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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2019

Obsession, Affäre, Liebe - über alle Gesellschaftsunterschiede hinweg

Uns gehört die Nacht
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Der Roman spielt zwischen Januar 1986 und Juni 1987 in New Haven bzw New York; die beiden Protagonisten kommen aus Gesellschaftsschichten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten... Elise aus der ...

Der Roman spielt zwischen Januar 1986 und Juni 1987 in New Haven bzw New York; die beiden Protagonisten kommen aus Gesellschaftsschichten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten... Elise aus der Unterschicht, Jamey aus der reichen Oberschicht. Ich will hier nichts aus dem Verlauf der Geschichte vorwegnehmen und zu viel verraten! Kein Spoiler!
Die Hauptpersonen sind mir zunächst beide recht fremd gewesen; ich konnte mich mit keinem so richtig identifizieren. Im Laufe der Geschichte wachsen sie einem jedoch näher und man kann das Buch kaum weglegen, was ich zu Beginn nicht gedacht hätte - ich habe es an einem Tag durchgelesen.
Das Ende ist unerwartet und mir persönlich zu offen, aber das ist sicher Geschmacksache- insgesamt ist das Buch wirklich empfehlenswert! Keine Strandlektüre, sondern zum Vertiefen.

Veröffentlicht am 26.04.2019

Roman? Psychothriller? beides!

Der Abgrund in dir
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Ich hab dieses Buch und seinen Inhalt nun ein paar Tage sacken lassen - das Ende (welches ich hier gewiss nicht verraten werde!) musste verdaut werden :) und gewinnt im Nachhinein noch mal, da ich wirklich ...

Ich hab dieses Buch und seinen Inhalt nun ein paar Tage sacken lassen - das Ende (welches ich hier gewiss nicht verraten werde!) musste verdaut werden :) und gewinnt im Nachhinein noch mal, da ich wirklich öfter daran denke; und manchmal sehe ich Parallelen zu dem Verwirr-Spiel in Shutter Island.....

Zum Buch: zuerst geht es gar nicht, wie im Klappentext geschrieben, um Rachel und ihren Mann; sondern um Rachel und ihren Vater. Die Suche nach ihrer Herkunft wirkt eher wie ein Roman. Erst als Brian ein fester Bestandteil ihres Lebens wird, nimmt die Handlung rasant an Fahrt auf plötzlich weiß man so manches Mal gar nicht, was wahr ist und was nicht. Rachel zeigt plötzlich ganz andere Fähigkeiten als man ihr nach der Charakterbeschreibung im ersten Teil zugeschrieben hätte.
Diese Zweiteilung ist für manchen Leser vielleicht schwierig - wer einen Roman erwartet, mag Probleme mit der zweiten Hälfte haben; wer einen (PsychTheiller erwartet, kann sicher mit dem Beginn wenig anfangen... mir hat es, ohne konkrete Erwartungen im Vorhinein, in dieser Mischung gut gefallen.
Ich denke bestimmt noch öfter an dieses Buch!

Veröffentlicht am 26.04.2019

Intensiv, leider kurz

Loyalitäten
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Loyalität- laut Klappentext geht es in dem Buch über die Freundschaft zwischen den 12-jährigen Jungen Théo und Mathis, aber im Verlauf werden auch noch weitere Beziehungen beleuchtet ; die zwischen Ehefrau ...

Loyalität- laut Klappentext geht es in dem Buch über die Freundschaft zwischen den 12-jährigen Jungen Théo und Mathis, aber im Verlauf werden auch noch weitere Beziehungen beleuchtet ; die zwischen Ehefrau und Ehemann sowie Vater und Sohn. Über diesen Aspekt der Beziehungen habe ich nie bewusst nachgedacht, werde es jetzt aber tun. So klingt das Buch, das sehr bewegend und eindringlich geschrieben ist, bei mir noch nach - gelesen war es leider sehr schnell, da die Kapitel, die abwechselnd aus der Sicht der vier Hauptpersonen geschildert sind, eher kurz sind. So konnten mir die Hauptpersonen, die in dem kurzen Verlauf gut charakterisiert wurden, auch gar nicht zu sehr ans Herz wachsen. Das Ende kam mit einem schlüssigen Ereignis, aber eben doch zu früh und plötzlich .

Veröffentlicht am 26.04.2019

Eine Familie zerbricht

Niemals ohne sie
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Die Großfamilie Cardinal, die im ländlichen Kanada zur Mitte des 20. Jahrhunderts lebt, hat so ihre eigenen Gesetze durch die unvorstellbare (und unwahrscheinliche) Anzahl von 21 Kindern - die Mutter ist ...

