Profilbild von Lina2311

Lina2311

Lesejury Star
offline

Lina2311 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lina2311 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2025

Freunde fürs Herz

Leo und Ralph
0

Leo und Ralph ist eines dieser Kinderbücher, das beim Lesen ganz still wird – weil es zwischen den Zeilen so viel sagt. Es erzählt von Freundschaft, Sehnsucht, Entfernungen und dem, was auch dann bleibt, ...

Leo und Ralph ist eines dieser Kinderbücher, das beim Lesen ganz still wird – weil es zwischen den Zeilen so viel sagt. Es erzählt von Freundschaft, Sehnsucht, Entfernungen und dem, was auch dann bleibt, wenn jemand nicht mehr da ist.

Leo und Ralph sind beste Freunde. Doch eines Tages zieht Ralph mit seiner Familie weg – und Leo bleibt zurück. Was dann passiert, ist so ehrlich, einfühlsam und liebevoll beschrieben, dass mir an mehreren Stellen das Herz schwer wurde – auf eine schöne Art. Die Geschichte zeigt sehr kindgerecht, wie es sich anfühlt, wenn Nähe plötzlich fehlt, und wie wichtig es ist, in Verbindung zu bleiben, selbst wenn man weit entfernt ist.

Peter Carnavas schafft es, mit wenigen Worten große Emotionen auszudrücken. Die Illustrationen sind zurückhaltend, aber voller Gefühl – sie lassen Raum zum Nachdenken und ergänzen die Geschichte perfekt. Vor allem das Motiv der Telefonleitung, das sich durch das ganze Buch zieht, hat mich tief berührt. Es steht sinnbildlich für das, was Freundschaft wirklich bedeutet: dass man sich auch über weite Strecken nah sein kann.

Ich mochte besonders, dass das Buch nicht laut oder belehrend ist. Es erzählt einfach – und wirkt gerade dadurch. Auch die kindliche Sichtweise bleibt durchgehend glaubwürdig und berührend.

Leo und Ralph ist ein Buch über Vermissen und Verbundenheit, das kleine und große Leser:innen anspricht. Eine zarte Geschichte mit großem Herzen – und eine schöne Erinnerung daran, dass echte Freundschaft keine Entfernung kennt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2025

Zwischen Fantasie und Schmerz

Dodo
0

Dodo ist ein Buch, das mich auf eine ganz eigene Weise berührt hat. Es ist sprachlich zurückhaltend, fast leise – und gerade deshalb so eindringlich. Die Geschichte erzählt von Dorian, einem Jungen, der ...

Dodo ist ein Buch, das mich auf eine ganz eigene Weise berührt hat. Es ist sprachlich zurückhaltend, fast leise – und gerade deshalb so eindringlich. Die Geschichte erzählt von Dorian, einem Jungen, der sich mehr und mehr in seine Fantasiewelt zurückzieht, weil die Realität um ihn herum zu viel wird. Und in dieser Welt begegnet er Dodo.

Was mich sofort beeindruckt hat, war die Art, wie hier mit Sprache und Illustration gearbeitet wird. Die Worte sind reduziert, fast sparsam – aber genau dadurch entsteht Raum für Gefühle, Bilder und Zwischenzeilen. Thomas M. Müllers Illustrationen ergänzen den Text nicht nur, sie erzählen weiter. Mal verstärken sie, mal hinterfragen sie das Gelesene. Dieses Zusammenspiel hat mich immer wieder innehalten lassen.

Dorian selbst ist eine Figur, die man sofort spürt – mit seiner Sehnsucht, seinem Rückzug, seinen stillen Kämpfen. Ich habe sehr mit ihm mitgefühlt, auch wenn nicht alles direkt erklärt oder aufgelöst wird. Und genau das mochte ich: dass nicht jede Frage beantwortet wird, dass man selbst mitdenken und -fühlen darf.

Das Thema psychische Gesundheit – gerade bei jungen Menschen – wird hier sensibel, aber ungeschönt behandelt. Ohne Pathos, aber mit viel Empathie. Am Ende bleibt man nachdenklich zurück, vielleicht auch ein bisschen traurig, aber nicht ohne Hoffnung.

Dodo ist ein stilles, starkes Buch über Verlust, Verdrängung und das schmerzhafte Erwachsenwerden. Kein Titel, den man einfach durchliest – sondern einer, den man fühlt. Und einer, der nachwirkt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2025

Voller Gefühl und Tempo

Crushing Souls (Driven Dreams-Dilogie, Band 1)
0

Crushing Souls hat mich direkt mitgerissen – nicht nur wegen des Titels, der schon eine gewisse Wucht verspricht, sondern auch wegen der emotionalen Tiefe, die mich beim Lesen immer wieder überrascht hat. ...

Crushing Souls hat mich direkt mitgerissen – nicht nur wegen des Titels, der schon eine gewisse Wucht verspricht, sondern auch wegen der emotionalen Tiefe, die mich beim Lesen immer wieder überrascht hat. Carolin Wahl hat eine Sprache, die nah an ihren Figuren bleibt, ohne ins Kitschige abzurutschen. Ich mochte diese Mischung aus Härte und Verletzlichkeit sehr.

