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Veröffentlicht am 29.01.2019

DCI Matilda Darke 2.Teil

Gieriger Zorn
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Der 2.Teil um DCI Matilda Darke und ihr Mordkommissionsteam.
Dieses Mal müssen sie wegen einem zusammengeschlagenen und erschossenen Mann und einer schwer verletzten Frau ermitteln und Matilda muss nun ...

Der 2.Teil um DCI Matilda Darke und ihr Mordkommissionsteam.
Dieses Mal müssen sie wegen einem zusammengeschlagenen und erschossenen Mann und einer schwer verletzten Frau ermitteln und Matilda muss nun herausfinden, was die beiden miteinander zu tun hatten,da die Familien der Opfer sich gegenseitig gar nicht kannten, und wer so eine grausame Tat begangen haben könnte.

Doch je mehr ihr Team ermittelt, desto mehr Abgründe tun sich auf. Was für Motive hatte der Täter, und haben die Attacken auf die Mordermittler auch etwas damit zu tun? Matilda hat sowohl beruflich als auch privat alle Hände voll zu tun, denn es erscheinen immer mehr Hetzartikel in der Zeitung, da man sie für das Verschwinden eines kleinen Jungen und ihrer geplatzten Ermittlung verantwortlich macht. Scheinbar ist die Presse immer einen Schritt voraus, die Mordkommission soll trotz vermehrter brutaler Einbrüche und Überfälle wegrationalisiert werden, immer wieder taucht ein verdächtiger dunkler Wagen auf und der Jahrestag ihres verstorbenen Mannes steht auch bevor...

Überraschend, welche Wendung die Geschichte immer wieder nimmt, wieviele Baustellen Matilda zu bewältigen hat, die sie diesmal stärker erscheinen lassen, auch wenn sie ihren verstorbenen Mann so sehr vermisst, dass sie im 1. Teil noch ziemliche Alkoholprobleme hatte und als sehr labil und teilweise verkrampft und nervig rüber kam. Jetzt kämpft sie tapfer, stellt sich ihren Sorgen, ihrem Kummer und ihren Ängsten, auch wenn man zwischendurch aufgrund der Ereignisse das Gefühl hat, sie verfällt wieder in alte Verhaltensmuster.

Der Autor schafft es, die jeweiligen Vorkommnisse so ineinanderfließen zu lassen, dass dem Leser kaum Atempause bleibt und nicht immer sofort alles geklärt ist. Manche Ereignisse bleiben erstmal offen, so dass man geschockt zurück bleibt, um dann erst einige Zeit später die Fortsetzung zu lesen, das gefällt mir ausgesprochen gut. Auch, dass Matilda in Adele so eine gute Freundin findet, die sie auffängt, sie ermuntert und unterstützt. Sians Süssigkeitenschublade sorgt dafür, dass man auch die lustigen Seiten des Teams kennenlernt, ihren Zusammenhalt merkt, aber auch das gegenseitige Aufziehen und wenn die Nerven blankliegen.
Für mich ist es kein durchschaubarer Fall und auch keine hollywoodreife "Alles-wird-am-Ende-gut" Serie. Rückschläge, Verluste, Wut, Ängste, Kummer, Teamfähigkeit, Freundschaft, aber auch Hass und Vergeltung erwarten den Leser in einer für mich gelungenen Fortsetzung, die nach mehr schreit.

Veröffentlicht am 29.01.2019

Ausgeliefert und verraten

Böses Geheimnis
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Olivia ist eine tapfere junge Frau, die um das Verschwinden ihres Ehemanns und ihrer kleinen Tochter trauert, doch trotz allem mit Herz und Seele als Psychologin für ihre Patienten da ist und sich rührend ...

Olivia ist eine tapfere junge Frau, die um das Verschwinden ihres Ehemanns und ihrer kleinen Tochter trauert, doch trotz allem mit Herz und Seele als Psychologin für ihre Patienten da ist und sich rührend um ihren an Alzheimer erkrankten Vater kümmert. Als ihr jetziger Patient auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, versucht man Olivia mundtot zu machen, die nicht an Selbstmord glaubt. Doch egal wem sie von ihren Beweisen erzählt, keiner glaubt ihr und schon bald wird sie selbst zum Angriffsziel. Warum hatte ihr Patient aber einen Rucksack und eine Kette von einem Mädchen, dass bei einem Feuer ums Leben kam? Und was hat die Klinik damit zu tun, in der ihr Vater gearbeitet hat?
Fragen über Fragen, und nur Levi Kant, der damalige Ermittler in der Mordkommission scheint ihr zu glauben, allerdings leben beide sehr gefährlich bei ihren Recherchen....
Ich fand diese Geschichte unglaublich spannend, man erhält immer wieder einen Rückblick aus dem Leben von Lisa Manz, dem verbrannten Mädchen und je mehr man über sie liest, desto mehr leidet man mit ihr und kann einen Bezug zur Gegenwart erhalten. Für mich ein gelungener Psychothriller über die schlimmsten Abgründe von Menschen, denen manche Menschen hilflos ausgeliefert sind, teilweise in ihren eigenen Familien.
Olivia und Levi sind für mich sehr gelungene authentische Charaktere, die hin und hergerissen sind in ihren jetzigen Lebenssituationen, die ihnen teilweise über den Kopf zu wachsen scheinen und die plötzlich zu Gejagten werden, weil andere ihre Kompetenzen überschreiten und denen Schicksale anderer Menschen völlig egal sind. Purer Egoismus und Machtmißbrauch richten so viel Schaden an, und genau das erlebt man hier mit Gänsehaut pur!
Und das offene Ende verspricht auf hoffentliche Fortsetzung dieses Psychospiels und der Zusammenarbeit von Olivia und Levi....

Veröffentlicht am 12.01.2019

Trilogie der Leyensteins- Vergebung

Das Erbe der Leyensteins - Krönung der Herzen
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Eine dreiteilige Geschichte über drei Geschwister, die aufgrund folgenschwerer Entscheidungen und eines Skandals der eigenen Mutter ihr Vertrauen in ihre Herkunft und Familie verloren haben.
Doch trotz ...

Eine dreiteilige Geschichte über drei Geschwister, die aufgrund folgenschwerer Entscheidungen und eines Skandals der eigenen Mutter ihr Vertrauen in ihre Herkunft und Familie verloren haben.
Doch trotz Auseinanderlebens müssen sie nach Außen die Haltung wahren und versuchen, aufeinander zuzugehen.
Drei Geschichten über Verluste, Ängste, Vertrauen und Vergebung.

Von allen hat mir die Letzte über den kleinen Bruder Richard am meisten gefallen, gerade weil er so in sich gekehrt und sein Leben als einsamer Wolf fristet, ist es unwahrscheinlich schwer, über all diese verletzten Gefühle und den Groll hinwegzusehen. Doch durch die mehr als süsse Begegnung mit der Kellnerin Marie und ihrer Not merkt man, wie die Mauer bröselt, auch wenn es ein langer Weg ist und er sehr mit sich und seinen Gefühlen kämpfen muss.
Während es dem großen Bruder Philipp, der nach dem Tod seines Vater die Führungsrolle der Leyensteins übernehmen musste, durch die Begegnung der Blumenhändlerin Tabea leichter fällt, die neusten Ereignisse und einen alles überrollenden Brief und erschütternde Erkenntnisse zu verarbeiten und einen Neustart zu wagen, haben seine Schwester Isabella und sein Bruder Richard größere Schwierigkeiten, damit umzugehen.
Ganz besonders, weil die Großmutter, Gräfin Sofia nicht dazu beigetragen hat, diesen Frieden zu wahren und bei der Lüge Anteil hatte. Dennoch ist es erstaunlich, wie sie mir immer mehr ans Herz gewachsen ist, je mehr man über sie liest und erfährt, desto mehr versteht man ihre Situation und es ist einfach schön zu lesen, dass auch sie Veränderungen annimmt und sich anpasst und auch umdenkt. Sie hat mir von allen eigentlich am meisten gefallen und schon das finde ich überraschend an der Geschichte.
Auch wenn man weiß, dass jede Geschichte ihr Happy End haben wird, so ist es doch jedes Mal ein schwieriges Unterfangen den Schritt der Vergebung und des Vertrauens zu gehen, sowohl was Beziehungen angeht, als auch innerhalb der eigenen Familie.
Mir haben die Darstellungen der Geschwister sehr gefallen, jedes anders in der Art und der Verarbeitung, Isabella die ängstliche, die immer zwischen ihren Brüdern hängt und sich nicht traut,sich zu entscheiden, um niemanden zu verletzen, Philipp, der meint, er müsste als Fürst und ältester Bruder Stärke besitzen, die ihm aber schon über den Kopf wächst, gerade auch wegen seiner Gefühle zu einer Nichtadligen.

Umso passender der Satz: Das Herz hat wirklich seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.

Mit Tabea, Jens und Marie haben die drei Geschwister tolle Charaktere an ihre Seite gestellt bekommen, die ihre Ängste und Sorgen zusammen tragen und dafür sorgen, dass das Erbe der Leyensteins nicht in Vergessenheit gerät und der Knippmontag spielt bei den Cochemer Bürgern und dieser Geschichte eine ganz besondere Rolle.
Eine überraschende Trilogie, voraussehbar und dennoch sehr emotional und bewegend geschrieben, mit einem schönen Teil Geschichte aus Rheinland Pfalz.

Veröffentlicht am 03.01.2019

Eine Braut, die sich entscheiden muss

Die Klosterbraut
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Was passiert, wenn ein Mensch, der immer im Schatten seiner Schwester steht und dem künftig ein Leben im Kloster bevorsteht, weil es die angebliche Tradition so will, eines Tages genau dem Menschen begegnet, ...

Was passiert, wenn ein Mensch, der immer im Schatten seiner Schwester steht und dem künftig ein Leben im Kloster bevorsteht, weil es die angebliche Tradition so will, eines Tages genau dem Menschen begegnet, zu dem Gefühle verboten sind? Der aber diese Gefühle erwidert, wenn auch selbst überrascht?
Doch Intrigen und Herabwürdigungen sorgen dafür, dass Franka von Marienfeld das Leben im Kloster wählt, auch wenn ihr Freigeist und ihre Sehnsucht nach Wulf sie oft verzweifeln lassen. Viele Situationen überschlagen sich, denn Wulf bleibt keine Wahl und Franka hat ihre Entscheidung getroffen, auch wenn die wenigen Zusammentreffen mit ihm ihr jedes Mal das Herz zerreissen, doch unterliegen sie beide den strengen Regeln der Ehe und des Ordens.
So erlebt der Leser einen spannenden, gefühlsgeladenen Roman, in dem sowohl Wulfs Leben, aber auch Frankas Werdegang im Kloster abwechselnd beschrieben werden, doch wenn einer glaubt, das ist ja langweilig, hat er sich getäuscht, denn im Kloster passieren merkwürdige Dinge, Morde, Unfälle und nie kann man jemanden auf frischer Tat erwischen, bis sogar Frankas Leben bedroht ist.
Die Persönlichkeiten in diesem Roman sind so authentisch beschrieben, ob Wulf, der kräftige Mann mit einem sanften, liebenswerten Wesen, oder Franka, der kleine Frechdachs mit den grünen Katzenaugen, oder ihre Eltern Ulfried und Heimlinde, er im Schatten seiner Frau, die intrigiert, wo es nur geht und für ihre Tochter eine Zukunft vorsieht, für die ihr jedes Mittel recht ist. Ganz anders dagegen Wulfs Mutter, die schon längst durchschaut hat, wie die Gefühlswelt ihres Sohnes aussieht und dazu noch sein treuer Freund Anselm, der ihm beiseite steht und selber mit Gefühlen zu tun hat, die er nicht zulassen darf, weil er ein bürgerlicher ist.
Und Mutter Isburga, eine herzensgute Frau, die trotz der strengen Klosterregeln Verständnis für Franka aufbringt und ihr zur Seite steht, so gut es geht.
Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt, der Schreibstil ist flüssig, bewegend, emotional, spannend, unterhaltsam und bestückt mit vielen lustigen Dialogen.
Situationen werden so genau beschrieben, dass man Geräusche, Orte, Personen genau vor Augen hat und noch besser in die Geschichte eintauchen kann.
Es ist das erste Buch von M.Schörghofer, aber bestimmt nicht das letzte Buch, ich freue mich auf weitere und hoffentlich auch wieder aus dieser Zeit.

Veröffentlicht am 01.01.2019

Liebe findet immer einen Weg, auch wenn die Zeiten schwierig sind

Die Frauen vom Löwenhof - Solveigs Versprechen (Die Löwenhof-Saga 3)
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Ein wunderschöner Abschluss der Trilogie über die Frauen vom Löwenhof. Diese Reihe ist ein Muss für alle Corina Bomann Fans. Je mehr man über die tapferen und mutigen Frauen der Lejongards liest, desto ...

Ein wunderschöner Abschluss der Trilogie über die Frauen vom Löwenhof. Diese Reihe ist ein Muss für alle Corina Bomann Fans. Je mehr man über die tapferen und mutigen Frauen der Lejongards liest, desto mehr hat man einerseits das Gefühl, selbst in dieser Geschichte zu sein, sich den Hof, die Personen und selbst die Geräusche vorstellen zu können.
Ich muss gestehen, dass ich tatsächlich nach dem Hof gegoogelt habe, um zu sehen, ob es diese Familie wirklich gab bzw. ein Hinweis zu den Abläufen zu dieser Zeit. Gefunden habe ich zwar nichts, aber Corina hat es wunderbar geschafft, alles so authentisch rüberzubringen, als wenn es wirklich so war. Jedes Geräusch, jede Beschreibung der Umgebung oder der Gefühle der jeweiligen Personen sind so realistisch umschrieben, dass man als Leser ein Teil dieser Geschichte ist.
Diese Geschichte empfand ich am Traurigsten von allen, denn so wie es im wirklichen Leben spielt, muss man mit Tod, Verlusten, Wirtschaftskrise und Umstellung auf Modernisierung umgehen lernen. Ein wirklich schöner Auszug in diesem Buch ist: "Rosen. Es war schon seltsam, dass diese Blume zu vielen Anlässen passte. Einmal machte ein geliebter Mensch mit ihnen einen Heiratsantrag, und dann trug man mit ihnen einen anderen geliebten Menschen zu Grabe". Auch hier sind die Hauptpersonen der vorherigen zwei Bände auch wieder einige Jahr älter und wieder erfährt man mehr über sie, ihr Leben, ihre Geheimnisse, ihre Veränderungen.
Solveigs Geschichte hat mir von allen am Besten gefallen, ich hab mich oft mit ihr identifizieren können, ihr Kummer, ihre Resignation, ihre Hoffnungen, wie sie Dinge angeht, welche Mut sie in einer zu der Zeit noch stark dominierenden Männerwelt zeigt. Als Frau einen Hof zu führen, sich zu beweisen und Abweisungen und Ingnoranz die Stirn zu bieten, aber auch negative Dinge aus der Vergangenheit anzugehen und zu zeigen, dass man vergessen und Frieden finden muss, wenn man nach vorne sehen will. Dabei ist ihr Geschäftspartner Jonas ein treuer und lieber Gefährte, der für sie Wege eröffnet, denen sie anfangs sehr skeptisch gegenüber steht.
Das Ende will man irgendwie gar nicht wahrhaben, zu gerne würde man noch viel mehr von dieser tollen Familie und dem ans Herz gewachsenen Löwenhof lesen und ich kann nur sagen: Diese Reihe gehört zu den besten Büchern, die je geschrieben wurden.
Ich habe selten bei einer Reihe oder überhaupt einem Buch so emotional miterlebt (z.B. bei Sätzen wie "Jeder Farbton trug einen schwarzen Schleier"), gefiebert, gelitten, gehofft ("Egal wie aussichtslos etwas erscheint, das Leben hält immer Schönes für einen bereit. Manchmal dauert es, aber es kommt"), gebangt, gejubelt und geschluchzt ("Warum musste der Tod immer gerade dann kommen, wenn das Leben besser zu werden schien"), wie hier und sage auf diesem Weg sowohl der Autorin als auch NetGalley danke, dass ich diese Reihe und dieses Buch lesen durfte.
Auf jeden Fall mehr als 5 Sterne wert!