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Veröffentlicht am 11.08.2023

eine unterhaltsame Recherchereise und der Reise zu sich selbst

Die Bücherjägerin
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Eher durch Zufall habe ich dieses Hörbuch entdeckt und beim Reinhören in die Geschichte war ich sofort mittendrin. Es ist eine ungewöhnliche Geschichte einer jungen Frau mit leicht autistischen Zügen namens ...

Eher durch Zufall habe ich dieses Hörbuch entdeckt und beim Reinhören in die Geschichte war ich sofort mittendrin. Es ist eine ungewöhnliche Geschichte einer jungen Frau mit leicht autistischen Zügen namens Sarah – unbedarft, mit äußerst trockenem Humor, aber absolut gutmütig, weshalb man trotz der direkten Art, mit der sie Dinge beim Namen nennt, ohne sie zu beschönigen oder darauf zu achten, welche Wirkung sie haben könnten, einfach schmunzeln muss. Wenn ihr die Welt wieder zu laut, zu erdrückend, zu viel ist, zieht sie sich in ihre eigene Welt der Bücher zurück - lesen, Bücher-, Kartensammeln und restaurieren, um aufkommende Panikattacken zu bekämpfen.

Mit ihrer Schwester Milena ist sie in jungen Jahren als Waise zu ihrer Tante Amalia gekommen, die sie liebevoll umsorgt und in ihre Welt der Bücher mitgenommen hat. Doch als diese plötzlich stirbt, ist auf einmal alles anders. Mit dem geduldigen, attraktiven Bibliothekar Benjamin von der British Library, den beiden Schildkröten Bonnie und Clyde begibt sich Sarah auf eine spannende Recherchereise nach einem fehlenden Segment der berühmten Tabula Peutingeriana, einer antiken Karte des römischen Straßennetzes, mit der ihre Tante bereits beschäftigt war.

Humorvoll mit vielen erstaunlichen Entdeckungen geht die Reise nach Frankreich und England. Und während sie all die Geheimnisse Stück für Stück ans Licht bringen, wird man durch verschiedene Rückblicke und Erinnerungen in die Vergangenheit der beiden Schwestern mitgenommen und lernt mehr über die familiären Verhältnisse, die schwierige Schulzeit, den Verlust der Eltern und die gemeinsame Zeit bei Tante Amalia und wie es beide Schwestern geprägt hat. Sarahs besondere Sicht auf vielerlei Abläufe und Geschehnisse haben mich erstaunt, nachdenklich gestimmt und auf besondere Weise gezeigt, wie vielfältig und bunt die Welt um uns herum ist und wie unterschiedlich es im Auge des Betrachters ist.

Der Schreibstil ist leicht und doch etwas anders, teils blumig und poetisch, passt aber erstaunlich gut zu dieser Geschichte.

Manches ist zeitweise umfangreicher und detailliert ausgeschmückt, was einige Passagen etwas in die Länge gezogen hat. Die verwendete Gendersprache hat mich persönlich etwas gestört, weil sie einfach in diesem leichten, lockeren Schreibstil sehr holprig klingt.

Der Sprecherin konnte man durch die angenehme, etwas rauchige Tonlage gut zuhören und gerade Sarah hat sie eine ganz spezielle Note gegeben.

Unerwartet, überraschend und gut recherchiert mit einer tollen Prise britischem Humor, einer etwas schrägen aber liebenswerten Protagonistin, einem treuherzigen, verständnisvollen Bibliothekar und einer Tante, die voller Überraschungen und Geheimnisse steckt, aber für mich eine ganz starke Persönlichkeit darstellte, die so viel Tiefgang in das Buch gebracht hat.

Ein ereignisreicher Trip, der das Leben aller auf den Kopf stellt und gleichzeitig eine Reise zu sich selbst ist. Mal etwas völlig anderes, abwechslungsreich, mit unerwarteten Wendungen und ein Ende, dass mich schmunzeln ließ.

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Veröffentlicht am 10.08.2023

das große emotionale Finale der Brightlead Saga

Die Töchter von Gestüt Brightlead – Neue Hoffnung
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Das große Finale des Brightlead Gestüts und da steckt nochmal alles an Familiengeheimnissen, Intrigen, Verwicklungen und der großartigen Pferdezucht drin. Mit jedem weiteren Teil erhält man Einblick in ...

