt. Mit ...

Nach ihrem ersten Roman „Die Pfirsichblütenschwestern“ (2022) hat Susanne Morel nun ihr neustes Werk „Unter der Sommerlinde von Gourdon“, dass im Mai 2024 im Knaur Verlag erschienen ist, vorgelegt. Mit großer Begeisterung hatte ich damals schon die Pfirsichblütenschwestern gelesen und umso mehr freute es mich, als ich las, dass ein neues Buch von Susanne Morel erschienen ist. Der Klapptext hat sofort meine Neugierde entfacht und ab diesem Moment wusste ich, dass dieser Roman unbedingt gelesen werden musste und so reiste ich (buchtechnisch) in die Provence, besser geschrieben nach Gourdon.

Ab der ersten Seite packte mich der bildhafte und flüssige Schreibstil der Autorin. Während des Lesens merkte ich, wie mich die Geschichte von Manon und Estelle immer mehr und mehr in seinen Bann zog. Seite um Seite flog ich durch das Geschehen, was definitiv für die Autorin spricht (leider ist das Buch demzufolge auch schnell ausgelesen). Für mich schreibt Susanne Morel keine Geschichten, nein, sie nimmt ihre Leserschaft auf eine wundervolle Reise mit. Ihre eindrucksstarke Kulissenbeschreibung trug mich die ganze Zeit durch die malerische Landschaft der Provence. Vor meinem geistigen Auge sah ich u.a. die Lavendelfelder blühen und roch den intensiven Duft dieser Pflanzen. Einzigartig und beeindruckend, wie detailliert die Autorin die Szenarien beschreibt. Dies ist aber nur ein Punkt mit dem sie überzeugen konnte. Hier dürfen sich auch noch die authentischen und facettenreichen Charaktere dazugesellen. Ganz egal, welche Person man sich heraussuchen würde, jeder einzelne von ihnen bereichert auf seine eigene Art und Weise diese Geschichte und macht sie zu dem was sie ist: einfach grandios!

Jetzt aber zu der Handlung: Manon hat ihre Berufung als Krankenschwester gefunden. Sie lebt für diesen Job, aber nicht immer sind ihre Vorgesetzten mit ihrem Handeln einverstanden. Besonders der Oberarzt macht ihr das Leben schwer. Als sie eines Tages auf den neuen Besitzer der Kräuterfarm trifft, fahren ihre Gefühle Achterbahn. Leandre bewirtschaftet aber nicht nur seinen Hof, er hilft auch deutsch-jüdische Flüchtlinge. Einer davon ist ein schwerkranker kleiner Junge und als Manon in unerlaubt in die Klinik einschleust, bekommt sie prompt die Kündigung. Ihre Zukunft als Krankenschwester liegt in Scherben. Was nun? Eine neue Aufgabe bringt die erhoffte Wende, aber wie weit wird sie dafür gehen?

Wer den Klapptext liest, denkt, dass hier Manons Geschichte erzählt wird. Einerseits ist dies auch richtig, aber andererseits falsch. In diesem Roman spielt auch Manons Schwester Estelle spielt eine große Rolle. Sobald man dieses Buch anfängt, bekommt sofort den Perspektivenwechsel zu spüren. Was mich immer sehr gut in die Figuren und deren Handlung hineinversetzen lässt und dadurch die Handlung spannender macht. Die Schwestern Manon und Estelle können nicht unterschiedlicher sein. Manon, zielstrebig und hilfsbereit und zudem auch sehr selbstbewusst. Sie weiß, wofür sie kämpft und geht ihren Weg. Estelle ist genau das Gegenteil. Auf mich wirkte sie, dass sie sich sehr der Meinung ihrer Mutter unterordnet, nur um ihr zu gefallen. Genau dies hat auch dazu geführt, dass die Schwestern ein schwieriges Verhältnis zueinander haben. Aber irgendwann spürt Estelle, dass bei ihr ein Umbruch passiert und sie sich abnabeln muss. Eine wirklich schöne Entwicklung die sie, dank Susanne Morel, durchmachen darf. Manon und Estelle erleben nicht nur als Geschwister eine Achterbahn der Gefühle, sondern auch in Sachen Liebe geht es mal auf und ab.

Für mich „Unter der Sommerliebe von Gourdon“ mehr als nur eine Reise wert. Ein emotionaler Unterhaltungsroman, der in einer wunderschönen Kulisse spielen durfte. Ich kann dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen, denn dieser Ausflug mit Manon und Estelle lohnt sich definitiv.

