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Veröffentlicht am 27.07.2025

Wenig Spannung, sehr vorhersehbar

Divine Rivals
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Ich habe mir das Buch gekauft, weil es (vor allem auf Social Media) wirklich sehr gehyped wurde und ich ausschließlich gute Kritiken gehört hatte.

Vielleicht bin ich langsam aus dem Alter für Jugend-Fantasy-Romanzen ...

Ich habe mir das Buch gekauft, weil es (vor allem auf Social Media) wirklich sehr gehyped wurde und ich ausschließlich gute Kritiken gehört hatte.

Vielleicht bin ich langsam aus dem Alter für Jugend-Fantasy-Romanzen raus, denn die Geschichte konnte mich nicht komplett abholen. Ich fand das Buch auch nicht ganz schlecht, insgesamt aber nur mittelmäßig. Setting und Idee fand ich spannend, an der Umsetzung hat es für meinen Geschmack aber gemangelt.

Der Schreibstil ist gut, es lässt sich flüssig lesen (hier muss man natürlich auch die Übersetzung loben). Ich fand es aber schwer, in die Geschichte reinzukommen, weil die ganze Hintergrundhandlung mit den Göttern, der Magie, den Mythen und dem Grund des Kriegs nur angedeutet wurde und man auch nach Ende des Buchs nicht wirklich weiß, in was für einer Welt die Geschichte eigentlich spielt.

Zeitlich befinden wir uns Anfang des 20. Jahrhunderts, die Welt wurde aber in dieser Dimension anscheinend mal von Göttern beherrscht, die dann von den Menschen bezwungen wurde (dachten sie jedenfalls), jetzt sind aber zwei dieser Götter wieder da und bekriegen sich. Warum, wieso, weshalb erfährt man leider nicht wirklich, es wird nur in Form von ein paar "Mythen" angedeutet.

Der Bruder unserer Protagonistin Iris zieht für die Göttin Enva in den Krieg, daraufhin verfällt ihre Mutter in eine Alkoholsucht und sie bricht die Schule ab, um als Journalistin bei einer Zeitung Geld zu verdienen. Dass sie auf ihren "Konkurrenten" dort steht und die beiden am Ende zusammenkommen, ist bei dieser Art Bücher natürlich klar, trotzdem hätte das Ganze spannender gestaltet werden können. Iris und Roman blieben für mich auch irgendwie oft nicht in ihren Handlungen greifbar, warum sie sich gegenseitig toll finden, konnte ich nicht nachvollziehen - irgendwie waren sie sehr charakterlos. Außer natürlich (wie kann es anders sein), dass sie ARM und er REICH ist, was offenbar ausreicht für eine ach so verbotene Liebe.

Gleichzeitig fängt sie dank ihrer magischen Schreibmaschine eine Art Brieffreundschaft mit einem Jungen an, da beide sich offenbar gegenseitig Briefe durch ihre Schränke schicken können (aber nur, wenn sie getippt wurden).

Spannung kam für mich vor allem deshalb nicht auf, weil einfach sofort am Anfang offenbart wurde, dass Roman auch der geheimnissvolle Briefeschreiber ist (meiner Meinung nach eine schlechte Entscheidung). Ab da war doch klar, dass sie am Ende froh ist, dass beide Typen, in die sie verknallt ist, dieselbe Person sind. Ich denke, wenn man erst am Ende erfahren hätte, dass Roman und Carver derselbe sind, wäre die ganze Geschichte VIEL spanender gewesen!

So war es einfach nur ein Warten, bis auch Iris es checkt. Und dann ist sie nicht mal eine Sekunde lang sauer?! Also in der Liebesgeschichte selbst gab es gar nichts Überraschendes. Im Gegenteil, als die Wahrheit dann raus war, ging es mir viel zu schnell. Mussten sie unbeding sofort heiraten?

Durch den schwelenden Krieg und die Gefahren gab es zwar ein paar Spannungsmomente, da der zweite Teil aber schon angekündigt ist, weiß man ja, dass zumindest den Hauptprotagonisten nichts passiert - sowas nimmt für mich auch leider immer viel Spannung raus.

Der Cliffhanger im Epilog war dann nochmal ganz spannend, aber ob ich deshalb den zweiten Teil lese, weiß ich noch nicht (oder nur die letzten Seiten, wenn sich der Rest ähnlich zieht).