Das große Finale des Brightlead Gestüts und da steckt nochmal alles an Familiengeheimnissen, Intrigen, Verwicklungen und der großartigen Pferdezucht drin. Mit jedem weiteren Teil erhält man Einblick in die nächste Generation der Livseys und deren weiterer Verwandtschaft.


Die Pferdezucht ist mehr oder weniger zum Erliegen gekommen, da der jetzige Lord Livsey Banker ist und das Gestüt etwas in die Jahre gekommen ist. Seine Mutter, Lady Amelie lebt mittlerweile mit ihrer Demenz in der Vergangenheit und so ist die erste Begegnung mit der jungen amerikanischen Studentin Sienna Widmore ziemlich verwirrend. Doch um die alte Dame nicht zu beunruhigen, spielen sie das Spiel mit, bis sie durch die zufällige Entdeckung von Tagebüchern nach und nach auf viele überraschende Geheimnisse und Verbindungen treffen, die das Leben aller Familienmitglieder auf den Kopf stellt.


Sienna ist eine sehr sympathische, tierliebe, rücksichtsvolle junge Frau, die es unter dem Gehabe der englischen Elite nicht leicht hat, sich zu etablieren und Fuß zu fassen. Ihre Verbindung zu einem besonderen Pferd ist wundervoll beschrieben und macht die Geschichte dadurch noch spannender, denn auch um das Pferd gibt es so manches aufzudecken.


Bis auf die gehäuften Rechtschreibfehler hat mir dieser Abschluss der Reihe gut gefallen, die Liebesgeschichte ist auch passend integriert, teilweise ein klein wenig spicy.
Ich brauchte ein wenig, um mit den ganzen Namen und Verwandtschaftsverhältnissen zurechtzukommen, aber man je weiter man liest, desto verständlicher wird es.


Der Schreibstil ist gefühlvoll, aus der Sicht von Sienna beschrieben und bietet einen unterhaltsamen Pferderoman mit ordentlich Zickenalarm, Familiendrama und Romantik. Wer diese Kombi mag, kommt hier voll auf seine Kosten.


Es ist insgesamt zwar etwas vorhersehbar und auch nichts überraschendes, aber dennoch gute Unterhaltung für zwischendurch und ein würdiger Abschluss der Reihe mit einem tollen Finale und einem berührenden Abschluss.

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Veröffentlicht am 09.08.2023

Finale der Cherry Hill Reihe - Poppys Geschichte

A Place to Shine
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Nun heißt es schon Abschied nehmen vom kleinen, gemütlichen Örtchen Palisade, den liebenswerten Bewohnern und der Cherry Hill Farm in Colorado.

Poppys ganz persönliche Geschichte – Poppy, deren Name ein ...

Nun heißt es schon Abschied nehmen vom kleinen, gemütlichen Örtchen Palisade, den liebenswerten Bewohnern und der Cherry Hill Farm in Colorado.

Poppys ganz persönliche Geschichte – Poppy, deren Name ein Symbol für die Liebe ist und die man aus den bisherigen Teilen schon als aufmerksam, emotional, teilweise aber auch etwas stur und impulsiv kennt. Poppy, die ganz besonders unter dem Tod ihres Vaters leidet und sich mit Veränderungen schwertut und Angst hat, damit ihren Dad zu vergessen.

Ihr erneutes Aufeinandertreffen mit dem Countrysänger Trace ist überraschend und die Umstände zwingen sie, sich auf einen Deal einzulassen, weil die Medien völlig verrücktspielen. Obwohl Funken sprühen sollten, stehen verletzte Gefühle zwischen ihnen, da Poppys Vertrauen nach dem, was Trace vor fünf Jahren getan hat, kaputt gegangen ist. Jetzt stehen sie vor der Herausforderung, so zu tun, als wären sie verliebt.

Während Poppy ihre Geschichte selbst erzählt, erfährt man in einigen Rückblenden mehr über das, was sie damals so zerrissen hat. Dadurch wirkt es viel intensiver, obwohl ich mich zwischendurch gefragt habe, warum das so schlimm für sie war. Denn dadurch gerät auch die Stimmung in ihrer Familie in Schieflage und sowohl ihre Schwestern als auch ihre Mom sind von ihrem sogenannten Deal eh nicht begeistert.

