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Veröffentlicht am 07.04.2026

Beziehungsdrama mit Thrillerelementen

Ultramarin
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Beziehungsdrama mit Thrillerelementen

Schon lange ist Lou in Raf verliebt, aber Raf entzieht sich ihm immer wieder. Doch Lou kann einfach nicht von ihm lassen, auch wenn Raf ihm noch so weh tut. Zusammen ...

Beziehungsdrama mit Thrillerelementen

Schon lange ist Lou in Raf verliebt, aber Raf entzieht sich ihm immer wieder. Doch Lou kann einfach nicht von ihm lassen, auch wenn Raf ihm noch so weh tut. Zusammen mit Rafs Schwester Sophie verbringen sie seit Jahren die Sommer miteinander. Doch dieses Mal kommt statt Sophie Nora mit nach Dänemark - eine unbekannte Variable in der Beziehung, die alles durcheinander bringt.

Ann-Christin Kumms Debütroman ist interessant aufgebaut und auch durchaus lesenswert. Die toxische Beziehung zwischen Raf und Lou ist bedrückend. Man will die beiden mal so richtig durchschütteln, damit sie künftig die Finger voneinander lassen. Für meinen Geschmack wurden die Figuren ein bisschen zu schwarz-weiß dargestellt.

Der Schreibstil ist eigentlich sehr ansprechend, teilweise fast poetisch. Aber beim Hörbuch fielen mir sich wiederholende Formulierungen besonders auf: …sagte ich, … sagte Raf, … sagte er. Das mag eventuell als Stilmittel gedacht sein; mich hat es gestört.

Da Lou als Ich-Erzähler von den Ereignissen im Sommer in Dänemark erzählt und auch immer wieder in vergangene Jahre zurückspringt und dabei die Entwicklung der Beziehung zu Raf beleuchtet, hatte ich viel mehr Emotionen erwartet. Die Erzählung ist jedoch eher lakonisch und distanziert.

Das Hörbuch erschien im März 2026 bei Der Audio Verlag. Es ist ungekürzt und hat eine Lauflänge von 6 h 10 min. Gesprochen wird es von Jannik Schümann.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 04.04.2026

Intelligent aufgebauter "Soft-Thriller"

Beth is dead
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Intelligent aufgebauter „Soft-Thriller“

„Beth is Dead“ ist der erste veröffentlichte Roman der US-amerikanischen Autorin Katie Bernet nach etlichen Absagen. Zum Glück hat sie nicht aufgegeben und es immer ...

Intelligent aufgebauter „Soft-Thriller“

„Beth is Dead“ ist der erste veröffentlichte Roman der US-amerikanischen Autorin Katie Bernet nach etlichen Absagen. Zum Glück hat sie nicht aufgegeben und es immer wieder versucht, denn dieses Buch ist bisher mein Highlight des Jahres.

Inspiriert von „Little Women“ von Louisa May Alcott aus dem 19. Jahrhundert hat Bernet eine unglaublich dichte Story um eine Familie mit vier jugendlichen bzw. gerade erwachsenen Töchtern ersonnen. Wie im Original heißen sie Meg, Jo, Beth und Amy. Ob es darüber hinaus Parallelen gibt, kann ich nicht sagen, da ich die Vorlage nicht kenne. In der neuen Version ist der Vater Autor und hat einen Roman über seine Töchter veröffentlicht. Dabei ließ er Beth am Ende sterben. Und am Neujahrstag tritt genau dies auch in der Wirklichkeit ein. Beth ist tot.

Die Polizei, aber auch die überlebenden Schwestern versuchen herauszufinden, wer Beth ermordet hat. Dabei geraten sie selbst, ihr Vater, ihre Freunde und andere in Verdacht. Die Lesenden können hier sehr gut selbst miträtseln. Aber die Fakten werden nur ganz langsam nach und nach offenbart. Meg, Jo und Amy erzählen in eigenen Kapiteln über das Vorher und das Nachher. Beth kommt natürlich nur im Vorher zu Wort.

Die Dynamik innerhalb der Familie und auch innerhalb von Freundschaften außerhalb der Familie wird hier intensiv dargestellt. Einerseits besteht ein unerschütterlicher Zusammenhalt zwischen den Schwestern, doch hat jede auch ihre Geheimnisse, die sie nicht mit den anderen teilt. Jedes davon könnte theoretisch mit dem Mord an Beth zu tun haben. Falsche Fährten gibt es dadurch zuhauf. Praktisch in jedem Kapitel erwartet die Lesenden eine neue Wendung. Aber keine Sorge, man kann dem Ganzen sehr gut folgen.

