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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2025

Skurril, aber holprig

Knäckeblut
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Bei einem Titel wie Knäckeblut war klar, dass mich hier kein gewöhnlicher Krimi erwartet – und genau das hat mich neugierig gemacht. Skandinavische Kulisse, schwarzer Humor und ein Ermittlerteam, das aus ...

Bei einem Titel wie Knäckeblut war klar, dass mich hier kein gewöhnlicher Krimi erwartet – und genau das hat mich neugierig gemacht. Skandinavische Kulisse, schwarzer Humor und ein Ermittlerteam, das aus der Reihe tanzt – das klingt nach genau meinem Geschmack. Leider konnte das Buch meine Erwartungen nur teilweise erfüllen.

Der Einstieg war vielversprechend: schräge Figuren, ein mysteriöser Fall, der gleichzeitig kurios und spannend wirkt, und ein Stil, der sich selbst nicht zu ernst nimmt. Ich mag es, wenn Autor:innen mutig sind, Grenzen austesten und eine gewisse Eigenwilligkeit mitbringen – das hat Björn Berenz definitiv getan.

Was für mich aber leider nicht ganz funktioniert hat, war der Erzählfluss. Manche Szenen wirkten zu überladen, die Dialoge teilweise bemüht witzig, statt natürlich pointiert. Der Humor hat mich oft eher ratlos zurückgelassen, obwohl ich eigentlich für schräge Einfälle zu haben bin. Vielleicht war es mir stellenweise einfach „zu viel“ – zu überdreht, zu laut, zu gewollt.

Dafür punktet das Setting: Skandinavische Kälte trifft auf eigenwillige Ermittlerlogik – das hat Atmosphäre. Auch das Ermittlerduo hat Potenzial, auch wenn ich mir bei der Figurenentwicklung etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.

Unterm Strich ist Knäckeblut ein schräger Krimi mit einem originellen Ansatz, der aber nicht ganz rund für mich war. Es ist sicher Geschmackssache – für Fans von skurrilen Fällen und absurder Situationskomik sicher eine Entdeckung wert, für mich persönlich aber eher nett als packend.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Herzzerreißend schön

Versprich mir, dass du tanzt
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Versprich mir, dass du tanzt hat mich auf so vielen Ebenen berührt, dass ich nach dem letzten Kapitel erstmal tief durchatmen musste. Es ist eine dieser Geschichten, die man nicht einfach liest, sondern ...

Versprich mir, dass du tanzt hat mich auf so vielen Ebenen berührt, dass ich nach dem letzten Kapitel erstmal tief durchatmen musste. Es ist eine dieser Geschichten, die man nicht einfach liest, sondern erlebt – und dabei emotional einmal komplett durchgeschüttelt wird.

Die Handlung beginnt leise, fast zart, aber man spürt schnell, dass unter der Oberfläche etwas Großes brodelt. Die Figuren sind so lebendig, so echt, dass man sich ihnen ganz nah fühlt – als würde man sie schon ewig kennen. Besonders die Hauptfigur hat mich mit ihrer Stärke, ihrer Verletzlichkeit und der tiefen Liebe zu ihrer Familie sofort gepackt.

Was dieses Buch für mich so besonders gemacht hat, war die Kombination aus feinem, emotionalem Schreibstil und großen Fragen des Lebens: Liebe, Verlust, Schuld, Hoffnung. Dani Atkins schafft es, all das so zu erzählen, dass es nicht überdramatisch, sondern einfach… menschlich wirkt. Ich hatte Tränen in den Augen, musste zwischendurch aber auch schmunzeln, und war die ganze Zeit über komplett in der Geschichte versunken.

Ein kleiner Punkt, der mir aufgefallen ist: An einer Stelle war ich kurz verwirrt, weil ein Zeitsprung nicht ganz klar wurde. Aber das hat meinen Gesamteindruck kaum beeinflusst – im Gegenteil, das Buch hallt immer noch in mir nach.

Versprich mir, dass du tanzt ist ein tief bewegender Roman über das, was bleibt, wenn alles zerbricht. Über Abschiede, die neue Wege eröffnen. Und über die Kraft, auch im größten Schmerz noch einen Funken Licht zu finden. Ein Buch, das ich sicher nicht zum letzten Mal gelesen habe.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Magisch und geheimnisvoll

Ivy und die Macht des Poison Garden
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Schon allein das Cover von Ivy und die Macht des Poison Garden hat mich sofort neugierig gemacht – und auch inhaltlich wurde ich nicht enttäuscht. Gesa Schwartz schafft es, von der ersten Seite an eine ...

Schon allein das Cover von Ivy und die Macht des Poison Garden hat mich sofort neugierig gemacht – und auch inhaltlich wurde ich nicht enttäuscht. Gesa Schwartz schafft es, von der ersten Seite an eine düstere, geheimnisvolle Atmosphäre aufzubauen, in der man sich wunderbar verlieren kann.

Die Geschichte hat etwas von einem modernen Märchen, vermischt mit dunkler Fantasy und einem Hauch viktorianischem Flair. Ich mochte besonders, wie der Giftgarten selbst zu einer Art lebendigem Wesen wird – gefährlich, wunderschön und voller Rätsel. Es ist kein Buch, das man einfach so nebenbei liest, sondern eines, bei dem man richtig eintaucht, mitdenken und mitfühlen will.

Ivy als Protagonistin hat mir gut gefallen. Sie ist mutig, neugierig und hat ihren eigenen Kopf – gleichzeitig ist sie aber auch verletzlich und auf der Suche nach ihrer Vergangenheit und Identität. Ihre Entwicklung im Laufe der Handlung fand ich glaubhaft und gut erzählt.

