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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Nicht ganz überzeugt

Schlaf
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Sehr schön finde ich die Gestaltung des Buchcovers, auch sehr passend zu dem Beginn des Buches- der in der Sonne liegende verträumte Garten, die Stimmung, die hier erzeugt wird.
Nachdem ich die Leseprobe ...

Sehr schön finde ich die Gestaltung des Buchcovers, auch sehr passend zu dem Beginn des Buches- der in der Sonne liegende verträumte Garten, die Stimmung, die hier erzeugt wird.
Nachdem ich die Leseprobe interessant gefunden hatte und mich der Fortgang der Geschichte interessierte, hat mich das weitere Lesen nicht überzeugt.
Die schwierige Beziehung der zehnjährigen Margaret zu ihrer kontrollierenden und wenig empathischen Mutter fand ich noch recht gut gelungen. Wie das heranwachsende Mädchen Stimmungen und Geschehnisse aufnimmt und zu verstehen sucht, lässt sich gut nachempfinden. Auch wie Margaret die verstörenden Erlebnisse ganz auf sich gestellt ohne Unterstützung durch ihre Mutter verarbeiten muss, berührt sehr.
Zu wenig stringent ist für mein Empfinden der folgende Teil, in dem Margaret als Erwachsene, zunächst verheiratete, dann geschiedene Frau geschildert wird, die ein neues Verhältnis zu ihrer Mutter und zu sich selbst gewinnen will. Das liest sich für mich zu langatmig und verliert sich zu sehr in Nebensträngen und Unbestimmtheit.
Wer auf Handlung setzt, kommt hier nicht auf seine Kosten. Der Leser - die Leserin- sollte bereit sein, sich auf die atmosphärischen Schilderungen einzulassen, die das Buch durchziehen.
Ich finde gut, dass die Autorin diese Art des Erzählens gewählt hat, die sich so grundsätzlich von dem meisten Geschriebenen unterscheidet.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Eleganter Agentenkrimi

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Um mit dem Cover zu beginnen: ich fand es, nachdem ich das Buch gelesen hatte, sehr passend. Nichts Spektakuläres, eher etwas witzig. Wäre es mir in der Buchhandlung ins Auge gestochen? Eher nicht. Der ...



Um mit dem Cover zu beginnen: ich fand es, nachdem ich das Buch gelesen hatte, sehr passend. Nichts Spektakuläres, eher etwas witzig. Wäre es mir in der Buchhandlung ins Auge gestochen? Eher nicht. Der Buchtitel schon eher. Nichts Reißerisches, sondern elegantes Understatement. Prima. So sind auch Stil und Geschichte: elegant erzählt, witzig und schlank. Nichts Überflüssiges. Aber Skurriles. Spannend insofern, als man dann doch immer wissen möchte, welchen Dreh sich der Autor denn nun noch ausgedacht hat. Das Ganze gewürzt mit Zeitkolorit, das sehr geschickt und gelungen den Hintergrund bildet.
Alles in allem eine gelungene Agentenstory, die das Genre nutzt, um sich selber auf den Arm zu nehmen und ganz einfach gute Unterhaltung zu garantieren.
Ich empfehle das Buch all jenen, die sich in obigem Sinne auf eine gediegene, witzige Unterhaltung freuen und gerne auf drastische Szenen verzichten. Um mit dem Cover zu beginnen: ich fand es, nachdem ich das Buch gelesen hatte, sehr passend. Nichts Spektakuläres, eher etwas witzig. Wäre es mir in der Buchhandlung ins Auge gestochen? Eher nicht. Der Buchtitel schon eher. Nichts Reißerisches, sondern elegantes Understatement. Prima. So sind auch Stil und Geschichte: elegant erzählt, witzig und schlank. Nichts Überflüssiges. Aber Skurriles. Spannend insofern, als man dann doch immer wissen möchte, welchen Dreh sich der Autor denn nun noch ausgedacht hat. Das Ganze gewürzt mit Zeitkolorit, das sehr geschickt und gelungen den Hintergrund bildet.
Alles in allem eine gelungene Agentenstory, die das Genre nutzt, um sich selber auf den Arm zu nehmen und ganz einfach gute Unterhaltung zu garantieren.
Ich empfehle das Buch all jenen, die sich in obigem Sinne auf eine gediegene, witzige Unterhaltung freuen und gerne auf drastische Szenen verzichten.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Die Zeit läuft

Noch fünf Tage
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Als Lis Castrop auf der Palliativstation eines Davoser Nobelkrankenhauses erwacht, ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Milliardärsfamile, bei der sie als Spitzenköchin angestellt ist, ist tot- mit ...

Als Lis Castrop auf der Palliativstation eines Davoser Nobelkrankenhauses erwacht, ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Milliardärsfamile, bei der sie als Spitzenköchin angestellt ist, ist tot- mit Polonium 210 vergiftet, das sich in dem Sylvestermenü befand, das sie selber zubereitet und serviert hatte. Sie selber muss eine geringere Dosis des Giftes abbekommen haben- noch lebt sie, aber nicht mehr lange: die Ärzte geben ihr höchstens noch fünf Tage. Fünf Tage, in denen sie als Opfer, Zeugin und selber Verdächtige versucht, im Rückblick auf verschiedene Situationen ihres Lebens als Köchin und alleinerziehende Mutter die Zusammenhänge, die zu diesem Giftanschlag führten zu entwirren. Was ist sie nun: zufälliges Opfer oder doch selber Täterin? Woran kann sie sich erinnern? Die Zeit läuft ihr davon, ihre sich ständig verschlechternde körperliche Verfassung erschafft einen kaum auszuhaltenden Druck. Wie kann sie, die Sterbende, für ihre 12-jährige Tochter vorsorgen? Wer ist noch vertrauenswürdig, wer gefährlich? Gut, dass Lis eine kluge, mitfühlende Krankenschwester zur Seite steht, die im Notfall auch einmal aktiv werden kann. Eine ungewöhnliche Grundidee: eine Sterbende ermittelt vom Hospizbett aus. Emotional und tiefgründig, setzt die Geschichte den Leser selber unter Zeitdruck, indem nicht Kapitelüberschriften, sondern die Uhrzeitanzeige die ablaufende Zeit zeigen und immer größere Spannung aufbauen. Das Buchcover und der Titel geben die Stimmung sehr gut wieder: nichts für Freunde und Freundinnen des cosy crime, sondern eine nach allen Regeln der Kunst aufgebaute, auch sprachlich gute Story inklusive ungewöhnlichem Schluss, die einen daran erinnert, dass das Leben am Ende doch plötzlich sehr schnell sehr kurz und immer kürzer werden kann…und die einen allem Anschein zum Trotz hoffen lässt, dass die Ärzte irrten und Lis womöglich doch noch davonkommt.

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