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Für Millenials

Die Sache mit Rachel
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Ich habe das Buch gerne gelesen - es war nie wirklich langweilig, hat mich aber auch nie richtig vom Hocker gerissen.

Rachel als Hauptprotagonistin bietet an vielen Stellen Identifikationspotenzial und ...

Ich habe das Buch gerne gelesen - es war nie wirklich langweilig, hat mich aber auch nie richtig vom Hocker gerissen.

Rachel als Hauptprotagonistin bietet an vielen Stellen Identifikationspotenzial und es werden einige Themen angesprochen, die zum einen den Zeitgeist widerspiegeln und zum anderen gesellschaftlich einfach wichtig sind (vor allem die Abtreibungsdebatte und Queerness in den frühen 2000/2010ern).

Im Grunde geht es um eine junge Frau Anfang 20 und ihren schwulen besten Freund, die mitten in der Rezession 2010/11 zusammenziehen und sich zwischen verschiedenen Männergeschichten, billigem Alkohol und schlechtbezahlten Jobs irgendwie durchschlagen und erwachsen werden. Ich habe nie ganz verstanden, warum Rachel und James beste Freunde geworden sind - zunächst wirkt es eher wie eine Zweckgemeinschaft, aus der eine Co-Abhängigkeit entsteht, in der beide die jeweils andere Person idealisieren.

(James Geschichte bzw. Perspektive hätte ich eigentlich auch oft interessanter gefunden. Er scheint die Dynamik derganzen Beziehung zu bestimmen und ich hätte gernegewusst, was er sich die ganze Zeit so denkt.)

Was genau "die Sache mit Rachel" ist, kann hier natürlich nicht vorweggenommen werden, "die Sache" zieht sich aber durch das ganze Buch und beeinflusst den Verlauf von Rachels und James Leben.

Am Ende ist es eine nette Art Coming-of-Age-Geschichte, die sich gut lesen lässt, aber nicht unbedingt ein Highlight ist (vielleicht muss man dafür Ire:in oder wenigstens Engländer:in sein).

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Interessanter Jugendthriller, aber verschenkt Potenzial

Mind Games
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Die Grundidee des Buches hat mir super gefallen und der Beginn der Geschichte war auch total spannend. (Zum konkreten Inhalt gibt es schon genug andere Rezensionen).

Meiner Meinung nach wurde ab der Hälfte ...

Die Grundidee des Buches hat mir super gefallen und der Beginn der Geschichte war auch total spannend. (Zum konkreten Inhalt gibt es schon genug andere Rezensionen).

Meiner Meinung nach wurde ab der Hälfte die Handlung aber zu schnell "abgearbeitet". Es wurde teilweise schwierig, der Geschichte zu folgen, weil immer mehr Fantasy-Elemente hinzukamen, die wenig erklärt, sondern eher als gegeben dargestellt wurden und die man sich schwer merken konnte. Viele technische Dinge, Bezeichnungen etc. - auch die ganze virtuelle Welt mit dem Nullraum, den verschiedenen Spielwelten etc. blieb irgendwie recht abstrakt.

Ich denke, wenn dieses Buch nicht so komprimiert, sondern wieder eine Trilogie geworden wäre, hätten viele Elemente besser ausgearbeitet werden können.

Und das Ende (da muss ich zahlreichen anderen Rezensent:innen zustimmen) wurde dann viel zu schnell abgehandelt. Es kamen überhaupt keine Emotionen rüber, alles was das Buch über aufgebaut wurde, war super schnell abgehakt. Es wirkte eher wie eine Nacherzählung und am Schluss blieb ein komisches "ist halt so".

Hier wurde viel Potenzial verschenkt, das hätte ein richtig gutes Buch werden können.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Teils gewöhnungsbedürftiger Stil, aber hat mir gut gefallen

Tick Tack
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Es geht um die 15-Jährige Mette, hochintelligent aber unglücklich (ob "normal" teenagermäßig oder tatsächlich depressiv lässt sich nicht so ganz sagen). Sie hat schon einige Therapeut:innen und einen missglückten ...

