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Veröffentlicht am 11.06.2025

gelungenes Finale mit ordentlich Frauenpower

Der Weg der Frauen
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Das Finale des liebevoll geführten Mädchenpensionats an der Mosel. Die Leiterin Pauline Martin muss nochmal alle Hebel in Bewegung setzen, um ihr geliebtes Pensionat zu behalten, sooft kommt sie in Misskredit ...

Das Finale des liebevoll geführten Mädchenpensionats an der Mosel. Die Leiterin Pauline Martin muss nochmal alle Hebel in Bewegung setzen, um ihr geliebtes Pensionat zu behalten, sooft kommt sie in Misskredit und muss sich mit Anfeindung auseinandersetzen, ist es doch eher verpönt, dass eine Frau so eine Position innehat.

So begegnet man alten und neuen Gesichtern, Schülerinnen die neu hinzukommen und einige, die man schon von den beiden vorherigen Bänden kennt, jetzt aber miterlebt, wie sie reifen, wie sie das umsetzen, was ihnen beigebracht wurde und wovon sie zehren. Pauline steckt ihre ganze Liebe, Kraft und ihr Herz in diese Schule, in ihre Schülerinnen, um sie zu weltoffenen, gesellschaftsfähigen Frauen zu formen, immer in der Hoffnung, dass sich die Rechte für Frauen eines Tages positiv verändern.

Dieser Band hat nochmal so richtig Fahrt aufgenommen, ein ums andere Mal Pauline an ihre körperlichen und seelischen Grenzen gebracht, hinzu kommt noch die Entscheidung, ob sie sich für die Liebe oder ihr geliebtes Pensionat entscheidet.

Die Autorin hat hier auch ein paar ernste Themen sowohl aufgrund der politischen Lage als auch der gesundheitlichen aufgegriffen, was sie auch im Nachwort nochmal zusätzlich erklärt.
Das Cover passt super zu den Vorgängerbänden, zeigt die Entwicklung der Mädchen und die Epoche, in der die Handlung spielt.

Mit über 500 Seiten ist es ein umfangreiches Buch, doch aufgrund der Geschehnisse kommen kaum Längen auf. So hat man viele Charaktere ins Herz geschlossen, bei anderen hat es etwas länger gedauert. Mein Favorit ist immer noch Lisbeth, die treue Köchin und Haushälterin.

Am Ende des Buches ist zu dem Nachwort noch eine Karte von Diedenhofen/Thionville, dem Ort des Pensionats, ein Glossar für Fachbegriffe und eins für fremdsprachliche Wörter und Ausdrücke, Verweise auf Personen, die bei der Entstehung des Buches und der Reihe mitgewirkt haben plus Reisetipps zu Schauplätzen und Hintergründen.

Wer historische Romane mit geschichtlichen Hintergründen, politischen Veränderungen und starken Frauen mag, die aus unterschiedlichster Herkunft und Prägung durch liebevolle Disziplin, Zuspruch, Verständnis und Vertrauen auf das Leben vorbereitet werden, von einer Lehrerin, die ohne Härte, mit offenem Ohr und großem Herzen für ihre Mädchen kämpft, der ist mit dieser Reihe und diesem krönenden Abschluss genau richtig.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Ein Mutmach-u.Geschenkebuch voller Glauben, Hoffnung und Zuversicht

Weil du so wertvoll bist
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Das Cover hat mir sofort zugesagt und zusammen mit dem Titel macht es wirklich Mut. Gerade in Zeiten, in denen man oft mit mangelndem Selbstwertgefühl, Ängsten, Zweifeln und Hoffnungslosigkeit zu kämpfen.

Dieses ...

Das Cover hat mir sofort zugesagt und zusammen mit dem Titel macht es wirklich Mut. Gerade in Zeiten, in denen man oft mit mangelndem Selbstwertgefühl, Ängsten, Zweifeln und Hoffnungslosigkeit zu kämpfen.

Dieses Mutmach- und Geschenkebuch enthält auf der ersten Seite den Eintrag einer Widmung für eine Person, der man eine Freude machen möchte. Die liebevolle Gestaltung auf jeder Seite ist sehr ansprechend, mit schönen Fotografien und Bibeltexten versehen, die sich der jeweiligen Überschrift widmen.

