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Veröffentlicht am 09.11.2023

Ein Winter(alb)traum in Kanada

Wintertraum in Kanada
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Sara und Paul wollen in ihr Traumland Kanada auswandern. Bevor sie diesen Schritt wagen, verbringen sie dort erst einmal ihren nächsten Urlaub und erleben einen regelrechten „Wintertraum in Kanada“. Sie ...

Sara und Paul wollen in ihr Traumland Kanada auswandern. Bevor sie diesen Schritt wagen, verbringen sie dort erst einmal ihren nächsten Urlaub und erleben einen regelrechten „Wintertraum in Kanada“. Sie sind so begeistert davon, dass sie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland tatsächlich ihren Umzug dorthin planen und zwar wollen sie ins beschauliche Springfield, in den Ort und die dortige Menschen haben sie sich schon auf ihrer Urlaubsreise verliebt. Als ihr Traumhaus in Springfield mit einem herrlichen Blick auf den Okanagan Lake zum Verkauf steht, schlagen sie sofort zu. Das Glück scheint perfekt zu sein, doch als sie in ihrer neuen Heimat ankommen, scheint sie genau dieses verlassen zu haben, denn ein Unglück kommt nach dem anderen. Das Traumhaus entpuppt sich als absolute Bruchbude und dann stehen zahlreiche Überraschungsgäste vor der Tür, da ist Chaos vorprogrammiert und der einstige Traum scheint zum Albtraum zu werden ...
Dass die Autorin Ruth Bennett das Reisen sehr liebt, wird in diesem Buch mehr als deutlich. Die kanadische Winterlandschaft wird v. a. am Beginn wirklich wundervoll beschrieben, als Leserin konnte ich durchaus nachvollziehen, dass Sara und Paul den mutigen Schritt gewagt haben, dorthin auszuwandern. Das Cover finde ich sehr bezaubernd und durchaus passend zum Inhalt gestaltet: Genau so könnte das Haus, das Sara und Paul beziehen, in die kanadische Landschaft eingebettet sein.
Der Erzählstil an sich hat mir gut gefallen. Das Buch lässt sich schön lesen, etwas störend fand ich die vielen Zeitsprünge und die teilweise nur angedeuteten Geschehnisse. An einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, mehr zu erfahren.
Die dargebotene Handlung hat mich allerdings nicht in allem überzeugt. Es sind sehr viele Handlungsstränge integriert, die meiner Ansicht nach nicht alle in der entsprechenden Ausführlichkeit zu Ende geführt worden sind. V. a. im zweiten Teil des Buches passiert einfach zu viel, teilweise ist nicht alles nachvollziehbar für mich, z. B. Pauls Verhältnis zu Larissa. Die vielen Ereignisse führen aber dann doch dazu, dass ich das Buch kaum weglegen konnte, jedoch war ich dann etwas überrascht von dem recht abrupten Ende.
Insgesamt ein solides Buch, bei dem ich mir teilweise mehr Tiefgang gewünscht hätte, aber aufgrund der wunderschönen Einblicke ins winterliche Kanada durchaus geeignet für gemütliche Leseabende in der Adventszeit.

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  • Erzählstil
  • Charaktere
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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 21.10.2023

Ein tolles Buch mit skandinavischem Flair für die Adventszeit

Der Adventskalender zum Glück
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Worum geht‘s?
In Fies Leben ist gerade Land unter: Ihr Mann hat eine Affäre, verlässt sie und sie fällt aufgrund der ganzen Geschehnisse in eine tiefe Depression, weswegen sich dann auch noch ihr einziger ...

Worum geht‘s?
In Fies Leben ist gerade Land unter: Ihr Mann hat eine Affäre, verlässt sie und sie fällt aufgrund der ganzen Geschehnisse in eine tiefe Depression, weswegen sich dann auch noch ihr einziger Sohn abwendet. Damit die neue Frau einziehen kann, wird Fie in eine nicht gerade schöne Wohnung verfrachtet und das auch noch in der Vorweihnachtszeit! Fies Schwester Sarah versucht nun aus der Ferne, dem ganzen Unglück entgegen zu wirken und hat sich dafür etwas ganz Besonderes überlegt - einen Adventskalender speziell für Fie: Übers Telefon bekommt sie nun regelmäßig von Sarah Aufgaben, die Fies Leben ganz schön durcheinander wirbeln. Wird es ihr gelingen, dass Fie wieder Lebensfreude verspürt? Und wie wird Fie Weihnachten, das Fest der Liebe, verbringen?

Meine Meinung:
Siri Østlis Roman „Der Adventskalender zum Glück“ ist das erstes Buch, der in Norwegen bekannte „Feel-Good-Königin“, das auf Deutsch erschienen ist und ich hoffe, es bleibt nicht das letzte dieser Autorin. Übersetzt wurde es wirklich wundervoll von Daniela Stilzebach, der es gelingt, den skandinavischen Zauber des Adventszeit in Worte zu fassen.

In diesem Buch erlebt man nicht nur die schönen Seiten des Lebens mit: Fie ist anfangs wirklich völlig am Ende, man fühlt absolut mit ihr und entwickelt großes Unbehagen gegen ihr Umfeld. Zunächst sieht alles danach aus, dass sie weiter in den Abgrund wandert, als sie in eine unschöne Wohnung abgeschoben wird und selbst das scheint ihr völlig egal zu sein, denn sie „vegetiert“ quasi nur so dahin. Die Idee von Sarah, ihrer Schwester, trifft da ganz genau ins Schwarze: Sie bringt Fie dazu, dass sie von nun an aktiv durchs Leben geht, wobei Fie manchmal bei der Erfüllung der Aufgaben ganz schön übertreibt. So muss es gleich ein riesiger Hund sein, der zudem noch total menschenscheu ist und eigentlich sein eigenes Päckchen zu tragen hat, als ihr die Schwester die Aufgabe gibt, dass sie sich ein Haustier anschaffen soll - sie dachte wohl eher an ein niedliches Häschen oder einen Goldfisch! Da kommt man als Leser/-in schon manchmal regelrecht ins Schmunzeln. Jedenfalls gilt es durch Sarahs fast tägliche Aufgaben Vieles in Fies Leben anzupacken und zu verändern. Der Weg aus der Depression aber ist keinesfalls ein leichter! Fie an sich ist wirklich ein wundervoller Charakter, es macht so sehr Spaß, an ihrem Leben, ihren Begegnungen und auch an ihren Kämpfen im Leben teilzunehmen, hautnah erlebt die/der Leser/-in mit, wie Fie fühlt, weil ein Großteil des Romans aus ihrer Perspektive geschrieben ist. An einigen Stellen wechselt aber die Perspektive, was für mich einen besonderen Reiz hatte, weil man dadurch auch einen Einblick in andere Charakteren mit deren Lebensgeschichten bekommt, was einem immer wieder die Augen öffnen lässt. So werden nicht nur Fie, sondern auch andere Figuren in diesem Roman zu Sympathieträgern. Die Geschichte nimmt aber keineswegs einen geradlinigen Verlauf, was das Buch besonders interessant macht, weil man immer wieder aufs Neue überrascht wird.

Für wen ist das Buch geeignet?
„Der Adventskalender zum Glück“ von Siri Østli ist geeignet für empfindsame Menschen, die es sich gerade in der Winterzeit gerne mit einem schönen Buch gemütlich machen. Es ist kein Adventskalenderbuch im klassischen Sinne, denn es gilt nicht täglich ein Kapitel mit einer neuen Adventskalenderaufgabe zu lesen, denn Sarah stellt ihrer Schwester nicht täglich neue Aufgaben sondern in eher unregelmäßigen Abständen. So kann man ganz in seinem eigenen Tempo lesen, wobei es wirklich schwer fällt, das Buch auf die Seite zu legen, weil man unbedingt weiterlesen möchte. Nebenbei ist die skandinavische Adventsstimmung einfach wundervoll und man möchte eigentlich gar nicht, dass das Buch zum Ende kommt. Man darf hoffen, dass es eine Fortsetzung gibt, Stoff dafür gäbe es allemal!

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