5 von 5 Sternen! Ich hoffe, dass ich noch viele gute Geschichte von Susanne Morel zu lesen bekomme

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Veröffentlicht am 19.07.2024

Erster Fall für Oma Käthe

Der tote Kurschatten von Sylt
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Nach seiner erfolgreichen Dorfkrimi-Reihe hat Dany R. Wood nun sein neustes Werk „Der tote Kurschatten von Sylt“, dass im Arturo Verlag erschienen ist, veröffentlicht. Wer jetzt aber glaubt, dass es sich ...

Nach seiner erfolgreichen Dorfkrimi-Reihe hat Dany R. Wood nun sein neustes Werk „Der tote Kurschatten von Sylt“, dass im Arturo Verlag erschienen ist, veröffentlicht. Wer jetzt aber glaubt, dass es sich hierbei um den achten Fall für Jupp Backes aus Hirschweiler handelt, der irrt. Bei diesem Krimi ist alles neu: Ermittlerin und Handlungsort! Obwohl, so unbekannt ist die Ermittlerin gar nicht, denn wer die Jupp Backes – Reihe kennt bzw. verfolgt, kennt auch Oma Käthe und genau die hat nun ihren eigenen Fall bekommen und das, fern ab von Hirschweiler im schönen Saarland. Dazu aber später mehr…

Da ich ein großer Fan von Dany R. Woods Büchern bin, war ich sofort Feuer und Flamme und wusste, dass ich diesen Küstenkrimi unbedingt lesen muss und so fuhr ich mit Oma Käthe zur Kur nach Sylt. Hm… ein wenig skeptisch war ich schon: Käthe und Erholung? Irgendwie passt das nicht gerade zusammen. Mal abwarten, was passiert!

Wer schon das eine oder andere Buch von Dany R. Wood gelesen hat, weiß seinen unverwechselbaren leichten und humorvollen Schreibstil zu schätzen. Ich liebe ihn. Fast jeder Satz oder die entstandene Situation bringt mich schon zum Lachen. Einfach genial und bis heute weiß ich nicht, woher der Autor immer wieder seine Pointen nimmt. Eine Quelle, die nicht versiegen will (was auch sehr gut ist). Genauso gut sind seine Charaktere, die brillant eingefangen und wiedergegeben worden sind. Authentisch und facettenreich, eine perfekte Mischung. Wie schon erwähnt, liegt der Handlungsort diesmal nicht im Saarland, sondern auf der wunderschönen Insel Sylt. Der perfekte Urlaubsort oder, wie in diesem Fall, in einer Kurklinik abzusteigen, um sich zu erholen bzw. verwöhnen zu lassen. Zumindest meint man dies, aber bei Oma Käthe liegt der Fall meist anders als gedacht. Aber der Reihe nach…

Jupp und Inge Backes beschließen, dass Oma Käthe dringend Erholung braucht und setzen alle Hebel in Bewegung, dass sie eine Kur bekommt. Nach langem Ringen darf sie in die Küstenklinik auf Sylt fahren. Allein die Anreise hat es in sich und als sie dort irgendwann ankommt, stolpert sie über eine regungslose Person. Wie sich später herausstellt, soll sich der Kurpatient vom Balkon gestürzt haben. Aber warum? Für Käthe klingt die Geschichte von Selbstmord ziemlich unglaubwürdig und als auch noch die Klinikleitung den Fall unter dem Teppich kehren will, schrillen bei Käthe alle Alarmglocken. Nur wer hat Hans Peter vom Balkon geschubst? Bei ihren Ermittlungen trifft sie auch den ehemaligen Inselkommissar Hinnerk und von da an ermitteln sie im Team. Mehr möchte und will ich nicht verraten…bitte selber lesen!

Mit „Der tote Kurschatten von Sylt“ hat Dany R. Wood nicht nur Oma Käthe ihren ersten Fall geschenkt, sondern mir auch eine große Freude bereitet. In der Dorfkrimi- Reihe hat sie, zusammen mit Jupp und Inge Backes, den einen oder anderen Fall mehr oder weniger gelöst und so wurde es mal langsam Zeit, dass sie eine Hauptrolle übernimmt. Während des Lesens ermittelt ich ja sehr gerne und überlege, wer der oder die Täter sein könnten. Pustekuchen! Jede mir noch so erdenklich heiße Spur stellt sich als falsche Fährte heraus und ich kann meine Ermittlungen von vorne beginnen. Auf den wahren Täter komme ich nie. Genau das ist es, wie ich es liebe: Spannung bis zum letzten Satz!

Jetzt hoffe ich, dass dies nicht ein einmaliges Krimi - Debüt von Oma Käthe war. Über den einen oder anderen Fall mit ihr (oder mit Kriminalkommissar Hinnerk) würde ich mich mehr als nur freuen.