Ein Auf und Ab der Gefühle, viele Missverständnisse und ein kleines bisschen Dramaqueen und Sturkopf. Ich war zeitweise von Poppys Denkweise und ihren Gefühlsausbrüchen ziemlich überrascht, konnte sie auch leider nicht immer nachvollziehen, was es für mich etwas schwer gemacht hat, in die Geschichte einzutauchen. Trace tat mir zeitweise wirklich leid. Seine Versuche, alles aufzuklären waren einfach rührend und seine Songtexte sind so klasse.

Obwohl ich das Flair, die Eindrücke, das Feeling und den Schreibstil sehr mochte, war es für mich die schwächste Geschichte von allen, irgendwie habe ich mir mehr erhofft und war doch etwas enttäuscht, wie alles verlaufen ist, alles war irgendwo etwas absehbar.

Das Ende war niedlich und hat die ganze Reihe süß abgeschlossen, aber das gewisse Etwas fehlte mir hier.
Insgesamt ist die Reihe wirklich lesenswert, die Charaktere gefielen mir alle auf ihre Weise und haben dazu beigetragen, dass Cherry Hill in schöner Erinnerung bleibt und der Ausflug dorthin ein Genuss war.

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Absolutes Herzensbuch und Jahreshighlight -emotional, tiefgründig, mitreißend

Die verschwiegenen Jahre
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Also gleich vorweg – dieses Buch gehört zu meinen absoluten Jahreshighlights.

Unglaublich, was das Buch mit einem macht. Ich habe Seite um Seite verschlungen, unendlich viele Tränen vergossen, aber das ...

Also gleich vorweg – dieses Buch gehört zu meinen absoluten Jahreshighlights.

Unglaublich, was das Buch mit einem macht. Ich habe Seite um Seite verschlungen, unendlich viele Tränen vergossen, aber das waren sie mir wert. Denn das Buch ist so viel mehr als das Aufarbeiten von deutscher Geschichte und der Frage nach dem Warum. Der Titel dazu ist genial gewählt.

Die Autorin versteht es mit einer besonderen Art, einen von Anfang an mit in die Geschichte zu nehmen, die Atmosphäre zu spüren und sämtliche Emotionen auszulösen, die es nur gibt. Mich hat selten ein Buch so mitgerissen und gefangen gehalten wie dieses.

Inhaltlich ist das Buch in zwei Zeitebenen unterteilt. Während Hannah Sterling versucht, mehr über die Vergangenheit ihrer verstorbenen Mutter Lieselotte herauszufinden und durch den Nachlass auf eine Reise zu ihrem Großvater nach Deutschland fliegt, wird nebenbei aus Sicht von Lieselotte berichtet, was sich zur Zeit des zweiten Weltkriegs in ihrem Elternhaus abspielte und welche Geheimnisse und Abgründe sich hier auftun.

Die zeitlichen Wechsel sind toll aufeinander abgestimmt, durch die Überschriften weiß man, ob Hannah oder Lieselotte erzählen und je mehr Hannah aufdeckt und man die Hintergründe Lieselottes kennenlernt, desto mehr Verständnis erhält man für das distanzierte Verhalten der Mutter.
Es geht hier nicht einfach nur um das Thema Vergeben und Vergessen, denn das ist bei solch einer Grausamkeit während der Judenverfolgung und dem, was manche Personen angetrieben hat gar nicht möglich. Man spürt einerseits ihre Zerrissenheit bei der Frage, warum das Verhältnis zu den Eltern zu abgekühlt war, aber zusätzlich noch, wie Enttäuschung, Wut und Hass auftreten, je mehr sie über die Vergangenheit ihrer Familie aufdeckt.

Gerade Frau Kirchmann ist eine absolute Glaubensfrau, selbstlos, hilfsbereit. All das, was sie für Lieselotte tut und sie im Glauben bestärkt, obwohl das junge Mädchen so sehr an Gott und seinem Interesse an den Menschen zweifelt, hat mich sehr berührt und mich etliche Tränen gekostet.
Ich habe diesen Mut, diese Geduld, dieses Ertragen und die vielen absolut passenden Bibelzitate, die sie trotz eigenem Leid verwendet hat, so bewundert.

Mein Mann hat mich irgendwann angeschaut und mich gefragt, wann mich ein Buch das letzte Mal so sehr berührt hat, dass ich so geschluchzt habe, und ich konnte ihm keine spontane Antwort geben. Ich habe schon etliche Bücher aus dieser Zeit gelesen, aber das hier war ganz speziell. Ich konnte das Buch nicht weglegen, ich habe jede Sekunde mit beiden Frauen so mitgefühlt, als wenn man direkt mittendrin ist.
Der Spannungsbogen ist so hoch und mit jeder Sekunde, die man mehr eintauchte, hat man gehofft und geahnt und wollte es doch nicht wahrhaben. Es schrie alles nein, nein, bitte nicht und es kam noch schlimmer. Mit pochendem Herzen habe ich das Buch am Ende weggelegt und wusste, die Geschichte wirst Du niemals vergessen, auch speziell das Nachwort der Autorin.

Ein unerwartetes Ende, eine Geschichte, die ganz tief ins Herz geht und alle Nervenzellen berührt, eine Gänsehaut nach der anderen auslöst und eine Botschaft vermittelt, die so einfach klingt und doch so allumfassend und intensiv ist, die so viel mehr ist, als zu sagen, „ich verzeihe Dir“ oder „es tut mir leid“, denn Gefühle lassen sich eben nicht ignorieren. Die Wirkung des Buches ist erstaunlich und unbeschreiblich – man muss es selbst gelesen haben, um es zu verstehen.

5 Sterne plus – Jahreshighlight und ein absolutes Herzensbuch.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

bislang bester Roman der Cherry Hill Reihe

A Place to Belong
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Anfangs habe ich mich noch gewundert, warum es vier Teile aber nur drei Schwestern gibt, doch dieser Teil hat so viele Überraschungen parat, dass ich einfach dahingeschmolzen bin.

Für mich die bisher ...

Anfangs habe ich mich noch gewundert, warum es vier Teile aber nur drei Schwestern gibt, doch dieser Teil hat so viele Überraschungen parat, dass ich einfach dahingeschmolzen bin.

Für mich die bisher schönste Geschichte dieser Reihe, voller Gefühl und mit passendem Titel. Denn einen Platz zu finden, an den man gehört trifft auf einige Personen zu.

Die Journalistin Maggy mit ihrer unbefangenen, rücksichtsvollen und aufgeschlossenen Art ist mir vom ersten Moment an sympathisch gewesen und das Zusammentreffen mit Flynn, der auf der Cherry Hill Farm die Baumhäuser baut, war einfach lustig und man sofort dieses gewisse Knistern in der Luft gespürt.
Es gibt viele Überraschungen und ungeahnte Wendungen, nie hätte ich mit so einem Verlauf und so einer Entwicklung gerechnet, was das Buch für mich noch interessanter gemacht hat.

Obwohl die Umstände nicht ganz leicht und angenehm sind und auch die Reaktionen nicht bei allen ganz positiv ausfallen, hat es mir doch gefallen, wie sich im Laufe der gemeinsamen Zeit Veränderungen bemerkbar machen.

Ganz besonders Carol, die verwitwete Mutter, hat sich ganz tief in mein Herz geschlichen und ich habe sie für ihre Stärke und ihr sanftes Wesen so bewundert.

Auch Poppy ist für mich in diesem Teil eine ganz starke Persönlichkeit, mit all ihrem Kummer, ihrem Schmerz aufgrund des Verlustes ihres Vaters. Hin und hergerissen in ihrer Gefühlswelt ist sie von allen Geschwistern am sympathischsten und ich freue mich ganz besonders auf ihre eigene Geschichte im 4.Teil und das bisherige Ende klingt schon sehr vielversprechend.

Mitzuerleben, wie Geheimnisse gelüftet werden, wie alle zusammenhalten und trotz zwischenzeitlicher Konflikte trotzdem immer bereit sind, Lösungen zu finden hat mich total begeistert. Der Schreibstil ist so gefühlvoll und emotional, dabei werden sowohl Ort als auch Bewohner realistisch dargestellt, dass man sich in jede Szene voll hineinversetzen kann und gar nicht mehr weg möchte.

Fazit: Meine bisherige Lieblingsgeschichte der Cherry Hill Reihe. Ein Wohlfühlroman, in dem so vieles zusammenläuft an Herzschmerz, Vergangenheit, Hoffnung, Humor, familiärem Zusammenhalt, Freundschaft und genau der richtigen Prise Romantik, dass es jedes Mal wieder ein Genuss ist, diese Reihe zu lesen oder zu hören. Man möchte gar nicht mehr abreisen, weil dieser Ort mittlerweile eine ganz spezielle Wirkung hat und man all die Bewohner im Lauf der Zeit absolut liebgewonnen hat.

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