Mind Games until you loose Control
VerlorenIch durfte Verloren von Türkan Defli als Rezensionsexemplar lesen. Vielen Dank dafür
Kurz zum Inhalt: Lynn ist aus dem Dorf in die Stadt gezogen. Ihr Traum ist mit ihrer Kunst berühmt zu werden. Doch ...
Ich durfte Verloren von Türkan Defli als Rezensionsexemplar lesen. Vielen Dank dafür
Kurz zum Inhalt: Lynn ist aus dem Dorf in die Stadt gezogen. Ihr Traum ist mit ihrer Kunst berühmt zu werden. Doch das ist gar nicht so einfach. Daher jobt sie in einer Bar um über die Runden zu kommen. Dort trifft sie auf Chris, der um sie wirbt. Doch Chris hat etwas an sich, dass Lynn zweifeln lässt und plötzlich ist Lynn totaler Manipulation ausgesetzt und Chris spielt hierbei eine zentrale Rolle. Kann sich Lynn aus diesem Spiel zwischen Manipulation und Gewalt befreien?
Bevor ich mit meiner Rezension beginne muss ich leider auch hier mitteilen, dass mir persönlich die Triggerwarnungen fehlen. Daher gebe ich euch, und das ist jetzt nur meine eigene persönliche Meinung, die für mich prägnantesten Trigger an:
-Sensorische Deprivation (Sinnesentzug)
-Retraumatisierung
-Physische und psychische Gewalt
-Häuslicher Missbrauch
-Alkoholkonsum
Nun zu meiner Rezension: Ich bin begeistert von dem Buch. Für mich ist es ein Psychothriller aller erster Klasse. Ich hätte am Anfang des Buches nicht mit dieser phänomenalen Wende gerechnet. Lynn mochte ich von Anfang an. Für mich war sie ein graues Mäuschen aber irgendwie greifbar. Ihr Leben ist einfach und trist und sie versucht mit ihren depressiven Verstimmungen dennoch das beste aus ihrem Leben hervorzuholen. Die Kunst ist dabei für sie ein zentraler Anker. Chris allerdings war mir von Beginn an suspekt. Er war für mich überhaupt nicht greifbar.
Die ersten 80 Seiten waren der langsame Einstieg in die Story. Wie erfahren mehr von Lynn und ihrem Leben und ein klein wenig über Chris. Danach ging alles super schnell. Die Story hat an Fahrt aufgenommen und ich kam kaum noch klar. Ich muss ehrlich sagen, dieser Raketenstart war hervorragend. Das was Lynn wiederfährt ist wirklich nicht schön. Ich möchte aber an dieser Stelle nicht spoilern, daher schreibe ich nicht mehr. Aber Lynn ist für mich eine absolute Powerfrau. Das anfängliche Graue Mäuschen , dass ich in ihr gesehen habe ist gewichen und Lynn hat meinen vollen Respekt erhalten, dass sie tough bleibt. Wirklich. Eine Glanzleistung. Chris habe ich irgendwann in meinen Gedanken nur noch „den Erlöser“ oder „den Heiler“ genannt. Wieso möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.
Das Ende hat mich komplett verstört zurückgelassen . Einerseits hätte ich mir einen anderen Ausgang gew?nscht, aber dieser Ausgang hat für mich auch eine tiefe Bedeutung und ich kann ich verstehen.
Für mich gab es im Buch einen sehr prägnanten Satz, der mich sofort hat nachdenken lassen. Dieser lautet „ Der Tod macht ihr Angst. Nicht das Danach. Nicht die Dunkelheit. Sondern der Schmerz. Der Moment des Übergangs. Das unausweichliche Ende.“ Ich annotiere tatsächlich fast nie in Büchern. Hier habe unter anderem diese Stelle annotiert. Ein herausragendes Zitat.
„Verloren“ ist ein Psychothriller der mit den großen Psychothrillern und deren Autoren absolut mithalten kann. Er hat mich gefesselt, gepackt und nachdenklich werden lassen. Ein Blick in die Abgründe der Menschen. Absolut klasse.
Klare Leseempfehlung.