Nettes Buch für Zwischendurch, konnte mich aber nicht überzeugen
17 Erkenntnisse über Leander BlumLeider kam das Buch für mich bei weitem nicht an "Am Ende der Welt traf ich Noah" heran.
Es ist eine Geschichte übers Erwachsenwerden, Freundschaft, erste Liebe - alles vor dem Hintergrund der Wiener ...
Leider kam das Buch für mich bei weitem nicht an "Am Ende der Welt traf ich Noah" heran.
Es ist eine Geschichte übers Erwachsenwerden, Freundschaft, erste Liebe - alles vor dem Hintergrund der Wiener Sprayer-Szene. Diesen Ansatz fand ich für einen unbebilderten Roman schwierig. Die Bilder/Graffitis werden zwar ausführlich beschrieben, so richtig vorstellen kann man es sich aber nicht - vor allem, weil die Kunstwerke als SO außergewöhnlich dargestellt werden.
Erzählt wird zum einen aus der Perspektive von Leander, der mit seinem besten Freund Jonas nachts in der Sprayerszene unterwegs ist, wovon aber niemand wissen darf (vor allem nicht sein Vater, der als Polizist natürlich ausgerechnet Sprayer jagt).
Zum anderen erzählt Lila, die aufgrund einer Erkrankung erst zwei Wochen nach den Sommerferien zurück in die Schule kommt und darum neben dem Neuen (Leander) sitzen muss, der sich ihr gegenüber sehr merkwürdig benimmt, sie trotzdem fasziniert (weshalb sie ihre 17 Erkenntnisse, die sie im Laufe der Zeit über ihn gewinnt, mit den Leser:innen teilt).
Ich habe etwas gebraucht, um zu verstehen, dass Leanders Abschnitte die Vergangenheit erzählen und Lila die "Jetzt"-Zeit, bis am Ende die Geschichte zusammenläuft. Es ist mir auch schwergefallen, die Gefühe der Figuren richtig zu greifen. Die Freundschaft zwischen Jonas und Leander fand ich gut beschrieben, aber bei allen anderen Figuren gelang es mir nicht wirklich, mich in sie hineinzuversetzen, vor allem Lila. Warum genau sie sich in Leander verliebt, war mir schleierhaft - denn er benimmt sich ihr gegenüber durchgehend komisch.
Auch fand ich es bis zum Ende schwer, Lilas Familienverhältnisse auseinenderzuhalten - die Eltern sind zwar getrennt, leben aber gemeinsam mit ihr, ihrem Bruder und den jeweils neuen Partner:innen in einer Wohnung - weil alle zu selten vorkommen, als dass man sich Namen + Rolle die ganze Zeit merkt.
Insgesamt ein netter Coming-of Age-Roman, der viele Themen anspricht, die in dem Alter wichtig sind, Freundschaften, Träume, aber auch Verlust, Trauer und Hoffnung. Es wirkte für mich aber oft zu "gewollt", was vor allem an der unauthentischen Jugendsprache und den Ausdrücken aus der Sprayerszene lag.