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Lesezauber_Zeilenreise

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Veröffentlicht am 05.04.2025

Herzerwärmender, super lustiger Gruselspaß mit tollen Figuren

Die Geisterhelfer – Ein Knochen kommt selten allein
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Inhaltsangabe Verlag:
Leo Helsing Krüger hat einen siebten Sinn für Geister – leider, denn gruselig ist die Sache schon. Als ihn das hübscheste Mädchen der Schule um Hilfe bittet, weil es bei ihr zu Hause ...

Inhaltsangabe Verlag:
Leo Helsing Krüger hat einen siebten Sinn für Geister – leider, denn gruselig ist die Sache schon. Als ihn das hübscheste Mädchen der Schule um Hilfe bittet, weil es bei ihr zu Hause spukt, sagt Leo trotzdem zu. Aber seine Geisterhelferpartnerin Antonia ist wenig begeistert. Schließlich haben die beiden noch mit einem anderen Fall zu tun: Eine besorgte Geisterdame hat sie beauftragt, ihren Hund Rex zu finden. Ohne Antonia ist Leo jedoch nur ein halbes Team und will es auf keinen Fall mit einem Poltergeist aufnehmen ...

Meine Inhaltsangabe:
Leo und Antonia sind mal wieder in einer Geistermission unterwegs: eine bei einem Unfall ums Leben gekommene Seniorin sorgt sich um ihren Hund Rex und bittet die Kinder, ihn zu finden. Antonia, sie sich selbst nichts sehnlichster wünscht, als einen Hund, ist mit Eifer bei der Sache. Leo weniger, da das neue Mädchen an der Schule, das noch dazu das Hübscheste weit und breit ist, ihn ebenfalls um Hilfe bittet. In ihrem Haus spukt es offensichtlich, ein böser Geist sucht Shirin-Estelle in ihrem Träumen heim. Leo ist Feuer und Flamme, während Antonia nicht so recht mag, da sie die aus einem sehr reichen Elternhaus stammende Shirin-Estelle hochnäsig findet. Doch ein richtiges Team sind sie nur gemeinsam und so müssen sie einen Weg finden, beide Fälle zu meistern. Beides gestaltet sich nicht ganz so einfach und sie müssen viele Hindernisse überwinden und schlau kombinieren und handeln, um ans Ziel zu kommen.
Erster Satz: »Mit ausgestreckten Armen weht die Erscheinung auf uns zu.«

Mein Eindruck:
Ich fand Band 1 ja schon grandios und auch Band 2 löst in mir dieselbe Begeisterung aus. Wieder macht das herrlich detaillierte (und auch im Dunkeln leuchtende) Cover gleich neugierig und auch die Illustrationen im Innern sind perfekt getroffen. Beides ist zudem sehr kindgerecht. Auch wenn eine Frau mit nur halbem Kopf vorkommt, ist der Text dazu und auch die Zeichnung so kindgerecht gestaltet, dass auch bei den Kleinen keine Angst aufkommt. Ein bisschen Grusel schon, aber immer im Rahmen und immer mit ganz viel Humor verbunden. Hier herrscht die Spannung vor und vor allem das Miteinander der Kids. Wie sie sich zwar auch mal nicht einig sind, sich aber letztlich doch immer aufeinander verlassen können, wie sie sich akzeptieren und respektieren, mit Ausgrenzung, Ängsten, Mobbing und Vorurteilen umgehen, ist so schön in die Story eingewebt. Wichtige Botschaften werden ohne erhobenen Zeigefinger, dafür aber umso leichtfüßiger und anschaulicher vermittelt. Mit dem Hund namens Bauhaus (müsst ihr selbst nachlesen, wie dieser Name zustande kam) kommt nun also ein weiterer, diesmal vierbeiniger Geisterhelfer dazu. Und was soll ich sagen: ich habe mich vom Fleck weg in diesen Fussel verliebt, der so hässlich ist, dass er schon wieder zauberhaft ist. Überhaupt: das Buch löst einfach nur Wohlgefühl aus. Es erwärmt das Herz, ist grusellustig, spannend und einfach nur richtig gut! Ich feiere diese Reihe sehr und legen sie allen Lesefans ab 8 Jahren ans Herz. 5/5 Sterne und die Hoffnung, dass Leo, Antonia und Bauhaus noch ganz viele Geisteraufträge bekommen.

Der 3. Band erscheint am 24.09.2025 und ich freue mich schon SEHR darauf!!!

