Mit Hund und Katze auf der Suche nach Erinnerungen.
FeuertanzAls Sarah am Friedhof einen Jungen mit Gedächtnisverlust auffischt, ahnt sie nicht, in welche Schwierigkeiten sie geraten wird. In seinen Flashbacks aus seinem vergangenen Leben zeichnet er mit erstaunlichem ...
Als Sarah am Friedhof einen Jungen mit Gedächtnisverlust auffischt, ahnt sie nicht, in welche Schwierigkeiten sie geraten wird. In seinen Flashbacks aus seinem vergangenen Leben zeichnet er mit erstaunlichem Talent Stücke seiner Geschichte auf. Aber manche dieser Bilder zeigen ihn von einer gefährlichen Seite, die ihnen beiden Angst macht. Kann Sarah ihrem Herzen, das ihr sagt, dass er gut ist, vertrauen? Oder hat ihr Verstand doch Recht, der ihr zuflüstert, wegzulaufen?
Einen Thriller mit Gedächtnisverlust zu kombinieren, finde ich eine gute Idee. Es eröffnet interessante Fragen, die einem zum Weiterlesen anregen. Auch finde ich die Idee, um den Flashbacks mit Zeichnungen Form zu geben, genial.
Normalerweise stehe ich nicht wirklich auf Buchillustrationen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es toll gewesen wäre, wirkliche Zeichnungen zu integrieren. Das hätte dem Ganzem einen speziellen Charm verliehen, auch wenn ich mir sowohl die Zeichnungen als auch den Rest des Buches sehr plastisch vorstellen konnte…
Die Protagonisten waren mir sofort sehr sympathisch. Genau wie Sarah hegte ich am Anfang ein bisschen Misstrauen gegenüber dem mysteriösen Jungen. Aber das verschwand ziemlich schnell.
Schön fand ich, dass sowohl Hund als auch Katze im Buch integriert wurden. Ich, als absolute Tierliebhaberin, weiss das zu schätzen. Leider gibt es bei weitem nicht genug Bücher, in denen Tiere eine größere Rolle spielen…
Der Schreibstil ist relativ einfach gehalten. Obwohl man deswegen extrem schnell voran kommt, hätte eine etwas kompliziertere Sprache dem Buch nicht geschadet. Zwischen den Zeilen, die man geradezu verschlingt, gibt es hier und da ein paar schöne Lebensweisheiten.
Auf der Suche nach den Erinnerungen ist eine Liebesgeschichte intrigiert, die, im Unterschied zu vielen anderen Büchern, auf eine sensible Weise eingeflochten und deshalb nicht kitschig geworden ist.
Leider hat mir das Thrillmäßige an der Geschichte gefehlt - diese Spannung und zum Teil auch Angst, die für mich einen Thriller ausmachen. Da hätte ein bisschen mehr Spannung nicht geschadet, aber wahrscheinlich bin ich zum Teil auch einfach etwas zu alt für die Geschichte…
Auch wurde die Geschichte mit klassischem Spannungsaufbau kreiert - es gibt ein paar kleinere Spannungswellen in der Mitte des Buches, aber echt spannend wird es erst am Ende - etwas, dass mir im Allgemeinen nicht so gut gefällt, aber das ist Geschmacksache.
Ich glaube, dass Tamina Berger eine Nachricht durch ihre Protagonisten an ihre Leser überbringen will. Man muss nicht immer misstrauisch sein, man kann auch einfach offen sein und schauen, was das Leben mit sich bringt, wenn man Menschen hilft, anstatt sie anhand ihres Aussehens und ihrer Reaktionen zu beurteilen.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es hat eine interessante Geschichte und auch tolle Protagonisten. Man sollte aber nicht einen wirklich spannenden Thriller erwarten, sondern eher eine schöne Geschichte, in der am Ende ein kleiner Thrill eingesetzt wurde.