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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2025

Wenn Kinder und Eltern auseinandergerissen werden

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
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Annegret ist Legasthenikerin, meistert jedoch ihren Job beim Kindersuchdienst trotzdem mit Aufmerksamkeit und Liebe. Niemand darf erfahren, dass sie ledige Mutter eines siebenjährigen Sohnes ist, an jedem ...

Annegret ist Legasthenikerin, meistert jedoch ihren Job beim Kindersuchdienst trotzdem mit Aufmerksamkeit und Liebe. Niemand darf erfahren, dass sie ledige Mutter eines siebenjährigen Sohnes ist, an jedem Tag hat sie Angst, dass ihr Geheimnis auffliegt. Charlotte ist die verwöhnte Tochter aus reichem Haus und flieht vor einer unerwünschten Ehe zu ihrem alten Kindermädchen. Die Suche nach einem Job bringt sie ebenfalls zum Kindersuchdienst und bald ist sie ebenso mit Feuereifer dabei, wie alle anderen Angestellten. Fast nur Frauen, den die verdienen nur die Hälfte von dem, was einem Mann bezahlt worden wäre. Und Charlottes »Verlobter« möchte nicht aufgeben und spürt sie sogar an ihrer neuen Arbeitsstelle auf ...

Der Autorin gelingt es, zahlreiche historische Tatsachen in einen spannenden Roman zu packen. Als Leserin habe ich mit den Schicksalen der Kinder und deren Eltern mitgelitten, die Personen waren gut gezeichnet, sind alle lebendig. Man möchte schreien, ob der Ungerechtigkeit, die damals den Frauen widerfahren ist, die doch oft doppelte Arbeit geleistet haben: Haushalt und Arbeit. Trotzdem waren die Männer diejenigen, die das Sagen hatten. Die beiden Hauptcharaktere Annegret und Charlotte sind beide bewundernswert starke Charaktere, die ich bewundert habe. Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen – für mich hätte es ein bisschen weniger Drama sein können, vor allem rund um die beiden Liebesgeschichten. Unter dem Strich eine spannende Geschichte mit tollen Figuren und zahlreichen historischen Details, die hochinteressant eingeflochten waren. Absolut lesenswert, ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Alles auf Neustart

Nur ein Augenblick voll Glück (Liebesroman)
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Nach einem Autounfall kann sich Nina an nichts mehr erinnern, vor allem nicht an Leon, ihren Mann. Halt gibt ihr Isabelle, ihre beste Freundin. Nachdem sie aus den Krankenhaus entlassen wird, versucht ...

Nach einem Autounfall kann sich Nina an nichts mehr erinnern, vor allem nicht an Leon, ihren Mann. Halt gibt ihr Isabelle, ihre beste Freundin. Nachdem sie aus den Krankenhaus entlassen wird, versucht sie, sich Stück für Stück an ihr altes Leben heranzuarbeiten. Doch das ist nicht einfach, denn der Mann, der ihr Ehemann ist, ist ihr komplett fremd. Zudem gibt es da einige Ungereimtheiten, in seinen Schilderungen vom gemeinsamen Leben. War die Ehe so harmonisch, wie er behauptet?

Auf einfühlsame Art erzählt die Autorin, wie schwer es Nina fällt, sich damit abzufinden, einen Teil ihres Lebens vergessen zu haben. Sie ist Musikerin und findet schließlich Trost in den Melodien. Die neuerliche Annäherung an Leon erfolgt zartfühlend und ist mit viel Gespür geschrieben. Der Fokus bleibt auf Nina, auf ihren Emotionen und wie sie damit umgehen lernt, sich nach und nach erneut auf Leon einzulassen. Hier zeigt sich das Können der Autorin, von der ich schon zahlreiche Bücher verschlungen habe. Ich war gespannt auf Leons Geheimnis, die Auflösung war erschütternd und überraschend. Mit allem hätte ich gerechnet, nur damit nicht.
Ein berührendes Buch über Schicksale, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Daher eine absolute Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Liebevoll gestaltetes Vorlesebuch

Ups, mir ist langweilig
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m Mittelpunkt der Vorlesegeschichten steht Toni, ein quirliges lebhaftes Mädchen, knapp sieben Jahre alt. Es geht um Wartezeiten, in denen ihr langweilig ist und die Zeit nicht vergehen will. Gleich in ...

m Mittelpunkt der Vorlesegeschichten steht Toni, ein quirliges lebhaftes Mädchen, knapp sieben Jahre alt. Es geht um Wartezeiten, in denen ihr langweilig ist und die Zeit nicht vergehen will. Gleich in der der ersten Geschichte erwartet sie ihren Cousin Niklas, mit dem sie spielen will, während ihre Eltern Umbauarbeiten vornehmen. Doch Niklas kommt nicht, weil er krank ist und Toni weiß nun nichts mit sich anzufangen. Besonders die zweite Geschichte hat mir persönlich gut gefallen, als Toni mit ihrem Opa im Wald spazieren geht und dieser viele Gegenstände, wie Tannenzapfen und Stöckchen in seine Taschen steckt. Auch die Suche nach der entlaufenen Schildkröte entpuppt sich als spannende Schnitzeljagd, bei der Toni sogar einen neuen Freund gewinnt.
Im Teil für Eltern wird vieles erklärt, beispielsweise, dass sich das Zeitverständnis der Kinder erst aufbauen muss. Bei den zahlreichen Tipps ist für jeden was dabei. Manches hat mich an meine Kindheit erinnert, wie etwa die Nie-mehr-Langeweile-Box. Meine Mutter nannte es »Wunderkiste« in der allerlei Dinge lagen, wie besondere Verpackungen, kleine Spielsachen, Bastelideen, Werbegeschenke etc. – die wir Kinder nur dann erhielten, wenn unsere Mutter uns beschäftigen wollte. Diese Methode habe ich auch bei meinen Kindern erfolgreich durchgezogen. Und sie wirkt auch bei meinen Enkelkindern.
Dass man Kindern helfen kann in den sogenannten Spiel-Flow zu kommen (vor allem, dass man es so nennt) fand ich ebenfalls hilfreich.
Mein Fazit ein Buch für Eltern und Kinder, das den Alltag ein bisschen leichter machen kann. Daher empfehle ich es auf jeden Fall weiter.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Falsch gehandelt, aber alles richtig gemacht?

Staying Alive
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Nicki ist eine 33jährige Ärztin, die frisch ihren Dienst auf der Notfallstelle des Krankenhauses beginnt. Ohne lange Anleitungen findet sie sich im stressigen Klinikalltag wieder, in der es kaum Verschnaufpausen ...

Nicki ist eine 33jährige Ärztin, die frisch ihren Dienst auf der Notfallstelle des Krankenhauses beginnt. Ohne lange Anleitungen findet sie sich im stressigen Klinikalltag wieder, in der es kaum Verschnaufpausen gibt. Unmengen von Patienten müssen im Rekordtempo angeschaut, die richtige Diagnose gestellt und der Therapie zugeführt werden. Da ist es nicht hilfreich, dass ein Großteil der Patienten nicht auf eine Notaufnahme gehören (ich habe seit fünf Wochen Rückenschmerzen ...). Zum Glück arbeitet Nicki in einem Team, von dem sie Rückhalt bekommt, zudem verliebt sie sich in den Oberarzt Micha.

Die Autorin hat einen humorvoll spritzigen Schreibstil, der gut zu lesen ist. Da ich selbst in einer Notaufnahme gearbeitet habe, kann ich bestätigen, dass vieles der Wahrheit entspricht – überspitzt ausgedrückt, jedoch durchaus realistisch. Das Personal ist chronisch überarbeitet. Die Liebesgeschichte zwischen Micha und Nicki hätte einen Tick mehr Raum bekommen können, sie waren plötzlich im Bett – ein (prickelnder) Beginn wurde übersprungen. Klar, die Story ist nicht als Liebesgeschichte ausgelegt, dennoch hatte ich das Gefühl, da fehlt was. Es ist quasi eine Nebenhandlung während der Erzählung von den Abläufen in einer Ambulanz, die Witzeleien untereinander, die jammernden und sich beschwerenden Patienten und natürlich der Druck, der auf dem Personal liegt. Auch, dass sich Ärztinnen immer noch schwertun, von Patienten und Kollegen ernstgenommen zu werden, ist durchaus Tatsache. Der Schluss kam ebenfalls abrupt.
Unter dem Strich ein amüsantes Buch mit (leider) einigem Wahrheitsgehalt über die Zustände in einer Rettungsstelle. Lesenswert.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Eine Hochzeit mit Hindernissen

Lieber solo als allein
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Leonie hat sich in den Italiener Luca verliebt und nun wollen sie an seinem Heimatort heiraten. Dazu reisen ihre betagte verwitwete Großmutter Gabriele sowie ihre beiden geschiedenen Eltern Katrin und ...

Leonie hat sich in den Italiener Luca verliebt und nun wollen sie an seinem Heimatort heiraten. Dazu reisen ihre betagte verwitwete Großmutter Gabriele sowie ihre beiden geschiedenen Eltern Katrin und Oliver an. In Perugia lernen sie Lucas Eltern, die ein Hotel führen, kennen, und alles scheint eitel Wonne zu sein. Doch es gibt ein paar Geheimnisse ...

Ich bin mit (zu) großen Erwartungen an diesen Roman herangegangen, Bestsellerautorin und Chartstürmerin – leider wurde ich enttäuscht. Die Handlung will nicht in Schwun g kommen und plätschert dahin. Auch sind es viele Personen, die für mich alle nicht richtig greifbar waren, das sprichwörtliche »Mitfiebern« fiel für mich aus. Leonie und Luca – da gabs eine (extrem) kurze Verwicklung mit seiner Ex, Katrin und Oliver – die Story war von Anfang an durchschaubar und blieb für mich ohne Reiz. Selbst für Gabriele stand passenderweise ein neuer Partner parat. Ein wenig Pfeffer brachten die Eheprobleme von Lucas Eltern hinein mit einer überraschenden Auflösung und punkten konnte bei mir auch das süditalienische Ambiente. Doch alles in allem war mir die Story zu langweilig und ich habe mich ertappt, dass ich Absätze übersprungen habe, was ich sonst nicht tue.
Ein unaufgeregter Wohlfühlroman mit italienischem Flair, kann man lesen, muss man nicht.

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