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Liebe, Whisky, Hochlandrinder: Kopfgeldjagd der etwas anderen Art

Schottenschuss
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Inhaltsangabe Verlag:
Herrlich atmosphärisch und voller schwarzem Humor: Der Auftragskiller und das Hochlandrind sind zurück!
»Schottenschuss« ist der vierte Schottland-Krimi von Gordon Tyrie um den einäugigen ...

Inhaltsangabe Verlag:
Herrlich atmosphärisch und voller schwarzem Humor: Der Auftragskiller und das Hochlandrind sind zurück!
»Schottenschuss« ist der vierte Schottland-Krimi von Gordon Tyrie um den einäugigen Ex-Scharfschützen Hynch und das eigenwillige Hochlandrind Thin Lizzy.
Auch auf der idyllischen Hebriden-Insel Mull kommt Ex-Auftragskiller Hynch nicht zur wohlverdienten Ruhe: Ein eigentlich harmloses Date mit der Graphologin Frances verwickelt ihn prompt in einen mysteriösen Fall.
Anscheinend hat sich ein Immobilienhai im Meer das Leben genommen. Das soll ein Abschiedsbrief belegen, der jedoch zahlreiche Fragen aufwirft. Zusammen mit Frances und Hochlandrind Thin Lizzy kommt Hynch einem großen Ding auf die Spur. Dabei haben auch die drei schlechtesten Polizisten Schottlands ihre Finger im Spiel.
Als Thin Lizzy den Fall im Alleingang lösen will und in der Wildnis verschwindet, ist guter Rat teuer...

Meine Inhaltsangabe:
Hynch datet Frances und wird von ihr prompt in einen Fall hineingezogen: der angebliche Selbstmord eines Bekannten von Frances wirft Fragen auf und so fahren die beiden auf die Insel Coll, im Schlepptau Hochlandkuh Thin Lizzy, die ja schließlich nicht allein auf der Isle of Mull bleiben kann. Bald stellt sich heraus, dass es hier um Betrug in großem Ausmaß geht und die Polizei auch schon involviert ist. Und zwar in Gestalt eines dreiköpfigen Sonderteams, das bisher noch jede Ermittlung in den Sand gesetzt hat. Während die Zweibeiner also gegeneinander antreten, um heiße Spuren zuerst zu finden, geht Thin Lizzy der Lösung des Falls auf ihre eigene Art nach, diesmal gemeinsam mit Twistie (eine sehr betagte Hochlandkuh) und den Katern Boswell und Johnson.

Erster Satz: »Hoch stand die Sonne über dem mächtigen Ben More, sattgrün leuchtete das Gras, Feldlerchen sangen ihr »prrli, prrli«.

Mein Eindruck:
Ich mag diese sehr schwarzhumorige Krimireihe sehr. Das liegt nicht nur daran, dass ich wegen Thin Lizzy permanent laut lachen muss, sondern auch an den skurrilen, herrlich bildhaft beschriebenen menschlichen Figuren und natürlich am Setting, das in mir permanent Fernweh auslöst. Der Fall ist verzwickt und sehr spannend, diesmal kommt tatsächlich keiner ums Leben. Mit der mehr als grenzwertigen Polizistin Pam kommt diesmal eine weitere Figur ins Spiel, die für so manchen Lacher bei mir gesorgt hat. Und die kleine Lovestory zwischen Hynch und Frances wärmt das Herz, ist aber auch alles andere als normal, so wie halt das ganze Buch auch. Der Schreibstil liest sich flüssig, ich bin durch die Seiten geflogen, musste immer wieder kichern, schmunzeln und laut lachen und fühlte mich bestens unterhalten. Spannung, Humor, Inselfeeling und eine Kuh zum Brüllen. Was will man mehr!? Für alle, die humorvolle Krimis mögen, absolut zu empfehlen. Fangt aber am besten bei Band 1 (der noch nicht so lustig ist und in dem Thin Lizzy auch noch gar nicht vorkommt) an. Man kann die Bücher sicherlich auch unabhängig voneinander lesen, in Reihe macht aber mehr Spaß. 5/5 Sterne – ich liebs!

Die Krimi-Reihe "Hynch ermittelt" spielt auf verschiedenen Hebriden-Inseln und ist in folgender Reihenfolge erschienen:
Band 1: Todesströmung (Jura)
Band 2: Schottensterben (Gigha)
Band 3: Schottenkomplott (Colonsay)
Band 4: Schottenschuss (Mull)

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Veröffentlicht am 03.04.2025

Magisches Abenteuer hoch über den Wolken

Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche
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Inhaltsangabe Verlag:
Nur wer an sich glaubt, kann über sich hinauswachsen.
Willkommen auf dem Meer der Wünsche, einer Welt so grenzenlos wie deine Fantasie.
Mit allem hätte Artemis gerechnet – nur nicht ...