Der Schreibstil ist – wie bei Gesa Schwartz gewohnt – bildhaft, poetisch und voller Details. Manchmal fast ein bisschen zu ausschweifend, aber das passt hier zur märchenhaften Erzählweise. Ich habe mir beim Lesen oft Sätze markiert, weil sie so schön formuliert waren.

Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Szenen hätten für meinen Geschmack etwas mehr Tempo vertragen – gerade in der Mitte zieht sich die Handlung stellenweise ein wenig. Trotzdem bleibt die Grundspannung erhalten und es gab viele überraschende Momente.

Ivy und die Macht des Poison Garden ist ein atmosphärischer, kreativer Jugendfantasyroman mit einer einzigartigen Welt, einer starken Heldin und viel Tiefe. Ich freue mich schon darauf, wieder in Ivys Welt einzutauchen – hoffentlich bald.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Düster magisch

Immortal Consequences – Die Blackwood Academy Trials
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Immortal Consequences hat mich sofort mit seiner düsteren Stimmung und dem geheimnisvollen Setting gepackt. Ich mag Academy-Geschichten sowieso, aber hier kam nochmal eine ganz besondere Dynamik dazu: ...

Immortal Consequences hat mich sofort mit seiner düsteren Stimmung und dem geheimnisvollen Setting gepackt. Ich mag Academy-Geschichten sowieso, aber hier kam nochmal eine ganz besondere Dynamik dazu: düstere Prüfungen, uralte Kräfte und Figuren, bei denen man nie genau weiß, wem man wirklich trauen kann.

Die Hauptfigur fand ich von Anfang an interessant. Sie ist nicht die typische Heldin, sondern jemand mit Ecken, Zweifeln und einer ziemlich komplexen Vergangenheit. Das hat sie für mich umso greifbarer gemacht. Ich mochte ihre Art zu denken, zu fühlen und sich immer wieder durchzubeißen – auch wenn sie manchmal aneckt oder Fehler macht. Gerade das macht sie für mich so glaubwürdig.

Auch das Magiesystem und die Welt an sich haben mich überzeugt. Es ist nicht zu überladen, aber durchdacht und spannend. Die Prüfungen innerhalb der Akademie sorgen für ein gutes Maß an Spannung, und ich wollte ständig wissen, was als Nächstes passiert. Gleichzeitig gibt es immer wieder ruhige, emotionale Momente, die Tiefe reinbringen.

Was mir besonders gut gefallen hat, war die düstere Atmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht – ein bisschen Gothic-Vibe, ohne klischeehaft zu sein. Auch die romantischen Elemente waren gut eingebunden: nicht zu dominant, aber spürbar – mit genau der richtigen Portion Knistern.

Wenn ich einen kleinen Kritikpunkt nennen müsste: Manche Nebenfiguren blieben für meinen Geschmack etwas im Hintergrund. Da wäre noch mehr Potenzial gewesen, vor allem, weil sie interessante Andeutungen bekommen haben.

Insgesamt ist Immortal Consequences ein spannender, leicht düsterer Auftakt mit starker Hauptfigur, guter Magie und viel Potenzial für die Fortsetzung. Ich freu mich auf Band zwei!

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Gebrochene Seele

Glory of Broken Dreams (Devil's Dance 1)
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Glory of Broken Dreams hat mich direkt mit seiner düsteren, emotional aufgeladenen Atmosphäre in den Bann gezogen. Schon auf den ersten Seiten war klar, dass diese Geschichte kein leichter Spaziergang ...

Glory of Broken Dreams hat mich direkt mit seiner düsteren, emotional aufgeladenen Atmosphäre in den Bann gezogen. Schon auf den ersten Seiten war klar, dass diese Geschichte kein leichter Spaziergang wird – und genau das hat mir gefallen. Es geht um Schmerz, Vergangenheit, Sehnsucht und die Frage, ob man sich selbst neu erfinden kann, ohne sich zu verlieren.

Die Hauptfigur ist komplex und glaubwürdig. Ich mochte ihre innere Zerrissenheit und wie man nach und nach versteht, warum sie ist, wie sie ist. Ihre Verletzlichkeit steht im starken Kontrast zu ihrer Stärke – das hat mich emotional gepackt. Auch ihr männlicher Gegenpart war alles andere als stereotyp: vielschichtig, geheimnisvoll, manchmal schwer greifbar, aber genau das machte ihn spannend.

Besonders gut fand ich die Dynamik zwischen den beiden. Es knistert, keine Frage, aber es gibt auch Raum für emotionale Tiefe. Nichts wirkt überzogen oder erzwungen – eher wie zwei gebrochene Seelen, die vorsichtig herausfinden, ob da noch mehr sein darf.

Der Schreibstil ist atmosphärisch und flüssig – manchmal poetisch, dann wieder direkt. Genau die Mischung, die ich bei Geschichten mag, die unter die Haut gehen. Die Handlung hält die Spannung gut, aber nimmt sich auch Zeit für die leiseren Momente.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich war, dass sich im Mittelteil ein paar Szenen etwas gezogen haben. Nicht langweilig, aber sie hätten etwas straffer erzählt sein dürfen, um das Tempo durchgehend hochzuhalten.

Trotzdem: Glory of Broken Dreams ist ein starker Auftakt, der emotional trifft und neugierig auf mehr macht. Ich bin gespannt, wie es in Band 2 weitergeht.

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