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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2026

Atmosphärischer Serienauftakt mit Fokus auf den Charakteren

Vega Varg – Das Schweigen der Insel
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Mit Das Schweigen der Insel startet Åsa Hellberg ihre neue Krimi-Reihe um die Ermittlerin Vega Varg, deren beide Söhne ebenfalls bei der Polizei arbeiten.
Ein Mord auf der Insel Südkoster wird für Vega ...

Mit Das Schweigen der Insel startet Åsa Hellberg ihre neue Krimi-Reihe um die Ermittlerin Vega Varg, deren beide Söhne ebenfalls bei der Polizei arbeiten.
Ein Mord auf der Insel Südkoster wird für Vega schnell persönlich, da sie das Opfer kennt. Die Ermittlungen tauchen tief in die Vergangenheit der Beteiligten ein, wobei manche Verbindungen für mich nicht ganz nachvollziehbar waren.
Statt klassischer Dauerspannung steht hier das Familiendrama im Vordergrund: Die Figuren sind komplex und menschlich gezeichnet. Vega selbst ist keine Sympathieträgerin und trifft einige sehr zweifelhafte Entscheidungen, was sie aber umso interessanter macht.
Kurze Kapitel, wechselnde Perspektiven und die hervorragend beschriebene Naturkulisse sorgen für ein tolles Setting. Es gibt überraschende Wendungen und viele Verdächtige – wer allerdings einen echten Nervenkitzel sucht, könnte die Spannung etwas vermissen.

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Veröffentlicht am 27.07.2026

Genial mysteriös

Komm spielen
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"Komm spielen" von Linwood Barclay war mein erstes Buch des Autors – und hat mich bereits nach den ersten Kapiteln stark an meinen Lieblingsautor Stephen King erinnert. Das leicht Übernatürliche und Mysteriöse ...

"Komm spielen" von Linwood Barclay war mein erstes Buch des Autors – und hat mich bereits nach den ersten Kapiteln stark an meinen Lieblingsautor Stephen King erinnert. Das leicht Übernatürliche und Mysteriöse muss man natürlich mögen, aber für mich war es einfach großartig!
Die Geschichte baut sich gemächlich, aber stetig auf. Barclay erzählt nicht ganz so ausufernd wie King, nimmt sich aber die nötige Zeit, um Charaktere und Orte lebendig zu gestalten. Durch die schnellen Perspektiv- und Zeitwechsel fügt sich das Rätsel erstaunlich rasch zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.
Im Mittelpunkt stehen Annie, die nach einem beruflichen Desaster und dem Verlust ihres Mannes mit ihrem Sohn Charlie eine Auszeit auf dem Land sucht, und Edwin, der Modelleisenbahnen mit einer ganz besonderen Note verkauft. Vieles dreht sich um diese Züge und die Schicksale der Menschen, die damit spielen.
Mich hat die Story von der ersten Seite an gepackt – ein absoluter Page-Turner mit tollen Elementen aus Spannung, Mystery und leichtem Horror. Ich würde mich riesig freuen, wenn der Autor künftig öfter in diese Richtung schreibt!

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Veröffentlicht am 22.07.2026

Ein mitreißendes Sachbuch mit Roman-Charakter

Bakterien – die heimlichen Helden
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Peter Wohlleben schafft mit „Bakterien – die heimlichen Helden“ den Spagat zwischen fundiertem Wissen und bester Unterhaltung. Der Aufbau ist logisch strukturiert: Von der Entstehung der Bakterien arbeitet ...

Peter Wohlleben schafft mit „Bakterien – die heimlichen Helden“ den Spagat zwischen fundiertem Wissen und bester Unterhaltung. Der Aufbau ist logisch strukturiert: Von der Entstehung der Bakterien arbeitet man sich tiefer in die Materie ein, ohne von unverständlichem Fachjargon erschlagen zu werden.
Selbst wer bereits weiß, wie essenziell Bakterien für unser Leben sind, wird hier noch verblüfft werden. Der Bogen vom Detail zum großen Ganzen ist hervorragend geschlagen. Dank der kurzen Kapitel, des flüssigen Stils und einer Prise Humor liest sich das Buch im Nu. Schade ist nur, dass nicht noch etwas mehr Bild- oder Grafikmaterial eingebaut wurde – das hätte das Ganze perfekt abgerundet.
Dennoch: Ein fantastisches Werk, das auf jeden Fall bei mir wohnen bleibt und das ich jedem Neugierigen wärmstens empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 21.07.2026

Mysteriös und wunderschön

Aisha
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"Aisha" von Fajite ist "Ein Märchen von Mord und Liebe", der erste Band einer Reihe von Graphic Novels und er hat mich total umgehauen, im positiven Sinn.
Das Buch an sich ist schon total edel und hochwertig ...

