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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2020

Persönliche Erlebnisse langatmig erzählt. Betitelt als Psycho- und Verschwörungsthriller was die Geschichte definitiv nicht hergibt.

FREUNDE, DIE KEINE SIND
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Nach und nach lernen wir Suwarnas Freunde und Bekannte kennen. Aus unterschiedlichen Lebensabschnitten. Gefühlt wird Suwarna von jeden ihrer Freunde an das ‚Netzwerk‘ verraten.

Es handelt sich um eine ...

Nach und nach lernen wir Suwarnas Freunde und Bekannte kennen. Aus unterschiedlichen Lebensabschnitten. Gefühlt wird Suwarna von jeden ihrer Freunde an das ‚Netzwerk‘ verraten.

Es handelt sich um eine persönliche Verarbeitung von Ereignissen, denn die Geschichte ist autobiographisch. Die Erzählung springt zwischen der Vergangenheit und Gegenwart, wobei die Vergangenheit nicht chronologisch erzählt wird. Es wird wild und wirr zwischen den Zeiten gesprungen, was wohl Spannung erzeugen soll hatte bei mir das Gegenteil bewirkt. Langatmig und detailreich wird erzählt, wie die Freunde kennengelernt wurden- immer mit dem Zusatz, dass sie sie später verraten werden.
Worin genau der Verrat lag erschließt sich mir auch nach beenden des Buches nicht. Wer hinter dem ‚Netzwerk‘ steht oder deren Vorteile werden nicht erzählt. Auch auf die Gefühlswelt der Protagonistin wird nicht tiefergehend eingegangen.

Die Wortwahl ist nicht sehr ausgefallen und erinnerte mich durch ständige Wiederholungen eher an Erzählungen eines Kindes.

Wenn die Autorin mit dem Buch ihre Erlebnisse verarbeiten konnte ist das Ziel erreicht. Ich kann verstehen, dass sie menschlich tief enttäuscht ist. Jedoch ist dies keine Grundlage um ein Buch mit Psycho- und Verschwörungsthriller zu betiteln. Denn das gibt die Geschichte aus meiner Sicht nicht her.

Ich war jedenfalls froh, als ich das Buch zuschlagen konnte. Und kann es leider in seiner jetzigen Fassung keinem Empfehlen.

  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2020

Ein kurzweiliger Roman - Lesenswert

Turbulenzen
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12 Personen, deren Leben in unterschiedlichen Weisen aus den Fugen geraten. Jede Person berührt eine Weitere, so dass eine Kette entsteht. Diese Kette führt uns im Buch einmal um die Welt.
Als Leser erhält ...

12 Personen, deren Leben in unterschiedlichen Weisen aus den Fugen geraten. Jede Person berührt eine Weitere, so dass eine Kette entsteht. Diese Kette führt uns im Buch einmal um die Welt.
Als Leser erhält man Einblick in die jeweilige Geschichte der betroffenen Personen. Aufgrund der Kürze der Erzählungen ist es auch jeweils nur eine Momentaufnahme die jedoch durch Beschreibungen und Wortwahl sehr intensiv sind.
Auch die Idee, dass sich Leben berühren und dabei einmal den Globus umspannt finde ich unglaublich interessant und konnte mich begeistern. Für mich ist ‚Turbulenzen‘ ein Beispiel für unsere rasante, globalisierte Welt.
Ich bin durch die Seiten geflogen und habe mit Spannung erwartet, was wohl als nächstes passieren mag. Denn, wie der Titel schon sagt, turbulent geht es in den jeweiligen Kurzgeschichten zu. So werden Thematiken wie Krankheit, Unfalltod aber auch Liebe behandelt.
Ich finde den Roman ‚Turbulenzen‘ von David Szalay lesenswert. Wer sich für Kurzgeschichten begeistern kann wird seine Freue an dem Buch haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2020

Ein Krimi gepaart mit Parapsychologie - mich konnte es nicht vollends überzeugen

Das Haus
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Ist das Haus, in dem die Geschichte spielt, ein Unglückshaus? Es leben mehrere Parteien in einem Haus, man kennt sich, hat jedoch sonst nicht allzu viel miteinander zu tun. Wie es in der heutigen Zeit ...

