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Veröffentlicht am 18.04.2021

Spannend und fesselnd, von Anfang bis Ende

Der Sarg
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DER SARG VON ARNO STROBEL


Alles nur ein schlimmer Traum? Sie wacht auf. Es ist dunkel. Zu dunkel. Sie kann nichts erkennen. Kein Lichtschein durch die Jalousien, keine Leuchtziffern auf dem Wecker. Nichts.
Sie ...

DER SARG VON ARNO STROBEL


Alles nur ein schlimmer Traum? Sie wacht auf. Es ist dunkel. Zu dunkel. Sie kann nichts erkennen. Kein Lichtschein durch die Jalousien, keine Leuchtziffern auf dem Wecker. Nichts.
Sie will sich aufrichten. Es gelingt ihr nicht. Ihr Kopf schlägt dumpf gegen Holz. Sie ist gefangen. Sie liegt in einem Sarg. Und niemand hört sie schreien.

Schon lange wollte ich dieses Buch lesen, mir selbst ein Bild von dem Autor und seinen Büchern machen. Nun war es endlich soweit und ich muss sagen das Buch hat meinen Anforderungen an einen guten Thriller erfüllt.

Das Buch hat mich vom ersten Moment an in den Bann gezogen, mein Kopfkino ist angesprungen, Gänsehautfeeling hat sich bei mir breit gemacht und diese wollte nicht mehr weichen. Ich habe mit der Protogonistin gefühlt, mit den Ermittlern gerätselt und letztendlich konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Die Spannung zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, ich überlegte hin und her, hatte auch vor dem Ermittlerteam eine Idee wie das alles zusammenpassen könnte, aber wirklich sicher war ich mir nie. Es gab Wendungen mit denen ich nicht gerechnet hätte und letztendlich war ich zwar auf der richtigen Spur, aber trotzdem hat es Arno Strobel geschafft mich doch noch einmal zu überraschen.

Nichts ist wie es scheint - passt hier ganz gut und die vielen Fragezeichen die mir im Laufe des Thrillers in den Kopf gezaubert wurden waren am Ende alle weg. Besser geht es fast nicht.

Ich verrate jetzt absichtlich nicht viel über die eigentliche Story, denn ich möchte den Lesefluss nicht bremsen. Die Protagonisten haben mir richtig gut gefallen, allen voran Eva mit der ich gebibbert habe und die mir die meisten Fragezeichen in den Kopf gezaubert haben. Auch das Ermittlerteam hat mir gefallen, auch weil es hier um ein Team ging das erst noch zusammenfinden musste.

Die Nebencharaktere haben mir immer wieder Fragezeichen in den Kopf gesetzt und ich wusste eigentlich bis zum Schluss nicht wem man wirklich trauen konnte und das obwohl ich eine Ahnung hatte wie alles zusammen passt.

Wirklich toll geschrieben und für mich hat "DER SARG" alle Anforderungen an einen guten Thriller erfüllt. Dafür gibt es für meinen ersten Strobel auch gleich mal fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Magdalenas Geheimnis

Die Roseninsel
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ie Roseninsel von Anna Reitner



Anna Reitner erzählt in ihrem Buch „Die Roseninsel“ die Geschichte von Liv. Liv ist Ärztin und an einem Wendepunkt in ihrem Leben angelangt. Es geht ihr nicht gut und ...

ie Roseninsel von Anna Reitner



Anna Reitner erzählt in ihrem Buch „Die Roseninsel“ die Geschichte von Liv. Liv ist Ärztin und an einem Wendepunkt in ihrem Leben angelangt. Es geht ihr nicht gut und als sie in einer Zeitschrift liest das man für die Roseninsel eine Krankheitsvertretung sucht zögert sie nicht lange, sie bewirbt sich und bekommt die Stelle. Von Berlin geht es an den Starnberger See wo sie sich auf der Roseninsel um eine alte Villa und den Rosengarten kümmert. Bei einem ihrer Rundgänge durch die Villa passiert Liv ein kleines Missgeschick und dabei entdeckt sie das Tagebuch von Magdalena die eine Königstochter ist und im 19. Jahrhundert auf der Roseninsel lebte.