Ich empfand die Figuren als hervorragend ausgearbeitet. Die Schwestern könnten kaum unterschiedlicher sein, was die Story so interessant macht. Mir fiel es leicht, mich in alle vier hineinzuversetzen. Obwohl Meg, Jo und Amy zum Teil egoistische Züge tragen, mochte ich sie sehr, denn Katie Bernet konnte mir vermitteln, dass sie in ihrem Innersten auch ganz viel Gutes verbergen.

Durch die häufigen Perspektiv- und Zeitwechsel, oft mit Cliffhanger, entsteht ein unglaublicher Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte. Gespannt wie ein Flitzebogen habe ich diesen Thriller verschlungen. Ich fand ihn äußerst intelligent konstruiert, sodass man zwar mitermitteln kann, aber nicht zu früh auf den Täter gestoßen wird.

★★★★★

Veröffentlicht am 03.04.2026

Spannender Jugend-Thriller mit sympathischer Protagonistin

Darkly
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Spannender Jugend-Thriller mit sympathischer Protagonistin

Die siebzehnjährige Dia verbringt ihre Zeit im verstaubten Antiquitätenladen der Familie in Eminence, Missouri. Ihre Mutter Gigi schwebt meist ...

Spannender Jugend-Thriller mit sympathischer Protagonistin

Die siebzehnjährige Dia verbringt ihre Zeit im verstaubten Antiquitätenladen der Familie in Eminence, Missouri. Ihre Mutter Gigi schwebt meist über allen Wolken und die beiden Angestellten Basil und Agatha, die schon längst im Rentenalter sind, dienen eigentlich auch nur der Dekoration, sodass Dia den Laden alleine schmeißt. Als die Louisiana-Veda-Stiftung ein Praktikum auslobt, ergreift Dia die Chance und bewirbt sich, um endlich mal etwas anderes zu sehen. Schon lange ist sie Fan von Louisiana Veda, der Erfinderin mysteriöser und kaum zu lösender Brettspiele. Zusammen mit sechs anderen Jugendlichen wird sie auf eine Insel in England gebracht, wo sie in ein gefährliches Spiel auf Leben und Tod verwickelt werden.

Da ich von Marisha Pessl schon sehr gute Bücher gelesen habe, machte ich mich gespannt ans Lesen. Vom Schreibstil war ich auch gleich wieder ganz angetan. Er wirkt recht dynamisch und leicht zu lesen. Die Beschreibungen setzten mein Kopfkino in Gang, was ich immer sehr gerne mag. Auch die Protagonistin Dia fand ich von der ersten Seite an richtig klasse. Sie hat es nicht leicht mit ihrer Mutter und dem Laden, ohne Freund*innen. Trotzdem hat sie das Herz am rechten Fleck, ist immer tatkräftig und hoffnungsvoll. Gut, zwischendurch befallen sie kleine Zweifel, aber das macht sie ja nur umso menschlicher und liebenswürdiger. Ich habe auf jeden Fall das ganze Buch an ihrer Seite sehr genossen.

Sehr gelungen fand ich, dass die sieben Jugendlichen so unterschiedlich dargestellt werden. Jeder hat andere Fähigkeiten und Eigenschaften. Und alle haben natürlich auch ihre eigenen Geheimnisse, die im Lauf des Buches gelüftet werden. Hier gibt es manche Überraschung zu entdecken. Überhaupt gibt es einiges an Überraschungen - nicht nur bei den Jugendlichen. Was hinter diesem Praktikum steckt, bleibt lange Zeit im Dunkeln. Zeitweise erschien es mir sogar unlogisch, doch am Ende kriegt Marisha Pessl genial die Kurve und klärt alles logisch auf.

Die Handlung empfand ich als sehr spannend; ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Teilweise ist es ein wenig gruselig, auch ein bisschen brutal, aber nicht zu vergleichen mit einem Thriller für Erwachsene. Ich würde es allerdings erst für Jugendliche ab ca. 14 Jahren empfehlen. Ob Jüngere es lesen sollten, hängt natürlich vom jeweiligen Kind ab.

Fazit:
Eine klare Leseempfehlung für dieses spannende Jugendbuch mit außergewöhnlichem Plot und Setting und einer tollen sympathischen Protagonistin.

★★★★★

Veröffentlicht am 31.03.2026

Eine Achterbahn der Gefühle

Palace of Ink & Illusions, Band 2: Die Nacht des Verrats (Knisternde Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Sabine Schoder)
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Eine Achterbahnfahrt der Gefühle
Der zweite Band dieser Dilogie knüpft direkt an den ersten an. Diesen sollte man unbedingt vorher gelesen haben, um der Handlung folgen zu können. Zwar gibt es zu Beginn ...

