Skurril, aber holprig
KnäckeblutBei einem Titel wie Knäckeblut war klar, dass mich hier kein gewöhnlicher Krimi erwartet – und genau das hat mich neugierig gemacht. Skandinavische Kulisse, schwarzer Humor und ein Ermittlerteam, das aus ...
Bei einem Titel wie Knäckeblut war klar, dass mich hier kein gewöhnlicher Krimi erwartet – und genau das hat mich neugierig gemacht. Skandinavische Kulisse, schwarzer Humor und ein Ermittlerteam, das aus der Reihe tanzt – das klingt nach genau meinem Geschmack. Leider konnte das Buch meine Erwartungen nur teilweise erfüllen.
Der Einstieg war vielversprechend: schräge Figuren, ein mysteriöser Fall, der gleichzeitig kurios und spannend wirkt, und ein Stil, der sich selbst nicht zu ernst nimmt. Ich mag es, wenn Autor:innen mutig sind, Grenzen austesten und eine gewisse Eigenwilligkeit mitbringen – das hat Björn Berenz definitiv getan.
Was für mich aber leider nicht ganz funktioniert hat, war der Erzählfluss. Manche Szenen wirkten zu überladen, die Dialoge teilweise bemüht witzig, statt natürlich pointiert. Der Humor hat mich oft eher ratlos zurückgelassen, obwohl ich eigentlich für schräge Einfälle zu haben bin. Vielleicht war es mir stellenweise einfach „zu viel“ – zu überdreht, zu laut, zu gewollt.
Dafür punktet das Setting: Skandinavische Kälte trifft auf eigenwillige Ermittlerlogik – das hat Atmosphäre. Auch das Ermittlerduo hat Potenzial, auch wenn ich mir bei der Figurenentwicklung etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.
Unterm Strich ist Knäckeblut ein schräger Krimi mit einem originellen Ansatz, der aber nicht ganz rund für mich war. Es ist sicher Geschmackssache – für Fans von skurrilen Fällen und absurder Situationskomik sicher eine Entdeckung wert, für mich persönlich aber eher nett als packend.