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Veröffentlicht am 16.06.2025

Warmherziger Roman voller Wunder

Der Garten der kleinen Wunder
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„Der Garten der kleinen Wunder“ ist ein leiser Roman voller Bilder von Blumen und fantasiereichen Tiere, voller Sommerzauber, Verständnis und Veränderung… Alles beginnt an einem Tag im Frühling als Toja, ...

„Der Garten der kleinen Wunder“ ist ein leiser Roman voller Bilder von Blumen und fantasiereichen Tiere, voller Sommerzauber, Verständnis und Veränderung… Alles beginnt an einem Tag im Frühling als Toja, die eigentlich Victoria heißt, am Gartenzaun die 14-jährige Vica entdeckt. Das Mädchen, dass ebenfalls Victoria heißt, erinnert sie an sich selbst als Kind… ein Mädchen, das sich oft falsch fühlt und das auf der Suche ist nach Stille und einem Ort, an dem sie so sein darf, wie sie ist. In dem alten, verwilderten Garten von Toja und Bär findet Vica nicht nur Verständnis, sondern auch ihren Platz, an dem sie sich entfalten und Kraft schöpfen kann… Und bald beginnt ein wunderbarer Sommer voller Veränderung, nicht nur für Vica, sondern auch für ihren Vater Florian und letztlich auch für Toja und Bär...

Es war mir ein Vergnügen diesen ruhigen Roman zu lesen. Die detaillierten, bildhaften Beschreibungen, die poetische Sprache malte farbenfrohe Bilder vor mein inneres Auge. In Toja und Vica habe ich mich selbst erkannt…Sie sind introvertierte Menschen, die die Stille lieben und die Ruhe brauchen, die aber in einer lauten, schnellen Welt oft Schwierigkeiten haben und nicht verstanden werden. Toja, fand als Jugendliche eher zufällig in Wille eine Frau, die tiefer blickte und ihr den Raum schenkte, den sie zu ihrer Entwicklung brauchte. Nun kann Toja für Vica diese Person sein, die sie versteht und bestärkt und ihr einen Ort der Stille schenkt.
Toja erzählt in der Ich-Form vom Heute, erinnert sich aber auch immer wieder an frühere Begebenheiten, an ihre Kindheit, die Stunden mit Wille und Bär… Durch ihre eigenen Erfahrungen kann Toja auch Vicas Vater gut erklären was in Vica vorgeht. So werden Beziehungen gestärkt, Freundschaft entsteht...

Der Roman nimmt den Leser mit in eine wunderbare Gartenzeit. Ich habe Toja und Vica, Bär und Florian gern begleitet, mich an ihren Erlebnissen erfreut. Das Buch hat mir entspannte Lesestunden geschenkt.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Zwei Frauen in schwierigen Zeiten…

Was wir für wahr gehalten haben
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Tennessee, 1969: Mattie Taylor hat nach den Tod ihres Zwillingsbruders Mark überstürzt und wütend die Heimat verlassen, doch nun holt sie ein Telegramm ihres Vaters zurück: die Mutter hat Krebs im Endstadium ...

Tennessee, 1969: Mattie Taylor hat nach den Tod ihres Zwillingsbruders Mark überstürzt und wütend die Heimat verlassen, doch nun holt sie ein Telegramm ihres Vaters zurück: die Mutter hat Krebs im Endstadium und braucht sie. Auf der heimischen Pferdefarm wird Mattie mit alten und neuen Gefühlen konfrontiert, die Atmosphäre ist angespannt, die Pflege der Mutter herausfordernd… und dann ist da noch eine kleine Truhe mit alten Briefen, die ein Geheimnis bergen…

Tennessee, 1942: als Avas Mann im Krieg getötet wird steht die junge Frau vor dem Nichts. Um nicht in Hoffnungslosigkeit und Trauer zu versinken, nimmt sie eine Stelle als Sekretärin im nahen Internierungslager an. Dort begegnet sie zufällig Gunther, einen jungen Medizinstudenten deutscher Herkunft. Als Ava ihn näher kennen lernt, merkt sie schnell, dass nicht alle Deutschen Feinde sind wie überall behauptet wird. Doch die leise Freundschaft zwischen Ava und Gunther ist nicht gern gesehen und bald muss Ava eine Entscheidung treffen, die ihr ganzes weiteres Leben beeinflusst….

Wow, was für eine emotionale Geschichte! Der neue Roman von Michelle Shocklee hat mich sofort gefesselt. Beide Zeitstränge erzählen jeweils in der Ich-Form aus Sicht der weiblichen Hauptprotagonisten. So lernt man Mattie und Ava sehr gut kennen, erfährt ihre Gedanken und Gefühle und Hoffnungen. Das Leben der zwei Frauen wird von Krieg überschattet, beide müssen mit Verlusten umgehen und Entscheidungen treffen. Der Zeitstrang, der 1942 beginnt, hat mich besonders berührt. Ava ist eine freundliche, fleißige, tapfere Frau, die sich den Herausforderungen stellt und auf ihr Herz hört. Ich bewundere ihren starken Glauben, ihre Hingabe, ihr Vertrauen… Berührt hat mich aber auch Gunthers Geschichte. Er, der nur in Frieden studieren wollte, wird von den Geschehnissen in der Welt überrollt und dennoch versucht er die Hoffnung nie zu verlieren…
Mit Mattie musste ich erst langsam „anfreunden“. Sie ist so voller Wut und Ablehnung und äußert immer wieder impulsiv und lautstark ihre Meinung. Doch je mehr ich las, je genauer ich Mattie kennen lernte, umso besser konnte ich nachvollziehen was sie bewegt… Und sie durchlebt im Laufe des Romans auch die größte Veränderung, kann ihre Meinung ändern, ihre Wut hinter sich lassen und Neues kann beginnen. Mit Nash hat sie dabei einen starken, treuen Freund an der Seite, der immer für sie da ist…

„Was wir für wahr gehalten haben“ ist ein emotionaler, tiefgreifender Roman über Verlust, Trauer, Wut, Vergebung und Neuanfänge. Der Roman lässt sich gut lesen, hat mich tief berührt und viele Emotionen geweckt. Gern empfehle ich das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Wunderschöner Irlandroman

Im Garten der Sehnsucht
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Im Garten der Sehnsucht ist ein ruhiger Roman. Der Leser begleitet Natalie auf einer Reise nach Irland, aber auch auf dem Weg aus der Trauer heraus in die Zukunft.
Mir hat das Buch schöne Lesestunden ...

Im Garten der Sehnsucht ist ein ruhiger Roman. Der Leser begleitet Natalie auf einer Reise nach Irland, aber auch auf dem Weg aus der Trauer heraus in die Zukunft.
Mir hat das Buch schöne Lesestunden geschenkt. Die Beschreibungen vom Cottagegarten am Meer, von Blumen und Pflanzen, aber auch von der schönen Natur an Irlands Westküste sind bildhaft und detailliert. Wie gern wäre ich mit Natalie dort bei Matty gewesen. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Besonders die stille Natalie, aber auch die lebhafte Matty und der zuverlässige Connor waren mir schnell sympathisch. Die Geschichte ist angenehm, ein tiefer Glaube zieht sich hindurch ohne aufdringlich zu sein.
Ich habe das Buch gern gelesen und empfehle es weiter.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Schönes Buch für Kinder zum Lesestart

Rut und ihre Geschichte mit Gott
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Das Buch „Rut und ihre Geschichte mit Gott“ gehört zur „Brillenbär-Reihe“. Darin wird die alttestamentliche Geschichte von Rut und ihrer Schwiegermutter Noomi erzählt. Die Sätze sind kurz und gut verständlich ...

Das Buch „Rut und ihre Geschichte mit Gott“ gehört zur „Brillenbär-Reihe“. Darin wird die alttestamentliche Geschichte von Rut und ihrer Schwiegermutter Noomi erzählt. Die Sätze sind kurz und gut verständlich und ein Teil der Nomen wird durch Bilder ersetzt. So können schon relativ kleine Kinder gemeinsam mit vorlesenden Erwachsenen „lesen“ und Leseanfänger bald allein die Geschichte lesend entdecken. Die Bilder im Text sind am Ende des Buches erklärt.
Sehr ansprechend sind die farbenfrohen und großflächigen Illustrationen auf jeder Buchseite. Da könnten Kinder viele Details entdecken.

Mir gefällt die Idee mit der Brillenbär-Reihe die Leselust von Kindern zu wecken sehr gut und ich finde die Gestaltung des Buches gelungen. Die Kinder können in Wort und Bild viel entdecken, die kurzen Sätze bringen bei Leseanfängern schnell Erfolg. Gut gefällt mir auch, dass in der Buchreihe biblische Geschichten erzählt werden. Allerdings bin ich in diesem Buch gleich im 1.Kapitel über den Text „gestolpert“. Dort wird erzählt, dass in Rut’s Heimat eine Hungersnot herrscht. In der Bibel (siehe Rut 1.1-5) steht aber, dass Noomi mit ihrem Mann und ihren Söhnen ins Land Moab zieht, weil in Israel eine Hungersnot herrscht. An dieser Stelle hätte ich mir im Kinderbuch eine bibeltreuere Nacherzählung gewünscht. So vergebe ich „nur“ 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Schöner Sommerroman

Meersüchtig verliebt
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Giulia lebt mit ihrer sechsjährigen Tochter Greta seit einem Jahr auf der kleinen Nordsee-Insel Nortrum. Während sie sich um ihren alten Nachbarn Igge kümmert, die Zeit mit ihrer Tochter und das Meer genießt, ...

Giulia lebt mit ihrer sechsjährigen Tochter Greta seit einem Jahr auf der kleinen Nordsee-Insel Nortrum. Während sie sich um ihren alten Nachbarn Igge kümmert, die Zeit mit ihrer Tochter und das Meer genießt, hofft sie, dass ihr Partner Flori endlich nachkommt. Doch der vertröstet sie und Greta immer wieder… Statt dessen meldet sich plötzlich Noah, der Mann, mit dem Giulia einen wunderbaren Sommer verbrachte. Als Noah dann sogar auf die Insel kommt, wirbelt das Giulias Leben kräftig durcheinander. Und sie muss sich entscheiden, ob sie es wagt Noah ihr Geheimnis anzuvertrauen oder ob sie schweigt und ihn gehen lässt….

„Meersüchtig verliebt“ ist ein schöner Sommerroman. Das Cover gefällt mir sehr gut, es weckt Sehnsucht nach dem Meer und passt gut zum Inhalt. Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut lesen, die Beschreibungen von Personen, Orten und Handlungen sind bildhaft und detailliert, die Charaktere gut ausgearbeitet. Im Roman geht es hauptsächlich um Giulia und ihre weitreichende Entscheidung vor einigen Jahren. Hat sie heute den Mut offen mit Noah darüber zu reden? Und wie wird er darauf reagieren? Es werden aber auch weitere Themen angesprochen: Frauenfreundschaft zwischen Offenheit und Vertrauen und Verschwiegenheit, der Umgang mit Demenz, veränderte Lebenspläne…
Ich habe den Roman gern gelesen, konnte mich aber nicht gut in Giulia einfühlen und bin so eher Zuschauer geblieben. Greta ist zauberhaft und auch Igge mochte ich gern. Insgesamt hat der Roman mich gut unterhalten.

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