Für mich war es das erste Buch welches ich von der Autorin gelesen habe. Der Schreibstil war flüssig und die Geschichte, vor allem die von Magdalena, hat mich so in den Bann gezogen das ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.


Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt, in der Gegenwart erleben wir wie Liv versucht mit sich selbst ins Reine zu kommen. Man spürt von Anfang an das sie etwas belastet, das etwas an ihr nagt und das sie nicht zur Ruhe kommen lässt. Dann findet sie das Tagebuch von Magdalena und man spürt wie wie deren Schicksal sie beschäftigt und wie sie beim Lesen der bewegenden Aufschriebe ihre eigenen Probleme vergisst.


Mich konnte das Buch in den Bann ziehen und je länger Liv auf der Insel lebte umso mehr gab sie von sich Preis. Eine kleine Liebesgeschichte gab es auch noch, aber die entwickelte sich langsam und stand nicht im Vordergrund. Mit der Zeit erfuhr man auch was Liv so sehr beschäftigte, mit was sie klar zu kommen versuchte und warum sie sich auf die einsame Insel zurückzog. Die Geschichte war spannend und fesselnd, es gab Wendungen mit denen man nicht unbedingt gerechnet hat und am Ende konnte ich mich zufrieden zurücklehnen.


Die Charaktere in beiden Strängen haben mir richtig gut gefallen und die Mischung des Buches war richtig toll. Für mich war es eine tolle Geschichte die mich gut unterhalten hat und die ich gerne weiter empfehle. Von mir gibt es fünf Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2021

Ein historischer Roman der mir tolle Lesestunden bescherrt hat

Das Dünencafe
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Das Dünencafe von Sina Beerwald

Die Geschichte spielt nach dem ersten Weltkrieg und ist die Fortsetzung von „Die Strandvilla“. Ich habe den vorherigen Band nicht gelesen (wird aber nachgeholt), konnte ...

Das Dünencafe von Sina Beerwald

Die Geschichte spielt nach dem ersten Weltkrieg und ist die Fortsetzung von „Die Strandvilla“. Ich habe den vorherigen Band nicht gelesen (wird aber nachgeholt), konnte der Geschichte aber gut folgen da die Autorin immer wieder für kleine Rückblicke gesorgt hat.

Der Krieg ist vorbei und hat seine Spuren hinterlassen. Moiken hat sich vieles vorgenommen, sie möchte ihr Hotel „Die Strandvilla“, aber vor allem ihr Dünencafe wieder im alten Glanze erscheinen lassen. Ein schwerer Weg liegt vor ihr, wobei die wirtschaftliche Situation nicht das größte Problem ist, sie selbst muss sich in einer von Männer geführten Welt beweisen. Auch Adam von Baudissin hat sich viel vorgenommen, er möchte einen Damm zum Festland errichten, ein Jahrhundertbauwerk. Vom ersten Moment an ist er von Moiken fasziniert, auch sie mag ihn, kommt aber immer noch nicht von ihrer ersten und einzigen Liebe Boy los. Obwohl dieser mit der gemeinsamen Tochter Emma im weit entfernten Berlin lebt sind beide tief in ihrem Herzen verankert. Als Emma schwer krank wird gibt es für sie kein Halten mehr, sie reist nach Berlin. Moiken ist hin und hergerissen zwischen Boy und Adam, wer wird ihr Herz gewinnen?

Mir hat das Buch richtig gut gefallen, auch wenn ich die Vorgeschichte nicht kannte.

Moiken die sich in einer Männerwelt behaupten muss und die Mutter und Chefin gleichzeitig ist. Ich hatte die Strandvilla, das Dünencafe , aber auch die Umgebung immer vor Augen und in meinem Kopf entstanden Bilder. Gut gefallen hat mir auch das man parallel immer wieder Einblicke in das Leben im fernen Berlin bekommen hat, wo sich Moikens Tochter ebenfalls in der Männerwelt versuchte einen Namen zu machen. Das Zerwürfnis von Mutter und Tochter spielt eine große Rolle in dieser Geschichte und man war gespannt ob die beiden sich am Ende wieder näher kommen und versöhnen.