Von mir gibt es 5 von 5 Sterne, denn er war definitiv genauso gut wie die Dorfkrimis. Wer gerne einen humorvollen und spannenden Krimi erleben möchte, der ist hier bestens aufgehoben. Ich kann dieses Buch (und auch die J. Backes Reihe) mehr nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 02.07.2024

Das schottische Bücherdorf schließt seine Pforten

Das kleine Bücherdorf: Sommerzauber
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Nach den drei Buchveröffentlichungen (Winterglitzern, Frühlingsfunkeln und Herbstleuchten) hat Katharina Herzog nun ihr neustes Werk „Sommerzauber“, dass im Juni 2024 im rowohlt Verlag erschienen ist, ...

Nach den drei Buchveröffentlichungen (Winterglitzern, Frühlingsfunkeln und Herbstleuchten) hat Katharina Herzog nun ihr neustes Werk „Sommerzauber“, dass im Juni 2024 im rowohlt Verlag erschienen ist, vorgelegt. Da ich schon die vorherigen Romane mit großer Begeisterung gelesen habe, freute ich mich auf ein Wiedersehen in dem schönen Örtchen Swinton. Endlich war es soweit, aber die Freude wurde mir etwas genommen, da dies der letzte Teil aus der beliebten Reihe „Das schottische Bücherdorf“ sein soll. Schade, aber wie schrieb Katharina Herzog in „Für meine Leser und Leserinnen“ (): Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist! Dann soll es halt so sein, aber vorher habe ich meinen Kurzurlaub in Swinton einfach nur genossen.
Wer schon den einen oder anderen Band (vielleicht auch alle) gelesen hat, weiß den flüssigen und leichten Schreibstil der Autorin zu schätzen. Ich bin ein großer Fan von ihm, denn bereits ab der ersten Seite kann man so herrlich in diese Geschichte ein- und abtauchen. Zu keinem Zeitpunkt wollte ich dieses Buch nicht so schnell aus den Händen legen, aber hier habe ich es getan. Ich wollte den letzten Aufenthalt in vollen Zügen einfach nur genießen. Dies durfte ich auch, denn dank der detaillierten und wunderbaren Kulissenbeschreibung fühlte ich mich wie im Urlaub. Hinzu kamen die mir schon bekannten Charaktere, die erneut sehr lebensnah eingefangen und wieder gespiegelt worden sind.
In diesem Band geht es um Ann Webster, die in Swinton ihren Vintage Laden betreibt und dies sehr erfolgreich. Ihr Erfolgsrezept ist, dass sie zu jedem Kleidungsstück eine passende Geschichte kreiert. Bei ihr wird man fündig werden, aber von einem Teil trennt sie sich nicht. Hierbei handelt es sich um ein altes Hochzeitskleid, dass sie vor Jahren in einer Truhe gefunden und gekauft hat. Angeblich soll es Valentino für Jackie Kennedy angefertigt haben, aber diese hat sich im letzten Moment für ein anderes Modell entschieden. Trotz einiger Vorkenntnisse zu diesem Kleid will Ann die Wahrheit bezüglich des schlimmen Zustandes lüften. Welches Geheimnis verbirgt sich nur dahinter? Nicht nur das Kleid trägt ein Geheimnis mit sich, sondern auch Ann Webster hütet eins. Unter Pseudonym schreibt sie erfolgreiche Bücher, aber keiner im Ort weiß davon bzw. soll es erfahren. Eine Person stellt sie aber vor die Wahl.
Aber nicht nur beruflich hat Ann Webster einige Probleme, sondern auch privat läuft einiges schief. Ihre Ehe ist gescheitert, aber tief in ihr drin schlummern noch Gefühle für ihren Ex-Mann. Als dann auch noch ihr Ex-Freund in Swinton auftaucht ist das Gefühlschaos perfekt. Anns Gefühle fahren Achterbahn.
Katharina Herzog hat es erneut geschafft auch hier wieder einen, mehr als nur gelungenen, Wohlfühlroman zu schreiben. Dank der wechselnden Erzählperspektiven wird der Fokus immer wieder von Ann Webster ein wenig rausgenommen und so lernt der Leser mehr und mehr die Bewohner von Swinton kennen und lieben. Ich liebe den Schachzug.
Schade, dass die knapp 330 Seiten, trotz meiner Lesepausen, dennoch so schnell ausgelesen waren. Einerseits ist dies ein Kompliment für die Autorin, die mal wieder einen Lese-nerv bei mir getroffen hat, andererseits ist meine Reise nach Swinton endgültig vorbei.
4 von 5 Sterne und ich kann die vierteilige Bücherdorf – Reihe wirklich nur weiterempfehlen! Die perfekten Romane für den nächsten Urlaub!
Buch: Das kleine Bücherdorf „Sommerzauber“ Seite 334.