Es geht um die 15-Jährige Mette, hochintelligent aber unglücklich (ob "normal" teenagermäßig oder tatsächlich depressiv lässt sich nicht so ganz sagen). Sie hat schon einige Therapeut:innen und einen missglückten Selbstmordversuch hinter sich, der ihr online zweifelhaften Ruhm eingebracht hat. Erzählt wird abwechselnd aus ihrer Perspektive und der von Jo, dem 26-jährigen Bruder einer Klassenkameradin des Bad Godesberger Elitegymnasiums. Jener möchte Mette noch berühmter machen (warum, erfährt man ganz am Ende) und beginnt, ihr bei ihren Videos zu helfen, Skripte zu schreiben etc. Das ganze 2020/21 - vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie.

Ich mochte das Buch - einen Stern Abzug gibt es nur deshalb, weil mir persönlich ein "Mittelteil" gefehlt hat.

Die Autorin schreibt eindringlich aus Sicht der zwei jungen und sich von aller Welt missverstandenen Protagonist:innen die Gefahren, die in Onlineforen, Telegram-Gruppen, Tiktok etc. lauern.

Gefallen haben mir auch die eher alltäglichen Streitereien zwischen den Eltern und den jungen Erwachsenen - das kennt wahrscheinlich jede:r. Man denkt, man hat den totalen Durchblick und alle anderen kapieren es nicht ... :D

Besonders gefallen haben mir auch die Ortsbeschreibungen, weil ich selbst in der Nähe aufgewachsen bin und die Beschreibungen sowohl von bad Go als auch den Kölner Vierteln sehr akkurat waren.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Gar nicht mein Fall

Archer's Voice. Die geheime Sprache der Liebe
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Das war echt nicht mein Buch, ich verstehe nicht, warum es so gehyped wird?! Nachdem ich einige andere Bewertungen gelesen habe, bin ich sicher, dass es nicht an mir, sondern vor allem am schlimmen Schreibstil ...

Das war echt nicht mein Buch, ich verstehe nicht, warum es so gehyped wird?! Nachdem ich einige andere Bewertungen gelesen habe, bin ich sicher, dass es nicht an mir, sondern vor allem am schlimmen Schreibstil (der nur zum Teil der Übersetzung geschuldet ist) und der flachen, mehr als unglaubwürdigen Story liegt. Mich hat SO viel gestört, dass ich gar nicht weiß, wie ich das in eine halbwegs zusammenhängende Rezension packen soll, also kommen hier meine größten Aufreger.

Bitte, bitte liebe Autor:innen SCHREIBT NICHT ÜBER TRAUMATA, WENN ES SCHLECHT GEMACHT IST. Sowohl Bree als auch Archer sind total langweilig und eindimensional, es wirkt so, als wären ihre traumatischen Backstories nur dazu da, um ihnen irgendwie einen Hauch von Persönlichkeit zu verleihen, ansonsten sind ihre Charaktere überhaupt nicht greifbar und bleiben flach. Wie damit umgegangen wird, finde ich aber fast schon fahrlässig. Er „heilt“ ihre PTBS, nur weil sie einmal bei ihr schläft? Wo waren Gespräche, die über „mir ist die schlimme Sache xx passiert“ hinausgehen? Was finden die beiden aneinander?? Bei mir kamen gar keine Gefühle rüber, ich fand beide mit der Zeit nur noch nervig und in ihren Handlungen nicht nachvollziehbar.

Es ist eben nicht so, dass man nur einmal neben der „Liebe des Lebens“ schlafen muss, und plötzlich sind alle Probleme wie durch Zauberhand gelöst. Die beiden hätten Therapie gebraucht, statt sich in eine co-abhängige Beziehung zu stürzen.

Die Story selbst ist total repetitiv, eigentlich passiert kaum etwas und man hätte das Ganze locker auf weniger als der Hälfte der Seiten erzählen können. Wer möchte denn dutzende Male lesen, wie sie aufsteht, duscht, einen Tee trinkt, zum Imbiss radelt, die Theke abwischt, zurück radelt, duscht, zu Archer radelt, sie vögeln. Manchmal füttert sie noch ihren Hund - der tat mir oft echt leid, vernachlässigte fiktive Tiere kann ich gar nicht haben. Aber ansonsten PASSIERT EINFACH NICHTS.

