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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.10.2025

Zwischen Dunkelheit und Hoffnung – ein sensibles Tagebuch der Selbstfindung

feeling lost (and other weird feelings)
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Mit Feeling lost legt die Autorin ein sehr persönliches Werk vor – eine Art Tagebuch, das über einen längeren Zeitraum entstanden ist und tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt blicken lässt. Offen und ...

Mit Feeling lost legt die Autorin ein sehr persönliches Werk vor – eine Art Tagebuch, das über einen längeren Zeitraum entstanden ist und tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt blicken lässt. Offen und ehrlich beschreibt sie das Ringen mit Depressionen, Selbstzweifeln und der Sehnsucht nach innerem Frieden. Dabei gelingt es ihr, Worte für Emotionen zu finden, die viele nur schwer ausdrücken können – ein stiller, aber kraftvoller Schrei nach Verständnis, Nähe und Mut.

Die Themen reichen von Versagensängsten über Leistungsdruck bis hin zu zerbrochenen Freundschaften und der Suche nach Selbstliebe. Besonders eindrücklich ist der Wechsel zwischen Rückblick und Zukunftsperspektive, der zeigt, wie sehr man zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwanken kann. Trotz der Schwere des Themas wirkt das Buch nie bedrückend – vielmehr durchzieht es eine leise Melancholie, gepaart mit einem Funken Zuversicht.

In drei Abschnitten führt die Autorin die Leser durch ihr Innerstes, mit teils poetischer Sprache, die berührt und nachhallt. Während die ersten Teile introspektiv sind, wendet sie sich im letzten Abschnitt direkt an die Lesenden, um Mut zu machen, weiterzukämpfen und den eigenen Wert zu erkennen. So entsteht das Gefühl, dass die Autorin einen direkt anspricht – ehrlich, nah und berührend.

Feeling lost ist kein Werk, das man in einem Zug liest – es lädt dazu ein, innezuhalten, einzelne Passagen wirken zu lassen und sich selbst darin zu spiegeln. Viele Gedanken bleiben im Kopf und Herzen zurück, regen zum Nachdenken an und schenken Trost.

Die dezenten Illustrationen und die Playlist zu Beginn runden das Ganze atmosphärisch ab, die Triggerwarnung am Ende zeigt Verantwortungsbewusstsein.

Der Leineneinband verleiht dem Buch zudem eine wertige, schöne Haptik.

Ein kleiner Wermutstropfen sind die zahlreichen Rechtschreibfehler und fehlenden Wörter, die den Lesefluss manchmal stören – dennoch überwiegt der positive Eindruck eines ehrlichen, bewegenden und hoffnungsvollen Buches über das Annehmen des eigenen Ichs.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Ein berührender Roman über Stärke und Verantwortung

Goldsommer
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Dieser Roman erschien bereits 2011 – und nun habe ich ihn sowohl gelesen als auch als Hörbuch gehört. Dabei war ich positiv überrascht, wie sehr mich die Geschichte berührt hat. Auch wenn das Cover auf ...

Dieser Roman erschien bereits 2011 – und nun habe ich ihn sowohl gelesen als auch als Hörbuch gehört. Dabei war ich positiv überrascht, wie sehr mich die Geschichte berührt hat. Auch wenn das Cover auf den ersten Blick nicht ganz so ansprechend wirkt, überzeugt der Inhalt umso mehr.

Die 14-jährige Amrei muss sich allein um Haus und Hof kümmern, während Vater und Bruder im Krieg sind. Zusätzlich trägt sie die Verantwortung für ihren kleinen Neffen, da die Schwägerin weder arbeiten noch sich kümmern will.
Auch die demenzkranke Oma Wanner nimmt sie zu sich – aus Pflichtgefühl und Herzensgüte.
Schon früh lernt Amrei, was es heißt, stark zu sein, sich zu behaupten und die Entbehrungen des Krieges zu tragen. Viele dramatische und bewegende Szenen lassen einen tief mit ihr fühlen, die, statt Kind zu sein, viel zu schnell erwachsen werden muss.

Amrei ist burschikos, mutig und fleißig, aber auch stur und ungestüm. Manchmal übernimmt sie sich, meint es gut und tritt anderen dennoch unbeabsichtigt auf die Füße. Gerade das macht sie menschlich und nahbar. Durch den Engländer Tom und die Tierärztin Angela erkennt sie schließlich, dass man nicht alles allein schaffen muss.

Was den Glauben betrifft, hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Nur gelegentlich bringen Oma Wanners Trost oder Amreis stille Gebete einen Hauch von Spiritualität in die Geschichte.

Der Roman spielt während des Zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren, historische Ereignisse werden jedoch eher angerissen. Der Einstieg verläuft ruhig, gewinnt aber an Fahrt, als das Geheimnis der Schwägerin ans Licht kommt. Einige Szenen auf dem Pferdehof wirken etwas skurril – man fragt sich, warum Zusammenhänge erst so spät erkannt werden und die Erwachsenen so gutgläubig reagieren. Auch das Verhalten der Lehrer gegenüber Micki fand ich stellenweise merkwürdig.

Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse etwas, wodurch die Geschichte leicht überladen wirkt. Insgesamt aber ist es ein berührender Roman über Stärke, Verantwortung und Mut – mit kleinen Schwächen, aber viel Herz und einer Protagonistin, die man so schnell nicht vergisst.

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Ein poetisches Herzensbuch über die Suche nach der Liebe

Geliebt
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„Geliebt“ – schon der Titel hat mich sofort berührt und neugierig gemacht. Das schlichte, aber wunderschöne Cover strahlt etwas aus, das man nur schwer in Worte fassen kann: Ruhe, Tiefe und Zärtlichkeit. ...

„Geliebt“ – schon der Titel hat mich sofort berührt und neugierig gemacht. Das schlichte, aber wunderschöne Cover strahlt etwas aus, das man nur schwer in Worte fassen kann: Ruhe, Tiefe und Zärtlichkeit. Und genau das findet man auch im Inneren dieses besonderen Buches.

Die Geschichte des kleinen Hasen, der sich auf die Suche nach der Liebe begibt, hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Seite für Seite begleitet man ihn durch die vier Jahreszeiten, lauscht seinen Begegnungen mit den Waldbewohnern und spürt dabei, wie unterschiedlich Liebe empfunden und gelebt werden kann. Es geht nicht nur um das romantische Gefühl, sondern um Achtsamkeit, Vertrauen, Verbundenheit – um die vielen kleinen Gesten, die Liebe ausmachen.

Besonders berührt hat mich das Vorwort der Autorin, in dem sie beschreibt, was sie mit diesem Buch vermitteln möchte. Ihre Worte haben mich sofort abgeholt und zum Nachdenken gebracht – über die eigene Definition von Liebe, über Erfahrungen, Verluste und die Bedeutung, Liebe zu geben und anzunehmen.

Die Illustrationen sind einfach zauberhaft: mal dezent farbig, mal in Schwarz-Weiß, immer mit einem feinen Gespür für Stimmung und Gefühl. Sie ergänzen den Text auf wundervolle Weise und machen das Lesen zu einem kleinen Erlebnis für Herz und Seele.

Ich habe beim Lesen viele Stellen markiert, die mich tief berührt haben. „Geliebt“ ist für mich kein klassisches Kinderbuch – vielmehr ein Buch für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich auf eine stille, aber eindrucksvolle Reise zu sich selbst und zur Liebe begeben möchten.

Ein Geschenk voller Gefühl – perfekt, um einem besonderen Menschen zu zeigen, wie sehr man ihn liebt.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Hase und Igel – Freundschaft im Wald für Groß und Klein

Wir zwei - Geschichten zum Einkuscheln
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Hase und Igel – dieses Duo kennt man aus vielen Geschichten und Spielen, und doch ist es immer wieder schön, die beiden zu begleiten.

Auch in diesem Vorlesebuch laden sie zu 11 warmherzigen Abenteuern ...

Hase und Igel – dieses Duo kennt man aus vielen Geschichten und Spielen, und doch ist es immer wieder schön, die beiden zu begleiten.

Auch in diesem Vorlesebuch laden sie zu 11 warmherzigen Abenteuern ein, die perfekt für kuschelige Lesestunden sind. Gemeinsam mit Biber, Dachs, Eichhörnchen, Wiesel und weiteren Waldbewohnern erleben wir nicht nur spannende Begebenheiten im Wald, sondern erhalten auch Einblicke in Jahreszeiten und das Leben der Tiere.

Besonders gelungen finde ich, wie kindgerecht Themen wie Freundschaft, Zusammenhalt, Akzeptanz, Entschuldigen, Mut machen oder der Umgang mit Ängsten eingebunden sind.

Jede Geschichte vermittelt Werte, die den Alltag von Kindern widerspiegeln, ohne dabei belehrend zu wirken.

Manche Kapitel lassen bewusst Raum für eigene Ideen und Gespräche – ein toller Ansatz, der Fantasie und Austausch fördert.

Die Figuren sind unglaublich liebevoll gestaltet. Der Hase ist forsch, verspielt und manchmal ein kleiner Draufgänger, während der Igel zurückhaltend, hilfsbereit und fürsorglich ist. Beide haben ihre Stärken und Schwächen, und genau das macht sie so sympathisch.

Für mich steckt darin eine wichtige Botschaft: Niemand ist perfekt, und trotzdem ist jeder wertvoll.

Das Thema Freundschaft zieht sich wie ein roter Faden durch alle Geschichten.

Die Illustrationen sind schlicht, nicht überladen, und passen wunderbar zur Atmosphäre des Buches. Sie unterstreichen die Geschichten, ohne von ihnen abzulenken.

Mit 128 Seiten eignet sich das Buch hervorragend sowohl zum Vorlesen als auch zum Selberlesen – je nach Alter.

Für mich ist es ein lehrreiches, unterhaltsames Kinderbuch, das sich auch für Kindergarten und Grundschule sehr gut eignet.

Es sorgt nicht nur für schöne Lesemomente, sondern auch für wertvolle Gespräche. Einzig die Altersempfehlung ab 5 Jahren hätte ich noch etwas höher angesetzt.

Ansonsten eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Zwischen Scherben und Hoffnung – ein Roman über Glauben, Familie und Heilung

Wo Worte zu Wegen werden
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Ein Roadtrip, der mehr ist als eine gemeinsame Reise: Er wird zur Konfrontation mit alten Wunden, verdrängten Geheimnissen und zerbrochenem Vertrauen. Luella Farrow, gefeierte Musikerin, schenkt ihren ...

Ein Roadtrip, der mehr ist als eine gemeinsame Reise: Er wird zur Konfrontation mit alten Wunden, verdrängten Geheimnissen und zerbrochenem Vertrauen. Luella Farrow, gefeierte Musikerin, schenkt ihren Töchtern nicht nur eine Erinnerungstour, sondern auch die Chance, einander wieder näherzukommen.

Wie Nietzsche so treffend sagt: „Im Familienleben ist Liebe das Öl, das Reibungen lindert, der Kitt, der enger zusammenhält, und die Musik, die Harmonie bringt.“

Dieses Zitat entfaltet im Roman eine tiefe Wahrheit. Denn die Liebe ist nicht einfach da – sie will gelebt, ertragen, vergeben und neu entdeckt werden. Genau diesen schmerzhaften, aber heilsamen Prozess durchlaufen die Figuren.

Besonders berührt hat mich Micah, der inmitten all der Brüche als Fels in der Brandung steht. Mit seiner Demut, seiner Liebe zur Schöpfung und seinem unerschütterlichen Vertrauen auf Gott wird er zum Vermittler, zum Ruhepol und Hoffnungsträger. Er zeigt, dass Glaube nicht laut oder aufdringlich sein muss, sondern in stiller Stärke Berge versetzen kann.

Mich hat die Geschichte sehr bewegt, weil sie spürbar macht, dass Versöhnung möglich ist – selbst dort, wo Misstrauen, Schmerz und vergangene Fehler eine Familie fast auseinandergerissen hätten. Hoffnung, Vergebung, Aufrichtigkeit und Glauben sind keine abstrakten Begriffe, sondern gelebte Realität, die hier in all ihrer Schönheit und Schwere zum Vorschein kommt.

Der Roman zeigt: Mit Gott an der Seite können selbst die größten Scherbenhaufen wieder zu etwas Ganzem werden.

Ein bewegender Roadtrip über Familie, Vergebung & Glauben – berührend, hoffnungsvoll und voller leiser Stärke.

Ein negativer Aspekt für mich ist die Erwähnung einer Pension, die dem Film des Zauberers von Oz nachempfunden und darüber ausführlicher berichtet wird, was aber weder in die Geschichte passte noch in christlichen Büchern Platz finden sollte.

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