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle
Der zweite Band dieser Dilogie knüpft direkt an den ersten an. Diesen sollte man unbedingt vorher gelesen haben, um der Handlung folgen zu können. Zwar gibt es zu Beginn des Buches eine kurze Zusammenfassung „Was bisher geschah“ und am Ende des Buches eine Übersicht der beteiligten Charaktere, doch beides ist knapp gehalten und kann lediglich der Erinnerungsauffrischung dienen, nicht aber die vorangegangene Handlung ausreichend darstellen.

Dank der Zusammenfassung fiel es mir leicht, in die Handlung hineinzufinden. Der Veröffentlichungstermin von Band 1 ist ja zum Glück noch nicht so lange her.

Liv, Flame und die anderen Teilnehmer des Autorenwettbewerbs auf Korfu müssen sich weiteren Prüfungen der Musen stellen, und nach wie vor geht es um Leben oder Tod, denn nur ein einziger Sieger wird überleben. Dann wäre da noch die üble Prophezeiung der Muse Urania, die Liv das Leben schwermacht. Denn sie besagt, dass Flame Liv verraten und Liv Flame töten wird. Beides kaum vorstellbar, oder doch?

Die Liebe zwischen Liv und Flame entwickelt sich langsam, aber unglaublich rührend, was gar nicht so einfach ist, denn sie muss geheim bleiben. Die Regeln des Wettbewerbs erlauben keine romantische Liebe. Doch Erato, die Muse der Liebe, hat ein Einsehen mit den beiden und hilft, wo er kann, auf seine Weise.

Immer wieder überrascht uns Sabine Schoder mit unvorhersehbaren Wendungen, genialen Einfällen und spannenden Action-Szenen. Insgesamt empfand ich diesen Band als etwas schwerfälliger als Band 1, was aber kein Wunder ist, treibt die Handlung doch immer mehr auf eine finale Tragödie zu. Dabei kann man bis zum Schluss die Hoffnung haben, dass Liv und ihre Freund*innen es doch noch schaffen, die Jury auszutricksen. Band 1 war auch wesentlich humorvoller; Livs Manga kommt in Band 2 leider nicht so oft zu Wort. Seine frechen Dialoge fehlten mir hier ein wenig. Trotz allem konnte mich auch der finale Band gut unterhalten und hat mir einige spannende und emotionale Lesestunden beschert.

Die Dilogie:
1. Der Kuss der Muse
2. Die Nacht des Verrats

★★★★☆

Veröffentlicht am 30.03.2026

Enttäuschend

Doppelspiel
4

Enttäuschend

Ich habe von Arne Dahl und Jonas Moström bereits einige Bücher gelesen und für gut bis sehr gut befunden. Von diesem Gemeinschaftswerk hatte ich nun mindestens etwas ähnlich Gutes erwartet. ...

Enttäuschend

Ich habe von Arne Dahl und Jonas Moström bereits einige Bücher gelesen und für gut bis sehr gut befunden. Von diesem Gemeinschaftswerk hatte ich nun mindestens etwas ähnlich Gutes erwartet. Leider wurde ich herb enttäuscht.

Es beginnt zunächst ganz spannend mit dem Krimi-Autor Tom Borg, der nach seinem letzten Riesenerfolg eine schwere Schreibblockade hat. Lediglich die erste Idee für das neue Buch ist in seinem Kopf bzw. Rechner: ein Mord in einem Jacuzzi. Als genau dies in der Wirklichkeit eintritt und Tom unmittelbarer Zeuge ist, wird es verquer. Obwohl Tom unschuldig ist, flieht er und wird von der Polizei gejagt. Das führt im weiteren Verlauf immer wieder zu spannenden Szenen. Im Großen und Ganzen ist die Handlung aber ziemlich abstrus und realitätsfern. Die Figuren sind absolut überzeichnet und unglaubwürdig oder klischeebehaftet. Während ich die ersten beiden Drittel dieses Kriminalromans noch einigermaßen genießen konnte, konnte mich das letzte Drittel mit der Auflösung überhaupt nicht überzeugen, da sie dermaßen an den Haaren herbeigezogen ist. Ich möchte gar nicht näher darauf eingehen, sonst müsste ich spoilern.

„Doppelspiel“ ist der Auftakt einer Trilogie. Die Handlung des 1. Bandes hat zwar einen Abschluss, der aber ziemlich unbefriedigend ist. Eventuell können es die Folgebände noch richten. Mir persönlich ist die Lust daran aber vergangen. Ich schwanke zwischen 2 und 3 Sternen, runde mal wohlwollend auf, da mich ein Teil des Buches doch gut unterhalten konnte.

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