Die beiden Hauptfiguren sind stark, auf ihre jeweils ganz eigene Art. Er versucht, alles zu kontrollieren, plant, kalkuliert – und genau das macht die Dynamik zwischen den beiden so spannend. Denn plötzlich steht da jemand, den er eben nicht kontrollieren kann. Diese Entwicklung mitzuerleben war fesselnd, emotional, manchmal schmerzhaft, aber durchweg glaubwürdig.

Was ich besonders mochte: Die Geschichte geht unter die Oberfläche. Es geht nicht nur um Anziehung oder dramatische Szenen, sondern auch um tiefsitzende Ängste, alte Wunden und das Ringen mit sich selbst. Gerade in den ruhigeren Momenten hat mich das Buch wirklich berührt.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig, mit genau dem richtigen Maß an Gefühl und Spannung. Ich habe immer weitergelesen, weil ich wissen wollte, was als Nächstes passiert – aber auch, weil ich die beiden einfach nicht loslassen konnte.

Wenn ich überhaupt etwas anmerken müsste, dann vielleicht, dass ich mir an wenigen Stellen noch mehr Raum für bestimmte Entwicklungen gewünscht hätte. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Crushing Souls ist intensiv, emotional und macht Lust auf mehr. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es in Band zwei weitergeht – und ob es für alle eine echte Chance auf Heilung gibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2025

Mitten ins Herz

Variation – Für immer oder nie
0

Variation war für mich eine dieser Geschichten, bei denen man schon nach wenigen Seiten weiß, dass sie einen nicht so schnell loslassen wird. Rebecca Yarros schreibt emotional, intensiv und mit einer Tiefe, ...

Variation war für mich eine dieser Geschichten, bei denen man schon nach wenigen Seiten weiß, dass sie einen nicht so schnell loslassen wird. Rebecca Yarros schreibt emotional, intensiv und mit einer Tiefe, die unter die Haut geht – ohne dabei jemals übertrieben oder künstlich zu wirken.

Die Charaktere haben mich sofort abgeholt. Besonders die Hauptfigur war für mich greifbar und so vielschichtig, dass ich stellenweise das Gefühl hatte, direkt neben ihr zu stehen. Ihre Gedanken, Zweifel, Verletzlichkeit – all das war spürbar. Es geht um zweite Chancen, um Träume und darum, wie sehr Liebe manchmal mit Schmerz verknüpft ist. Die Geschichte nimmt sich Zeit, sich zu entfalten, ohne dabei an Spannung zu verlieren.

Was ich besonders mochte: Es war nicht alles vorhersehbar. Einige Wendungen haben mich überrascht – andere haben mich emotional getroffen, ohne laut zu sein. Gerade diese ruhigen, ehrlichen Momente haben die Geschichte so stark gemacht. Und auch die Musik als zentrales Element hat für mich wunderbar funktioniert – fast so, als hätte die Geschichte einen eigenen Klang.

Kleiner Kritikpunkt auf hohem Niveau: An ein, zwei Stellen hätte ich mir etwas weniger Tempo und mehr Raum zum Atmen gewünscht. Manche Entwicklungen gingen mir einen Hauch zu schnell – was aber den Gesamteindruck kaum schmälert.

Variation ist berührend, stark und bleibt im Kopf. Ein Roman, der sich anfühlt wie ein bittersüßes Lied: Man hört es einmal – und trägt es dann noch eine ganze Weile mit sich herum.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2025

Schnell verliebt

Kiss Me Once: Die Graphic Novel (Kiss the Bodygard, 1)
0

Kiss Me Once war meine erste Graphic Novel – und ich war überrascht, wie sehr mich das Format direkt abgeholt hat. Ich bin super schnell durch die Seiten geflogen, und trotzdem hat sich beim Lesen richtig ...

Kiss Me Once war meine erste Graphic Novel – und ich war überrascht, wie sehr mich das Format direkt abgeholt hat. Ich bin super schnell durch die Seiten geflogen, und trotzdem hat sich beim Lesen richtig viel bewegt. Es war spannend zu sehen, wie viel Emotion, Stimmung und Dynamik allein durch die Bilder transportiert werden. Manche Szenen haben mich durch die Zeichnungen sogar stärker berührt als ein langer Fließtext es vielleicht getan hätte.

Die Geschichte selbst kennt man ja – zumindest, wenn man den Roman gelesen hat – aber in dieser visuellen Form wirkt alles noch einmal ganz anders. Intensiver, aber auch komprimierter. Genau das ist für mich der einzige kleine Kritikpunkt: An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe oder langsameres Tempo gewünscht. Die Entwicklungen zwischen den Figuren gingen teilweise sehr schnell, was vermutlich am Medium liegt – aber es ließ mir manchmal wenig Raum zum Nachspüren.

Dafür waren die Illustrationen wirklich schön gemacht. Ausdrucksstark, emotional und mit viel Liebe zum Detail. Auch der Humor kam nicht zu kurz – gerade in den kleinen Mimiken oder Zwischenszenen steckt viel Charme. Ich habe oft geschmunzelt und mich dabei an typische Stella-Tack-Momente erinnert gefühlt.

Insgesamt war Kiss Me Once – Die Graphic Novel ein überraschend intensives Leseerlebnis. Leicht, unterhaltsam, romantisch – aber mit einer eigenen visuellen Tiefe, die mich beeindruckt hat. Für mich ein toller Einstieg ins Genre – und sicher nicht die letzte Graphic Novel, die ich lesen werde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere