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Malaika

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2017

Rohkost für Einsteiger

Raw Superfoods
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Auf den ersten Blick hat mir das Buch sehr gut gefallen, weil es regional gehalten wurde. Ich fand es aber schwer zu verwenden, da ich es im Herbst empfangen habe und man für viele Rezepte Zutaten braucht, ...

Auf den ersten Blick hat mir das Buch sehr gut gefallen, weil es regional gehalten wurde. Ich fand es aber schwer zu verwenden, da ich es im Herbst empfangen habe und man für viele Rezepte Zutaten braucht, die es nur im Frühling und Sommer gibt: Bärlauch, Feigen, frische Beeren, usw.

Auch fand ich es schwierig, mir die Rezepte zeitmäßig gut einzuteilen. Nehmen wir das Frühstückskapitel - jedes einzelne Rezept braucht Vorbereitungszeit: Weichzeit, Trockenzeit, Kühlzeit. Man kann sich nicht schnell ein Frühstück machen, ohne es am Abend oder eine Stunde davor vorbereitet zu haben. Diese Rezepte schauen alle sehr gut aus und sind auch nicht sehr arbeitsintensiv, nur die Wartezeit bis die jeweiligen Rezepte fertig sind, ist oft ein bisschen unpraktisch, wenn man sich spontan was zu essen machen möchte. Eine Kombination von "schnellen" Rezepten und welchen mit Wartezeit wäre ideal.

Die meisten Rezepte, die ich ausprobiert habe, hatten nicht dieses gewisse Etwas, welches sie einzigartig machen würde. Das finde ich schade, da das Buch durchaus Potenzial hat. Es müsste nur mehr gewürzt werden und etwas andere Rezepte enthalten. Es kann natürlich auch sein, dass ich anderes gewohnt bin und deswegen minimale Würzung nicht so wie andere schätzen kann.

Wie ich das Buch in der Hand hielt, dachte ich: “Wow, diese Rezepte schauen wirklich wie etwas Neues aus”. Als ich mir aber die Zutaten näher anschaute, sah ich, dass die meisten Rezepte sehr “normal” waren: wie zum Beispiel der Chia-pudding, - diesen brauchte ich überhaupt nicht auszuprobieren, da er so simpel war, dass ich genau weiss, wie er schmecken würde.

Ich glaube, dass das Buch ideal für Rohkosteinsteiger ist. Für Rohkost-/Rawfoodkenner ist dieses Kochbuch meiner Meinung nach nicht das richtige…

Veröffentlicht am 13.11.2017

Ein Roman mit wenig Tiefe

Und dann geschah etwas ganz Wunderbares
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Ich habe mich für die Leserunde beworben, da ich noch nicht viel über moderne Pilgerreisen gelesen habe und das Thema mich interessiert. Leider ging das Buch vornehmlich über Annas “Wunder" und nur sekundär ...

Ich habe mich für die Leserunde beworben, da ich noch nicht viel über moderne Pilgerreisen gelesen habe und das Thema mich interessiert. Leider ging das Buch vornehmlich über Annas “Wunder" und nur sekundär über die Reise. Daneben ging es so dominant um Annas Selbstfindung, welche mich persönlich nicht besonders interessiert hat.

Das Buch war so schnell gelesen, dass ich kaum merkte, dass es fast schon vorbei war. Es konnte mich leider nicht fesseln: zum einem, weil der Schreibstil wirklich simpel gehalten wurde und irgendwie keine Tiefe gehabt hat - das kann aber auch an der Übersetzung liegen - und zum anderen, weil der Spannungsbogen der Geschichte nicht sehr gut aufgebaut ist.

Das Ende war auch irgendwie komisch, da auf einmal Monate oder sogar Jahre auf einer Seite gequetscht wurden, da kommen Fragen auf: “Wie kam es dazu?”, “Wieso hat sie das gemacht?”, “Warum so und nicht anders?”, usw.

Ein nicht sehr tief gehender Roman, der jedoch ideal ist, um ein bisschen aus dem Alltag abzutauchen und ein paar unterhaltsame Stunden zu erleben.

Veröffentlicht am 11.11.2017

Allein unterm Wasser...

WetGrave
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Wir schreiben das 24. Jahrhundert - die Oberschicht herrscht zusammen mit HypCon über die Menschheit. Sie kontrollieren alle, die nicht zu ihnen gehören. Pressure und sein Freund Garris versuchen hinter ...

Wir schreiben das 24. Jahrhundert - die Oberschicht herrscht zusammen mit HypCon über die Menschheit. Sie kontrollieren alle, die nicht zu ihnen gehören. Pressure und sein Freund Garris versuchen hinter das Geheimnis der Mythe über WetGrave zu kommen. Sie glauben, dass diese Mythe einen wichtigen Schlüssel zu ihrer Gesellschaft darstellt, nur haben sie noch keine Ahnung, was für Folgen das für sie haben wird. Auf ihrer Suche gehen sie große Risiken und Opfer ein.
Wird es ihnen gelingen zu erfahren, was damals wirklich geschah und wie alles zusammenhängt, um die Menschheit vor dem Untergang zu retten?

WetGrave hat mir sehr gut gefallen, weil es so ganz anders als die meisten Sci Fi Romane ist. Natürlich spielt die Unterdrückung durch die Reichen wie so häufig eine Rolle, aber der Stil ist anders.
Den grössten Teil des Buches verbringt Pressure in Isolation, alleine, unter dem Wasser. Dabei fesselt der Autor die Leser durch ein großes “Nichts” darzustellen, das zur gleichen Zeit viel bedeutet. Auch stellt Alf Stiegler, so wie viele andere Autoren, die Leser so richtig auf die Folter und man findet erst ganz am Ende heraus, wie alles zusammenhängt.

Das Cover finde ich großartig gestaltet, es stellt genau die zwei Extremen des Buches dar - die märchenhafte Welt oben und das Monster unten, dessen Tentakel an der Oberfläche kratzen.
Einfach perfekt.

Das Buch ist empfehlenswert für jeden, der eine Geschichte zum Nachdenken mag, die einen zugleich berührt und fesselt.
Absolut lesenswert!

Veröffentlicht am 30.10.2017

Eine starke Protagonistin im Kampf um die Freiheit

Im Feuer der Freiheit
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Als Fannys Onkel Breedenbeck stirbt, wird sie Georg von Alvesloh als Mündel zugeteilt. Fanny hasst es kontrolliert zu werden und treibt Alvesloh mit ihren Aktionen fast in den Wahnsinn. Währenddessen ist ...

Als Fannys Onkel Breedenbeck stirbt, wird sie Georg von Alvesloh als Mündel zugeteilt. Fanny hasst es kontrolliert zu werden und treibt Alvesloh mit ihren Aktionen fast in den Wahnsinn. Währenddessen ist die politische Lage in Hamburg ziemlich unruhig: Napoleons Truppen versuchen Hamburg zu besetzen und sowohl Alvesloh als auch Fanny probieren alles, um die Franzosen aus der geliebten Stadt erst zu verjagen und später ihre Rückkehr zu verhindern.

Fanny stellt eine “starke" Protagonistin dar - im Laufe des Buches ist dies manchmal sehr ausgeprägt und andere Male kann man es kaum erkennen. Ich hätte eine etwas gleichmässigere Entwicklung der Protagonistin erwartet: eine ‘starke’ Fanny, die Gefühle hat, anstatt manchmal stark zu sein, manchmal voll und ganz impulsiv und manchmal sogar etwas naiv zu agieren.

Auch wenn mich die Geschichte am Anfang nicht wirklich fesseln konnte und die Charaktere mir zum Teil irgendwie “oberflächlich" vorkamen, konnte mich die Geschichte ab einer guten Hälfte des Buches voll und ganz in den Bann ziehen.

Ich persönlich habe gar nicht gewusst, dass Hamburg einmal von den Franzosen besetzt wurde… Ich finde, dass die Autorin die politische Situation und historische Hintergründe sehr gut überbracht hat und konnte ihr gut folgen.

“Im Feuer der Freiheit” ist in historischer Roman, der von mir vier Sterne bekommt und nur deshalb, weil ich am Anfang irgendwie nicht wirklich in die Geschichte abtauchen konnte. Absolut empfehlenswert!

Veröffentlicht am 24.10.2017

Einfach wunderschön

Das letzte Jahr
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Elfi möchte später im Zirkus arbeiten und übt dafür schon auf ihrem roten Fahrrad, das sie zum Geburtstag bekommen hat. Sie liebt es über die Hügel zu rasen und die Gegend zu erkunden. Ihre Eltern machen ...

Elfi möchte später im Zirkus arbeiten und übt dafür schon auf ihrem roten Fahrrad, das sie zum Geburtstag bekommen hat. Sie liebt es über die Hügel zu rasen und die Gegend zu erkunden. Ihre Eltern machen sich keine Sorgen, wenn sie mit ihren neun Jahren herumfährt, weil in der kleinen Stadt sowieso nichts passieren kann. Falls etwas passiere, würde irgendjemand die Mutter sofort holen.
Die zweite Option, die sie für die Zukunft hat, ist, um nach Amerika auszuwandern, um den “Indianern” zu helfen. Das sagt sie ihrer Mutter aber noch nicht, weil die wahrscheinlich nichts davon halten würde…

Ilse Tielschs Schreibstil hat mich von Anfang an an Ilse Aichinger erinnert. Als sich dieses Gefühl der Bekanntheit immer mehr versterkt hat, habe ich ein bisschen recherchiert und es hat sich heraus gestellt, dass mein Gefühl gar nicht soweit hergeholt war.

So schreibt Hans Weigel zum Erscheinen des Buches "Ein Elefant in unserer Straße":
»Wenn der Kafka und der Orwell als gemeinsame Tochter die Ilse Aichinger gehabt hätten, und die wiederum eine Verbindung mit Herzmanovsky-Orlando eingegangen wäre, dann wäre die Ilse Tielsch-Felzmann herausgekommen, mit Mark Twain als Vater.«

Dieser Verbindung kann ich nur zustimmen. Wo Ilse Aichinger vieles ausführlich beschreibt, sind Ilse Tielschs Beschreibungen minimalistischer, aber haben den gleichen Charme.

Elfi ist eine wunderbare Protagonistin. Sie ist so gut beschrieben, dass sie zum Greifen nah ist. Sie könnte einfach aus dem Buch spazieren und ein wirklicher Mensch sein. Nicht jede Autorin oder Autor schafft es, die Charaktere in einem Buch so plastisch zu beschreiben, aber Ilse Tielsch hat es gemeistert!
Man sieht die Welt durch die Augen der Neunjährigen: die Veränderungen der Zeit, die sie nur nach und nach zu verstehen lernt; die Versuchung, alles ohne nachzudenken nachzuplappern, was die Leute behaupten, aber letztendlich doch zur Vernunft zu kommen.

Auch wenn mir normalerweise dieser Coverstil nicht gefallen würde, finde ich, dass er wunderbar zum Inhalt passt, einfach und kompliziert zugleich - genau wie die Geschichte selbst.

Auch wenn ich verstehe, dass der Roman aufgehört hat, wo er aufhört, finde ich es schade…

Ilse Tielschs Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und Elfi ist mir sehr ans Herz gewachsen. Da ich noch nie zuvor von Ilse Tielsch gehört habe, was eigentlich für mich als Österreicherin sehr erstaunlich ist, werde ich mich nach diesem tollen Buch ihren anderen Büchern widmen.
Ich kann nur hoffen, dass ihr das Gleiche tut.