Überblick zur Altersforschung
Altern wird heilbarErfreulicherweise geht es in diesem Buch, wie so oft bei derart populärwissenschaftlichen Werken, nicht um Hormongaben gegen das Altern. Im Zentrum stehen vielmehr die Themen Anregung der Autophagie (Müllabfuhr ...
Erfreulicherweise geht es in diesem Buch, wie so oft bei derart populärwissenschaftlichen Werken, nicht um Hormongaben gegen das Altern. Im Zentrum stehen vielmehr die Themen Anregung der Autophagie (Müllabfuhr der Zellen), Stärkung der Mitochondrien (Zellkraftwerke) und Steuerung des Insulinspiegels. Mittlerweile ist ja bekannt, dass eine Kalorieneinschränkung eine gesundheitserhaltende und lebensverlängernde Wirkung haben kann. In der Altersforschung stehen Medikamente im Zentrum, die dem Körper Hunger vortäuschen und die Autophagie in den Zellen stimulieren. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass die Zellen tagtäglich schädliche oder alte Bestandteile aussortieren und sich quasi verjüngen. Was den Prozess der Autophagie hemmt, sind größere Blutzuckerschwankungen am Tag und eine damit verbundene Insulinausschüttung. Dies lässt sich durch längere Essenspausen (Stichwort Intervallfasten) oder auch, wie hier in diesem Buch beschrieben, mit Medikamenten. So hat Metformin (eine Standardmedikament gegen Diabetes mellitus Typ 2) nicht nur in den USA den Status einer Wunderdroge erlangt. Gesunde Menschen nehmen Metformin, um Übergewicht zu verhindern und Altersprozesse zu verlangsamen. Welche Nebenwirkungen bzw. Langzeiteffekte durch diese stark eingreifenden Substanzen bei gesunden Menschen auftreten könnten, lässt sich jedoch noch nicht sagen. Das Buch empfiehlt diese und viele weitere Substanzen nicht, sondern gibt einfach einen überaus aktuellen und spannenden Einblick in die Altersforschung. Gut recherchiert, sachkundig geschrieben, mit hilfreichen Abbildungen.
Traurig: Viele Erkenntnisse beruhen auf Tierversuchen. Es sollte sich viel mehr mit großem Nachdruck für alternative, tierfreie Versuchsmethoden eingesetzt werden.