Die Texte sind aus dem Herzen heraus, wie man sich fühlt, was einen bewegt, welche Zweifel man hegt, wie es sich anfühlt, wenn man an sich arbeitet und es doch nicht geklappt hat und man in seinen eigenen Gedanken gefangen ist.

Doch mit zunehmendem Kapitel, mit der toll entwickelten Bestätigung, dass Gott bei uns ist, mehr in uns sieht, als wir selbst, größer als unsere Zweifel ist und uns in so vielfältiger Weise seine Liebe, seinen Schutz und eine großartige Hoffnung zusichert, erlebt der Leser, was aus der Dunkelheit der Gedanken für Lichtblicke und Sonnenstrahlen der Hoffnung und Zuversicht erstrahlen, die am Ende des Buches das Gefühl geben: Ja mit meinem Gott schaffe ich alles.

Ob in Frageform oder Feststellungen – die Überschriften bieten schon Vorfreude auf den Inhalt der Passage. Es ist wie ein Zwiegespräch mit Gott was hier geführt wird, um am Ende alles in seine Hände zu legen und beruhigt zur Ruhe kommen zu können.

Ich hab es wirklich gern gelesen, das Einzige, was mich gestört hat, dass Gottes Sohn mit Gott auf eine Stufe gestellt wird, das glaube ich anders und hab es auch anders in der Bibel gelernt.

Es ist ein wohltuendes Buch, das voller Hoffnung und Glauben über das Vertrauen zu Gott spricht, unaufdringlich, zu Herzen gehend und auch zum Nachdenken anregend.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Herzensbuch und Lesehighlight - die Lebensgeschichte der taubblinden Helen Keller

Schau der Welt direkt in die Augen
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Hast Du Dir mal Gedanken darüber gemacht, was für ein Gefühl es sein mag, weder sehen noch hören zu können? Wie man unter diesen Umständen die Welt der Sprache verstehen und fühlen kann?

Mit diesem ausdrucksstarken ...

Hast Du Dir mal Gedanken darüber gemacht, was für ein Gefühl es sein mag, weder sehen noch hören zu können? Wie man unter diesen Umständen die Welt der Sprache verstehen und fühlen kann?

Mit diesem ausdrucksstarken Roman erhält man Einblick in die Lebensgeschichte von Anne Sullivan und der taubblinden Hellen Keller. Alleine das Cover mit dem Ausblick durch ein Fenster in das Leben außerhalb aber auch der Titel, der die Möglichkeit anbietet, auf eine unbekannte Art die Welt sehen zu können hat mich begeistert zu diesem Buch greifen lassen. Und ich bin sprachlos, überwältigt und beeindruckt.

Mit so viel Feingefühl wird der Werdegang beider Frauen beleuchtet. Anne, die selbst unter den ärmlichsten Verhältnissen aufgewachsen und einen großen Teil ihrer Kindheit und Jugend blind war und doch so zuversichtlich nach vorne gesehen hat. Mit all ihren Ängsten, ihrer Wut, ihrer Verzweiflung. Doch die Chance, die ihr gewährt wurde, ergreift sie, um dem taubblinden 6jährigen Mädchen Helen Unterricht zu geben. Das was beide erleben, ist so unglaublich mit all den Fortschritten, Rückschlägen, den Einblicken in die Welt der Taubblinden, dem Neid, dem Unverständnis Außenstehender.

Zu erfahren, wie sich Sprache äußert, wenn zwei wichtige Sinne nicht funktionieren. Wie soll man die Natur, Musik, Gefühle, Farben, Religiosität uvm. verstehen lernen, wenn man dies zuvor nie gekannt hat?
Ich habe etliche Male geschluckt, auch in all den Rückblicken aus der Kindheit von Anne, in der man versteht, warum sie diese besondere Verbindung zu Helen hat und mit ihrer unkonventionellen Art nicht lockergelassen hat, um die Wissbegier, den Eifer, den Willen eines kleinen Mädchens zu stillen, wenn auch auf andere Art, als es bis dahin gelehrt wurde.

Durch familiäre Hintergründe ist mir dieser Roman sehr zu Herzen gegangen – zumal die medizinischen Forschungen in Bezug auf Einschränkungen dieser Art noch nicht so weit fortgeschritten waren, wie man es heute kennt.

Die Art, wie diese Biografie erzählt wird, hat mir ausgesprochen gut gefallen, mich fasziniert und gleichzeitig auch sensibilisiert. Wie dankbar kann man sein, wenn man Krankheiten gut übersteht, wenn man gesund ist und all das um uns herum genießen kann. Helens Begabung und ihr eiserner Wille, sich nicht mit dem abzufinden, was ihr widerfahren ist, sondern zu kämpfen und alle Möglichkeiten zu nutzen, die zur damaligen Zeit vorhanden waren, sind ein großes Vorbild und egal ob betroffen oder nicht – dieser Roman sollte Schulmaterial werden, sollte gelesen werden, ein Buch, das durch die Welt gereicht werden kann und Menschen zu motivieren und Verständnis zu bewirken.

Für mich ein Highlight- und Herzensbuch

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Hochzeitsglocken auf Sylt - ein gelungener Wohlfühlroman

Frühlingsgefühle im kleinen Bonbonladen am Meer
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Hochzeitsglocken auf Sylt – denn die beiden Freundinnen Insa und Marla planen ihre Doppelhochzeit ganz nach Sylter Flair. Die Planungen nehmen Fahrt auf, allerdings wird die Zeit immer knapper, weswegen ...

Hochzeitsglocken auf Sylt – denn die beiden Freundinnen Insa und Marla planen ihre Doppelhochzeit ganz nach Sylter Flair. Die Planungen nehmen Fahrt auf, allerdings wird die Zeit immer knapper, weswegen es sich förmlich anbietet, die neue Hochzeitsplanerin Cleo mit der Aufgabe zu betrauen, haben doch deren Sohn Linus und Marlas künftige Stieftochter Levke auch schon Freundschaft geschlossen. In all dem Hochzeitstrubel bleibt es aber nicht aus, dass so manche Entwicklungen die Emotionen hochkochen lassen und die geplante Hochzeit in Schieflage gerät.

Der 2.Teil der Frühlingsgefühle auf Sylt Reihe entführt nicht nur mit einem wieder mal wunderschönen Cover, dessen Haptik richtig schön gestaltet und fühlbar ist, sondern auch mit einem vielversprechenden Klappentext.

Wer träumt nicht von einer Hochzeit auf Sylt, der Insel der Vielfalt und Kontraste. Am Strand mit all seinen Liebsten und wo all das, was man sich erträumt hat, Wirklichkeit wird. Auch Insa und Marla, die charakterlich grundverschieden sind und doch sich dennoch so gut verstehen, müssen sich durch so manches Gefühlschaos kämpfen.

Richtig gelungen finde ich die Einblicke in die beiden Jobs der beiden, ob es Insa mit der Betreuung und Vorbereitung von Immobilien der Eigentümer ist, die mal wieder Urlaub auf Sylt planen oder Marlas kunterbunte Kreationen in ihrem kleinen Zuckerhüs und den dazugehörigen Kursen, die sie für Kinder anbietet. Besonders die Nebenfiguren wie die kleine Levke, die sich rührend um den zugezogenen Linus kümmert, die ältere Dame Sylta, die Insa als Urlauberin betreut, aber auch die Sylter Urgesteine Alva und Boy haben mich mit ihrer Art ganz besonders berührt.

Ein bisschen hab ich das bisher gewohnte ausführlich beschriebene Meeres – und Inselfeeling vermisst, das kam in diesem Roman etwas zu kurz und wurde nur in kürzeren Passagen erwähnt. Dennoch hat es wieder Spaß gemacht, diese einzigartige Wohlfühlinsel zu besuchen und mich von so manchen überraschenden Wendungen und Entwicklungen mitziehen zu lassen, wenn es auch ein paar traurige Momente gab, die einem doch sehr zu Herzen gehen.

Die Einbindung all der Läden und Personen, die man in den Vorgängerbänden bereits kennenlernen konnte, hat Sylt und seinen Charme noch mehr hervorgehoben und bringt so manchen, der diese Insel noch gar nicht kennt auf den Geschmack.
Fakt ist: Egal zu welcher Jahreszeit – Sylt ist einfach eine Reise wert, ob im wirklichen Leben oder in Form von Büchern wie diesem hier. Die Liebe zu dieser Insel kann man nicht beschreiben, die muss man fühlen und Julia Rogasch besitzt das Talent dazu, diese in ihren Romanen so zu verpacken, dass man gar nicht mehr abreisen möchte.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

wer mittelalterliche Romane liebt, ist hier genau richtig- spannend, interessant und wendungsreich

Der Weg der Bienenfrau
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Angetan von dem schön gestalteten Cover hat mich auch der Titel samt Klappentext fasziniert und weil ich historische Romane liebe, war die Entscheidung schnell getroffen.

Fortis Fortuna Adiuvat – Den ...

Angetan von dem schön gestalteten Cover hat mich auch der Titel samt Klappentext fasziniert und weil ich historische Romane liebe, war die Entscheidung schnell getroffen.

Fortis Fortuna Adiuvat – Den Mutigen hilft das Glück, mit diesen Worten beginnt der Einstieg in den Roman. Die junge Lena findet kurz vor ihrem unfreiwilligen Auszug aus einem alten Gutshof auf dem Dachboden ein altes Buch und landet gedanklich schon bald mitten im 17 Jahrhundert. Johanna lebt mit ihrer Familie auf der Halbinsel Schwanen in der Nähe von Eckernförde, doch das Leben auf dem Hof verlangt ihr einiges an Mühe ab und mit dem Tod ihres Vaters wird sie von ihrem raffgierigen Vetter vom Hof vertrieben. Durch eine kurze Begegnung mit dem jungen Zeidler Luis trifft sie die wagemutige Entscheidung, ihn quer durch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zu suchen, um mit seiner Hilfe ihr Zuhause zurückzugewinnen und für das Unrecht an ihrer Familie zu kämpfen.

Diese Reise und ihre tiefe Verbindung zu der Bienenwelt steckt voller Gefahren, denn als Frau ist sie so gut wie chancenlos, ihren Wunsch in die Tat umzusetzen. Mit einer List reist sie vom hohen Norden bis in den Süden, immer wieder droht ihre Tarnung aufzufliegen, sie muss sich vielen Herausforderungen, Ängsten und Bedrohungen stellen, doch eins bleibt ihr in all der Not, die sie durchstehen muss: die Erkenntnisse, die sie über das Verhalten der Bienen erhält und ihr in mancher riskanten Situation das Leben rettet.

Ich muss gestehen, dass ich bei dem Titel gehofft habe, dass man hier nicht mit einer Art Sachbuch unterhalten wird, und das ist es absolut nicht. Die Einbindung ihres Verhältnisses zu den Bienen und die interessanten Einblicke in die Zunft der Zeidler, die mir bislang absolut fremd waren, fand ich genial entwickelt, es war spannend, unerwartet, ansprechend und man befindet sich in einem lebendigen, dramatischen Wettlauf mit der Zeit wieder. Seite um Seite hab ich verschlungen, der Überraschungseffekt samt Spannungsbogen haben wirklich bis zum Schluss angehalten.
Dieser hätte gern noch etwas ausführlicher sein können, das war mir etwas zu abrupt, wenn auch trotzdem gelungen.
Alles in allem ein toller empfehlenswerter Roman. Wer auch die Zeit von Mittelalter, Aberglauben, Hexenverfolgung und dem Wissen der Kräuterkunde mag, wird diese Geschichte sicher ebenso mögen, wie ich.

Die Charaktere sind vielfältig, der Schreibstil der alten Zeit angepasst und die Handlung sehr intensiv, wodurch der Leser mitten ins Geschehen geholt wird. Hervorgehoben wird die Harmonie zwischen Mensch und Natur, dem Mut, seinen Weg zu gehen, egal wie steinig er sein mag und für das zu kämpfen, was einem wirklich am Herzen liegt.

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