Die ganzen Charaktere in der Geschichte sind mir ans Herz gewachsen, sie alle haben schwere Zeiten gemeinsam überstanden und das verbindet sie. Das fühlt man und man darf gespannt sein wie es mit allen weiter geht. Natürlich gibt es auch welche die man noch nicht so ganz durchschaut, aber das macht die Geschichte aus und lässt auf die baldige Fortsetzung hoffen.

Ein historischer Roman bei dem der Bau des Hindenburgdammes eine große Rolle spielt. Man hat das Gefühl den Dammbau mit all seinen Problemen und Rückschlägen mit eigenen Augen zu verfolgen. Ein zweiter Handlungsstrang der eng verflochten mit der eigentlichen Geschichte ist.

Das die Geschichte in einer ganz anderen Zeit spielt macht sie nur noch interessanter, denn man lernt die bekannte Insel Sylt, aber auch Berlin, von einer ganz anderen Seite kennen. Viele unvorhergesehene Wendungen führen, neben dem flüssigen Schreibstil, dazu dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und fünf Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2021

Eine Frau geht ihren Weg

Das Fräulein mit dem karierten Koffer
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Das Fräulein mit dem karierten Koffer von Claudia Kaufmann

Claudia Kaufmann hat mich mit ihrer Geschichte vom ersten Moment an eingefangen. Das Buch beginnt in der Gegenwart, aber ganz wechselt die Perspektive. ...

Das Fräulein mit dem karierten Koffer von Claudia Kaufmann

Claudia Kaufmann hat mich mit ihrer Geschichte vom ersten Moment an eingefangen. Das Buch beginnt in der Gegenwart, aber ganz wechselt die Perspektive. Protagonistin Sabine erzählt ihrer Enkelin aus ihrem Leben in den 1960er Jahren. Sie erzählt von ihrer Mutter die wie, die meisten Frauen in dieser Zeit, dem Ehemann gehorchten und die eigentlich ausschliesslich für die Hausarbeit und Kindererziehung zuständig waren. Sabine selbst wollte nie so werden wie die Mutter, wollte nicht heiraten um versorgt zu sein, sondern der Liebe willen. Aber, dann kommt auch für sie alles ganz anders. Sie verliebt sich in einen Sohn reicher Eltern, wird schwanger und sitzen gelassen. Die Eltern werfen sie aus dem Haus und so ist sie auf sich alleine gestellt. Sie hat einige Hürden zu überwinden, auch muss sie um ihr Kind kämpfen, aber Sabine kämpft um ihr Kind und um ein Leben das sie so führen kann wie sie es sich vorstellt.

Für mich war dieser Roman ein kleines Highlight, ich habe angefangen zu lesen und konnte das Buch dann auch nicht mehr aus der Hand legen. Die damalige Zeit wurde durch die Protagonistin Sabine lebendig und man kann sich auch gut in sie rein versetzen. Es hat mir imponiert wie sie ihren Weg gegangen ist, wie sie für ihr Kind gekämpft hat, aber auch wie sie immer selbstbewusster wurde und sich von einem Mädchen das behütet aufgewachsen ist zu einer Frau weiter entwickelt hat.

Die Autorin hat mir Bilder vor Augen gezaubert und durch Sabines Geschichte wird man auch zum Nachdenken angeregt. Mir hat gefallen wie diese sich immer mehr emanzipiert hat. Gefallen hat mir auch die eingeflochtene Geschichte von Rena, die Freundin von Sabine die eigentlich ganz selbstbewusst war und deren Vorstellungen von der Zukunft dann in eine ganz andere Richtung gegangen sind.

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen, eine bewegende Geschichte aus einer anderen Zeit bei der man mit den Charakteren fühlt, aber die einen auch zum Nachdenken anregt.