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Veröffentlicht am 01.07.2024

Die Reise um die Rosenholzvilla geht weiter

Das Versprechen der Rosenholzvilla
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Nach ihrer Veröffentlichung „Die Rosenholzvilla“ (erschien im März 2024) hat Tabea Bach nun ihr neustes Werk „Das Versprechen der Rosenholzvilla, dass im Juli 2024 im Aufbau Verlag erscheint, vorgelegt. ...

Nach ihrer Veröffentlichung „Die Rosenholzvilla“ (erschien im März 2024) hat Tabea Bach nun ihr neustes Werk „Das Versprechen der Rosenholzvilla, dass im Juli 2024 im Aufbau Verlag erscheint, vorgelegt. Hierbei handelt es sich um den zweiten Band ihrer neusten Trilogie. Nachdem ich den ersten Teil mit großer Begeisterung gelesen hatte, wartete ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Elisa und Co. weitergeht. Endlich hatte das Warten ein Ende und so bin ich (buchtechnisch) zum Luganer See gereist.

Wer schon einmal das eine oder andere Buch von Tabea Bach gelesen hat, weiß den bildhaften und einzigartigen Schreibstil zu schätzen. Wer es noch nicht getan haben sollte, dem sei verraten, dass die Autorin nicht nur Geschichten schreibt, nein, sie entführt ihre Leserschaft auf eine unvergessliche Reise. Ihre Kulissenbeschreibungen werden traumhaft eingefangen und wieder gespiegelt, so dass der Eindruck entsteht, man wäre live vor Ort. Am liebsten würde ich sofort die Koffer packen und dorthin reisen. Zu diesem wundervollen Setting passen die authentisch und lebendig gestalteten Charaktere perfekt ins Bild. Ganz egal, wen man hier herausnehmen würde, sie machen die Geschichte zu einem wahren Ganzem. Ein großes Kompliment an Tabea Bach, denn sie ist eine der wenigen Autoren, bei der von Anfang bis Ende alles perfekt aufeinander abgestimmt ist. Manchmal hatte ich das Gefühl, die Familie um Elisa Eschbach tatsächlich so gegeben. Leider ist dem nicht so: Handlung und Personen sind fiktiver Natur.

Wo der Leser im Band eins noch eine sehr unentschlossene Elisa Eschbach trifft, hat sie im zweiten Bach ihr Glück gefunden. Danilo ist jetzt der Mann an ihrer Seite. Auch musikalisch scheint sie ihre Leidenschaft wieder gefunden zu haben. Immer öfters greift sie zu ihrer Campanula. Während bei ihr alles fast perfekt scheint, bricht Fabios Welt zusammen. Nicht nur, dass Elisa für ihn unerreichbar ist, nein, Elisas Großvater Niklas lüftet ein jahrelang gut gehütetes Familiengeheimnis. Fabio trifft eine Entscheidung, die nicht nur den Familienbetrieb gefährden. Wie wird es für die Fasettis weitergehen? Mehr möchte ich zum Inhalt des Buches nicht verraten, nur noch eins: die emotionale Reise um die Rosenholzvilla geht weiter.

Mit „Das Versprechen der Rosenholzvilla“ hat Tabea Bach nicht nur eine gelungene Fortsetzung geschrieben, nein, sie entführt ihre Leserschaft erneut in eine sehr gefühlvolle und spannende Familiengeschichte. Ab der ersten Seite wollte, nein, konnte ich dieses Buch kaum noch aus den Händen legen, so magisch zog es mich in seinen Bann. Zu jedem Zeitpunkt musste ich wissen, wie es um Elisa Eschbach weitergeht. Leider war mein Aufenthalt am Luganer See nur 348 Seiten lang. Jetzt heißt es warten, denn der dritte Band (und letzte Band) soll erst 2025 erscheinen. Allerdings wird die Wartezeit mit dem Buch „Weihnachten in der Rosenholzvilla“ ein wenig verkürzt.

5 von 5 Sternen und ein Muss für alle die mehrteilige Familiengeschichten lieben. Ich kann die Reihe um die Rosenholzvilla nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 23.06.2024

Das Leben im Haus der Füchsin geht weiter

Eifelfrauen: Der Ruf der Nachtigall
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Nach ihrer Romanveröffentlichung „Eifelfrauen – Das Haus der Füchsin“ (Juni 2023) hat Brigitte Riebe nun ihr neustes Werk „Eifelfrauen – Der Ruf der Nachtigall“, das im Juni 2024 im Wunderlich Verlag erschienen ...

Nach ihrer Romanveröffentlichung „Eifelfrauen – Das Haus der Füchsin“ (Juni 2023) hat Brigitte Riebe nun ihr neustes Werk „Eifelfrauen – Der Ruf der Nachtigall“, das im Juni 2024 im Wunderlich Verlag erschienen ist, vorgelegt. Hierbei handelt es sich um den zweiten und letzten Band der Diologie, was ich einerseits sehr schade finde, aber andererseits ist meiner Meinung nach alles erzählt worden.

Wer schon einmal das eine oder andere Buch der Autorin gelesen hat, weiß ihren einzigartigen flüssigen und leichten Schreibstil sehr zu schätzen. Zudem besitzt Brigitte Riebe das Talent, nicht nur Romane zu schreiben, nein, sie entführt ihre Leserschaft auf eine wundervolle Reise, wo es erneut in die Eifel geht. Kaum hatte ich dieses Buch begonnen, so konnte bzw. wollte ich es nicht mehr aus den Händen legen. Es zog mich magisch in seinen Bann und zu jedem Zeitpunkt wollte, nein, musste ich wissen, wie es mit den Schwestern Klara und Mia weitergehen wird. Die bildhafte und detaillierte Kulisse trug dazu bei, dass bei mir eine Art Heimatgefühl entstand, da ich bereits im ersten Band (buchtechnisch) meinen Kurzurlaub dort verbracht habe. Dort traf ich schnell auf alte Bekannte, aber auch neue Figuren bereichern die Geschichte. Auch in diesem Punkt hat Brigitte ein wahres Händchen bewiesen, denn sie erschafft nicht nur Charaktere, sie haucht ihnen Leben ein. Ganz egal, welche Personen man hier herausnehmen würde, sie sind allesamt authentisch und lebensnah dargestellt worden. Ein großes Kompliment, dass ich hier aussprechen möchte. Aber nun zu der Handlung, die mich wieder nach Altenburg (Eifel) einlädt. Wo im ersten Band noch Johanna Fuchs die Hauptrolle spielt, dürfen nun ihre beiden Töchter Klara und Mia das Zepter übernehmen. Klara, ist zwar etwas schüchtern, aber ihr musikalisches Talent kann sich mehr als nur hören lassen. Ihr schwebt eine musikalische Laufbahn vor und so macht sie eine Ausbildung als Sopranistin. Irgendwann trifft sie auf die beiden Freunde Pavel und Leto, ebenfalls beide Musiker. Pavel wird nicht nur ihr beruflicher Begleiter auch privat sind sie ein Paar. Mia ist genau das Gegenteil von ihr. Schlagfertig, aber was ihre berufliche Zukunft anbelangt völlig unentschlossen. Sie kann sich ein Leben als Bäuerin und Ehefrau nicht vorstellen und zieht nach Trier, wo sie in der Tabakfabrik ihres Onkels arbeiten darf. Dort lernt sie Simon kennen, der sich sehr für die Familie Fuchs interessiert. Nur warum? Mehr möchte ich über den Inhalt dieses Romans nicht erzählen.

Mit „Der Ruf der Nachtigall“ hat Brigitte Riebe hier nicht nur eine wundervolle und spannende Geschichte geschrieben, nein, sie hat auch die damalige Zeitgeschichte (1945 – 1954) mit eingewoben. So tauchen einige historische Ereignisse bzw. Namen auf, wie z.B. Dr. Konrad Adenauer oder der Arbeiteraufstand am 17.06.1953 in Berlin. Während des Lesens merkte ich, mit wieviel Herzblut die Autorin die Handlung geschrieben hat. Akribisch und detailliert hat sie u.a. zahlreiche Informationen und Fakten über die Eifel und das dortige Leben zusammengetragen und bzgl. Klaras musikalischem Werdegang, hat sie sich bei einer Mezzosopranistin wertvolle Tipps eingeholt. Zeile für Zeile konnte so die einzigartige Geschichte um die Familie Fuchs wachsen und entstehen. Man könnte fast meinen, dass es diese Familie tatsächlich so gegeben hat. Leider sind Handlung und Personen fiktiver Natur. Dies schmälert den Lesegenuss nicht im Geringsten. Eher im Gegenteil. Brigitte Riebe ist eine der wenigen Autorinnen, die durch ihren authentischen und bildhaften Erzählstil den Leser verzaubert bzw. in eine Welt entführt, die es nur in ihren Büchern gibt. Mir bereitet es immer große Freude, ihre Romane lesen zu dürfen.

5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung dazu.

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