Die Großfamilie Cardinal, die im ländlichen Kanada zur Mitte des 20. Jahrhunderts lebt, hat so ihre eigenen Gesetze durch die unvorstellbare (und unwahrscheinliche) Anzahl von 21 Kindern - die Mutter ist mit Kochen statt Kindererziehung beschäftigt, so dass die Kinder sich gegenseitig in ihre Schranken weisen. Der Zusammenhalt in diesem chaotischen, sehr einfachen bis ärmlichen Haus ist groß - bis zu einem Ereignis, dass die Familienmitglieder innerlich erstarren und in alle Himmelsrichtungen auseinandergehen lässt. Jeder hat über diesen tragischen Tag ein Teilwissen, auch als Leser erfährt man erst im letzten Kapitel die ganze Wahrheit.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, einzig die vielen Personen verwirren etwas - es gibt an keiner Stelle eine Auflistung, wer wann geboren wurde und welchen Spitznamen, mit denen sich die Kinder untereinander anreden, innehat. Ist aber letztlich auch nicht wichtig - es reicht, wenn man die zentralen 5 Figuren, welche jeweils ein Kapitel aus ihrer Sicht berichten, kennt. (Die Geschichte wäre auch mit einer realistischeren Anzahl von 10Kindern packend gewesen)
Die Kinder scheinen oberflächlich mit permanenten Machtkämpfen beschäftigt zu sein, aber aus den Kapiteln kommt dann doch heraus, wie viel Gespür sie für die Besonderheiten der anderen haben. Dieses Einfühlungsvermögen, gepaart mit dem Wunsch, die anderen Familienmitglieder zu schützen, beeindruckt.
Ein schöner Roman über Familie, Rücksichtnahme und Zusammenhalt, der relativ schnell gelesen ist, aber dann eine Weile nachklingt.

Veröffentlicht am 26.04.2019

Schleppender Start, dann fesselnd

Worauf wir hoffen
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Die Geschichte und die Konflikte innerhalb einer indisch-stämmigen, muslimischen Familie, die in Kalifornien lebt, werden hier auf eine besondere Art erzählt - die mich nach erst 150 Seiten so richtig ...

Die Geschichte und die Konflikte innerhalb einer indisch-stämmigen, muslimischen Familie, die in Kalifornien lebt, werden hier auf eine besondere Art erzählt - die mich nach erst 150 Seiten so richtig gepackt hat.
Das Ehepaar Laila und Rafik siedelt kurz nach der arrangierten Hochzeit aus dem indischen Hyderabad nach Kalifornien um, wo sie drei Kinder bekommen: Hadia, Huda und Amar. Amars Schwestern sind 3 bzw 4 Jahre älter als er. Die Kinder werden streng nach dem schiitischen Glauben erzogen - eine wirkliche Wahl hat ein 9-jährigem Mädchen ja nicht, wenn es gefragt wird, ob es ein Kopftuch tragen und den Eltern gefallen will oder nicht... entsprechend schwer habe ich mich am Anfang des Buches getan, da mir diese tiefe Gläubigkeit recht fremd ist und ich die diversen spezifischen Begriffe im Buch, die es rund um die Rituale nicht gibt, nicht kenne und hier leider auch keine Erklärungen in Fußnoten oder einem Glossar geliefert wurden.
Dann wird im zweiten der vier Teile des Buches auch noch immer wieder erheblich in den Zeiten gesprungen, was ich zunächst absolut irritierend und unnötig fand - mal war ein Freund gestorben, dann lebte er wieder usw. Doch mit der Zeit kam ich rein und war dann plötzlich sehr gefangen von dem Buch, als die engen Geschwisterbeziehungen differenziert wurden. Die Kinder leben ja im Kalifornien des 21. Jahrhunderts, aber gleichzeitig in der von den Eltern gewählten traditionellen Glaubensgemeinschaft, bei der zB Jungen und Mädchen ab einem gewissen Alter strikt getrennt werden. Entsprechend nah sind sich die drei, aber doch nicht zu 100% loyal - was fatale Auswirkungen hat, wie man erst später erkennt. Die Sicht auf den Vater -und auch auf die Mutter- ändert sich nach dem Lesen des letzten Kapitels und es lässt mich, ebenfalls Mutter, mit einigen Gedanken zurück - denn solch ein „trotz aller Tragik versöhnliches Ende“, wie es im Klappentext heißt, wünscht man sich nicht.
Allen Interessenten an diesem Buch: haltet etwas durch, dann geht es auch bald um die aufgeworfenen Fragen zur Familienkonstellation!