Es ist völlig unklar, was sie aneinander finden, es war null Connection spürbar, eigentlich geht es permanent nur darum, wie hot sie ihn findet und die beiden haben ständig Sex. Die Szenen waren auch einfach nur unangenehm zu lesen und es gab viel zu viele (die sich viel zu ähnlich waren). Warum „rammt“ er denn ständig? 😩

Dazu kommt Bree teilweise wirklich komisch rüber, weil sie sich einerseits fragt, ob er überhaupt von seinem Onkel aufgeklärt wurde, es andererseits aber auf eine weirde Art toll findet, ihm sexuelle Dinge „beizubringen“.

Es ist generell fragwürdig ist, wie eine Beziehung auf Augenhöhe sein kann, wenn der Typ angeblich seit 20 Jahren das Grundstück nie verlassen hat, seit 7 fast in vollkommener Isolation lebt und keinerlei Erfahrungen mit Frauen hat. Er ist doch überhaupt nicht fähig, eine „normale“ Beziehung zu irgendeinem anderen Lebewesen aufzubauen. Es ging auch alles VIEL zu schnell. Die Geschichte spielt innerhalb von ein paar Monaten und wie sich die beiden in der Zeit verhalten ist einfach nur ungesund. In so kurzer Zeit kann man niemanden vollständig kennen, egal wie sehr es sich danach anfühlen mag.

Die Wortwahl hat mich sehr oft gestört. Von permanenten gleichbleibenden Beschreibungen seiner „whiskeyfarbenen“ Augen, die irgendwann „bernsteinfarben“ wurden, über die ständige Erwähnung, wie „maskulin“ Archer ist (natürlich hat er ein Eightpack, vom Steine schleppen, klar) und auch sonst sind es eigentlich nur seine Muskeln, die ihn auszeichnen, denn Bree sorgt ja sofort dafür, dass Haare und Bart abkommen, geht ja gar nicht, dass der Mann sein „prächtiges“ Gesicht versteckt.“ Die Adjektive waren durchgehend das, was ich als „cringe“ bezeichnen würde. „Mein armer stummer Junge“??

Außerdem haben mir die häufigen frauenfeindlichen Beschreibungen nicht gefallen. Auch, wenn bspw. Travis' Mutter Tori echt keine nette Person ist, müssen Worte wie „Weib“ oder „Teufelin“ echt nicht sein.

Ich habe soo soo viele unmögliche Stellen markiert, die Wortwahl mag hier zum Großteil der Übersetzung geschuldet sein, aber es gab keine Seite, auf der ich nicht über irgendwelche Formulierungen gestolpert bin. Hier nur eine kleine unvollständige Auswahl:

- Imbiss? Im Original heißt es wohl „Diner“, das kann man doch so lassen. Imbiss klingt so nach ranziger Pommesbude.

- Ständig klappt ihr die Kinnlade herunter (erstens: wie sieht das aus? Frage ich mich bei dieser Formulierung immer. Und zweitens: Wie oft passiert sowas? Bei Bree alle zwei Tage).

- „Ich saugte ihren Anblick in mich auf. Selbst in ihrem Elend war sie wunderschön“ (S. 124) Ihh.

- Archer wird permanent entweder als „maskulin“ oder „mein (armer) stummer Junge“ beschrieben.

- ständigt guckt er „scheu“.

- schon in Kapitel 14 wird ihr klar, dass sie "endlich sicher" ist - sie kennt den Tpen gar nicht!! Vielleicht ist er ein Psychopath?!

- S. 186-187 lest selbst, da wurde mir kurz übel.

- Seine Augen sind alle 5 Seiten „whiskeyfarben“, später dann ein dutzend Mal „bernsteinfarben“.

Sein „prächtiges“ Gesicht oder „prächtiger“ Schwanz.

- Sowas wie „zwischen ihren Schenkeln stoben heiße Funken“ / „vor Wonne“ / ihr Herz „schwoll an“

- „Brat mir einer einen Storch“ (S. 250)

- „als wollte er mich bestrafen“ (S. 293)



Das Zusatzkapitel wurde dann offenbar gar nicht mehr lektoriert. So viele Fehler, die Gebärdensprache ist zum Großteil nicht mehr kursiv gedruckt, wer hat da gepennt?

Alles in allem für meinen Geschmack zu kitschig, zu repetitiv und zu ereignislos. Am Ende wird noch schnell unglaubwürdig etwas Dramatik reingequetscht, das war es dann aber auch. Leider kein Tiefgang, was die beiden aneinander finden, außer traumabonding, war mir schleierhaft.

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