"Aisha" von Fajite ist "Ein Märchen von Mord und Liebe", der erste Band einer Reihe von Graphic Novels und er hat mich total umgehauen, im positiven Sinn.
Das Buch an sich ist schon total edel und hochwertig gestaltet, ein fester Einband mit Golddruck, Lesebändchen und schweres, hochwertiges Papier.
Die Illustrationen sind schwarzweiß gehalten, einzelne Farbkarten liegen dem Buch bei.
Die Illustrationen sind so superschön, detailliert und so realistisch, als würde man Fotos betrachten, jede einzelne Seite ein kleines Kunstwerk.
Aber auch die Story hat es in sich, sie ist geheimnisvoll und düster und es gibt sehr viele Anspielungen und sogar Ausschnitte aus bekannten und weniger bekannten Märchen.
Aida und Aisha sind Zwillingsschwestern, die sehr früh ihre Mutter verloren haben und bei ihrem, sehr liebevollen und auch gut situiertem, Vater aufwachsen.
Aida ist eher extrovertiert, liebt schöne Kleider und Schmuck, Aisha ist eher eine in sich gekehrte Lesemaus, die gut für sich bleiben kann.
Alle Versuche mit einer neuen Stiefmutter lehnen sie ab, bis der Vater sie vor vollendete Tatsachen stellt. Er kommt als verheirateter Mann von einer Reise wieder, mit einer adligen Ehefrau und ihren drei Söhnen.
Mit den fünf so unterschiedlichen Kindern im Haus bleibt es natürlich nicht alles friedlich und in Harmonie, die Streiche werden härter und das Buch endet mit einem Cliffhanger, der Rache vermuten lässt.
Ich bin so begeistert von dieser Geschichte und ihrer Umsetzung, dass ich den Nachfolger kaum erwarten kann.

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Veröffentlicht am 18.07.2026

Wichtiges Thema

Mit anderen Augen
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„Mit anderen Augen“ von Jane Tara ist ein wunderbar einfühlsamer Roman über eine Frau in den besten Jahren, die nach und nach ihre Sichtbarkeit verliert. Es beginnt mit dem kleinen Finger, doch bald verschwindet ...

„Mit anderen Augen“ von Jane Tara ist ein wunderbar einfühlsamer Roman über eine Frau in den besten Jahren, die nach und nach ihre Sichtbarkeit verliert. Es beginnt mit dem kleinen Finger, doch bald verschwindet immer mehr von ihr. Die Diagnose der Ärztin: „Unsichtbarkeit“ – unheilbar. Auf der Suche nach Antworten wendet sich Tilda an eine Beraterin und schließt sich einer Selbsthilfegruppe an. Erst dort begreift sie die ganze Tragweite des Problems und merkt, wie viele Frauen davon betroffen sind – manche jünger, die meisten jedoch älter. Da ich mich selbst oft schon im Alltag unsichtbar gefühlt habe, hat mich die Prämisse dieses Buches sofort angesprochen.
Jane Tara schreibt locker, leicht und mit einer feinen Prise Humor. Immer wieder fließen Lebensweisheiten und philosophische Zwischentöne in die Handlung ein. Besonders Tilda hat es mir angetan: Sie ist humorvoll, selbstkritisch und herrlich ironisch, ihre Sicht auf die Welt ist absolut einnehmend. Der Roman bringt enorm viel mit: Er übt scharfe Gesellschaftskritik, lenkt den Blick auf die vielen ungesehenen Menschen um uns herum und zeigt Wege auf, wie man selbst aktiv werden kann, auch für andere. Hier bietet die Geschichte einige wirklich starke Szenen und Denkansätze.
Das Ende enttäuscht. Tilda verliebt sich in einen reichen, erfolgreichen Mann, und plötzlich scheint sich alles in Wohlgefallen aufzulösen. Es wirkte, als würde der Roman von einer tiefgründigen Gesellschaftskritik zu einem klassischen Selbstfindungstrip verflachen.

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