Ist das Haus, in dem die Geschichte spielt, ein Unglückshaus? Es leben mehrere Parteien in einem Haus, man kennt sich, hat jedoch sonst nicht allzu viel miteinander zu tun. Wie es in der heutigen Zeit einfach ist. Das erste Verbrechen - der Tod von Medizinstudent Enis El Agha bringt drei der Bewohner dazu Wissen und Erkenntnisse auszutauschen. Ist der Mörder ein Bewohner oder ist es das Haus selbst, das Unglück bringt?
Aus Nadjas Sicht wird erzählt. Sie verbringt die meiste Zeit zu Hause in ihrem Büro um an ihrem Buch über Parapsychologie zu arbeiten. Es liegt nahe, dass sie ihre Recherchen darüber auf die Geschehnisse im Haus projiziert. Für meinen Geschmack war dies etwas zu ausschweifend und langatmig. Die Rentnerin Frau Rauhaar verbringt ebenfalls viel Zeit zu Hause und hat ihre eigenen Methoden entwickelt um an Informationen zu kommen.

Wer gerne miträtselt und ein Interesse für Parapsychologie hat wird eine Freue an dem Buch haben. Mich konnte es nicht vollends überzeugen.

Veröffentlicht am 09.09.2020

Jani Friese hat mich mit „… über uns die Dächer von Rom“ verzaubert

... über uns die Dächer von Rom
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Rom, die ewige Stadt- davon hat Sophia schon immer geträumt. Nun ist es soweit und sie gönnt sich einen 5-wöchigen Urlaub. Alleine. Auch wenn ihr Freund Noah schon vor 2 Jahren gestorben ist kommt sie ...

Rom, die ewige Stadt- davon hat Sophia schon immer geträumt. Nun ist es soweit und sie gönnt sich einen 5-wöchigen Urlaub. Alleine. Auch wenn ihr Freund Noah schon vor 2 Jahren gestorben ist kommt sie nicht darüber hinweg. Denn die Umstände unter denen er aus dem Leben schied machen ihr noch immer zu schaffen. Wird Adriano ihr Herz erobern können? Als Sophia Adriano kennenlernt kann er sie nicht nur mit seinem Charme, sondern auch mit seinem Aussehen in seinen Bann ziehen. Denn die Ähnlichkeit zu Noah ist verblüffend.
Die Beschreibungen von Rom sind so bildhaft und lebendig geschrieben, dass ich mich in meinen letzten Rombesuch zurückversetzt fühlte. Es bereitete mir eine große Freude mit Sophia Rom (wieder) zu entdecken und mit ihr an der Spanischen Treppe oder am Trevibrunnen zu stehen.

Emotional hat mich die Geschichte rund um Sophia und Adriano tief bewegt. Jeder hat seinen Ballast zu tragen, und die liebevollen Beschreibungen der Charaktere tragen dazu bei, dass man als Leser genau diesen nah ist. Ich war von der ersten Seite an verzaubert und gefesselt und bin es immer noch. Überrascht haben mich einige Wendungen mit denen ich nicht gerechnet habe, sich jedoch ganz wunderbar in die Geschichte gefügt haben.

Wer gerne literarisch die schöne Stadt Rom entdecken und dabei tiefgründige, emotionale aber auch ernste Themen mag wird an dem Buch seine wahre Freude haben.
Das war mein erstes Buch von Jani Friese, aber definitiv nicht mein letztes!

Veröffentlicht am 07.09.2020

Der Antiheld Kalmann – ein tolles Buch bis auf das Ende

Kalmann
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Kalman ist ein besonderer junger Mann. Sein Geisteszustand ist eher der eines Kindes, aber das weiß er auch. Er kann gut Jagen und Haifische angeln und daraus den wohl zweitbesten Gammelhai in ganz Island ...

Kalman ist ein besonderer junger Mann. Sein Geisteszustand ist eher der eines Kindes, aber das weiß er auch. Er kann gut Jagen und Haifische angeln und daraus den wohl zweitbesten Gammelhai in ganz Island herstellen. Doch seine Welt gerät aus den Fugen, als er beim Jagen eines Polarfuchses eine Blutlache entdeckt.
Es ist als Leser immer wieder schön, wenn man durch die Handlung überrascht wird. Ich finde das Buch ziemlich gut und auch Kalmann toll dargestellt. Er hat seine eigene Sichtweise auf die Dinge und auch sein Leitspruch ‚kein Grund zur Sorge‘ macht ihn sympathisch. Für mich war es spannend eine Geschichte zu lesen, in dem der Protagonist eine geistige Beeinträchtigung hat. Nur das Ende war in meinen Augen widersprüchlich. Wenn ich ein Buch zuklappe und mit einem Stirnrunzeln zurück bleibe ist es für mich unbefriedigend.
Diejenigen, die in die Schönheit Islands eintauchen wollen und dabei eine etwas andere Perspektive einnehmen wollen werden an dem Buch ihre Freue haben.