Zwischen Dunkelheit und Hoffnung – ein sensibles Tagebuch der Selbstfindung
feeling lost (and other weird feelings)Mit Feeling lost legt die Autorin ein sehr persönliches Werk vor – eine Art Tagebuch, das über einen längeren Zeitraum entstanden ist und tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt blicken lässt. Offen und ...
Mit Feeling lost legt die Autorin ein sehr persönliches Werk vor – eine Art Tagebuch, das über einen längeren Zeitraum entstanden ist und tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt blicken lässt. Offen und ehrlich beschreibt sie das Ringen mit Depressionen, Selbstzweifeln und der Sehnsucht nach innerem Frieden. Dabei gelingt es ihr, Worte für Emotionen zu finden, die viele nur schwer ausdrücken können – ein stiller, aber kraftvoller Schrei nach Verständnis, Nähe und Mut.
Die Themen reichen von Versagensängsten über Leistungsdruck bis hin zu zerbrochenen Freundschaften und der Suche nach Selbstliebe. Besonders eindrücklich ist der Wechsel zwischen Rückblick und Zukunftsperspektive, der zeigt, wie sehr man zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwanken kann. Trotz der Schwere des Themas wirkt das Buch nie bedrückend – vielmehr durchzieht es eine leise Melancholie, gepaart mit einem Funken Zuversicht.
In drei Abschnitten führt die Autorin die Leser durch ihr Innerstes, mit teils poetischer Sprache, die berührt und nachhallt. Während die ersten Teile introspektiv sind, wendet sie sich im letzten Abschnitt direkt an die Lesenden, um Mut zu machen, weiterzukämpfen und den eigenen Wert zu erkennen. So entsteht das Gefühl, dass die Autorin einen direkt anspricht – ehrlich, nah und berührend.
Feeling lost ist kein Werk, das man in einem Zug liest – es lädt dazu ein, innezuhalten, einzelne Passagen wirken zu lassen und sich selbst darin zu spiegeln. Viele Gedanken bleiben im Kopf und Herzen zurück, regen zum Nachdenken an und schenken Trost.
Die dezenten Illustrationen und die Playlist zu Beginn runden das Ganze atmosphärisch ab, die Triggerwarnung am Ende zeigt Verantwortungsbewusstsein.
Der Leineneinband verleiht dem Buch zudem eine wertige, schöne Haptik.
Ein kleiner Wermutstropfen sind die zahlreichen Rechtschreibfehler und fehlenden Wörter, die den Lesefluss manchmal stören – dennoch überwiegt der positive Eindruck eines ehrlichen, bewegenden und hoffnungsvollen Buches über das Annehmen des eigenen Ichs.