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Veröffentlicht am 16.04.2021

Nicht mein Fall

The Story of a Love Song
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“The Story of a Lovesong” hat einen total irreführenden Titel, denn der englische Titel “Dirty Letters” hätte hier definitiv besser gepasst. Bekommt man doch ziemlich schnell genau das vorgesetzt und ich ...

“The Story of a Lovesong” hat einen total irreführenden Titel, denn der englische Titel “Dirty Letters” hätte hier definitiv besser gepasst. Bekommt man doch ziemlich schnell genau das vorgesetzt und ich muss gestehen: Ich hab schon lange nicht mehr so oft mit den Augen rollen müssen bei einer Geschichte.

Das Buch beginnt ja noch recht lustig. Luca, eine junge Schriftstellerin mit einer Angststörung vor Menschenmassen und zu kleinen Räumen wohnt mit ihrem Hausschwein Hortensia in einer beschaulichen Stadt. Ihr bester Freund ist ihr Therapeut, der schon sehr alt und ein wenig skurril, aber sympathisch rüber kommt, und großer Fan von Vögeln ist. Sein Hobby bindet er auch regelmäßig in ihre Therapiestunden mit ein, auch wenn die Tiere und das Beobachten solcher wohl eher seinem Vergnügen dient, als ihrer Therapie.

Luca hatte als Kind einen Brieffreund, dem sie 10 Jahre lang wirklich alles erzählt, bis zu diesem Tag der Veränderung. Ab da gab es einen jahrelangen Abbruch ihrer Schriftwechsel, bis Griffin das ganze doch nochmal in die Hand nahm und Luca mitteilen wollte, wie sch…e sie doch sei.

Ab hier kommen Spoiler. Wenn ihr die nicht lesen wollt, bitte weiter hüpfen zu den Lilien.

Natürlich wurmt sie dieser Brief und es kommt wie erwartet. Luca und Griffin nehmen wieder Kontakt auf. Ich habe mir nun gedacht, da kommt eine zarte Annäherung. Vertrauensvolle Briefe, Anbändelungen um sich wieder bekannt zu machen. Miteinander warm zu werden. Serviert bekommen, habe ich von “Es tut mir ja so leid. Ich bin so froh von dir zu hören”, über “Warum hast du mir nicht gleich alles erzählt” zu “Lass uns doch über unsere Sexfantasien schreiben” innerhalb von vielleicht fünf Seiten. Ich war geschockt. Vor allem welche seltsamen Ausmaße das annahm. Ich liebe ja auch mal gute Lacher und ab und zu musste ich auch in diesem Buch schmunzeln, aber das war so überzogen und schnelllebig, dass die Emotionalität total auf der Strecke blieb.

Die wichtigen Themen, wie die Angststörung oder das Rockstars überhaupt kein Privatleben mehr genießen können, gehen absolut unter. Der Verlauf ist so unglaublich darauf gepolt, dass sie plötzlich ein Paar sind, es zu sein haben quasi, das ich das dem Autorenduo einfach nicht abgenommen habe. Natürlich kennen sich die zwei schon seit der Kindheit und es wurde oft betont, dass sie sich sehr gut kennen und auch sehr offen miteinander umgehen. Aber dieser Sprung ist nicht nachvollziehbar und auch die Liebesbekundungen haben für mich keine Grundbasis. Mir fehlte es an Tiefgründigkeit und dafür wurde der Unterhaltungsfaktor viel zu groß geschrieben. Das nahm mir total die Authentizität in der Handlung.

Leider blieben auch die Nebencharaktere sehr blass und da es so viel um das Hauptpaar ging, gab es auch irgendwie keinen Platz für zum Beispiel Bandkollegen.

Leider war das nichts für mich. Ich war nach den ersten hundert Seiten, in denen ich noch Lachen konnte und mich amüsiert habe, nur noch genervt. Ich mein, es gab nicht einmal eine Aussprache, weil Griffin Luca von einem Privatdetektiv beschatten ließ, anstatt ihr einfach auch das Vertrauen zu schenken, was er blind von ihr haben wollte. Er ließ diesen sogar Fotos knipsen, nur weil er so unbedingt ein Bild von ihr haben wollte. Selbst konnte er für Luca aber nicht über seinen Schatten springen. Sie musste selbst raus finden, wer ihr Brieffreund Griffin denn nun ist. Aber Luca kommentierte das absolut nicht. Finde das nur ich mehr als fragwürdig? Es gab mehrere Situationen, in denen ich so gedacht habe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Tolles Setting

Die Clans von Tokito – Lotus und Tiger
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Erin, ein 17 – jähriges Mädchen wohnhaft mitten in der Metropole Tokito, hat kein leichtes Leben. Gerade hat sie wieder einmal ihren Job verloren und keine Aussicht auf Besserung. Als sie dann auch noch ...

Erin, ein 17 – jähriges Mädchen wohnhaft mitten in der Metropole Tokito, hat kein leichtes Leben. Gerade hat sie wieder einmal ihren Job verloren und keine Aussicht auf Besserung. Als sie dann auch noch kurz davor ist zu sterben, kommt der Deal mit einem Dämon gerade Recht – Erin bleibt auch keine andere Wahl. Die Diskussionen zwischen ihr und dem Dämon sind auch eins der Dinge, die mich oft zum Lachen gebracht haben. Sie arten immer wieder in total sarkastischen Dialogen aus. Jedenfalls ist Erin nun mit einem Wesen verbunden, das in ihrer Welt verpönt ist. Nur ihr Freund Mikko, der schon seit Kindertagen an ihrer Seite ist, nimmt es locker und steht natürlich an Erins Seite.

“Clans of Tokito” hat mehrere Sichtweisen. Die erste aus Erins. Der zweite Erzählstrang wird aus der Sicht von Rayenne erzählt – einer Freundin von Erin, und ihr Schicksal ist auch sehr hart. Der dritte Teil berichtet aus der Sicht des Phari Kiran, der eine Mordserie in Tokito untersucht und so etwas wie ein Gesetzeshüter darstellt. Letzterer hat auch kein einfaches Schicksal und vor allem mit seiner Pharikollegin ganz schön zu kämpfen manchmal.

Das japanisch angehauchte Setting hat Caroline Brinkmann unglaublich toll gestaltet. Lebhaft und detailliert beschrieben reißt sie uns mit in eine Welt voller Überraschungen und spannender Momente. Die Charaktere sind klasse und abwechslungsreich aufgebaut, sympathisch und liebenswert. Ich musste zwar etwas dran bleiben, da die Geschichte doch etwas komplex ist, aber es lohnt sich. Zu meinem kleinen Mininachteil gibt es nicht wirklich viel Liebe, da Erin und Mikko ja schon ein Paar sind, aber das Worldbuilding macht das sofort wieder wett.

Das Buch ist in sich abgeschlossen, ihr müsst also keinen bösen Cliffhanger erwarten, aber man könnte durchaus eine Fortsetzung dranhängen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Wir lieben es

Der Schöne-Träume-Laden. Wunderzauberhafte Gutenacht-Geschichten
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Anna Zauberhand führt mit ihren Freunden Mauselinchen und dem mürrischen TickTack den Schöne-Träume-Laden. Hier wird jedem geholfen, der Hilfe braucht. Ob einer Hummel, dessen Bauch zu kalt ist, dem Elfenjungen ...

Anna Zauberhand führt mit ihren Freunden Mauselinchen und dem mürrischen TickTack den Schöne-Träume-Laden. Hier wird jedem geholfen, der Hilfe braucht. Ob einer Hummel, dessen Bauch zu kalt ist, dem Elfenjungen Femo, der nicht mehr schlafen kann, weil der Wald so laut ist, oder Max, der Angst davor hat, dass seine Mama fortgeht. Für jedes Problem finden die drei eine Lösung, denn erholsamer, schöner Schlaf ist so wichtig um genauso tolle Tage erleben zu können und es ist traurig, wenn man nicht einschlafen kann vor lauter Sorgen.

Die kleinen Einschlafgeschichten mit meinen Kindern zu lesen macht richtig viel Spaß. Sie helfen nicht nur den blöden Albträume vorzubeugen, die kreativen Einschlaftipps bringen auch noch große Lacher mit sich und es ist einfach lustig, sie auszuprobieren.

Dazu kommen die wunderschönen Illustrationen, welche das Buch zu einem echten Hingucker machen und natürlich die liebevoll verpackten Messages zwischen den Zeilen. Angst treibt selbst uns Erwachsene oft in den Wahnsinn und dieses Buch schafft abends eine so wundervolle Atmosphäre, dass Kinder mit einem Lächeln im Gesicht ins Bettchen geht. Selbst mir erwärmten die Bilder auf jeder Seite das Herz und ließen der Fantasie viel Raum.

Sandra Grimm hat 22 bunte, liebevoll gestaltete Geschichten erschaffen, die jedes Herz höher schlagen lassen. Jede Gute-Nacht-Geschichte hat die perfekte Länge und ist geeignet um sie abends vorzulesen. Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen, da die Wortwahl kindgerecht ausgedrückt ist.

Ich liebe dieses Buch und wünschte mir glatt auch so einen Laden führen zu dürfen. Wir sind restlos begeistert und werden “Der Schöne-Träume-Laden” sicher noch öfters zur Hand nehmen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Bezaubernd

Maxi von Phlip (1). Vorsicht, Wunschfee!
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Maximeralda Feodora Dilara Nima von Phlip, oder einfach Maxi ist eine Fee mit Flaschenarrest. Als Paula sie in einer alten Flasche findet, kann sie es erst gar nicht glauben. Die kleine Wunschfee mit den ...

Maximeralda Feodora Dilara Nima von Phlip, oder einfach Maxi ist eine Fee mit Flaschenarrest. Als Paula sie in einer alten Flasche findet, kann sie es erst gar nicht glauben. Die kleine Wunschfee mit den roten Locken hat die Regeln ein paar Mal zu oft missachtet und sitzt nun eine Strafe ab. Erst wenn sie ein paar gute Taten für Paula vollbringt, erhält sie ihre vollen Zauberkräfte zurück. Eine coole Sache denkt sich Paula, ich meine jeder kann eine Wunschfee gut gebrauchen, doch eine Wunschfee, die gute Taten selbst auslegt, ist eher ein Chaos und so wird das Leben der kleinen Paula gehörig auf den Kopf gestellt. rez

“Maxi von Phlip” war unser erstes Buch von Anna Ruhe. Ich liebe ja Feengeschichten und ich liebe so bunte Illustrationen. Das Buch hatte also schon hohe Erwartungen zu erfüllen bevor es überhaupt ankam, aber ich kann mit Recht sagen, dass wir total begeistert waren. Dieses Buch ist ein feenstarkes Abenteuer voller Spannung, Witz und Magie für Erwachsene genauso wie für Kinder. Die Geschichte macht einfach nur super gute Laune und behandelt zugleich wichtige Themen und Werte wie Freundschaft, Mut, Hilfsbereitschaft und Vertrauen.

Absolut der Hammer sind auch diese riesigen, farbenfrohen Illustrationen. Man schlägt das Buch auf und ist schon voller Vorfreude auf die Geschichte. Sie endet zwar übrigens nicht mit einem Cliffhanger, ist aber so offen, dass man einen zweiten Band sicherlich erwarten kann und wir wollen unbedingt mehr.

Maxi ist übrigens eine richtig kleine Chaotin. Sie bringt Paula ganz schön in die Bredouille, weil diese als einzige die kleine Wunschfee sehen kann und auch niemanden von ihr erzählen darf. Jetzt stellt euch mal vor, wie die Klasse Paula anschaut, wenn sie Maxis Plappermäulchen befriedigen muss. Es ist auf jeden Fall echt witzig mit anzusehen. Trotzdem schafft es Anna Ruhe diese Situationen mit Feingefühl zu lösen. Es gibt keine unschönen, bedrückenden Momente oder dergleichen.

Der Schreibstil ist für 7 -Jährige vielleicht noch ein wenig fordernd, für geübte Leser ist das allerdings kein Problem und als Vorleser hat man natürlich richtig viel Spaß. Meine kleine Lesemaustochter mit knapp 6 Jahren hat es auf jeden Fall gut verstanden und wir haben viel gelacht.

Ich kann es gar nicht erwarten, dass der nächste Band raus kommt und wir erfahren, wie es weiter geht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.04.2021

Leider war ich 😞

Falscher Weg, richtiges Ziel
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Der letzte im Bund bekommt gefühlt auch die schwierigste Frau…

Als ich mit den Bourbon Street Boys anfing, war es amüsant Charaktere kennen zu lernen, die völlig untypisch reagieren. Im 4. Band nimmt ...

Der letzte im Bund bekommt gefühlt auch die schwierigste Frau…

Als ich mit den Bourbon Street Boys anfing, war es amüsant Charaktere kennen zu lernen, die völlig untypisch reagieren. Im 4. Band nimmt das aber so skurrile Ausmaße an, dass ich mich manchmal gefragt habe, was hier schief läuft. Ich muss einen Vergleich ziehen, der zunächst etwas böse klingt, aber nicht grundlegend so gemeint ist. Kennt ihr das, wenn man etwas einfach anstarren muss, obwohl es ganz ganz übel aussieht? Wie bei einem Unfall? Du bist so unter Schock was da passiert, dass du nicht weg schauen kannst. Leider ging es mir hier ähnlich, was nicht durchweg schlecht ist, aber schwer zu erklären.

Versteht mich nicht falsch. Elle Casey hat einfach eine tolle Schreibweise – daher die drei Lilien – und deswegen habe ich weiterlesen müssen. Sie beschreibt die Lage von Tamika echt gut und ich konnte ihre Unsicherheit und Verzweiflung echt nach empfinden. Auf der anderen Seite ist der ganze Hergang einfach nur seltsam. Ich kann mir einfach- auch wenn es das öfters geben soll – nicht vorstellen, wie man nicht bemerken kann – oder will – , dass man schwanger ist. Der ganze Anfang war schon dermaßen drüber, dass ich schwer klar kam. Dann noch der ganze Plot mit den Russen und der Mafia… das war echt ungewohnt, weil ich null einschätzen konnte, was da wirklich authentisch ist und was einfach nur aus der Luft gegriffen.

Zugute halte ich dem Buch die verrückten Mitglieder der Sicherheitsfirma, allen voran Thibault. Er ist verdammt einfühlsam, lässt sich jedoch nicht herum schubsen und bietet Mika irgendwann nach zich Wiederholungen ihrer Zweifel dann auch mal die Stirn. Sein Herz ist ganz schön groß und leider muss ich gestehen, dass ich es nicht so ganz nachfühlen konnte, warum er mehr für diese seltsame Frau empfindet, aber: Er hat es authentisch rüber gebracht.

Ich bin nicht so wirklich überzeugt und hatte meine Probleme mit dem Buch. Es gibt gute Momente, liebevolle und auch ein paar witzige. Die Spannung wird ziemlich hoch getrieben und das Ende hat mich etwas überrascht, aber das war es für mich dann auch schon.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere