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Veröffentlicht am 09.09.2025

Ein berührender Roman über Glaube, Mut und Zusammenhalt im Dresden der 30er Jahre – voller Hoffnung trotz Gefahr und Propaganda

Uns führt der Mut
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Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte um die Otto Kaiser AG mitten ins Herz getroffen. Man taucht nicht nur in das Dresden der 30er Jahre ein, sondern auch in die Welt einer Familie, die trotz ...

Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte um die Otto Kaiser AG mitten ins Herz getroffen. Man taucht nicht nur in das Dresden der 30er Jahre ein, sondern auch in die Welt einer Familie, die trotz wirtschaftlicher Not und politischer Bedrohung versucht, ihre Würde zu bewahren. Was mich besonders berührt hat: wie stark der Glaube in diesem Buch eine Rolle spielt – nicht aufdringlich, sondern wie ein unsichtbarer Halt, der durch jede Szene hindurchschimmert.

Die Figur des Max Dietrich ist für mich das Herzstück der Geschichte. Obwohl er arbeitslos und vom Leben gezeichnet ist, strahlt er eine unglaubliche Lebensfreude und Zuversicht aus. Sein Vertrauen in Gott, seine fröhliche Art und seine Offenheit stecken an – nicht nur die anderen Figuren, sondern auch mich als Leserin. Gerade weil er mit seiner Hilfsbereitschaft oft in Schwierigkeiten gerät, wirkt er so echt, so menschlich. Man spürt, dass sein Glaube nicht bloße Worte sind, sondern gelebte Überzeugung, die ihn in jeder Entscheidung begleitet.

Auch die Familie Kaiser selbst hat mich bewegt: ihre inneren Konflikte, die Eifersucht, die Missverständnisse – all das macht sie greifbar. Besonders Emma, die jüngste Tochter, ist mir ans Herz gewachsen. Sie steht zwischen Pflicht und Gefühl, zwischen einem Verehrer, der Sicherheit verspricht, und ihrem eigenen Herzen. Ihr Ringen ist so nachvollziehbar, dass man beim Lesen regelrecht mit ihr mitfiebert.

Was ich sehr schätze: Der Roman zeigt nicht nur, wie zerstörerisch Propaganda wirken kann, sondern setzt auch ein starkes Gegengewicht. Die Freundschaft zwischen Emma und ihrer jüdischen Schwägerin Elisabeth ist ein leuchtendes Beispiel dafür, dass Vertrauen und Glaube stärker sind als Hass und Hetze.

Am Ende bleibt für mich das Gefühl, eine Geschichte gelesen zu haben, die Mut macht – auch für heute. Ein Buch, das zeigt, wie wichtig es ist, am Glauben festzuhalten, selbst wenn die Welt um einen herum ins Wanken gerät. Ich kann es kaum erwarten, den zweiten Teil in die Hand zu nehmen.

Ein berührender Roman über Glaube, Mut und Zusammenhalt im Dresden der 30er Jahre – voller Hoffnung trotz Gefahr und Propaganda.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Eine ergreifende Südstaatengeschichte mit Tiefgang

Wer sein Herz riskiert
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Dieses Buch, basierend auf wahren Begebenheiten, verbindet auf eindrucksvolle Weise historische Fakten mit einer tiefgründigen Erzählung voller Gefühl, Glaube und Hoffnung – eingebettet in das atmosphärische ...

Dieses Buch, basierend auf wahren Begebenheiten, verbindet auf eindrucksvolle Weise historische Fakten mit einer tiefgründigen Erzählung voller Gefühl, Glaube und Hoffnung – eingebettet in das atmosphärische Flair der amerikanischen Südstaaten.

Nach einem tragischen Zugunglück steht Alexandra Jamison vor den Trümmern ihres bisherigen Lebens. Statt sich den Erwartungen ihrer wohlhabenden Familie zu fügen, schlägt sie einen mutigen Weg ein und beginnt als Lehrerin an der Fisk-Universität, wo sie ehemalige Sklaven unterrichtet. Sie begegnet immer wieder dem Eisenbahnbesitzer Sylas Rutledge, dessen Stiefvater in das Unglück verwickelt war – eine Begegnung voller innerer Zerrissenheit, aber auch wachsender gegenseitiger Achtung.

Die Geschichte erzählt nicht nur von Verlust, sondern auch von persönlichem Wachstum, Vergebung und Gottes Führung. Beide Hauptfiguren sind auf der Suche – nach Wahrheit, Versöhnung und einem Platz im Leben. Dabei zeigt sich: Nicht alles ist planbar, aber manches führt gerade durch Umwege zum Ziel.

Besonders beeindruckend ist die authentische Einbettung historischer Elemente: das Zugunglück, der Fisk-Universität, die berühmten Jubilee Singers, Persönlichkeiten der Zeit und die Belle Meade Plantage verleihen der Handlung große Tiefe.

Die Charaktere sind vielschichtig und glaubwürdig, das Zusammenspiel aus Tragik, Humor und geistigem Wachstum macht das Buch zu einem bewegenden Leseerlebnis. Vor allem die innere Entwicklung Alexandras und Sylas’ sowie der solidarische Zusammenhalt unter den Lehrkräften und Schülern haben mich nachhaltig berührt.

Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern inspiriert. Für alle, die Südstaaten-Romane mit historischem Hintergrund und emotionaler Tiefe lieben – eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Licht im Dunkel: Ein Roman über Schuld, Hoffnung und Gottes Gnade

Erinnerungen aus Glas
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Dieser Roman hat mich sehr bewegt. In zwei Zeitebenen wird nicht nur das Schicksal mutiger Menschen erzählt, die während des Zweiten Weltkriegs in Holland jüdischen Kindern zur Flucht verhalfen, sondern ...

Dieser Roman hat mich sehr bewegt. In zwei Zeitebenen wird nicht nur das Schicksal mutiger Menschen erzählt, die während des Zweiten Weltkriegs in Holland jüdischen Kindern zur Flucht verhalfen, sondern auch die erschütternde Wahrheit, dass Angst und Selbsterhaltungstrieb sie gleichzeitig zu Verrat an ihren Landsleuten führten. Besonders schockierend war für mich die Erkenntnis, dass sogar Juden für die Deportation anderer Juden verantwortlich gemacht wurden – ein Fakt, den die Autorin durch Augenzeugenberichte und Dokumente eindrucksvoll belegt.

Die Handlung um Eliese, Josie und Samuel macht das Leid und die innere Zerrissenheit jener Zeit greifbar. Und doch führt die Autorin ihre Leser über die Grausamkeiten hinaus in eine Ebene, die tiefer reicht: den Blick auf Gottes Handeln. Während Hass, Angst und Misstrauen herrschen, bleibt Er der Einzige, der treu ist. In Ihm liegt die Hoffnung, dass aus den dunkelsten Trümmern neues Leben wächst.

Gerade in der Geschichte von Ava Drake, die Jahrzehnte später die Geheimnisse ihrer Familie entdeckt, wird deutlich, wie Schuld und Verstrickungen Generationen prägen können. Doch über allem steht die Botschaft, dass es Vergebung gibt. Der Roman erinnert daran, dass Jesus Christus derjenige ist, der zersplitterte Leben wieder zusammenfügt, wie ein Mosaik aus Glas, das in Seinem Licht neu erstrahlt.

Für mich ist dies nicht nur ein historischer Roman, sondern auch ein Zeugnis für Gottes souveräne Führung: dass Seine Liebe größer ist als menschliche Schuld, dass Seine Gnade tiefer reicht als unsere Verzweiflung und dass Versöhnung selbst dort möglich ist, wo wir es uns kaum vorstellen können.

Dieser Roman fordert Aufmerksamkeit und Zeit – aber er schenkt auch Hoffnung und Glauben. Er bewahrt die Erinnerung, ruft zur Menschlichkeit auf und macht Mut, sich an Gottes Zusagen festzuhalten.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Über Vergebung, Freundschaft und wahre Gefühle

Versprich mir, dass du tanzt
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Dani Atkins Roman wirft große Fragen auf: Wie oft schenkt uns das Leben eine zweite Chance? Kann man sein Herz zwei Menschen gleichzeitig schenken? Lilys Verlust, die letzte Bitte ihres Mannes Adam und ...

Dani Atkins Roman wirft große Fragen auf: Wie oft schenkt uns das Leben eine zweite Chance? Kann man sein Herz zwei Menschen gleichzeitig schenken? Lilys Verlust, die letzte Bitte ihres Mannes Adam und die Begegnung mit Jugendfreund Josh sind voller Emotionen und Konflikte.

Besonders berührend fand ich die Rückblicke, die zeigen, wie tief Lilys Verbindung sowohl zu Adam als auch zu Josh reicht. Dabei versteht es die Autorin meisterhaft, beide Männer sympathisch und liebevoll zu zeichnen, dass man sich selbst kaum entscheiden kann, wem man sein Herz schenken würde. Adam wirkt fürsorglich und voller Hingabe, Josh dagegen vorsichtig und zurückhaltend, geprägt von seiner schwierigen Kindheit – und doch erkennt man schnell die Tiefe seiner Gefühle, auch wenn man immer wieder schreien will, weil er sich sooft gegen seine Gefühle sperrt.


Die Geschichte ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch eine Zeit des Vergebens und der Einsicht. Sie zeigt, wie schwer es sein kann, loszulassen, alte Wunden zu heilen und gleichzeitig offen für neue Wege zu sein. Je mehr man über die Geheimnisse und Entscheidungen der Figuren erfährt, desto deutlicher wird, wie schwer es ist, den richtigen Weg zwischen Pflicht, Loyalität und echter Liebe zu finden. Atkins bringt mich dazu, mitzufühlen, mitzufiebern und oft auch mit einem Kloß im Hals innezuhalten.


Zwar empfand ich manche Wendungen als etwas zu schnell gelöst, es waren mir auch insgesamt etwas zu viele Lügen, auf denen alles aufgebaut war und auch so manche Ausdrücke oder Andeutungen hätten nicht sein müssen. Etwas weniger Dramatik und Tanz um den heißen Brei wäre vielleicht erträglicher gewesen, um es als Genussbuch ausklingen zu lassen, aber dennoch schafft es die Autorin die Leser auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitzunehmen.

Der Titel erschließt sich mir bei der Handlung und bei dem doch eher fröhlich gestalteten Cover nicht ganz, da man eher mit einem traurigen, teils deprimierenden Thema rechnen muss.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Glaubensspuren zwischen Vergangenheit und Gegenwart – ein Roman voller Trost, Vergebung und Hoffnung

Das Tagebuch von Longdale Manor
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Dieses Werk ist weit mehr als ein historischer Roman – es ist ein tiefgründiges Glaubenszeugnis, das die Leser nicht unberührt lässt. Mit großer Sensibilität verbindet die Autorin die Geschichten zweier ...

Dieses Werk ist weit mehr als ein historischer Roman – es ist ein tiefgründiges Glaubenszeugnis, das die Leser nicht unberührt lässt. Mit großer Sensibilität verbindet die Autorin die Geschichten zweier Epochen: 1912, als Charlotte Harper ihre Erfahrungen und seelischen Konflikte in einem Tagebuch niederschreibt, und 2012, als die Kunsthistorikerin Gwen Morris nach Longdale Manor reist, wo sie neben der Aufzeichnung von wertvollen Antiquitäten auch Wegweiser für ihren eigenen Glauben entdeckt.

Diese gut gelungene Verflechtung von Vergangenheit und Gegenwart macht den Reiz des Romans aus und führt den Leser mitten hinein in die Fragen von Schuld, Vergebung und Neuanfang.

Besonders eindrucksvoll ist, wie authentisch die Glaubensdimension im Roman gezeichnet wird. Die Figuren sind keine makellosen Helden, sondern Menschen mit Zweifeln, Verletzungen und seelischen Narben. Gerade dadurch wirken ihre Begegnungen mit Gottes Liebe umso glaubwürdiger. Wer selbst schon Zeiten der Entmutigung oder des Zweifels durchlebt hat, wird sich wiederfinden in den inneren Kämpfen und in der Sehnsucht nach Frieden. Vorbilder im Vertrauen auf Gott treten in entscheidenden Momenten auf – nicht belehrend, sondern in schlichter, gelebter Glaubenshaltung.

Dieses unaufdringliche, aber kraftvolle Zeugnis macht die Botschaft des Romans so nachhaltig: Gott begegnet uns auch in Schwachheit, er schenkt Trost, Hoffnung und einen neuen Blick für die Zukunft.

Dass Vergebung nicht nur ein theologisches Konzept bleibt, sondern konkrete Lebensgeschichten heil machen kann, zeigt die Autorin auf bewegende Weise. Die Entwicklung der Figuren macht Mut, selbst Schritte der Versöhnung zu wagen. So entsteht ein literarisches Mosaik, das historische Tiefe mit geistlicher Wahrheit vereint.

Besonders gelungen ist die behutsame Verflechtung sich entwickelnder Freundschaften und zarter Romanzen, die der Handlung Tiefe verleihen – ehrlich, respektvoll und frei von jeder Vorhersehbarkeit oder übertriebener Sentimentalität.

Ein Roman, der Herz und Glauben gleichermaßen anspricht und deshalb zu Recht mit dem Carol Award ausgezeichnet wurde.

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