Inhaltsangabe Verlag:
Nur wer an sich glaubt, kann über sich hinauswachsen.
Willkommen auf dem Meer der Wünsche, einer Welt so grenzenlos wie deine Fantasie.
Mit allem hätte Artemis gerechnet – nur nicht damit, sich plötzlich an Bord eines fliegenden Schiffes wiederzufinden! Die Crew der Dreamcatcher besteht aus magisch begabten Kindern, die das Meer der Wünsche vor einem machthungrigen Baron beschützen. Um ihren Teil dazu beizutragen, muss Artemis die Wolkenmagie in sich erwecken und sich auf eine gefährliche Reise begeben. Dabei wird ihr mehr abverlangt als erwartet und bald droht das Abenteuer aus dem Ruder zu laufen. Haben die Kinder gemeinsam eine Chance, gegen das Böse zu bestehen und das Meer der Wünsche zu retten?

Meine Inhaltsangabe:
Artemis flüchtet sich gerne in ihr Skizzenheft, leider auch im Unterricht mit der Folge, dass sie versetzungsgefährdet ist. Ihre Eltern schicken sie in den Sommerferien ins Lerncamp auf dem Schlossinternat Falkenfels. Dort gefällt es ihr gar nicht, sie will nur weg und geht eines abends im Wald des Schlosses spazieren. Vor ihr auf dem Weg hängt wie aus dem Nichts eine Strickleiter. Artemis ist neugierig und fängt an zu klettern. Immer höher, bis sie bei der Dreamcatcher ankommt, einem Dreimaster hoch über den Wolken. Die Kinder der Crew suchen auf dem Wolkenmeer der Wünsche ihren größten Schatz, das, wonach ihre Herzen sich wirklich sehnen. Dabei benutzen sie einen individuellen Incantar (der von Artemis ist eine Zeichenfeder, wie man auch auf dem wunderschönen Cover sehen kann), ein Gegenstand, mit dem sie Wolkenmagie wirken können. Doch es gibt einen Baron, der das Meer der Wünsche beherrschen will und dafür zusammen mit Magieschülern seiner Akademie gegen die Crew der Dreamcatcher ankämpft. Artemis steht vor dem größten und gefährlichsten Abenteuer ihres Lebens. Kann sie dazu beitragen, dass das Gute im Kampf gegen das Böse obsiegt?

Erster Satz: »Große Tropfen zerplatzten an der Frontscheibe, während Artemis immer tiefer in den Beifahrersitz sank.«

Mein Eindruck:
Wow, in was für ein rasantes, furchtbar spannendes und fantasievolles Abenteuer bin ich da geschlittert! Ich habe quasi als Crewmitglied auf der Dreamcatcher angeheuert, so fühlte es sich zumindest an. Fabiola Turans Schreibstil ist wundervoll bildhaft und lebendig und die Story absolut fesselnd. So eine Mischung aus Freibeuterabenteuer, Magiemärchen, Mini-Lovestory und Fantasyroman. Mir gefällt die Entwicklung, die Artemis durchmacht und die Botschaften, die hier vermittelt werden (Freundschaft, Loyalität, Selbstvertrauen, Mut, Hoffnung, Ehrlichkeit, vor allem aber auch, dass es wichtig und richtig ist, seinen eigenen Weg zu gehen). Zudem fühlte ich mich aber wirklich rundum perfekt unterhalten, weil ich alles wie einen Film vor mir sehen konnte, was sehr für die Autorin spricht. Kinder (wie auch junggebliebene Erwachsene) können sich hier herrlich drin verlieren, mitfiebern und mitleiden, mitfreuen. Das ist endlich mal wieder so ein Buch, bei dem ich nach dem Zuklappen gedacht habe: Ja! Das war mal wieder ein richtig tolles Abenteuer! Wer Fantasy und Magie mag, aber auch zu einem rasanten und sehr spannenden Abenteuer nicht nein sagt, dem lege ich Artemis sehr ans Herz. Es handelt sich um einen Einzelband, also keine Reihe, was mich anfangs ein wenig traurig machte, sich aber letztlich doch irgendwie genau richtig anfühlt. Ich find´s großartig! 5/5 Sterne. Und wer sich fragt, was das für ein Drache ist auf der Rückseite des Buches: das ist kein Drache, das ist eine Nebelkralle namens Kaela, die ich sehr in mein Herz geschlossen habe.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Krimikomödie mit schrägen Figuren

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Inhaltsangabe Verlag:
Der erste Solo-Fall von »Kluftinger«-Autor Volker Klüpfel – mit dem skurrilen Ermittlerduo Svetlana und Tommi. Spannung und Humor garantiert!
»Halt an, Tommi! Kind ist ganz nass bei ...

Inhaltsangabe Verlag:
Der erste Solo-Fall von »Kluftinger«-Autor Volker Klüpfel – mit dem skurrilen Ermittlerduo Svetlana und Tommi. Spannung und Humor garantiert!
»Halt an, Tommi! Kind ist ganz nass bei diese scheußliche Wetter, muss sich doch kümmern jemand.« Svetlana deutete energisch auf eine Stelle am Waldrand ...
Die erstaunliche Svetlana liebt russische Literatur und Detektivgeschichten. Ihre Lebensweisheiten sind so legendär wie ihre Grammatik. Tommi, liebenswerter Chaot Anfang 30, arbeitet konsequent an seinem Durchbruch als Bestsellerautor. Meistens jedenfalls. Wegen vorübergehender Finanzflaute haust er im alten Wohnmobil seines Vaters. Die Hymer B550 hat der ihm zusammen mit seiner ukrainischen Putzfrau Svetlana überlassen. Als Tommi und Svetlana eines Abends ein kleines Mädchen am Waldrand auflesen, ahnen sie nicht, dass ihre unkonventionelle und bisweilen tollkühne Suche nach der Mutter sie auf die Spur eines schrecklichen Verbrechens bringt. Und sie selbst in große Gefahr.

Meine Inhaltsangabe:
Tommi (Anfang 30), erfolgloser Autor in Finanznöten, hat von seinem Vater dessen altes Wohnmobil überlassen bekommen, in dem er nun mangels Wohnung lebt. Zum fahrbaren Heim dazu gab es auch noch Svetlana (um die 50), die wöchentlich zum Putzen kommt. Eines Tages sehen Tommi und Svetlana am Straßenrand ein kleines Mädchen im Regen laufen. Sie beschließen anzuhalten und nach der Kleinen zu sehen, die sie kurz darauf im Wald finden. Sie spricht nicht und reagiert auch kaum auf die beiden. Die Polizei wird geholt, das Mädchen mit Down-Syndrom kommt zur Versorgung zunächst ins Krankenhaus, von den Eltern gibt es keine Spur. Svetlana und Tommi lässt das nicht los, sie sorgen sich um das Kind und wollen ihre Mutter finden. Im Zuge ihrer Privatermittlungen stoßen sie auf menschliche Abgründe und auf ein furchtbares Verbrechen.

Mein Eindruck:
Erster Satz: »Das kannst Du ruhig schreiben.«
Dank des lockerleichten Schreibstils bin ich ruckzuck durch das Buch geflogen. Ich lernte einige sehr schräge Figuren kennen, allen voran Tommi und Svetlana. Während Svetlana mich mit ihrem kreativen Deutsch oft zum Lachen gebracht hat und ich ihre resolute, zupackende Art sehr mochte, fand ich Tommi, der mit seinen 30 Jahren offenbar nichts auf die Reihe bringt und mit einer kindlichen Inbrunst seiner Verflossenen Michelle nachhängt, oft einfach nur nervig. Er ist deutlich überzeichnet, sowie einiges anderes im Buch auch. Es werden einige Klischees bedient und der Humor ist für meinen Geschmack zu plakativ, zu oft sich wiederholend und war mir dadurch irgendwann zu viel des Guten. Der Fall selbst, das Verschwundene Mädchen, die Suche nach ihrer Mutter und die Zusammenhänge, die sich daraus ergaben, war spannend, hatte Tiefgang und Bezug zur Realität, kam für meinen Geschmack aber zu kurz bzw. wurde durch das Klamaukige schlicht übertüncht. Dass so einiges Unrealistische vorkam, kann ich gut verschmerzen, weil es zum Buch passt und mir ja auch klar ist, dass es sich nicht um einen ernsten Krimi handelt. Ein toller Stoff, der mit weniger übertriebenem Humor deutlich besser bei mir angekommen wäre. Humor gerne und gerne auch viel davon, aber nicht so ein übertriebener, fast schon slapstickartiger Klamauk. Das war mir einfach to much. Da es aber auch vieles gab, was mir richtig gut gefallen hat (Schreibstil, Svetlana (vor allem Svetlana), das Thema an sich), würde ich eine Fortsetzung gerne lesen wollen. Ich schwanke mit meiner Bewertung zwischen guten 3 und sehr guten 4 Sternen, vergebe somit 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 29.03.2025