Von mir gibt es fünf Sterne +.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Gute Unterhaltung

Die kleine Bücherei in der Church Lane
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Die kleine Bücherei in der Church Lane

Geschichtslehrerin Lucy ist einer dieser Menschen die nicht "nein" sagen können und somit auch ausgenutzt werden. Lucys Leben besteht eigentlich nur aus Arbeit aber ...

Die kleine Bücherei in der Church Lane

Geschichtslehrerin Lucy ist einer dieser Menschen die nicht "nein" sagen können und somit auch ausgenutzt werden. Lucys Leben besteht eigentlich nur aus Arbeit aber sie kennt es nicht anders. Erst als sie zusammenbricht erkennt sie das sie ihr Leben ändern muss. Sie nimmt sich eine Auszeit und diese führt sie in das kleine Dorf Little Maudley in den Cotswolds. Dort konnte sie ganz günstig ein kleines Cottage mieten, allerdings mit Auflagen, sie muss sich um die 96 jährige Nachbarin Bunty kümmern.

„Die kleine Bücherei in der Church Lane“ hat mich mit gemischten Gefühlen zurück gelassen. Ich kann nicht sagen das ich mich nicht gut unterhalten hätte, die Charaktere waren toll und ich bekam auch Bilder vor Augen gezaubert, aber ich hatte einfach eine andere Geschichte erwartet. Die Telefonzelle spielt in der Geschichte eine große Rolle, aber eine ganz andere wie erwartet.

Lucy ist ein toller Charakter, man fühlt sich sofort mit ihr verbunden und kann auch nachvollziehen warum sie letztendlich zusammengebrochen ist, warum sie nun versucht zur Ruhe zu kommen, ihr Leben überdenkt und versucht herauszufinden wie es für sie weitergehen soll. Ihre ersten Treffen mit der 96 jährigen Bunty haben mich zum Schmunzeln gebracht. Die alte Dame hat ihren eigenen Kopf, einen tollen Humor und ist alles andere wie pflegebedürftig. Es ist schön zu lesen wie die beiden sich immer näher kommen, sich anfreunden und ihr Bunty dann von ihrem Leben erzählt. Auch Nachbar Sam und dessen
Tochter spielen in dem Buch eine große Rolle. Sam fühlt sich zu Lucy hingezogen, aber er hat Angst sich seinen Gefühlen zu stellen und seine Tochter schlägt sich derweil mit ganz anderen Problemen rum, Probleme die sie nicht mit dem Vater besprechen kann weil sie ihn nicht verletzten möchte

Bunty hat, in meinen Augen, Lucy den Rang abgelaufen. Die alte Dame wurde recht schnell zu meinem Lieblingscharakter. Sie hat in ihrem Leben schon einiges erlebt, das hat sie geprägt und ihre Lebenserfahrung gibt sie, nachdem sie Lucy für vertrauenswürdig hält, an sie weiter. Sie hilft Lucy sich selbst zu finden und zu erkennen was im Leben wirklich wichtig ist, aber sie zeigt ihr mit ihrer Geschichte auch wie wichtig es ist das man das Leben lebt, weil man einfach nie weiß was für Überraschungen es für einen parat hält.


Ich habe mich wirklich gut unterhalten und mir hat gut gefallen wie Lucy von der Dorfgemeinschaftf aufgenommen wurde, wie sie ihr Leben total entspannt angegangen ist und dabei auch Freunde fürs Leben gefunden hat. Man spürt von Anfang an wie es bei ihr und Nachbar Sam knistert, aber ganz so einfach ist es mit der Liebe dann doch nicht. Die Geschichte hat viele Handlungsstränge, aber insgesamt fehlte mir die Spannung und oftmals fand ich alles zu langatmig. Mega enttäuscht war ich aber davon das die Bücherei die in der Telefonzelle errichtet werden sollte eine eher untergeordnete Rolle spielte. Schade eigentlich.

Für mich war es ein gutes Buch, ich habe mich wunderbar unterhalten, aber das gewisse Etwas hat mir gefehlt. Die Leseprobe hat mich gleich in den Bann gezogen, aber sie konnte in meinen Augen nicht halten was sie versprochen hat.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung (macht euch euer eigenes Bild) und drei gute Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere