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Veröffentlicht am 17.10.2025

Genau die richtige Mischung

These Ancient Flames 1: Awake
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Wie schon im Tiel erwähnt, hatte "These Ancient Flames" aus meiner Sicht genau die richtige Mischung aus Worldbuilding, Character-Development und Plot.

Zuerst einmal zum Worldbuilding:
Ich mag besonders ...

Wie schon im Tiel erwähnt, hatte "These Ancient Flames" aus meiner Sicht genau die richtige Mischung aus Worldbuilding, Character-Development und Plot.

Zuerst einmal zum Worldbuilding:
Ich mag besonders die Aufteilung der Welt in Inseln, die jede für sich eine eigene Kultur entwickelt haben und diese repräsentieren. Anfangs noch kritisch beäugt konnte ich mich dann aber super schnell an den Mix aus konventionellen/ historischen und modernen Aspekten gewöhnen. Melanie Lane hat hier eine ausgewogene Mischung zwischen Alt und Neu erschaffen, die gut miteinander harmonieren und sich gegenseitig ergänzen.

Die Charaktere:
Meiling (aka Meimei - ich feier den Spitznamen) spiegelt die Zweiteiligkeit der Welt in menschlicher Form (bzw. Auguren-Form) wieder. Ihr innerer Kampf zwischen dem Bewahren der traditionellen Werte und dem Voranschreiten und Weiterentwickeln für die Zukunft war angenehm zu lesen. Schon auf den ersten Seiten habe ich eine Sympathie für Sie aufgebaut.
Raven ist der typische Klischee-Badboy wie er im Buche steht (Witz beabsichtigt). Und obwohl er alle möglichen Klischees erfüllt fand ich ihn und seine Geschichte einfach nur toll. Und natürlich hat auch er mit inneren Dämonen zu kämpfen.
Die beiden "Sidekicks" Tao und Cole haben mich einfach immer und immer wieder zum lachen gebracht mit ihrem trockenen Humor und den lockeren Sprüchen.
Alles in allem eine vielfältige und runde Auswahl an Charakteren.

Der Plot:
Das Konzept mit den Drachen war okay. Keine Weltneuheit - hab ich ehrlich gesagt aber auch nicht erwartet. Das häufige Wechseln der Schauplätze bringt jedoch ein angenehmes Tempo in die Story und sorgt dafür, dass keine langweiligen Passagen entstehen und man entspannt aber nicht träge durch die Geschichte kommt.

Der Schreibstil ist sehr einfach und umgangssprachlich gehalten, stellenweise mit derber Ausdrucksweise. Dies trägt ebenfalls zum angenehmen Lesefluss bei und passt auch gut zum Alter des Drachen-Such-Trupps und lockert das Ganze nochmal mehr auf.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Buch alles hatte, was ich mir von einer guten Story wünsche. Ich bin emotional zwar nicht an den Rande des Wahnsinns getrieben worden, aber der Unterhaltungswert war definitiv da und hat dafür gesorgt, dass ich das Buch in einem Stück verschlungen habe. Ich kanns nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Herausragender Schreibstil und herausfordernde Story

Die Spur der Vertrauten
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Direkt einmal zu Beginn - dieses Buch war wirklich etwas Besonderes! Wer schon die "Spiegelreisende" von Christelle Dabos gelesen hat, kennt bereits ihren einzigartigen Schreibstil, der auch in ähnlicher ...

Direkt einmal zu Beginn - dieses Buch war wirklich etwas Besonderes! Wer schon die "Spiegelreisende" von Christelle Dabos gelesen hat, kennt bereits ihren einzigartigen Schreibstil, der auch in ähnlicher Art und Weise in ihrer neuen Geschichte in "Die Spur der Vertrauten" für eine besondere Note sorgt. Aufgrund gerade dieser ungewöhnlichen Formulierungen und auch teils schwer zu verfolgenden Gedankengänge der einzelnen Charaktere ist dies kein Buch, das man mal eben so nebenher lesen kann. Für mich gehörte es aber definitiv zum Leseerlebnis dazu und ist aus meiner Sicht eher ein Pluspunkt, da die Geschichte so an Tiefe gewinnt.
Das System der Instinke und ihrer Funktion in der vermeintlichen Utopie des Superkontinents haben mir besonders gut gefallen. Hier musste ich tatsächlich auch häufig an "Brave New World" von Aldous Huxley denken und steht eben diesem in nichts nach.
Neben den beiden Protagonisten Goliath und Claire werden auch immer mal wieder einzelne Abschnitte aus der Sicht von anderen Charakteren erzählt, welche dann nach und nach Aufschluss über einzelne Teile der Story geben oder diese ergänzen. Diese Vielschichtigkeit fügt sich trotz der häufigen Wechsel super in den Fluss der Story ein und passt auf jeden Fall zum Gesamtbild/ -charakter des Buches. Auch mag ich, dass wir keine Bilderbuchhelden präsentiert bekommen, sondern eher Normalos, die zu Beginn eigentlich nur versuchen ihr Leben zu leben und dann fortschreitend erst beginnen das System in dem sie leben zu hinterfragen.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Buch eine absolut gelunge Mischung aus Witz und (stellenweise sehr trockenem) Humor, aber auch ernsten und gesellschaftskritischen Themen ist. Eine Leseempfehlung für alle, die keine Scheu haben mal etwas Herausforderndes zu lesen. Es lohnt sich!

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Female Rage und ein düster schönes Setting

Girls of Dark Divine − Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe.
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Bereits das Cover spiegelt die Zweiseitigkeit des Leben der Marionettes wieder. Nach außen hin anmutig und elegant, im Inneren aber düster, unterdrückt und vorallem kontrolliert.

Die Charaktere:
Emberlyn ...

Bereits das Cover spiegelt die Zweiseitigkeit des Leben der Marionettes wieder. Nach außen hin anmutig und elegant, im Inneren aber düster, unterdrückt und vorallem kontrolliert.

Die Charaktere:
Emberlyn ist für mich eine Protagonistin, mit der man sich super gut identifizieren kann. Zum einen liebt sie ihre Schwestern (so nennen sich die Marionettes) über alles, steht mit sich selbst jedoch auch in einem inneren Konflikt durch den Wunsch dem Leben als Gefangene des Puppenspielers zu entfliehen. Hinzu kommt der durchaus nachvollziehbare Hass und die Wut, die sie aufgrund ihrer Lebensumstände immer wieder thematisiert werden. In meinen Augen hat die Autorin hier eine absolut gelungene Protagonistin erschaffen die als Sinnbild für Female Rage verstanden werden kann.

Etinne hingegen ist zwar ebenso ein Gefangener, strahlt jedoch eine nach außen hin erstmal Ruhe aus. Seine Schüchternheit gegenüber Emberlyn hat mir sehr gut gefallen, jedoch hätte ich mir für seinen Charakter noch etwas mehr Tiefe gewünscht.

Die Vielfältigkeit der Marionettes war sehr angenehm zu lesen. Trotz ihrer deutlich unterschiedlichen Charakter wurde der Zusammenhalt untereinander, ausgelöst durch das gemeinsame Leid, auf eine schöne, wenn auch traurige Art dargestellt.

Besonders gelungen fand ich die Darstellung des Puppenspielers, der in der Geschichte der Bösewicht ist. Seine verquerte Art und seine narzisstische Sichtweise haben mich mehr als einmal wütend gemacht. Spannend fand ich insbesondere, dass hier kein "Redemption-Arc" eingebaut wurde, sondern bis zum Ende seine durch und durch böswilliger Charakter beibehalten wurde.

Das Setting:
Das Worldbuilding sowie die verschiedenen Schauplätze der Handlung geben die Kernthematik super wieder. Nach außen hin erscheint das Leben der Marionettes glamourös und luxuriös, hinter den Kulissen wartet jedoch nicht mehr als Angst und Unterdrückung.

Interessant fand ich, dass es neben dem ursprünglichen Ende der Geschichte noch ein alternatives Ende gab. Hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht, aber beide Enden waren durchaus passend und haben mir beide gefallen.

Alles in allem hat mir das Buch ganz gut gefallen. An manchen Stellen hat es sich etwas gezogen und an anderen Stellen hätte es wiederum mehr an Tiefe gebrauchen können. Insbesondere zur Entstehung oder zum Hintergrund des Fluches bzw. der Magie an sich hätte ich mir mehr Erklärungen gewünscht. Ein Jahreshighlight war es dann am Ende leider nicht, jedoch habe ich es gerne gelesen und konnte gut mit Emberlyn und den Marionettes mitfühlen.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Wenn ich 6 Sterne geben könnte, würde ich es tun!

The Knight and the Moth
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Wo soll ich anfangen?

Zuerst einmal das Cover: Je weiter man liest und je mehr man über Sybil erfährt, desto passender und gelungener erscheint mir die Covergestaltung. Ein Kunstwerk, wie die Geschichte, ...

Wo soll ich anfangen?

Zuerst einmal das Cover: Je weiter man liest und je mehr man über Sybil erfährt, desto passender und gelungener erscheint mir die Covergestaltung. Ein Kunstwerk, wie die Geschichte, die sich dahinter verbirgt.

Ich habe das Buch förmlich verschlungen. Wie auch schon in der "The Shepherd King" Dilogie hat Rachel Gillig hier erneut eine einzigartige Welt geschaffen. Angefangen beim Magie-System, das durch seine Außergewöhnlichkeit aus der Masse der Magie-basierten Bücher heraussticht, über das einzigartig düstere und zeitgleich märchenhafte Worldbuilding, bis hin zu den verschiedenen Charakteren, die uns im Laufe der Geschichte begleiten und begegnen.

Man kann deutlich erkennen, mit wie viel Arbeit und Liebe zum Detail diese Geschichte geschrieben wurde. Besonders die Wortwahl und gut gewählten bildlichen Vergleiche haben mich immer wieder erstaunt.

Für mich mein absolutes Jahreshighlight und eine klare Leseempfehlung!

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