Eine humorvolle Dramödie, die nachwirkt

Schätzchen, sag einfach ... Nein! / Schätzchen, sag einfach … NEIN!
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Inhaltsangabe Autorin:
Was passiert, wenn man nie gelernt hat, nein zu sagen?
Bianka, eine Autorin in der Lebensmitte, kämpft nicht nur mit endlosen Schreibblockaden, die sie in den Wahnsinn treiben, sondern ...

Inhaltsangabe Autorin:
Was passiert, wenn man nie gelernt hat, nein zu sagen?
Bianka, eine Autorin in der Lebensmitte, kämpft nicht nur mit endlosen Schreibblockaden, die sie in den Wahnsinn treiben, sondern auch mit einem chaotischen Leben, dessen Inhalt locker für zwei reichen würde. Sogar ihr Manuskript entwickelt ein unheimliches Eigenleben. Und als ob das nicht genug wäre: Peter, ihr Lebensgefährte, hat sie auch noch verlassen. Nun sitzt sie allein mit gackernden Hühnern und offenen Fragen – bis ihre Freundinnen und eine geheimnisvolle Fremde auftauchen. Doch das wahre Chaos beginnt, als Peter plötzlich wieder vor der Tür steht. Wird sie diesmal endlich Nein sagen?
Mit bissigem Humor, einer Prise Sarkasmus und einem Schuss Lebenschaos beginnt diese aufregende Trilogie. Der Weg zur Selbstbestimmung verläuft selten ohne Hindernisse – aber unerwartete Freundschaften, Tarotkarten und ein wilder Garten sorgen für Überraschungen. Für Bianka eröffnet sich ein Leben, das sie so nie kommen sah.

Meine Inhaltsangabe:
Irgendwo in Polen: Bianka, 48, sitzt an ihrem 3. Roman und kommt nicht voran. Eine Schreibblockade par excellence. Wie soll es auch laufen, wenn man allein in einem Haus sitzt, dass zusammen mit Peter ein Lebenstraum hätte werden sollen, der sie aber einfach hat sitzen lassen. Und dann nerven die Nachbarn auch noch wegen Biankas ewig gackernder Hühner. Die Finanzen drücken, der Verlag macht Druck, alles läuft irgendwie aus dem Ruder. Da beschließen ihre beiden Freundinnen Jo und Carmen (die zudem vor Jahren Biankas erste große Liebe war) bei Bianka einzuziehen, eine WG aufzumachen. Auch Oksana ist bald mit von der Partie, die von Carmen als Reinigungskraft angestellt wurde, wegen traumatischer Ereignisse aber auch kurzerhand zur Mitbewohnerin wird. Es ist alles etwas holprig, doch nach und nach richtet sich alles und der Roman schreibt sich bald auch fast wie von selbst.
Erster Satz: »Tarot-Tageskarte: Der Narr – Du bist frei, du bist neugierig und hast Mut, hmm, echt jetzt?«

Mein Eindruck:
Jedes Kapitel beginnt mit der Tarot-Tageskarte und einer kurzen Einschätzung Biankas zu ihrem Gemütszustand sowie dem Fortschritt ihres Romans. Der ist übrigens auch Teil der Geschichte, wir haben also quasi ein Buch im Buch, was recht witzig ist, was mich anfangs aber auch ein wenig irritiert hat. Doch nach und nach kam ich immer besser rein und habe die Geschichten der vier Freundinnen, vor allem die von Oksana, gefeiert. Hier wechseln sich Humor, Spannung, Krimi (das Buch im Buch), Drama und Selbstfindungsratgeber herrlich unterhaltsam ab und der Schreibstil hat mich das Buch ratzfatz verschlingen lassen. Ich musste mich wie gesagt erst daran gewöhnen und war nach Ende der Lektüre gedanklich zunächst bei 4 Sternen. Jetzt, ein paar Tage später, merke ich aber, wie das Buch nachwirkt, es mich immer noch beschäftigt und ich einfach gerne daran zurückdenke. Und dass ich mich sehr auf die Fortsetzung freue. Daher sind es nun 5/5 Sterne und eine Empfehlung für alle, die humorvolle, aber auch nachdenkliche und teils traurige Frauenromane zu schätzen wissen.

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